Schönheitsideale im Wandel der Zeit und ihr Zusammenhang mit Essstörungen

Präventionsmaßnahmen und Aspekte der Gesundheitsförderung


Diplomarbeit, 2007

139 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Begriffserklärung/Abkürzungsverzeichnis

Verzeichnis der Schaubilder

Vorwort

1. Schönheitsideale und Gesundheitsvorstellungen im Wandel der Zeit
1.1. Twiggy oder Rubensfrau – Schönheit im Wandel der Zeit
1.2. Hisorische Erscheinungsformen vom abweichenden Essverhaltens
1.2.1. Geschichte der Anorexia nervosa
1.2.2. Geschichte der Bulimia nervosa
1.2.3. Geschichte der Adipositas
1.2.4. Geschichte der Binge-Eating-Störung

2. Essstörungen – eine Einführung – körperliche und psychische Veränderungen
2.1. Essstörungen – Eine Sucht?
2.2. Orthorexie (Orthorexia nervosa)
2.3. Gezügeltes Essverhalten (restrained eating) – Der Einstieg zu Essstörungen?
2.4. Anorexia nervosa (Magersucht)
2.4.1. Folgeschäden
2.5. Bulimia nervosa (Ess-Brechsucht)
2.5.1. Folgeschäden
2.6. Adipositas (Esssucht)
2.6.1. Folgeschäden
2.7. Latente Adipositas/Latente Esssucht
2.8. Binge-Eating-Disorder (Fressanfälle)
2.8.1. Folgeschäden

3. Mögliche Ursachen bzw. Faktoren von Essstörungen
3.1. Biologisch-genetische Faktoren
3.2. Psychologische Komponenten
3.3. Sexueller Missbrauch und Essstörungen
3.4. Familiäre Einflüsse
3.5. Soziokulturelle und gesellschaftspolitische Einflüsse
3.5. Feministische Aspekte

4. Hilfen zur Bewältigung von Essstörungen, ihre Ziele und Erfolge
4.1. Ambulante Beratungen
4.2. Selbsthilfegruppen
4.3. Somatisch orientierte Behandlungen
4.4. Methoden der Psychotherapie
4.4.1. Verhaltenstherapie
4.4.2. Psychoanalyse
4.4.3. Gesprächspsychotherapie
4.4.4. Systemische Familientherapie
4.5. Körpertherapeutische Ansätze
4.5.1. Maltherapie
4.5.2. Musiktherapie
4.5.3. Tanz- und Bewegungstherapie
4.5.4. Entspannungstechniken
4.6. Dauer, Kosten und Erfolge der Behandlungen

5. Prävention von Essstörungen
5.1. Zum Begriff der Prävention
5.2. Bestimmung der Risikofaktoren und deren Reduzierungsmöglichkeiten
5.3. Projekte zur Arbeit bei Essstörungen und deren Möglichkeiten zur Umsetzung
5.3.1. Projekt „BodyTalk“
5.3.2. Projekt „Korrekt Kochen!“
5.4. Eigene Überlegungen zur Präventionsarbeit

Zusammenfassung
Literaturverzeichnis
Internetverzeichnis
Anhang
Anhang 1.
Anhang 2.

Begriffserklärung/Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Verzeichnis der Schaubilder

Abb.1: „Tabelle zum Untergewicht, Normal- und Übergewicht laut dem BMI“

www.bmi-rechner24.de

Abb.2: „Klassifikation von Übergewicht und Adipositas bei Erwachsenen nach WHO 2004“

http://www.ernaehrung.de/tipps/adipositas/adip10.php

Abb.3: „Symptome, die zur Aufrechterhaltung der Störung beitragen.“ (Stangl 2007)

http://images.google.de/imgres?imgurl=http://arbeitsblaetter.stangltaller.at/SUCHT/Anorexie.gif&imgrefurl=http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/SUCHT/Anorexie.shtml&h=321&w=516&sz=5&hl=de&start=49&um=1&tbnid=eD2I7K6b0tePnM:&tbnh=81&tbnw=131&prev=/images%3Fq%3Dursachen%2Bessst%25C3%25B6rungen%2Bbild%26start%3D36%26ndsp%3D18%26svnum%3D10%26um%3D1%26hl%3Dde%26sa%3DN

Abb.4: „Essprotokoll“ (Benninghoven 2001, S.170, zit.in Absenger 2005, S.162)

