Die Geschichte des Films ist geprägt von Neuerungen: Vom Stummfilm zum Tonfilm, von Schwarz-Weiß zu Farbe, von 2D zu 3D. In dieser Hausarbeit wird untersucht, welchen Einfluss die Städte New York und Berlin auf die frühe internationale und nationale Filmgeschichte hatten – und umgekehrt. Dies geschieht mit einer Aufarbeitung der allgemeinen Stummfilmgeschichte, einem Fokus auf die jeweiligen Städte sowie einiger ihrer wichtigsten Akteure und Filme.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Allgemeine Geschichte des Stummfilms
3 Stummfilmgeschichte in den Vereinigten Staaten
3.1 New York als Kulisse und Entstehungsort für Stummfilme
4 Stummfilmgeschichte in Deutschland
4.1 Berlin als Kulisse und Entstehungsort für Stummfilme
5 Bekannte Komponisten der Stummfilmzeit
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit untersucht den wechselseitigen Einfluss zwischen den Metropolen New York und Berlin und der Entwicklung des frühen Kinos. Ziel ist es, die allgemeine Stummfilmgeschichte aufzuarbeiten und spezifische lokale Entwicklungen sowie prägende Akteure und Komponisten beider Städte gegenüberzustellen.
- Die globale Genese des Stummfilms durch technische Pioniere.
- Die Etablierung von New York als frühindustrieller Standort der Filmproduktion.
- Berlin als Gegenpol und Zentrum europäischer Filmkunst und Studiowelt.
- Die Rolle der musikalischen Begleitung durch Photoplayer und dedizierte Komponisten.
- Der Einfluss politischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen auf die Filmgeschichte.
Auszug aus dem Buch
3.1 New York als Kulisse und Entstehungsort für Stummfilme
Seinen Anfang fand die amerikanische Stummfilmgeschichte trotzdem an der Ostküste, in New York. Erste Aufnahmen fokussierten sich auf Stadtansichten, zum Beispiel in »Manhatta« von 1921 (vgl. IMDb14 o.D.). Diese wurden nicht nur von Einheimischen angefertigt: Die populäre Stadtansicht »A Trip Through New York City« von 1911 wurde von der schwedischen Produktionsgesellschaft Senska Biografteatern aufgenommen (vgl. Shiryaev 2020).
Einige wichtige Figuren für die New Yorker Filmgeschichte kommen aus der Familie Latham. Woodville Latham, Chemie-Professor an der West Virginia University, entwickelte das Eidoloscope, das zwölf Bilder pro Sekunde flimmerfrei ermöglichte. Die erste öffentliche Präsentation erfolgte am 21. April 1895 für die Presse und am 20. Mai für zahlendes Publikum. Gezeigt wurden Filme des Griffo-Barnett-Boxkampfes, aufgenommen vom Dach des Madison Square Gardens (Streible 2008: 45). Woodville Lathams Söhne Grey und Otway Latham besaßen einen Salon mit Kinetoskopen in New York. Dabei handelte es sich um einen von Thomas Edison entwickelten Kasten mit Sehschlitz, die ihr Publikum für etwa 30 Sekunden mit bewegten Bildern unterhielt, nachdem eine Münze eingeworfen wurde (vgl. Filmlexikon 2011). 1898 ließen die Lathams das Geschäft mit Filmen aus unbekannten Gründen hinter sich und trugen fortan nicht mehr zu der Stummfilmgeschichte New Yorks bei.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Arbeit ab und definiert das Ziel, den Einfluss der Metropolen Berlin und New York auf die Stummfilmära zu untersuchen.
2 Allgemeine Geschichte des Stummfilms: Dieses Kapitel zeichnet die technischen Ursprünge des Mediums nach, von der Chronofotografie bis zur Etablierung des Stummfilms und der musikalischen Untermalung durch Photoplayer.
3 Stummfilmgeschichte in den Vereinigten Staaten: Hier wird der Aufstieg des amerikanischen Kinos und der Übergang von New York als frühem Standort hin zur Dominanz Hollywoods analysiert.
3.1 New York als Kulisse und Entstehungsort für Stummfilme: Der Fokus liegt auf der frühen Bedeutung New Yorks für die Filmproduktion und maßgeblichen Akteuren wie der Familie Latham.
4 Stummfilmgeschichte in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert die Anfänge des deutschen Films unter den Gebrüdern Skladanowsky sowie die strukturellen Entwicklungen der UFA in Babelsberg.
4.1 Berlin als Kulisse und Entstehungsort für Stummfilme: Es werden die Berliner Studios und die soziale Bedeutung des Kinos im städtischen Kontext der 1920er und 1930er Jahre beleuchtet.
5 Bekannte Komponisten der Stummfilmzeit: Das Kapitel widmet sich den oft unterschätzten Musikern und Komponisten wie William Axt und Ernest Rappaport, die den Stummfilm musikalisch prägten.
6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Filmgeschichte massiv durch soziopolitische und wirtschaftliche Faktoren in den betroffenen Metropolen beeinflusst wurde.
Schlüsselwörter
Stummfilm, New York, Berlin, Kinematograph, Chronofotografie, Photoplayer, Filmmusik, UFA, Filmgeschichte, Medienmetropole, Thomas Edison, Produzenten, Stummfilmära, Filmindustrie, Monumentalfilm.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die frühe Geschichte des Stummfilms mit einem komparativen Fokus auf die Städte New York und Berlin als maßgebliche Produktionszentren und Kulturräume.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten gehören technische Innovationen der Anfangszeit, die Institutionalisierung der Filmindustrie und die Rolle der Filmmusik sowie populärer Akteure.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den wechselseitigen Einfluss zwischen Urbanität und der Entwicklung filmischer Narrative und Produktionsbedingungen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine medienhistorische Aufarbeitung, die auf der Analyse von Fachliteratur, Filmlexika und biographischen Quellen basiert.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Behandelt werden die US-amerikanische sowie die deutsche Stummfilmgeschichte, lokale Besonderheiten in New York und Berlin sowie die Bedeutung bedeutender Filmmusik-Komponisten jener Ära.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte umfassen Stummfilm, Kinematographie, Filmmetropolen, Filmmusik, Photoplayer und die industrielle Entwicklung in den USA und Deutschland.
Welche Rolle spielte die Familie Latham für den Standort New York?
Die Familie Latham war maßgeblich an der frühen privaten Filmpräsentation und an technischen Entwicklungen wie dem Kinetoskop in New York beteiligt.
Warum war Berlin als Filmstandort so bedeutsam?
Berlin bot durch die UFA-Studios und eine lebendige Kinokultur in der Weimarer Republik ein Umfeld, das erstklassige Produktionen ermöglichte und technologisch mit Hollywood konkurrieren konnte.
Wie wichtig war der Photoplayer für die Stummfilmära?
Der Photoplayer war ein unverzichtbares Instrument, um Filme musikalisch zu begleiten, und ersetzte in vielen Kinos ein physisches Orchester, da er spezialisierte Klangeffekte mechanisch erzeugen konnte.
- Quote paper
- Jenny Karpe (Author), 2020, Die Stummfilmgeschichte von New York und Berlin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1267742