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Worin liegen die Grenzen und Widersprüche in der sozialen Arbeit und wie können diese überwunden werden?

Title: Worin liegen die Grenzen und Widersprüche in der sozialen Arbeit und wie können diese überwunden werden?

Term Paper , 2009 , 14 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Nadine Schlimper (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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„Vernachlässigt, geschlagen, verhungert, getötet – immer wieder erschüttern in Deutschland Fälle von schweren Kindesmisshandlungen. Und immer geraten dabei die Jugendämter in die Diskussion. Auch der jüngste Fall im schleswig-holsteinischen Darry wirft Fragen auf. Warum fiel der Behörde nicht auf, dass die Mutter der fünf getöteten Kinder psychisch krank ist? Die Familie wurde vom Jugendamt betreut. Es gab auch Hinweise von Lehrern, wonach die Kinder verwahrlost zum Unterricht erschienen. Erst nach dem die Jungen am Mittwoch der Schule fernblieben, schritt das Jugendamt ein - mit einem Hausbesuch. Zu dem Zeitpunkt waren die Kinder aber schon tot.“ (http://www.focus.de/panorama/welt/kinder_aid_228500.html)

Es ist Aufgabe des Staates rechtzeitig einzugreifen, wenn sich die Eltern ihrem natürlichen Erziehungsrecht zum Schaden des Kindes entziehen. Im Rahmen seines Wächteramtes hat der Staat die Aufgabe und Verpflichtung, die Pflege und Erziehung der Kinder sicherzustellen. Doch der Staat ist nicht dazu legitimiert in das natürliche Elternrecht der Familien einzugreifen und über eine „gute“ oder „schlechte“ Erziehung zu urteilen und sie vorzugeben.

Steckt hier nicht schon ein Widerspruch zwischen dem Staat als Wächteramt und dem Recht der Eltern zur Erziehung ihres Kindes? Wie soll und kann der Staat eingreifen, wenn die Erziehung des Kindes natürliches Elternrecht ist? Der Staat soll unsere Kinder schützen und beschützen. Das Kinder- und Jugendhilfegesetz schafft die gesetzlichen Rahmenbedingungen dazu. Es ist seit nahezu 15 Jahren unverändert und bietet eine ganze Reihe an Leistungen und individuellen Rechtsansprüchen an. Aber was ist, wenn die sogenannte „Problemfamilie“ die Hilfe ablehnt? Wann ist der Richtige Zeitpunkt für das Jugendamt einzugreifen und ein Kind aus der Familie zu nehmen?

Aufgrund von persönlichem Interesse, wie in einer von dem Jugendamt betreuten Familie ein Kind misshandelt oder gar getötet werden kann, habe ich mich in der vorliegenden Hausarbeit mit der Fragestellung: „Worin liegen die Grenzen und Widersprüche in der sozialen Arbeit und wie können diese überwunden werden?“ auseinandergesetzt.

Zunächst werden die Begriffe „Kindeswohl“ und „struktureller Widerspruch“ definiert und erläutert. Die daraus resultierenden Grenzen und Widersprüche in der sozialen Arbeit, wo möglicherweise weitere zu finden sind und wie sie überwunden werden können und sollen, werden zentrale Aspekte dieser Arbeit sein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Dreieck Kindeswohl-Elternrecht-Wächteramt

2.1 Der Begriff des Kindeswohles

2.2 Der Struktureller Widerspruch

3 Worin liegen die Grenzen und Widersprüche in der sozialen Arbeit?

3.1 Nähe und Distanz oder die Notwendigkeit von Beteiligung der Betroffenen

3.2 Unterschiedliches Werteverständnis

4 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die strukturellen Grenzen und Widersprüche innerhalb der Sozialen Arbeit, insbesondere im Kontext des staatlichen Wächteramtes und der Hilfe für Familien. Die zentrale Forschungsfrage lautet, worin diese Spannungsfelder begründet liegen und wie Fachkräfte diese im beruflichen Alltag überwinden können, um das Kindeswohl effektiv zu schützen.

  • Das Spannungsfeld zwischen staatlichem Wächteramt und elterlichem Erziehungsrecht
  • Die Definition und Problematik des unbestimmten Rechtsbegriffs "Kindeswohl"
  • Der strukturelle Widerspruch zwischen Hilfeleistung und gesellschaftlichem Kontrollauftrag
  • Die Bedeutung der professionellen Balance zwischen Nähe und Distanz in der Familienhilfe
  • Herausforderungen durch unterschiedliche Wertevorstellungen zwischen Fachkräften und Adressaten

Auszug aus dem Buch

3.1 Nähe und Distanz oder die Notwendigkeit von Beteiligung der Betroffenen

Eine der Hauptaufgaben des professionellen Handelns in der Sozialen Arbeit ist die Vermittlung von „Nähe und Distanz“ und kaum eine Thematik hat zu sovielen Diskussionen geführt wie die, wie „nah“ oder „fern“ eine Fachkraft den Betroffenen stehen kann oder darf. Doch hätte vielleicht unter Umständen eine intensive, nahe Beziehung der Fachkraft zur betroffenen Familie in Schleswig – Holstein den Tod der fünf Kinder verhindern können? Im Folgenden soll aufgezeigt werden, wie wichtig die Balance zwischen professionelle Nähe und Distanz ist und wie dadurch strukturelle Widersprüche in der sozialen Arbeit überwunden werden können.

