Führen der eigenen Person

Zur Bedeutung von Paradigmen und dem Aspekt Selbstsicherheit als Grundlagen einer erfolgreichen Bewältigung des Alltags


Hausarbeit, 2008

22 Seiten, Note: 2,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Anlagenverzeichnis

1. Einführung

2. Begriffsdefinitionen
2.1 Definition des Begriffs „Selbstmanagement“
2.2 Definition des Begriffs „Paradigma“
2.3 Definition des Begriffs „Selbstsicherheit“

3. Bedeutung des Selbstmanagements

4. Paradigmen
4.1 Bedeutung von Paradigmen
4.2 Vorteile von Paradigmen
4.3 Nachteile von Paradigmen / Irrationale Glaubenssätze
4.4 Persönliche Antreiber

5. Selbstsicherheit
5.1 Bedeutung der Selbstsicherheit
5.2 Merkmale zur Gewinnung von Selbstsicherheit

6. Zusammenfassung

Anlagen

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Baum als Metapher für die Bereiche des Selbstmanagements,

Abbildung 2: „Antreiber“ und „Erlauber“,

Anlagenverzeichnis

Anlage 1: „Megatrends“ - Auswahl,

Anlage 2: „Antreiber“ und „Erlauber“,

1. Einführung

Welcher Mensch wünscht sich nicht, den Alltag ganz nach seinen eigenen per- sönlichen Vorstellungen zu gestalten und so zu leben, wie er es sich wünscht? Viele träumen davon, doch wird dies nicht von jedermann realisiert und tatsäch- lich gelebt. Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben ist ein individuelles Selbstmanagement des Einzelnen. Ziel dieses Selbstmanagements ist z. B. das bewusste und eigenverantwortliche Führen der eigenen Person oder das erfolg- reiche Meistern von privaten und beruflichen Belastungssituationen im Alltag.[1]

Bei der selbstbestimmten Gestaltung unseres alltäglichen Lebens spielen Para- digmen, sowie unsere persönliche Selbstsicherheit, zentrale Rollen. Welche immensen Auswirkungen diese auf unseren Alltag haben können bzw. wie wir mit deren Hilfe diesen (noch) erfolgreicher bewältigen können, soll Gegenstand der vorliegenden Hausarbeit sein.

Bei der selbstbestimmten Gestaltung unseres alltäglichen Lebens ist zu beach- ten, dass die Entwicklung und die Erreichung der persönlichen Ziele allein die Aufgabe des Einzelnen ist und, dass diese Aufgabe von niemand anderem ab- genommen werden kann. Nur wer zu sich selbst offen und ehrlich ist, kann Ver- änderungen und Entwicklungen generieren, um dadurch sein Leben nach sei- nen eigenen Gedanken und Vorstellungen zu gestalten.[2]

Die vorliegende Hausarbeit betrachtet dabei die Auswirkungen von Paradigmen und Selbstsicherheit in Bezug auf die Alltagsbewältigung von Personen. Unter Alltag werden sowohl das private Leben, als auch die berufliche Situation ver- standen.

2. Begriffsdefinitionen

2.1 Definition des Begriffs „Selbstmanagement“

Vor dem Einstieg in die Thematik werden nachfolgend zunächst die verwende- ten Begriffe definiert.

„Selbstmanagement“ ist die gezielte, selbstgesteuerte und eigenverantwortli- che Entwicklung des Lebens in die Richtung, die für den Einzelnen am besten geeignet erscheint, um erfolgreich zu sein. Die Parameter für den Erfolg sind persönlich einzigartige Komponenten und dementsprechend individuell festzu- legen. Dabei ist Selbstmanagement eher strukturiert und analysierend. Es be- zieht sich auf die zielorientierte Planung und Umsetzung der eigenen Mission, Vision und des Lebensbildes. Es geht darum, sowohl kurz- als auch langfristige Ziele zu erreichen.[3] Die Bedeutung des Selbstmanagements (inkl. der Ziele) wird in Kapitel 3 dieser Hausarbeit erörtert.

