In dieser Arbeit soll aufgezeigt werden, welche Ursachen schon in jungen Jahren zu einer depressiven Erkrankung führen können und welche Folgen diese Erkrankung für das Kind und seine Lebenswelt hat.
Dafür müssen zunächst wichtige Begriffe geklärt werden. Daher finden sich im ersten Teil dieser Arbeit eine Definition von Depression, die Symptomatik dieser sowie eine kurze Erklärung der Begriffe Komorbidität und Suizid, die für das Verständnis der folgenden Teile notwendig ist. Im zweiten Teil geht es um die Ätiologie einer Depression. Dabei wird den verschiedenen Ursachen einer depressiven Erkrankung in Form von Theorien und Lebenslagen nachgegangen. Anschließend wird im dritten Teil die Frage erörtert, welche Auswirkungen die depressive Erkrankung auf das Kind und seine Lebenswelt haben kann. In Punkt vier wird ein Beispiel für eine Präventionsmaßnahme vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Depression
2.1 Klassifikation nach ICD-10
2.2 Altersspezifische Symptome einer depressiven Erkrankung
2.3 Komorbidität
2.4 Suizidalität
3. Erklärungsansätze
3.1 Kognitiv-emotionale Faktoren
3.2 Verhaltenspsychologische Faktoren
3.3 Soziale Faktoren
3.4 Biologische Faktoren
4. Folgen
5. Beispiel einer Präventionsmaßnahme
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen, Symptomatiken und weitreichenden Folgen depressiver Erkrankungen im Kindesalter sowie deren Bedeutung für die soziale Arbeit. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der Frage, warum Kinder depressiv werden, welche Risikofaktoren existieren und wie Präventionsmaßnahmen, wie etwa das Programm „Freunde für Kinder“, aktiv zur Unterstützung beitragen können.
- Klassifikation und Symptomatik der Depression im Kindesalter gemäß ICD-10
- Multifaktorielle Erklärungsansätze (bio-psycho-soziales Krankheitsmodell)
- Psychologische und soziale Risikofaktoren einschließlich familiärer Einflüsse
- Auswirkungen auf die Entwicklung, Schulleistung und psychosoziale Zukunft des Kindes
- Möglichkeiten und Ansätze der Prävention im schulischen Kontext
Auszug aus dem Buch
3.1 Kognitiv-emotionale Faktoren
Zu den kognitiv-emotionalen Risikofaktoren, die die Vulnerabilität für die Entwicklung einer Depression im Kindesalter erhöhen, zählen laut Groen und Petermann (vgl. 2008, S. 433) unter anderem dysfunktionale gedankliche Verarbeitungs- und Bewertungsmuster, ein negatives Bild von sich selbst, anderen und der Zukunft und mangelnde Problemlösefertigkeit.
Laut der Depressionstheorie von Beck weisen depressiv Erkrankte oft ähnliche negative Denkmuster (Kognitionen) auf, die wiederum zu depressiven Gedanken führen bzw. sie verstärken. Gedanken können sich auf die Gefühlswelt auswirken. So können positive Gedanken die Stimmung positiv beeinflussen, während negative Gedanken sich eher auch negativ auf den Gefühlszustand auswirken. (Vgl. Beck et al. 1999, S. 41-44)
Beck unterteilt die depressionsfördernden Gedanken in eine „Kognitiven Triade“:
I. negatives Selbstbild, abwertendes und geringschätziges Denken über die eigene Person; z.B. „Das schaffe ich nie“,
II. negatives Weltbild, z.B. „Alle hassen mich!“; „Niemand wird mir helfen.“ und
III. negatives Bild von der Zukunft, z.B. „Es wird sich niemals etwas ändern“.
(Vgl. ebd.; Heinrichs und Lohaus 2011, S. 172)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Volkskrankheit Depression vor und erläutert die historische Entwicklung sowie das Ziel der Arbeit, Ursachen und Folgen bei Kindern zu beleuchten.
2. Depression: Dieses Kapitel erläutert die ICD-10-Klassifikationen, altersspezifische Symptome, Komorbiditäten sowie die Kategorien suizidalen Verhaltens.
3. Erklärungsansätze: Der Abschnitt diskutiert verschiedene Theorien zur Entstehung von Depressionen, unter anderem durch kognitiv-emotionale, verhaltenspsychologische, soziale und biologische Faktoren.
4. Folgen: Hier werden die negativen Auswirkungen und Entwicklungsverzögerungen erörtert, die eine Depression für das betroffene Kind in der Schule, der Familie und der sozialen Interaktion haben kann.
5. Beispiel einer Präventionsmaßnahme: Dieses Kapitel stellt das Präventionsprogramm „Freunde für Kinder“ vor, welches darauf abzielt, die soziale Kompetenz und Problemlösefähigkeit von Kindern zu stärken.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz der frühzeitigen Erkennung zusammen und betont die Aufgaben der Sozialen Arbeit bei der Unterstützung von Familien und Klienten.
Schlüsselwörter
Depression, Kindheit, ICD-10, Symptomatik, Suizidalität, Ätiologie, kognitive Triade, Verstärker-Verlust-Theorie, Soziale Faktoren, Prävention, Freunde für Kinder, Soziale Arbeit, Familienhilfe, Vulnerabilität, Entwicklungsverzögerung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Krankheitsbild der Depression im Kindesalter, ihren Ursachen, Auswirkungen und Möglichkeiten der pädagogischen sowie therapeutischen Intervention.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die diagnostische Klassifikation, die Identifikation von Risikofaktoren auf biologischer, psychologischer und sozialer Ebene sowie die Prävention.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die vielschichtigen Ursachen und die weitreichenden negativen Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung darzustellen, um Mitarbeiter der Sozialen Arbeit für die Problematik zu sensibilisieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung auf Basis relevanter Fachliteratur, aktueller ICD-10 Klassifikationen und bestehender psychologischer Theorien.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in die diagnostische Einordnung, die detaillierte Analyse der Ätiologie (Ursachenforschung) und die Darstellung der Folgen für das Kind.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit maßgeblich?
Die Arbeit fokussiert auf Begriffe wie Symptomatik, Vulnerabilität, Coping-Strategien, Soziale Faktoren und Präventionsprogramme im schulischen Kontext.
Was bedeutet Komorbidität im Kontext depressiver Kinder?
Komorbidität bezeichnet das gleichzeitige Auftreten weiterer Störungen, wie etwa Angststörungen oder ADHS, was bei zwei Dritteln der betroffenen Kinder der Fall ist.
Warum wird das Präventionsprogramm „Freunde für Kinder“ erwähnt?
Es dient als praxisorientiertes Beispiel für eine Intervention, die gezielt kognitiv-verhaltenstherapeutische Elemente nutzt, um die psychische Widerstandsfähigkeit von Kindern zu stärken.
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- Julia Held (Author), 2016, Depression in der Kindheit. Erklärungsansätze, Folgen und Prävention, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1268844