Abb.5: „Drei-Phasen der Familientherapie“ (Cierpka, Reich 2001, S.154, zit.in Absenger 2005, S.172)

Vorwort

„Der Mensch ist, was er isst.“ [1]

Jeder von uns weiß, dass Aufregung, Angst, Stress, Traurigkeit bzw. Entspannung sich auf unseren Appetit auswirken können. Die individuellen Reaktionen sind allerdings unterschiedlich: Manche Menschen reagieren beispielsweise auf Stress mit vermehrtem Essen, andere hingegen essen so wie nichts. Hält der Stress für längere Zeit an, können einzelne Menschen durchaus einige Kilogramm ab- oder zunehmen.

Wenn man sich selbst beobachtet, wird man weitere psychische Befindlichkeiten entdecken, die Einfluss auf Appetit und Essverhalten haben können.

Essen ist lebensnotwenig, denn unser Körper braucht Nährstoffe zur Aufrechterhaltung der Lebensvorgänge, wie zum Beispiel Muskeltätigkeit, Körperwärme, Stoffwechsel und Wachstum.

Dennoch hat die Ernährung in der heutigen Gesellschaft einen wesentlich höheren Stellenwert. Sie steht für Sinnlichkeit, Genuss, Ästhetik und Kultur. Meist wird unabhängig vom Hungergefühl gegessen.

Dreht sich jedoch das ganze Denken und Handeln nur noch ums Essen und die Figur, kann man von Essstörungen sprechen, die professioneller Hilfe bedürfen. In unserer Arbeit möchten wir uns dazu auf die vier großen Hauptformen von Essstörungen beschränken.

Diese sind Anorexia nervosa, Binge-Eating-Disorder, Adipositas und Bulimia nervosa.

Das Phänomen Essstörung, dass in den letzten Jahrzehnten sehr an Bedeutungen gewonnen hat, stellt den Mittelpunkt unserer Arbeit dar. Immer häufiger werden Essstörungen auch bei jungen Männern beobachtet.

Wir möchten jedoch unser Hauptaugenmerk auf den gesellschaftstheoretischen Kontext beziehungsweise die Rolle der Frauen in der sogenannten westlichen zivilisierten und industrialisierten Welt legen.

Essstörungen können ein Versuch sein, dass eigene Selbstwertgefühl zu erhöhen und die Vorstellungen vom

perfekten Körper, der uns täglich in Zeitschriften und Fernsehen präsentiert wird, erhöht oftmals die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper. Die Entstehung und Aufrechterhaltung von Essstörungen wird dadurch nur verstärkt und gefördert.

Dies zeigt deutlich, dass der Schönheitskult und Gesundheitswahn zu einem in der heutigen Gesellschaft sehr allgegenwärtigen Thema geworden ist.

Schätzungen zufolge ist die Tendenz der Essgestörten weiterhin ansteigend, da durch die Konsumorientierung in der westlichen Welt das Schönheitsideal immer schlanker wird.

Diese Erkenntnis und motiviert durch die eigene Konfrontation mit einer Essstörung, führte zu dem Entschluss, uns mit dieser Problematik auseinander zu setzen.

Im Anschluss an dieses Kapitel möchte Susann Freudenthal sich mit der Thematik „Schönheitsideale und Gesundheitsvorstellungen im Wandel der Zeit“ auseinandersetzen. Hier versucht sie einen kleinen historischen Einblick auf das sich wandelnde Schönheitsideal innerhalb der Gesellschaft zu geben.

Die unterschiedlichen Formen der Essstörungen, sowie eine Krankheitsbeschreibung von Anorexia nervosa, Bulimia nervosa Adipositas, Binge-Eating-Disorder und die verschiedenen Unterformen, sollen im Kapitel 2 näher von Carolin Licht betrachtet werden.

Hierzu gehört auch die psychische Befindlichkeit des einzelnen Menschen, deren Einfluss sich auch auf unser Bewegungsverhalten auswirkt. Ist man lustlos oder gestresst, setzt man sich vor dem Fernseher und meint hierbei sich ablenken oder entspannen zu können. Auf der anderen Seite kann seelische Ausgeglichenheit auch dazu führen, dass man Freude und Lust an Bewegung entwickelt.

Auch die Folgesymptome von den oben genannten Krankheiten stellen für sie einen interpretationsbedürftigen Ansatz dar.