2.2 Definition des Begriffs „Paradigma“

„Paradigma“ stammt aus dem griechisch-lateinischen und bedeutet soviel wie Denk- oder Erfahrungsmuster, Schema oder Beispiel.[4], [5] Nach der Definition von Joel A. Barker, einem der bedeutendsten Zukunftsforscher und Unterneh- mensberater, ist ein Paradigma ein Gebilde aus Regeln und Vorschriften, wor- aus die folgenden Faktoren resultieren:[6], [7]

- Implizites oder explizites System von Regeln und Vorschriften, zur Defi- nition oder Setzung von Grenzen.
- Es trifft Aussagen darüber, wie man sich innerhalb dieser Grenzen ver- halten soll, um erfolgreich zu sein.

Ein Paradigma stellt folglich einen Werterahmen dar, innerhalb dessen Dinge oder Situationen wahrgenommen und entschieden werden. Jedes menschliche Tun ist von diesen individuellen Werten geprägt. Sie sind die Ursache für die subjektive Sicht der Welt und für die Begrenzung des individuellen Handlungs- rahmens.[8]

Im Bereich des Selbstmanagements sind Paradigmen auf der Ebene der indivi- duellen Werte zu finden. Jeder einzelne Mensch verfolgt seine individuellen Zie- le (bewusst), ausgehend von den Werten und Paradigmen (häufig unbewusst). Wenn ein Baum als Metapher für das Selbstmanagement eines Menschen ver- wendet wird, so stellen die Paradigmen hier die Wurzeln, sprich den Ausgangs- punkt, dar (siehe Abbildung 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Baum als Metapher für die Bereiche des Selbstmanagements

(Quelle: Benz, O.: Eigene Darstellung)

2.3 Definition des Begriffs „Selbstsicherheit“

Die zweite Definition gilt dem Begriff „Selbstsicherheit“. Darunter ist zum ei- nen die persönliche Eigenschaft eines Menschen zu verstehen, die im Umgang mit anderen Menschen sichtbar wird, und zum anderen, wie er sich selbst be- wertet.[9] Dabei hat die Art und Weise, wie Menschen sich wahrnehmen und be- werten, Auswirkungen auf ihr Erleben und Verhalten.[10] Zudem bedeutet selbst-

sicher zu sein, frei entscheiden zu können, wie man sich verhält. Man hat die Wahl, ob man sich durchsetzen will oder ob man nachgibt. Man macht sich nicht zum Opfer der anderen oder der Umstände, sondern gestaltet sein Leben in eigener Regie. Entscheidet man sich dafür, seine Interessen und Rechte durchzusetzen, dann geschieht dies ohne dabei die Rechte anderer zu verlet- zen.[11]

3. Bedeutung des Selbstmanagements

Nach der Definition der Begriffe „Selbstmanagement“, „Paradigma“ und „Selbst- sicherheit“ soll nachfolgend deren Bedeutung für die erfolgreiche Bewältigung des Alltags aufgezeigt werden.

Die Ziele des Selbstmanagements lassen sich folgendermaßen zusammen- fassen:[12]

- Bewusste und selbstbestimmte Führung der eigenen Person
- Erfolgreiche Organisation der eigenen Person und der Lebensumstände
- Berufliche und private Belastungssituationen erfolgreich meistern
- Gelassenheit in schwierigen Situationen
- Einsatz eigener Lebenskraft mit Freude und Zufriedenheit

Wenn diese Ziele erreicht werden, wird der Einzelne mit einer Balance zwi- schen Arbeit und Leben belohnt (work-life-balance). Diese Balance bewirkt in der Folge, dass die Person selbstbestimmt agiert und nicht nur unter Druck re- agiert. Im Wesentlichen geht es darum, von einem fremdbestimmten zu einem selbstbestimmten Handeln zu gelangen.[13]

Voraussetzung zur Erreichung dieser Ziele ist jedoch, sich dieser bewusst zu sein und sie erfolgreich umzusetzen. Dies gelingt nur durch entsprechende Verhaltensänderungen oder -anpassungen, d. h. alte Verhaltensweisen sind zu überprüfen und müssen eventuell durch neue ersetzt oder angepasst werden.

