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Das Opferedikt des Kaisers Decius und seine Auswirkungen - restaurative Religionspolitik oder Innovationsmodell?

Título: Das Opferedikt des Kaisers Decius und seine Auswirkungen - restaurative Religionspolitik oder Innovationsmodell?

Trabajo de Seminario , 2005 , 18 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Marco Kunze (Autor)

Historia universal - Prehistoria e Historia antigua
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Das Konservative und Traditionelle hat in Zeiten der Krise Hochkonjunktur. Die Menschen sehen gerade dann gern auf die vermeintlich goldenen Zeiten vergangener Epochen zurück und wünschen sich diesen alten Glanz zurück. Positive wie negative Beispiele für solche Versuche der Anknüpfung und Erneuerung sind in der Geschichte immer wieder anzutreffen. So erleben auch wir gerade in wirtschaftlich und gesellschaftlich schwieriger Zeit einen Trend zugunsten konservativer Werte und Ideale. Die Umsetzung und Übermittlung erfolgt dabei jedoch immer mittels gegenwärtiger Methoden. So ist es auch zu verstehen, dass Religion und Kirche, wie z.B. die Euphorie beim Besuch des Papstes zeigt, nach langer Zeit wieder regen Zulauf zu verzeichnen haben. In der Antike war gerade die Religion das zentrale Element zur Weltdeutung und es war in unserem heutigen Wortsinne fortschrittlich auf althergebrachte Werte und Normen zurückzugreifen. So ist das Opferedikt des Kaisers Decius, das die gesamte Reichsbevölkerung zwangsweise dazu auffordert, den traditionellen Göttern zum Zeichen der Verehrung zu opfern, durchaus als Rückgriff auf althergebrachte Sitten in Form einer nie da gewesenen staatlichen Maßnahme anzusehen. Ziel dieser Arbeit ist es das nicht wörtlich überlieferte Edikt dahingehend zu untersuchen, ob es von seinen Gedankenhintergrund den konservativen religiösen Tendenzen seiner Entstehungszeit folgt, oder aber neue Strukturen für die Religionsausübung und deren Überwachung im römischen Reich schafft.

[...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Ausgangslage

1.1 Die Situation im römischen Reich zum Regierungsbeginn des Kaisers Decius

1.2 Religiöse und gesellschaftliche Tendenzen

1.3 Politische Maßnahmen des Kaisers vor dem Opferedikt

2. Das Opferedikt des Kaisers Decius

3.1 Die Quellenlage

2.2 Inhalt

2.3 Anwendung und Maßnahmen

3. Gleichberechtigung oder Vetorecht? – Die Kompetenzfrage

3.1 Bewahrung und Erneuerung der alten Kulte

3.2 Neustrukturierung und Zentralisierung der Religion

3.3Verfolgung der Christen ?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das historisch nicht wörtlich überlieferte Opferedikt des Kaisers Decius, um zu klären, ob es sich dabei um eine restaurative Maßnahme zur Stärkung konservativer religiöser Tendenzen handelte oder ob der Kaiser damit neue, zentralisierte Strukturen für die Religionsausübung und deren staatliche Überwachung schuf.

  • Politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen während der Regierungszeit des Kaisers Decius.
  • Analyse der Quellenlage zum Opferedikt sowie dessen mutmaßlicher Inhalt.
  • Untersuchung der staatlichen Maßnahmen zur Durchführung und Kontrolle des Opfergebots.
  • Debatte um die Intention des Edikts: Religionspolitik versus gezielte Christenverfolgung.
  • Betrachtung des Opferedikts als historischer Beitrag zur Entwicklung von Staatskirchlichkeit.