Das Erkenntnisinteresse, dass sich aus diesen Fragestellungen ergibt, lässt sich nach Eberhard (1999, S.17ff) als das phänomenale Erkenntnisinteresse definieren, welches sich auf die tatsächlichen Begebenheiten der Essstörungen und ihrer Auswirkungen bezieht.

Das kausale Erkenntnisinteresse, welches sich auf die Ursachen von dem Phänomen Essstörungen bezieht und nach den Gründen fragt, versucht Susann Freudenthal unter dem Kapitel 3 „Mögliche Ursachen bzw. Faktoren von Essstörungen“ darzustellen. Hierzu betrachtet sie die biologisch-genetischen Faktoren, die psychologische Komponenten, den familiären Einfluss, sowie die soziokulturellen und gesellschaftspolitischen Einflusskomponenten.

Hier wird sich zeigen, dass es nicht nur eine einzige Ursache für essgestörtes Verhalten gibt, sondern dass viele verschiedene individuelle Faktoren bei der Entstehung von Essstörungen beteiligt sind und sein können.

Im darauf folgenden Kapitel beschäftigt sich Carolin Licht mit den gängigsten Behandlungsansätzen, deren Zielen und Erfolgen. Diese werden häufig miteinander kombiniert, um die Chancen auf Heilung zu erhöhen. Hier zeigt sich auch, dass es aufgrund der verschiedenen Entstehungsfaktoren und Hintergründe der Betroffenen keine einheitlichen Therapiemaßnahmen gibt.

Der 5. Teil der Arbeit bezieht sich auf Möglichkeiten der Prävention von Essstörungen.

Susann Freudenthal wird unter anderem eigene Überlegungen zu primären Präventionen aufzeigen und deren Umsetzungsmöglichkeiten im Alltag. Ihre Überlegung zu dieser Problematik wäre die allgemeine Einführung bzw. Weiterentwicklung von Ganztagsschulen, mit bereits integrierten Präventionsmaßnahmen.

Anschließend möchte Carolin Licht noch einmal kurz auf gesundheitsfördernde Aspekte in der Prävention, mit Hilfe von progressiven Muskelentspannung und autogenem Training, eingehen.

Die abschließende Zusammenfassung soll ein allgemeines Fazit der kompletten Thematik darstellen und überprüfen.

Ebenso soll dargestellt werden, welche Rolle und Einfluss hierbei die Gesellschaft auf die Problematik hat, und inwiefern sich sozialpädagogische Arbeit auf die betroffenen Personen und ihre Angehörigen unterstützend auswirken kann.

Folgende Fragen haben sich für uns ergeben, die wir versuchen wollen zu klären.

- Woran liegt es, dass hauptsächlich Frauen an einer Essstörung erkranken?
- Welche Einflüsse haben TV-Sendungen wie „Germany´s Next Topmodel“ oder „Besser Essen“ auf unsere Gesellschaft?

1. Schönheitsideale und Gesundheitsvorstellungen im Wandel der Zeit

Schon Johann Wolfgang von Goethe sagte einst:

„Schönheit ist ein gar willkommener Gast.“ [2]

Um sich überhaupt mit dem Begriff „Schönheitsideal“ beschäftigen zu können, sollte man sich erst mit verschiedenen Fragen auseinandersetzten. Hierbei ist die wichtigste Frage zu klären, was Schönheit überhaupt ist.

Schon über Jahrhunderte haben Philosophen, Wissenschaftler und Künstler versucht eine Definition für diesen Begriff zu finden. Eine wäre zum Beispiel: „[...], dass Schönheit etwas ist, das über den Durchschnitt hinausragt.“[3]

Man kann daraus schließen, dass Schönheit einen Menschen ausgrenzenden Charakter hat, denen gegenüber die nicht diesem Idealbild entsprechen.[4]

Eine andere wichtige Fragestellung wäre, warum es dem Menschen schon seit jeher so wichtig erscheint diesem Bild beziehungsweise diesem Ideal zu entsprechen. Wahrscheinlich ist der Wunsch ein anerkanntes Mitglied der Gesellschaft zu sein einer der wichtigsten Faktoren. Dies rührt daher, da es sich bei dem Menschen eher um ein Rudeltier und nicht um einen Einzelgänger handelt, und wir uns somit anpassen wollen und müssen, um dazuzugehören.[5]

Menschen haben also schon von jeher versucht, dem Schönheitsideal der jeweiligen Zeit in der sie lebten, zu entsprechen. Sie versuchten ihr Äußeres beispielsweise durch Schmuck, Bemalungen und Kleidung zu verändern, und sich dadurch zu verschönern. Das Streben nach Schönheit ist keine Erfindung der Moderne und die Schönheitsideale der Zeit sind nicht naturgegeben, sondern werden von der jeweiligen Gesellschaft geprägt.