Damit diese Verhaltensweisen geändert und die individuellen Ziele erreicht werden können, ist es erforderlich, die Veränderung an der „Wurzel“ zu begin- nen (siehe Abbildung 1). Denn nur wenn die Veränderung dort ansetzt, besteht eine realistische Chance, die gesetzten Ziele zu erreichen. Aus diesem Grund folgt nachstehend eine Betrachtung dieser „Wurzeln“, also der Paradigmen, da diese zusammen mit der Selbstsicherheit als essentielle Voraussetzung für ei- nen erfolgreichen Veränderungsprozess vorhanden sein müssen.[14]

4. Paradigmen

4.1 Bedeutung von Paradigmen

Was Paradigmen bewirken können und wie hoch dementsprechend ihre Bedeu- tung ist, zeigen folgende zwei Beispiele:[15]

- Noch 1960 galten japanische Produkte als „Ramsch“ mit schlechter Qua- lität und wenig Innovation. Heute besitzt Japan selbst im Bereich der „Vorzeigeindustrie Automobilbau“ mehr als gleichwertige Patente. Die „Qualitäts-Epidemie“ wurde von den Japanern selbst ausgelöst. - 1968 besaß die schweizer Uhrenindustrie ca. 65 % der Weltmarktanteile und 80 % der Weltmarktgewinne. Zehn Jahre später war sie bedeutungs- los geworden. Wie kam es dazu? Die Quarzuhr wurde erfunden, und zwar von den Schweizern selbst. Uhren mit Federn, Zahnrädern und an- deren Details waren einst das Uhrenparadigma der Schweizer, diese De- tails hatte die Quarzuhr allerdings nicht. Die Schweizer fragten nämlich nicht: „Wie misst man am besten die Zeit?“

Dies sind nur zwei von unzähligen Beispielen aus den alltäglichen Bereichen des Lebens (Weltpolitik, Wissenschaft, Technik, Privatleben usw.). Sämtliche fundamentale Änderungen sind auf einen Paradigmenwechsel zurückzuführen. Solche Paradigmenwechsel lösen „Megatrends“ aus.[16] Anlage 1 zeigt bei- spielhaft einige aktuelle Megatrends auf, deren Auslösung auf Paradigmen- wechsel zurückzuführen sind. Paradigmen beeinflussen die Wahrnehmung und damit das Urteilsvermögen und die Entscheidungsfindung von Personen. Joel A. Barker beschreibt den „Paradigma-Effekt“ als Wahrnehmungsfilter, der nur solche Reize passieren lässt, die mit den bestehenden Regeln und Vorschriften übereinstimmen.[17] Wenn sich ein Paradigma verändert, fängt alles wieder bei Null an („Zurück auf Null-Regel“). Informationen, die von den bestehenden Paradigmen abweichen, werden ausgefiltert – „Wir sehen die Dinge nur, wie wir sie sehen wollen“. [18], [19]

4.2 Vorteile von Paradigmen

Paradigmen sind ein Komplex von Regeln und Vorschriften, die sich ein Mensch im Laufe seines Lebens zugelegt hat. Die Grenzen, in denen sich ein Mensch bewegt, werden durch Paradigmen beeinflusst. Ob Paradigmen nun nützlich oder behindernd wirken, ist genauso subjektiv wie deren Entstehung.[20]

Entscheidend ist das Ausmaß, d. h. wie viel Freiraum sie dem Menschen in sei- nem Alltag lassen.[21]

Dieses Kapitel befasst sich mit den Paradigmen, die sich beflügelnd auf die Gestaltung des Alltags auswirken, somit den Menschen kreativ und optimistisch machen und ihm dadurch einen Vorteil bei der Bewältigung des Alltags schaf- fen. Paradigmen machen dadurch sogar Unmögliches und Unerreichbares möglich, sind nützlich und dienen als Entscheidungshilfe.