Auszug aus dem Buch

2.3 Anwendung und Maßnahmen

Die öffentliche Bekanntmachung des Opferediktes erfolgte umgehend nach Eingang der Weisungen aus Rom. Zur selben Zeit wurden die meist fünfköpfigen Opferkommissionen gebildet. Der Aufruf der Opferpflichtigen erfolgte höchstwahrscheinlich nach lokalen Steuerlisten, in denen alle Einwohner registriert waren. Es wird angenommen, dass für die Durchführung des Opferediktes spezielle Durchführungsverordnungen vom Kaiser erlassen wurden, da das Edikt in einigen Provinzen zunächst als weniger wichtig erachtet worden war. Bei Versäumung aller gesetzten Fristen oder bei Weigerung der Durchführung des Opfers hatten Opferkommission und die lokale Verwaltung die Möglichkeit Maßnahmen gegen die Verweigerer (sog. Sarcrilegi) einzuleiten. Zu diesen Verweigerern zählten vor allem Christen, Anhänger spezieller Philosophischer Lehren, oder andere die die Opferhandlung nicht mit ihren Überzeugungen vereinbaren konnten. Das Repertoire der angewandten Maßnahmen war relativ groß und lag im Ermessen der Verwaltung und des Statthalters. So konnten Opferverweigerer zunächst inhaftiert und gefoltert werden, um sie doch noch vom Opfervollzug zu überzeugen. Waren sie danach dennoch nicht bereit das Opfer zu begehen, konnten sie entweder zum Tode verurteilt oder ins Exil geschickt werden, wobei ihre Besitztümer der Staatskasse zufielen. Einige Opferverweigerer wurden sogar unbehelligt wieder freigelassen. Des Weiteren konnten sogar einige christliche Inhaftierte mit ihrem Geistlichen Gottesdienst feiern.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung konservativer Rückgriffe in Krisenzeiten und definiert die Zielsetzung der Arbeit, das Opferedikt des Decius auf seinen restaurativen oder innovativen Charakter hin zu untersuchen.

1. Die Ausgangslage: Dieses Kapitel beleuchtet die innen- und außenpolitische Krise des Römischen Reiches zur Zeit des Regierungsantritts von Decius sowie die religiösen Strömungen dieser Epoche.

2. Das Opferedikt des Kaisers Decius: Hier werden die Quellenlage, der mutmaßliche Inhalt des Edikts sowie die praktischen Maßnahmen zu dessen Umsetzung und Überwachung dargestellt.

3. Gleichberechtigung oder Vetorecht? – Die Kompetenzfrage: Dieser Hauptteil diskutiert wissenschaftliche Thesen über die Absichten des Kaisers, untersucht die Veränderung der religiösen Struktur durch staatliche Eingriffe und hinterfragt, ob eine bewusste Christenverfolgung beabsichtigt war.

Schlüsselwörter

Kaiser Decius, Opferedikt, Römische Geschichte, Religionspolitik, Christenverfolgung, Restauration, Staatsgötter, Libelli, Opferkommission, Antike, Kaiserzeit, Religionsverwaltung, Tradition, Krisenzeit, Zentralisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Religionspolitik des römischen Kaisers Decius und analysiert insbesondere das Opferedikt von 250 n. Chr. als Reaktion auf die Krise des Dritten Jahrhunderts.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen der politische Kontext der Regierungszeit, die Rekonstruktion des Opferedikts anhand von Quellen und die Auswirkungen dieser Maßnahmen auf Staat und Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu ergründen, ob Decius mit seinem Edikt lediglich alte religiöse Werte restaurieren wollte oder ob er damit strukturelle Innovationen für eine zentral gesteuerte Religionsausübung schuf.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse von Sekundärquellen, den Vergleich christlicher Berichte mit archäologischen Funden (libelli) und die historische Kontextualisierung der kaiserlichen Religionspolitik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Ausgangslage, die detaillierte Betrachtung des Edikts und die wissenschaftliche Debatte über dessen Intentionen und die Rolle der Christenverfolgung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Zentrale Begriffe sind unter anderem Opferedikt, Decius, Religionspolitik, Christenverfolgung, Krise des Römischen Reiches und Staatskirche.

Inwiefern hat Decius die Religionsausübung zentralisiert?

Durch die Einführung von Opferkommissionen und den Zwang zur offiziellen Bescheinigung des Opfers hob Decius lokale Strukturen auf und machte die Religion zur zentral organisierten Staatsangelegenheit.

Wie bewertet der Autor die Frage nach einer gezielten Christenverfolgung?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass eine systematische, vorsätzliche Auslöschung der Christen unwahrscheinlich ist; das Edikt traf Christen lediglich als größte Gruppe der Opferverweigerer.

Final del extracto de 18 páginas  - subir

Detalles

Título
Das Opferedikt des Kaisers Decius und seine Auswirkungen - restaurative Religionspolitik oder Innovationsmodell?
Universidad
Technical University of Braunschweig  (Historisches Seminar)
Curso
Usurpationen im Römischen Reich
Calificación
1,0
Autor
Marco Kunze (Autor)
Año de publicación
2005
Páginas
18
No. de catálogo
V126869
ISBN (Ebook)
9783640335398
ISBN (Libro)
9783640335824
Idioma
Alemán
Etiqueta
Opferedikt Kaisers Decius Auswirkungen Religionspolitik Innovationsmodell
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Marco Kunze (Autor), 2005, Das Opferedikt des Kaisers Decius und seine Auswirkungen - restaurative Religionspolitik oder Innovationsmodell?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126869
Leer eBook
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