Sie haben sich häufig verändert und so wird es auch in der Zukunft sein.[6]

Demzufolge steht die Schönheit also im direkten Zusammenhang zwischen der jeweiligen Kultur und der Gesellschaft. Da sich diese jedoch von Zeit zu Zeit ändert, ist der Begriff Schönheit ein subjektiver Begriff, der nur ein Idealbild der jeweiligen Epoche und die damit einhergehende Gesellschaft widerspiegelt.[7]

Heute sind es marktwirtschaftliche und individuelle Faktoren, die unser Schönheitsideal beeinflussen. Werbebranche, Bekleidungsindustrie, Kosmetikindustrie, Diätbranche sowie Schönheitschirurgie verdienen daran, dass Frauen und Männer versuchen, dem Schönheitsideal zu entsprechen oder wenigstens näher zu kommen.[8]

Besonders Frauen sind mit einem fest verankerten Schönheitsideal tagtäglich konfrontiert. Sie wurden und werden immer noch als das „schöne Geschlecht“ bezeichnet.

Häufig ist es so, dass sie nur auf ihr Aussehen und ihren Körper reduziert werden, sie werden kritischer beurteilt und ihre körperliche Attraktivität ist wichtiger als bei Männern.[9]

Natürliche üppigere Körperformen, auch „Problemzonen“ genannt, gelten als unattraktiv, undiszipliniert, kontrolllos, krankhaft und werden als Schwäche gewertet.[10]

Die wirkliche Problemzone entsteht jedoch im Kopf. Wenig Selbstvertrauen und die Angst nicht geliebt zu werden, spielen hierbei eine große Rolle.

Also wird versucht, den eigenen Körper zu formen und zu verbessern. Dies geschieht durch Körperhaarentfernung, Diät halten, gezügeltes Essverhalten und exzessiven Sport, um nur einige zu nennen. Auch die Möglichkeiten der modernen Schönheitschirurgie sind heute allgemein bekannt und bereits weit verbreitet.[11]

Schönheitsideale sind stets mit Glücksversprechen, Liebe, Erfolg und sexuelle Attraktivität verknüpft. „Ich mach das nur für mich!“, sagen Frauen, wenn sie ihren Körper zugunsten des Schönheitsideals manipulieren.

Die Disziplin und die Kontrolle über den eigenen Körper werden von den Frauen als ein Schritt zur Selbstbestimmung angesehen.[12]

In der Gesellschaft ist der Begriff Schönheit nicht mehr wegzudenken.

Sätze wie: „Schönheit hilft im Leben weiter“, „Die Partnersuche ist leichter“, „Schöne Menschen werden von vorne herein als intelligenter und sozial kompetenter eingestuft“, „Es ist einfacher einen Job zu finden, wenn man schlank und attraktiv ist.“

Diese oder ähnliche Worte dürften wir schon alle einmal irgendwo gehört haben. Oftmals werden sie uns schon im Kindesalter durch Medien und Familie suggeriert. Dies vermittelt uns doch den Eindruck, dass unsere äußere Hülle das wichtigste an UNS ist! Bestehen wir nur aus Haarfarbe, Frisur, Schminke, Augen, tollen Kleidern und einen an die Norm „angepassten“ Körper? Ist es nicht wichtiger zu wissen, dass es möglich ist, auch ohne eine Veränderung des Äußeren, schön, erfolgreich, beliebt und anerkannt zu sein?[13]

Die typische Rubens-Frau, das Idealbild zur Zeit des Barocks, hätte heute auf den Laufstegen der Welt, keine Chance sich als Model zu etablieren.

Ein zu geringes Selbstbewusstsein einhergehend mit der Definierung des Selbstwertes rein über das Äußere ist ein gefährlicher Kreislauf, denn Schönheit ist bekanntlich vergänglich.

