Die Erforschung des Zusammenhangs zwischen Alter und Spracherwerb versucht Antworten u.a. auf folgende Fragen zu finden: Gibt es altersbedingte Unterschiede in der Schnelligkeit, mit der eine Zweitsprache und/oder eine Fremdsprache erworben werden? Unterscheiden sich Lernende verschiedener Altersstufen in den Prozessen, mit denen sie eine Zweitsprache und/oder eine Fremdsprache erwerben bzw. verarbeiten? Welches Kompetenzprofil können Erwachsene beim Erwerb einer Zweitsprache und/oder beim Lernen einer Fremdsprache erreichen?
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. ALTERSGRUPPEN
2.1. Wann beginnt die Altersstufe der Kinder?
2.2. Wann beginnt und endet die Altersstufe der Jugendlichen?
2.3. Altersgruppe der Erwachsenen
3. UNBEWUSSTES UND BEWUSSTES LERNEN
4. ANALYSE
5. FAZIT
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit befasst sich mit der wissenschaftlichen Untersuchung des Einflusses des Alters auf den Spracherwerbsprozess, wobei die Forschungsfrage nach den altersbedingten Unterschieden im Erwerb einer Zweit- oder Fremdsprache sowie den dabei angewandten Lernprozessen im Mittelpunkt steht.
- Kategorisierung von Lernenden in verschiedene Altersgruppen (Kinder, Jugendliche, Erwachsene)
- Unterscheidung zwischen implizitem (unbewusstem) und explizitem (bewusstem) Spracherwerb
- Vergleichende Analyse der Lernschnelligkeit und Kompetenzentwicklung bei unterschiedlichen Altersstufen
- Bedeutung von Motivation und Lernumgebung für erwachsene Sprachlernende
Auszug aus dem Buch
3. Unbewusstes und bewusstes Lernen
Wie der Tabelle von Ballweg am Ende des letzten Kapitels zu entnehmen ist, muss ein weiterer Punkt definiert werden. Die Unterscheidung zwischen unbewusstem und bewusstem Lernen. Oder auch implizites und explizites Lernen genannt (Ballweg et al 2013: 40). Unbewusstes Lernen ist ein angeborener Spracherwerbsmechanismus. Dabei eignet man sich spielerisch Abläufe, Wissen oder Fähigkeiten an. Dies gilt nicht nur für den Spracherwerb. Das unbewusste Lernen tritt in Kraft, ohne das es dem Lernenden bewusst ist. Es wird auch impliziertes Lernen genannt (Ballweg et al 2013: 43). „Mit zunehmendem Alter verändern sich die kognitiven Strukturen sowie die Kommunikationsstrategien, Interessen, Motive und Anpassungsbereitschaft der Lernenden. Der unbewusste Erwerb von Sprache, der auf den im Menschen angelegten Erwerbsmechanismen basiert, wird von bewusstem Lernen überlagert. Im Zuge dessen ändert sich auch der Erwerbsprozess“ (Ballweg et al 2013: 39). Das bewusste Lernen baut auf dem unbewussten Lernen auf. Der Mensch entwickelt während seines Lebens fortlaufend und bewusst Lern- und Problemlösetechniken. Diese Techniken entfalten mit fortschreitender Zeit mehr Wirkung. Der Mensch entwickelt bereits vorhanden Lerntechniken weiter und entwickelt stetig neue. Wichtig ist bei alle dem aber, dass der unbewusste Erwerb von Sprachen nicht durch das bewusste Lernen ersetzt wird, sondern nur überlagert wird. Das unbewusste Lernen verschwindet also nicht (Ballweg et all 2013: 39 f.)
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Definiert das Ziel des Berichts sowie die zentralen Forschungsfragen zum Zusammenhang von Alter und Spracherwerb auf Basis einschlägiger Literatur.
2. ALTERSGRUPPEN: Diskussion der methodischen Kategorisierung von Lernenden in Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie deren jeweilige Definitionskriterien.
2.1. Wann beginnt die Altersstufe der Kinder?: Betrachtung der frühen Entwicklungsjahre, insbesondere der Phase des Erst- und frühen Zweitspracherwerbs bis zum 6. Lebensjahr.
2.2. Wann beginnt und endet die Altersstufe der Jugendlichen?: Analyse der Pubertät als kritische oder sensible Phase für den Spracherwerb im Alter von ca. 12 bis 16 Jahren.
2.3. Altersgruppe der Erwachsenen: Untersuchung der Lernsituation von Erwachsenen und der Besonderheit lernender Senioren.
3. UNBEWUSSTES UND BEWUSSTES LERNEN: Erläuterung der kognitiven Unterschiede zwischen implizitem „spielerischem“ Erwerb und expliziten, bewussten Lernstrategien.
4. ANALYSE: Vergleich der Leistungsfähigkeit verschiedener Altersgruppen unter verschiedenen Bedingungen, insbesondere im Bereich der Aussprache und Sozialisation.
5. FAZIT: Zusammenfassende Bewertung des Einflusses des Alters, wobei der höhere Lernaufwand im Alter gegen die Effizienz früher Erwerbsphasen abgewogen wird.
Schlüsselwörter
Spracherwerb, Faktor Alter, Zweitsprache, Fremdsprachenlernen, implizites Lernen, explizites Lernen, Altersstufen, kognitive Strukturen, Erstspracherwerb, Kompetenzprofil, Sprachunterricht, Lernmotivation, Pubertät, Zweitspracherwerb, Lernprozesse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie sich das Alter auf den Prozess des Spracherwerbs auswirkt und ob es messbare Unterschiede zwischen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gibt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Kategorisierung von Altersgruppen, die Differenzierung zwischen unbewussten und bewussten Lernmechanismen sowie der Vergleich von Lernleistungen in verschiedenen Lebensphasen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, die zentralen Ergebnisse eines Vortrags zum Thema „Faktor Alter beim Sprachenlernen“ schriftlich zu resümieren und auf Basis fachwissenschaftlicher Literatur einzuordnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der aktuelle fachwissenschaftliche Aufsätze und Standardwerke zum Erst- und Zweitspracherwerb ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Alterssegmenten, die theoretische Abgrenzung von implizitem und explizitem Lernen sowie eine Analyse der Lernunterschiede unter verschiedenen Bedingungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Spracherwerb, Faktor Alter, implizites sowie explizites Lernen, kognitive Entwicklung und Fremdsprachendidaktik.
Wird die Annahme bestätigt, dass Kinder immer besser Sprachen lernen als Erwachsene?
Nicht in allen Bereichen. Während Kinder bei der Aussprache und im unbewussten Erwerb Vorteile haben, können Jugendliche und Erwachsene durch bewusste Lernstrategien schneller Fortschritte im Sprachunterricht erzielen.
Welche Rolle spielt die Pubertät beim Sprachenlernen?
Die Pubertät markiert eine sensible Phase oder kritische Periode, in der starke hormonelle und lebensweltliche Veränderungen stattfinden, die den Lernprozess sowohl beeinflussen als auch hemmen können.
Gibt es für Erwachsene Möglichkeiten, trotz Nachteilen erfolgreich eine Sprache zu erlernen?
Ja, durch die Optimierung von Motivation, Lernumgebung sowie gezielten Lernangeboten kann auch im höheren Alter ein angemessener Erfolg erzielt werden, wenngleich der Aufwand im Vergleich zu jüngeren Lernenden höher ist.
- Quote paper
- Daniel Karl Schmitt (Author), 2021, Spracherwerb. Der Faktor Alter beim Sprachenlernen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1268814