Ziel dieser Hausarbeit ist es, zu prüfen, ob die Ausgestaltung des Wohlfahrtsstaates Einfluss auf den Erfolg rechtspopulistischer Parteien in Europa hat. Dies erfolgt anhand eines Querschnittvergleichs auf Makroebene basierend auf einer Literaturrecherche. Entsprechend der Differenzmethode werden die Länder Deutschland und Schweden verglichen. Als Variablen werden dabei die Wohlfahrtsstaatlichkeit mit der Klassifizierung nach Esping-Andersen sowie der Erfolg von rechtspopulistischen Parteien zugrunde gelegt. In diesem Zusammenhang wird zunächst die begriffliche Grundlage durch die kurze Definition der Begriffe „Wohlfahrtsstaat“ und „Rechtspopulismus“ geschaffen.
Anschließend wird auf die methodische Vorgehensweise des Vergleiches eingegangen sowie die Variablen operationalisiert. Darauf aufbauend erfolgt eine vergleichende Beschreibung des Erfolges rechtspopulistischer Parteien in beiden Ländern. Abschließend wird die unabhängige Variable vergleichend dargestellt sowie ein Fazit gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffliche Grundlagen
2.1 Wohlfahrtsstaat
2.2 Rechtspopulismus und rechtspopulistische Parteien
3 Methodisches Vorgehen
3.1 Vergleichsindikatoren „Erfolg rechtspopulistischer Parteien“
3.2 Vergleichsindikatoren „Wohlfahrtsstaat“
4 Die Erfolge der rechtspopulistischen Parteien in Deutschland und Schweden
5 Vergleich der Wohlfahrtsstaatlichkeit in Schweden und Deutschland
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht, inwiefern die spezifische Ausgestaltung des Wohlfahrtsstaates einen Einfluss auf den Erfolg rechtspopulistischer Parteien in Europa ausübt. Anhand eines Querschnittsvergleichs zwischen Deutschland und Schweden wird geprüft, ob Länder mit unterschiedlicher Wohlfahrtsstaatlichkeit (konservativ vs. sozialdemokratisch) bei rechtspopulistischen Parteien ähnliche oder unterschiedliche Erfolgsraten aufweisen.
- Analyse des Zusammenhangs zwischen Wohlfahrtsstaatsmodell und Rechtspopulismus
- Vergleichende Systematik nach Esping-Andersen
- Operationalisierung des „Erfolgs rechtspopulistischer Parteien“
- Gegenüberstellung von Deutschland (korporatistisches System) und Schweden (universalistisches System)
- Untersuchung von Status- und Verlustängsten als politische Treiber
Auszug aus dem Buch
2.1 Wohlfahrtsstaat
Gemäß einer der zahlreichen Definitionen, ist ein Wohlfahrtsstaat ein Staat, der unter anderem durch „umfassende Vorsorgeeinrichtungen“ und „geeignete sozialpolitische Maßnahmen“, „eine hohe soziale Sicherung und Daseinsvorsorge seiner Bürger anstrebt.“ (Pollert et al. 2016: 59). Das staatliche Handeln ist dabei darauf ausgerichtet eine soziale Gerechtigkeit und Sicherheit herzustellen sowie ein soziales Existenzminimum zu sichern. Wohlfahrtsstaaten können zum einen beispielsweise entsprechend ihrer Finanzierungsart in den Bismarck- und Beveridge-Typ unterschieden werden. Ein Wohlfahrtsstaat des Bismarck-Typs, wie Deutschland, stützt sich dabei auf beitragsfinanzierte Sozialversicherungen, ist leistungsorientiert und zielt auf die Lebensstandardsicherung ab. Ein Wohlfahrtsstaat des Beveridge-Typs, wie die skandinavischen Länder, finanziert sich aus Steuern, ist bedürfnisorientiert und fokussiert sich auf die Sicherung des Existenzminimums (Rohwer 2008: 26). Da im Laufe der Zeit Verschiebungen innerhalb der Systeme stattgefunden haben und in keinem Wohlfahrtsstaat mehr einer der beiden Typen in reiner Form zu verzeichnen ist, hat sich seit den 1990er Jahren eine weitere Unterscheidung der Wohlfahrtsstaaten nach dem Soziologen Gøsta Esping-Andersen etabliert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, erläutert die Relevanz des Rechtspopulismus in europäischen Parlamenten und formuliert das Ziel der Hausarbeit, den Einfluss der Wohlfahrtsstaatsgestaltung auf den Parteierfolg zu prüfen.