Betroffene müssen sich in ihrer Problemlage und Notsituation von den Fachkräften „hinter die Kulissen“ gucken lassen und ihre Situation offen darlegen. Doch nicht alle sogenannten „Problemfamilien“ suchen sich Hilfe beim Jugendamt oder bei einer Drittperson. Oftmals ist es ein aufmerksamer Nachbar, eine Lehrerin oder eine andere Person, die das Jugendamt auf die Probleme einer Familie hinweist und um Hilfe bittet. Somit stößt die involvierte Fachkraft nicht immer auf Dankbarkeit oder Anerkennung bei den Familien. Diese erkennen vielleicht auch nicht den Ernst der Lage oder sehen schlicht und einfach die Notwendigkeit einer Hilfe nicht. Vielleicht wissen sie aber auch ihrer eigenen Probleme und haben Angst, dass ihnen ihr Kind von der Fachkraft weggenommen wird. Es gibt unterschiedliche Gründe, warum eine Familie nicht um die Hilfe des Jugendamtes oder einer Fachkraft bittet. Der Sozialpädagoge steht in dem Fall vor der schweren Aufgabe, die Situation der Familie zu beurteilen, einzuschätzen und sie gegebenenfalls, davon zu überzeugen, mit ihr eine geeignete Hilfemaßnahme herauszuarbeiten, anzunehmen und umzusetzen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt anhand aktueller Medienberichte über Kindesmisshandlungen in die Problematik des staatlichen Wächteramtes ein und stellt die zentrale Fragestellung der Hausarbeit vor.

2 Das Dreieck Kindeswohl-Elternrecht-Wächteramt: Dieses Kapitel erläutert den unbestimmten Rechtsbegriff des Kindeswohls und den inhärenten Widerspruch zwischen staatlicher Kontrolle und dem natürlichen Erziehungsrecht der Eltern.

3 Worin liegen die Grenzen und Widersprüche in der sozialen Arbeit?: Hier werden die professionellen Herausforderungen durch das "doppelte Mandat" analysiert und die Notwendigkeit der Balance zwischen Nähe, Distanz und unterschiedlichen Wertesystemen thematisiert.

4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Soziale Arbeit eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist und fordert eine verstärkte Präventionsarbeit sowie ein höheres Bewusstsein für die Verantwortung gegenüber dem Kindeswohl.

Schlüsselwörter

Soziale Arbeit, Kindeswohl, Wächteramt, Elternrecht, Hilfe und Kontrolle, Struktureller Widerspruch, Familienhilfe, Nähe und Distanz, Kindeswohlgefährdung, KJHG, Sozialpädagogik, Werteverständnis, Professionalität, Beteiligung der Betroffenen, Prävention.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Konflikte und Widersprüche, mit denen Fachkräfte der Sozialen Arbeit im Spannungsfeld zwischen gesetzlichem Schutzauftrag, dem Kindeswohl und dem elterlichen Erziehungsrecht konfrontiert sind.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen das "doppelte Mandat" (Hilfe vs. Kontrolle), die Definition des Kindeswohls, die Bedeutung der professionellen Beziehungsgestaltung und der Einfluss gesellschaftlicher Wertvorstellungen auf die pädagogische Arbeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Gründe für die strukturellen Grenzen der Sozialen Arbeit aufzuzeigen und Strategien zu diskutieren, wie Fachkräfte diese durch professionelles Handeln und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Familien überwinden können.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit einschlägiger Fachliteratur, der Analyse gesetzlicher Rahmenbedingungen (KJHG) sowie der Reflexion von Praxisbeispielen zur Sozialpädagogischen Familienhilfe.

Was steht im Hauptteil im Vordergrund?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Analyse des strukturellen Widerspruchs zwischen staatlichem Wächteramt und der Lebenswelt der Klienten sowie die Herausforderungen der Rollenfindung zwischen Nähe und professioneller Distanz.

Durch welche Schlüsselwörter wird die Arbeit charakterisiert?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Kindeswohl, Wächteramt, Hilfe und Kontrolle sowie professionelle Beziehungsarbeit charakterisiert.

Wie bewertet die Autorin die Rolle der Medien bei Kindeswohlgefährdungen?

Die Autorin kritisiert eine oft anklagende Haltung der Medien gegenüber dem Jugendamt und fordert stattdessen eine Nutzung des medialen Potenzials zur gesamtgesellschaftlichen Aufklärung und Prävention.

Welche Rolle spielt die Freiwilligkeit in der Familienhilfe laut der Arbeit?

Die Freiwilligkeit wird als Grundvoraussetzung und gleichzeitig als größte Hürde identifiziert, da eine Bevormundung der Klienten langfristig zum Scheitern der pädagogischen Ziele führt.

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Details

Title
Worin liegen die Grenzen und Widersprüche in der sozialen Arbeit und wie können diese überwunden werden?
College
Free University of Berlin  (Erziehungswissenschaft)
Course
Intervention und Lehren
Grade
1,7
Author
Nadine Schlimper (Author)
Publication Year
2009
Pages
14
Catalog Number
V126960
ISBN (eBook)
9783640333073
ISBN (Book)
9783640333080
Language
German
Tags
Worin Grenzen Widersprüche Arbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadine Schlimper (Author), 2009, Worin liegen die Grenzen und Widersprüche in der sozialen Arbeit und wie können diese überwunden werden?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126960
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