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Gewalt und Moderne

Título: Gewalt und Moderne

Trabajo Escrito , 2007 , 23 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Richard Oehmig (Autor)

Sociología - Otros
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Die `Moderne` gibt es nicht. Sie war und ist immer Gegenstand der Diskussion. Es ist von entscheidender Bedeutung, wie man den Begriff der Moderne definiert und welches Deutungsschema man zugrunde legt. Assoziiert man mit ihr Industrialisierung, Technisierung und Disziplinierung so ist man verführt der Moderne eine Zunahme an Totalität, Krieg und Gewalt zu unterstellen. Definiert man den Begriff dagegen als einen Prozess fortschreitender Demokratisierung, Aufklärung und Emanzipation, so deutet diese Begriffsbestimmung ganz sicher auf die gewaltfreie Lösung von Konflikten in der Moderne hin.
Ohne Zweifel verkennen beide Definitionsansätze die Tragweite des Begriffes, dennoch deuten sie das Spannungsverhältnis an, dem der Begriff ausgesetzt ist.
Die Beschäftigung mit dem Thema Gewalt und Moderne ist hoch spannend. Sie regt zum eigenen Denken an, aber die Gefahr lauert zum einen in der schieren Materialfülle, zum anderen ist das Risiko groß, sich in Allgemeinheiten zu verlieren.
Das Thema der Arbeit ist fraglos sehr weit gefasst und unterliegt (zunächst) auch keiner Abgrenzung. Diese Vorgehensweise habe ich gewählt, um kontroverse Beiträge zu dem Thema Gewalt und Moderne diskutieren zu können. Das Hauptaugenmerk der Betrachtung soll dennoch auf der `westlichen Hemisphäre` und dem 20. Jahrhundert liegen, da dieser Zeitspanne in der Forschung eine besondere Bedeutung beigemessen wird.
Um sich dem Thema nähern zu können, sollen zunächst die Begriffe `Gewalt` und `Krieg` einer näheren Betrachtung unterzogen werden. Danach soll ein kurzer historischer Überblick folgen, der die bedeutsamsten Entwicklungslinien des modernen Krieges darzustellen versucht. Für eine Annäherung an die zentralen Problemfelder der Arbeit, halte ich eine tiefergehende Betrachtung der Modernitätstheorie für unerlässlich.
Im dritten Komplex der Arbeit werde ich mich der Verquickung von Moderne und Gewalt zuwenden, wobei die These einer gewaltfreien Moderne besondere Berücksichtung finden soll. Diese Idee ist insbesondere von Hans Joas in zahlreichen Beiträgen analysiert worden. Auch die Frage nach der Modernität der Moderne findet viele widersprüchliche Antworten, deshalb erscheint eine tiefergehende Analyse umso lohnenswerter.
Zunächst soll jedoch ein Blick auf den Begriff der Gewalt und des Krieges geworfen werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Zu den Begriffen Gewalt und Krieg

1.1. Historischer Überblick

1.2. Die Modernisierungstheorie

2. Krieg und Moderne- Friedliche(ere) Zeiten?

Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das komplexe Spannungsverhältnis zwischen dem Prozess der gesellschaftlichen Modernisierung und dem Phänomen der Gewalt. Dabei wird insbesondere analysiert, inwieweit die Moderne tatsächlich einen Rückgang an Gewalt ermöglicht hat oder ob sie durch ihre bürokratischen und rationalen Strukturen neue Formen der Destruktivität hervorbringt.

  • Begriffsbestimmung von Gewalt und Krieg
  • Historische Entwicklungslinien des modernen Krieges
  • Kritische Analyse der Modernisierungstheorie
  • Diskussion über die "Friedlichkeit" der Moderne und den Holocaust
  • Zwischenstaatliche Gewalt und moderne politische Ideologien

Auszug aus dem Buch

1.2. Die Modernisierungstheorie

Was verbirgt sich hinter dem Begriff der Modernisierungstheorie? Welchen Erklärungsanspruch verfolgt sie? Diese Fragen sollen in diesem Kapitel diskutiert werden, wobei ich vorweg nehmen möchte, dass die Modernisierungstheorie in der Forschung einer höchst kontroversen Diskussion ausgesetzt ist.

Ihre Erkenntnisse schöpft die Modernisierungstheorie nicht nur aus wirtschaftswissenschaftlichen und sozialwissenschaftlichen Quellen, sondern auch aus den geschichtswissenschaftlichen Disziplinen. Das Theoriegebäude geht davon aus, dass Entwicklungshemmnisse nicht so sehr aus wirtschaftlichen Problemlagen resultieren, als vielmehr aus den Besonderheiten traditionaler Gesellschaften. Als Gründe für eine `rückständige` Entwicklung gelten somit Korruption, Misswirtschaft, oder ganz allgemein der Mangel an Good Governance. Hauptpunkt des Theorems ist die Antithese zwischen `modernen` (verstanden als dynamisch, rational, städtisch) zu `traditionaler` (verstanden als statisch- irrational, agrarisch) Welt. Die Entwicklung wird dabei als ein unumkehrbarer und zielgerichteter Wachstumsprozess begriffen.