Jeder Mensch besitzt eine Vielzahl von Paradigmen, nach denen er handelt. Der in Kapitel 4.1 beschriebene Paradigma-Effekt kann sich zum Beispiel in folgenden Situationen positiv auswirken:[22]

- Schnelle Orientierung
- Steuerung der Aufmerksamkeit auf wesentliche Aspekte
- Bearbeitung von Routine-Aufgaben

4.3 Nachteile von Paradigmen / Irrationale Glaubenssätze

Im Gegensatz zu den in Kapitel 4.2 besprochenen Paradigmen, bilden die be- hindernden Paradigmen Barrieren. Diese wirken sich nachteilig auf die Alltags- gestaltung aus und behindern den Menschen. Sie stecken dem einzelnen einen zu engen Handlungsrahmen, sind negativ gefärbt und verhindern die freie Ent- faltung. In folgenden Situationen kann sich der Paradigma-Effekt beispielswei- se negativ auswirken:[23]

- Blindheit gegenüber Neuem und neuen Chancen
- Die Kreativität und Flexibilität bei der Bewältigung von neuen Herausfor- derungen nimmt ab
- Veränderungssignale der Umwelt werden übersehen / ignoriert
- Logische Denkprozesse werden durch Vorurteile gelähmt (Paradigma- paralyse)

[...]


[1] Vgl. Jochum, E.: 2005, S. 204

[2] Vgl. Linneweh, K.: 2006, S. 358

[3] Vgl. Jäger, R.: 2007, S. 15

[4] Vgl. Wermke, M./ Klosa, A./ Kunkel-Razum, K./ Scholze-Stubenrecht, W.: 2000, S. 725 - 726

[5] Vgl. Paulik, S.: 2000, S. 680

[6] Vgl. Barker, J.: 1993, S. 32

[7] Vgl. Jochum, E.: 2008, S. 18

[8] Vgl. Jochum, E.: 2005, S. 209

[9] Vgl. Asendorpf, J. B.: 2007, S. 478

[10] Vgl. Schütz, A.: 2003, S. 3

[11] Vgl. Merkle, R.: 2008, S. 19

[12] Vgl. Jochum, E.: 2005, S. 204

[13] Vgl. Jochum, E.: 2005, S. 204

[14] Vgl. Jochum, E.: 2005, S. 204 - 205

[15] Vgl. Jochum, E.: 2007, S. 74

[16] Vgl. Jochum, E.: 2008, S. 18

[17] Vgl. Flammer, A.: 1990, S. 95 - 96

[18] Vgl. Jochum, E.: 2007, S. 71 - 73

[19] Vgl. (o. V.): 2004, S. 2271

[20] Vgl. Jochum, E.: 2005, S. 212

[21] Vgl. Guba, E. G./ Lincoln, Y. S.: 1989, S. 157

[22] Vgl. Jochum, E.: 2007, S. 71

[23] Vgl. Gerrig, R. J./ Zimbardo, P. G.: 2008, S. 670 - 673

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Führen der eigenen Person
Untertitel
Zur Bedeutung von Paradigmen und dem Aspekt Selbstsicherheit als Grundlagen einer erfolgreichen Bewältigung des Alltags
Hochschule
SRH Hochschule Riedlingen
Veranstaltung
Selbstmanagement und Gesprächsführung
Note
2,0
Jahr
2008
Seiten
22
Katalognummer
V126891
ISBN (eBook)
9783640339334
ISBN (Buch)
9783640338481
Dateigröße
441 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Führen, Person, Bedeutung, Paradigmen, Aspekt, Selbstsicherheit, Grundlagen, Bewältigung, Alltags
Arbeit zitieren
Anonym, 2008, Führen der eigenen Person, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126891

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