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Zum Sterben im Pflegeheim

Exposé für eine empirische Erhebung zur Implementierung von Palliative Care in ein Berliner Altenpflegeheim

Title: Zum Sterben im Pflegeheim

Research Paper (postgraduate) , 2009 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Franziska Misch (Author)

Nursing Science - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Die Situation in den Pflegeheimen hat sich infolge verschiedener Veränderungen in der Gesellschaft drastisch gewandelt. Die Menschen werden immer älter, die durchschnittliche Lebenserwartung ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Weiterhin hat die Einführung des Pflegeversicherungsgesetzes und die Förderung nach dem Prinzip „ambulant vor stationär“ ein Leben zu Hause, oft bis ins hohe Lebensalter, ermöglicht. In der Folge änderte sich die Situation in den Heimen und stellte diese vor neue Herausforderungen: die Menschen, die heute in ein Pflegeheim ziehen, sind schon zum Zeitpunkt der Aufnahme meist multimorbide und schwer pflegebedürftig. Außerdem ist das Eintrittsalter in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und liegt heute bei durchschnittlich 85 Jahren. Entsprechend verkürzt sich die Verweildauer in den Einrichtungen, z. Zt. etwa 2 Jahre. Pflegeheime sind zu Orten höchster Pflegeintensität und des Sterbens geworden, in denen etwa 1/3 der Pflegebedürftigen innerhalb der ersten drei Monate nach ihrem Einzug versterben.

Dass die Hochbetagten die zentrale Gruppe Menschen mit palliativem Versorgungsbedarf darstellen, thematisieren derzeit nur eine Handvoll von Experten. Auch die Bundesregierung räumt ein, dass „Die Palliativmedizin (..) definitionsgemäß nicht auf die Behandlung von Patienten mit unheilbaren Tumorerkrankungen beschränkt [ist], (…) [sondern sich ebenso] Patienten mit AIDS, neurologischen, kardialen, respiratorischen oder renalen Erkrankungen im Terminalstadium [widmet]“ . Die Hochbetagten und Siechenden in den Pflegeheimen werden nicht explizit erwähnt und ihr besonderer palliativer Versorgungsbedarf nur unzureichend thematisiert.

Es ist festzuhalten, dass viele Menschen von einer „qualifizierten Palliativversorgung profitieren könnten“, doch v. a. die Multimorbiden und Hochbetagten erhalten in den seltensten Fällen Zugang zu jenen Spezialeinrichtungen, in denen palliative Prinzipien umgesetzt werden . Palliative Care ist noch immer v. a. Menschen mit Tumorerkrankungen vorbehalten. Die Realität in den Heimen, die gekennzeichnet ist durch eine zu geringe Personaldecke, in deren Folge oft zu wenig Zeit für pflegerische Verrichtungen bleibt, verschärft die Lage der hochbetagten Pflegebedürftigen zusätzlich. Aus palliativmedizinischer Sicht ist ein Notstand in vielen Heimen zu beklagen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Problemhintergrund

2 Forschungsstand

3 Zentrale Fragestellungen

4 Zielsetzung

5 Materialzugang und Methodisches Vorgehen

6 Arbeits- und Zeitplan

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung und Implementierung eines umfassenden Pflegemodells zur palliativen Versorgung in Berliner Altenpflegeheimen, um den speziellen Bedürfnissen hochbetagter und sterbender Menschen gerecht zu werden und die Lebensqualität am Lebensende nachhaltig zu verbessern.

  • Analyse der aktuellen Versorgungssituation in Berliner Pflegeeinrichtungen
  • Untersuchung des Versorgungsbedarfs bei Multimorbidität und Sterbebegleitung
  • Identifikation von Barrieren bei der Umsetzung von Palliative Care in der stationären Altenhilfe
  • Entwicklung eines nachhaltigen palliativ-pflegerischen Modells für den lokalen Kontext
  • Methodische Verknüpfung von Literaturanalyse und empirischer Feldforschung