Es kann darüber hinaus festgehalten werden, dass die Modernisierungstheorie drei Forschungsströmungen umfasst: Zum einen wird sie als `Theorie des Westens` verstanden, dass heißt, ihre zentrale Aufgabe besteht in der Erklärung der Industrialisierung, welche vor ca. 200 Jahren ihren Ausgangspunkt in Westeuropa fand. Ein weiterer Erklärungsansatz nutzt die Hypothese als Grundlage zur Erforschung der Moderne. Die Moderne wird hier nicht als statischer, nicht mehr veränderbarer Zustand verstanden, vielmehr als dynamischer, immer währender Prozess. Eine dritte Interpretation versteht den Ansatz als Theorie der Entwicklungsländer, d.h. es werden alle Länder erfasst, welche ihre `Vormoderne` abzustreifen suchen. Die Modernisierung wird also durchaus als multidimensionaler Vorgang verstanden, bei dem Industrialisierung, Demokratisierung und Säkularisierung zusammenwirken.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in das Spannungsfeld zwischen Moderne und Gewalt ein und legt das methodische Vorgehen sowie den Fokus auf die westliche Hemisphäre fest.

1. Zu den Begriffen Gewalt und Krieg: In diesem Kapitel werden grundlegende Definitionen von Gewalt und Krieg erörtert sowie unterschiedliche theoretische Perspektiven, etwa von Clausewitz, Hobbes und Rousseau, diskutiert.

1.1. Historischer Überblick: Dieser Abschnitt zeichnet die Entwicklung des Krieges von den Religionskriegen der Frühen Neuzeit bis hin zur globalen Lage nach 1945 nach.

1.2. Die Modernisierungstheorie: Hier wird das theoretische Konzept der Modernisierung analysiert, seine Kritikpunkte beleuchtet und die Verbindung zu Krisen und Revolutionen dargestellt.

2. Krieg und Moderne- Friedliche(ere) Zeiten?: Das Kapitel hinterfragt die Annahme, dass die Moderne eine friedlichere Ära sei, und untersucht den Zusammenhang zwischen modernen Staatsstrukturen und exzessiver Gewalt.

Resümee: Das Resümee fasst die zentralen Thesen zusammen und stellt fest, dass die Moderne widersprüchliche Züge aufweist und Gewalt auch heute weiterhin im Namen politischer Ideale ausgeübt wird.

Schlüsselwörter

Gewalt, Moderne, Krieg, Modernisierungstheorie, Industrialisierung, Macht, Herrschaft, Holocaust, Bürokratie, Friedenskonzeption, Liberalismus, Staat, Demokratisierung, Totalität, Ideologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen und historischen Untersuchung der Beziehung zwischen Moderne und Gewalt.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder umfassen Gewaltbegriffe, die historische Evolution von Kriegen und die kritische Auseinandersetzung mit der Modernisierungstheorie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, ob die Moderne als ein Prozess der Befriedung gesehen werden kann oder ob sie im Gegenteil neue, bürokratisierte Formen der Gewalt ermöglicht hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturtheoretische Analyse und Diskussion sozialwissenschaftlicher sowie geschichtswissenschaftlicher Ansätze angewandt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsanalyse, einen historischen Abriss der Kriegsführung, eine Auseinandersetzung mit Modernisierungstheorien und eine Diskussion über Gewalt in modernen Systemen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Gewalt, Moderne, Krieg, Modernisierungstheorie und Bürokratie.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Staates bei der Gewalt?

Der Autor greift auf Konzepte wie das staatliche Gewaltmonopol zurück und diskutiert die Ambivalenz, dass der Staat sowohl für inneren Frieden als auch für totale Gewalt (wie im Holocaust) instrumentalisiert werden kann.

Inwiefern beeinflussen aktuelle Ereignisse die Analyse?

Die Arbeit reflektiert aktuelle Interventionspolitiken, etwa im Irak oder in Afghanistan, um aufzuzeigen, wie Kriege unter dem Vorwand von Freiheit und Demokratie legitimiert werden.

Final del extracto de 23 páginas  - subir

Detalles

Título
Gewalt und Moderne
Universidad
Humboldt-University of Berlin
Calificación
2,0
Autor
Richard Oehmig (Autor)
Año de publicación
2007
Páginas
23
No. de catálogo
V126863
ISBN (Ebook)
9783640335343
ISBN (Libro)
9783640335787
Idioma
Alemán
Etiqueta
Gewalt Moderne Geschichte Krieg 19. Jahrhundert 20. Jahrhundert
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Richard Oehmig (Autor), 2007, Gewalt und Moderne, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126863
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