Ein sicheres Rechenzentrum ist immer relativ zur vorausgesetzten oder unterstellten Gefahr sicher. Auch die berücksichtigten Gefahren können einmal eintreten und Schäden sind nicht auszuschließen.
Die Frage ist nur: Wie oft treten sie ein? Welche Auswirkungen haben sie? Sind die Auswirkungen wirtschaftlich zu vertreten? Wird ein Rechenzentrum alle 10 Jahre vollkommen zerstört oder findet dies lediglich alle 100 Jahre statt?
Ein enormer Unterschied!
In einem Rechenzentrum kann man sich weder Betriebsausfälle, Betriebsunterbrechungen, noch Hardwaredefekte und Datenverluste leisten. Deshalb müssen sich Betreiber von Rechenzentren Gedanken machen, wie sie ihr Gebäude sichern und drohenden Gefahren standhalten.
In diesem Dokument werden wir uns mit Maßnahmen beschäftigen, wie man im physischen Bereich höhere Gefahren wie Feuer, Wasser und Blitz abwehren und geeignete Strategien für einen Notfallplan finden kann.
Ebenso behandeln wir Störeinflüsse im technischen Bereich. Dabei spielen Datenübertragungsfehler aufgrund von Störfeldern in der Verkabelung, fehleranfällige Stromversorgung und Datenverluste eine Rolle. Auch hier diskutieren wir geeignete Verfahren, wie man mit diesem Risiko umgehen kann oder sogar generell die Gefahr ausschalten kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Sicherheitsbedarf
2. Sicherheitsgefährdung des Rechenzentrums
2.1 Höhere Gewalt
2.1.1 Feuer
2.1.1.1 Ursachen
2.1.1.2 Vorbeugende Schutzmaßnahmen
2.1.1.3 Maßnahmen zur Brandeindämmung
2.1.2 Wasser
2.1.2.1 Ursachen
2.1.2.2 Vorbeugende Schutzmaßnahmen
2.1.2.3 Schadensbegrenzung
2.1.3 Blitz
2.1.3.1 Gefahr
2.1.3.2 Schutzmaßnahmen
2.2 Störfälle technischer Art
2.2.1 Stromversorgung
2.2.1.1 Ursachen
2.2.1.2 Gegenmaßnahmen
2.2.2 Verkabelung
2.2.3 Daten
2.2.3.1 Ursachen für Datenverluste
2.2.3.2 Vorbeugende Maßnahme: Datensicherung mittels RAID
2.2.3.3 Restaurierung von Festplatten zur Datenrettung
2.3 Mutmaßliche Angriffe
2.3.1 Schutzmaßnahmen
2.3.1.1 Zutrittskontrolle
3. AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Das Dokument gibt einen Einblick in technische und organisatorische Maßnahmen zur Erhöhung der physischen Sicherheit in Rechenzentren, wobei der Fokus auf der Abwehr von Naturgefahren, technischen Störungen und unbefugtem Zutritt liegt.
- Prävention und Eindämmung von Brand-, Wasser- und Blitzschäden.
- Stabilisierung der Stromversorgung durch Notstromaggregate und USV-Systeme.
- Risikominimierung bei der Datenübertragung und durch RAID-Sicherungssysteme.
- Einsatz technischer Zutrittskontrollsysteme zur Abwehr von Sabotage und Diebstahl.
Auszug aus dem Buch
2.2.3.2.1 Grundidee von RAID
Vor rund 20 Jahren waren zur Datensicherung in Rechenzentren SLEDs (Single Large Expensive Disks) im 14 Zoll Format gebräuchlich (siehe [TEC03]). Sie boten zwar auf den damaligen Zeitpunkt bezogen mit ca. zwei bis drei Gigabyte hohe Kapazitäten, doch waren sie verhältnismäßig teuer.
Als Alternative wurden dann 5,25 Zoll Disks verwendet. Die Speichereinheiten waren aber kleiner, und so führte der Verwaltungsaufwand der einzelnen Platten zu Problemen. Sie wurden damals als JBOD („just a bunch of disks“), also einem Bündel unabhängiger Platten verwaltet. Das Auffinden sowohl von gespeicherten Daten als auch von freiem Speicherplatz war damit recht kompliziert. Auch die Zuverlässigkeit dieser „Mini-HDDs“ war schon deutlich unter jener der SLEDs.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Sicherheitsbedarf: Das Kapitel erläutert den wachsenden Sicherheitsbedarf durch zunehmende IT-Investitionen und unterstreicht die Notwendigkeit physischer Schutzmaßnahmen für den ununterbrochenen Betrieb.
2. Sicherheitsgefährdung des Rechenzentrums: Dieser Hauptteil klassifiziert Bedrohungen wie höhere Gewalt, technische Defekte sowie mutmaßliche Angriffe und stellt entsprechende Schutzkonzepte vor.
3. AUSBLICK: Das Kapitel resümiert die behandelten Möglichkeiten und Grenzen der Gebäudesicherheit und betont die Notwendigkeit kontinuierlicher Investitionen in Sicherheitsmaßnahmen.
Schlüsselwörter
Rechenzentrum, IT-Sicherheit, Brandschutz, Stromversorgung, USV, RAID, Datensicherung, Datenrettung, Zutrittskontrolle, Biometrie, Blitzschutz, Kabelbrandabschottung, Notstromaggregat, Katastrophenschutz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der physischen Sicherheit von Rechenzentren und den Strategien, um diese vor Gefahren wie Naturgewalten, technischen Defekten und menschlichen Angriffen zu schützen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf Brandprävention, Wasser- und Blitzschutz, der Stabilität der Stromversorgung, der Sicherheit der Verkabelung, Datensicherung und Verfahren zur Zutrittskontrolle.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, technische und organisatorische Maßnahmen aufzuzeigen, mit denen die Sicherheit und Verfügbarkeit von Rechenzentren je nach individuellem Sicherheitsbedürfnis und Budget erhöht werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine strukturierte Analyse bestehender Sicherheitsrisiken, kombiniert mit der Diskussion technischer Lösungen, basierend auf Fachliteratur und aktuellen Sicherheitsstandards der damaligen Zeit.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden detailliert Gefahren wie Feuer, Wasser, Blitzschlag, Stromschwankungen, fehlerhafte Verkabelung, Datenverluste sowie Methoden zur biometrischen und kartenbasierten Zutrittskontrolle analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Rechenzentrumssicherheit, USV-Technologie, RAID-Level, biometrische Identifikation und Brandschutzanlagen charakterisieren.
Welchen Vorteil bietet RAID 5 gegenüber anderen Leveln?
RAID 5 verteilt Parity-Daten über alle Laufwerke hinweg, wodurch Leistungsengpässe vermieden werden und eine hohe Ausfallsicherheit bei guter Schreibperformance für PC-Systeme erreicht wird.
Wie unterscheidet sich die Online-Technologie bei USVs von der Offline-Technologie?
Die Online-Technologie ist netzunabhängig, da die Spannung dauerhaft durch Gleichrichter, Batterien und Wechselrichter läuft, was eine perfekte Sinuskurve garantiert und Umschaltzeiten bei Netzausfall eliminiert.
- Quote paper
- Sandra Wieseckel (Author), 2002, Gebäudetechnik in Rechenzentren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12679