2 Begriffliche Grundlagen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Konzepte „Wohlfahrtsstaat“ und „Rechtspopulismus“, wobei insbesondere die Typologie nach Esping-Andersen sowie populistische Rhetorik beleuchtet werden.
3 Methodisches Vorgehen: Hier wird der makroebene Vergleich zwischen Deutschland und Schweden methodisch begründet und die Variablen zur Messung rechtspopulistischer Erfolge sowie der Wohlfahrtsstaatlichkeit festgelegt.
4 Die Erfolge der rechtspopulistischen Parteien in Deutschland und Schweden: Dieses Kapitel stellt die konkreten Wahlerfolge der AfD und der Schwedendemokraten (SD) dar und ergänzt diese durch Daten zur populistischen Einstellung der Bevölkerung mittels des Ipsos-Indexes.
5 Vergleich der Wohlfahrtsstaatlichkeit in Schweden und Deutschland: Die Analyse vergleicht Schwedens universalistisches System mit dem deutschen korporatistischen System hinsichtlich Dekommodifizierung und Stratifizierung und diskutiert die unterschiedliche Motivlage der jeweiligen Parteien.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Ausgestaltung des Wohlfahrtsstaates keinen signifikanten Einfluss auf den Erfolg rechtspopulistischer Parteien in den untersuchten Ländern hat.
Schlüsselwörter
Rechtspopulismus, Wohlfahrtsstaat, Deutschland, Schweden, Esping-Andersen, AfD, Schwedendemokraten, Dekommodifizierung, Stratifizierung, Sozialpolitik, Globalisierung, Wahlerfolg, Migrationspolitik, Politische Elite, Modernisierungskrisen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert den möglichen Zusammenhang zwischen der spezifischen Ausgestaltung nationaler Wohlfahrtsstaaten und dem Wahlerfolg rechtspopulistischer Parteien in einem europäischen Vergleich.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Typologie von Wohlfahrtsstaaten, die Definition des Rechtspopulismus, nationale Analysen der Parteierfolge sowie die sozioökonomischen Bedingungen in Deutschland und Schweden.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Prüfung der Hypothese, ob Wohlfahrtsstaaten mit hoher sozialer Absicherung rechtspopulistische Parteien weniger erfolgreich machen als Staaten mit geringerer sozialer Sicherheit.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein synchroner Querschnittsvergleich auf Makroebene angewandt, wobei die Differenzmethode zur Länderauswahl genutzt wird, um Hypothesen basierend auf Literaturrecherche und empirischen Daten zu testen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Fundierung der Begriffe, die methodische Einordnung, eine statistische Darstellung der Wahlerfolge in Deutschland und Schweden sowie eine detaillierte vergleichende Analyse der Wohlfahrtsstaatlichkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Rechtspopulismus, Wohlfahrtsstaat, Dekommodifizierung, Stratifizierung sowie die spezifische Analyse von Deutschland und Schweden als Modellfälle gekennzeichnet.
Warum wurden gerade Deutschland und Schweden für den Vergleich gewählt?
Sie dienen als Stellvertreter für zwei unterschiedliche Typologien nach Esping-Andersen: Deutschland als konservativer, korporatistischer Wohlfahrtsstaat und Schweden als sozialdemokratischer, universalistischer Typ.
Zu welcher Schlussfolgerung kommt die Autorin?
Die Autorin stellt fest, dass die Ausgestaltung des Wohlfahrtsstaates keinen direkten Einfluss auf den Wahlerfolg rechtspopulistischer Parteien zu haben scheint, da diese in beiden Ländern trotz unterschiedlicher Sozialsysteme erfolgreich sind.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2022, Rechtspopulismus in Wohlfahrtsstaaten. Ein Vergleich zwischen Deutschland und Schweden, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1268864