Auszug aus dem Buch

1 Problemhintergrund

Die Situation in den Pflegeheimen hat sich infolge verschiedener Veränderungen in der Gesellschaft drastisch gewandelt. Die Menschen werden immer älter, die durchschnittliche Lebenserwartung ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Als Grund dafür wird im Allgemeinen der medizinische Fortschritt gesehen, doch gleichermaßen ist die Veränderung sozialer Faktoren (bessere Ernährung, gesündere Wohnbedingungen und hygienischere Lebensbedingungen) als Ursache für die Ausdehnung spezifischer Krankheitsverläufe und eine erhebliche Verschiebung des Todeszeitpunktes zu benennen. Weiterhin hat die Einführung des Pflegeversicherungsgesetzes und die Förderung nach dem Prinzip „ambulant vor stationär“ ein Leben zu Hause, oft bis ins hohe Lebensalter, ermöglicht. In der Folge änderte sich die Situation in den Heimen und stellte diese vor neue Herausforderungen: die Menschen, die heute in ein Pflegeheim ziehen, sind schon zum Zeitpunkt der Aufnahme meist multimorbide und schwer pflegebedürftig.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Problemhintergrund: Dieses Kapitel erläutert den gesellschaftlichen und demographischen Wandel, der zu einem Anstieg hochbetagter, multimorbider Heimbewohner führt und einen neuen palliativen Versorgungsbedarf in Pflegeeinrichtungen begründet.

2 Forschungsstand: Hier wird aufgezeigt, dass trotz eines steigenden pflegerischen Bedarfs die Sterbebegleitung in Heimen oft defizitär bleibt und insbesondere in den neuen Bundesländern ein Mangel an strukturierten Palliative-Care-Konzepten besteht.

3 Zentrale Fragestellungen: Dieses Kapitel definiert den Fokus auf Berliner Pflegeheime und hinterfragt, wie Pflegefachkräfte den palliativen Bedarf thematisieren und welche Möglichkeiten der Verbesserung der Lebensqualität existieren.

4 Zielsetzung: Hier wird das Ziel formuliert, ein nachhaltiges Pflegemodell zu entwickeln, das die palliative Versorgung in Berliner Institutionen durch praxisorientierte Ansätze langfristig sichert.

5 Materialzugang und Methodisches Vorgehen: Das Kapitel beschreibt die methodische Vorgehensweise, bestehend aus einer Literaturanalyse sowie einer geplanten empirischen Untersuchung mittels leitfadengestützter Interviews und teilnehmender Beobachtung.

6 Arbeits- und Zeitplan: Dieses Kapitel visualisiert den zeitlichen Ablauf der Forschungsphasen von der Literaturrecherche über die Datenerhebung bis hin zur Implementierung des Pflegemodells.

Schlüsselwörter

Palliative Care, Altenpflege, Sterbebegleitung, Lebensqualität, Multimorbidität, Pflegeheim, Berlin, Hospizarbeit, Pflegemodell, Demenz, stationäre Langzeitpflege, palliative Geriatrie, Versorgungsbedarf, Empirische Erhebung, Implementierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Implementierung von Palliative-Care-Strukturen in Berliner Altenpflegeheimen, um die Versorgung sterbender Menschen zu verbessern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der demographische Wandel, die aktuelle Situation der Sterbebegleitung in stationären Einrichtungen, Herausforderungen des Pflegepersonals und die Entwicklung bedarfsgerechter Modelle.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Entwicklung und Implementierung eines praxisnahen Pflegemodells, um die palliative Versorgung nachhaltig in den Alltag Berliner Altenheime zu integrieren.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse sowie einem empirischen Teil, der leitfadengestützte Interviews und teilnehmende Beobachtung in Pflegeheimen umfasst.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Ist-Zustand, den Forschungsstand sowie die methodische Herangehensweise zur Erfassung von Bedürfnissen und zur Entwicklung neuer Versorgungsmodelle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Palliative Care, Sterbebegleitung, stationäre Altenhilfe, Lebensqualität und Versorgungsbedarf sind die zentralen Begriffe.

Warum liegt der Fokus speziell auf Berlin?

Berlin dient als repräsentatives Beispiel für die neuen Bundesländer, in denen laut der Autorin ein besonderer Nachholbedarf bei der Implementierung palliativer Versorgungsstrukturen besteht.

Welche Rolle spielt die teilnehmende Beobachtung?

Die Autorin nutzt diese Methode, um direkt in das soziale System der Pflegeheime einzutauchen und so ein tieferes Verständnis für die Interaktionsprozesse bei der Sterbebegleitung zu gewinnen.

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Details

Title
Zum Sterben im Pflegeheim
Subtitle
Exposé für eine empirische Erhebung zur Implementierung von Palliative Care in ein Berliner Altenpflegeheim
College
Alice Salomon University of Applied Sciences Berlin AS
Course
Pflege
Grade
1,0
Author
Franziska Misch (Author)
Publication Year
2009
Pages
21
Catalog Number
V126905
ISBN (eBook)
9783640329786
ISBN (Book)
9783640331598
Language
German
Tags
Sterben Pflegeheim Exposé Erhebung Implementierung Palliative Care Berliner Altenpflegeheim
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Misch (Author), 2009, Zum Sterben im Pflegeheim, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126905
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