Zufriedenheit und Lebensfreude sind die Schlagworte, die die Schönheit von innen ausmacht. Wer mit sich zufrieden ist, kommt besser bei seiner Umwelt an und ist unabhängig vom jeweiligen Schönheitsideal, den vermeintlich perfekten Gesichter und Figuren aus der Welt der Werbung und der Stars unserer heutigen Gesellschaft.[14]

Schönheit stellt keine objektive Größe dar. Sie besitzt sehr viel Wandlungsfähigkeit, was auch die große Zahl an Schönheitsidealen erklärt, welche sich im Laufe der Geschichte entwickelt haben.[15]

Keine Frau kann sich ihrer, auf welcher Weise auch immer, erlangten Schönheit, sicher sein.

Diätpillen, Sport, Kosmetik und plastische Chirurgie können keine Hilfsmittel für ewige Schönheit sein, da sie nur allzu vergänglich und zerbrechlich ist.

1.1. Twiggy oder Rubensfrau – Schönheit im Wandel der Zeit

Bereits sehr früh wurden menschliche Proportionen künstlerisch dargestellt und aus den verschiedenen Kunstwerken kann man oftmals das Schönheitsideal der jeweiligen Zeit rekonstruieren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Funde aus der Altsteinzeit (30.000 bis 10.000 vor Chr.) von weiblichen Figuren lassen darauf schließen das üppige Frauenkörper bevorzugt wurden.[16]

Während der Gotik (13. bis 15.Jahrhundert) bis in die Frührennasissance, galt das Ideal des jugendlich-schlanken Körpers. Frauen wurden schmal, mit kleinen Brüsten und Spitzbauch dargestellt.

Im Barock (17. bis frühes 18. Jahrhundert) waren üppige Formen wieder gewünscht. Gutes Essen und Trinken gehörte besonders zu dieser Zeit zum gehobenen Lebensstil und daher spiegelte ein praller Körper Macht und Prunk wider.

Während des Rokokos (1720-1770) kam das Korsett in Mode, um dem weiblichen Körper anmutige, graziöse und schlanke Formen zu verleihen.[17]

Nach der französischen Revolution (1789-1799) war die Kleidung für eine Weile bequemer und praktischer geworden – bald aber mussten Frauen sich wieder in enge Korsetts und aufwendige Kleider zwängen.

Im Klassizismus (1770-1830) wird das Schönheitsideal aus der Antike wieder belebt. Hochmodern ist, wie einst bei den Römern – eine über den Hüftbereich verschobene Taille.

Ein rosiges Gesicht und möglichst ausdruckvolle, jedoch kaum geschminkte Augen galten als Ausdruck besonderer Anmut. Natürlichkeit und wohlproportionierte Formen des weiblichen Körpers ohne Korsett, galten als schön und ästhetisch.[18]

Ein paar Kilos zuviel an Armen, Schultern, Brüsten und Waden galten als erwünscht und waren ein Zeichen von guter Gesundheit.

Dennoch war auch in diesem Zeitalter eine schmale Taille erwünscht und oftmals wurde diese durch das damals noch sehr beliebte Korsett erzielt. Was die Oberweite betraf, wurde gerne auch etwas nachgeholfen, wenn sie nicht der optimalen Größe entsprach.

In der Frühromantik (1789-1800) waren wieder molligere Formen gefragt, wobei jedoch die Taille wieder schmal geschnürt wurde.

Die Kleidermode behinderte jede Bewegung.[19]

Ab Anfang des 19. Jahrhunderts, zu Beginn der Industrialisierung, kam es zu einem Wandel der Ernährungsgewohnheiten. Der verzehr von Fleisch, Eiern, Käse, Fetten und Zucker stieg enorm an. Diese Wende und die Einschränkung der körperlichen Arbeit durch die immer weiter steigende Mechanisierung, führten zu einem Anstieg des Körpergewichtes und den daraus resultierenden Gesundheitsproblemen.

Aus diesen Gründen begann man ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts über eine alternative Ernährungsweise nachzudenken und Diätreformer sahen in einer kompletten Ernährungsumstellung eine Notwendigkeit.[20]

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts beziehungsweise zu Beginn des 20. Jahrhundert vollzieht sich der Wandel von Schönheitsidealen immer schneller.

Das Korsett wird als Relikt vergangener Zeiten erklärt. Was das Mieder einst an überflüssigen Pfunden verbarg, musste nun am Körper selbst abgespeckt werden. Schlank galt als die zu erreichende Norm und es begann der Kampf der Frauen gegen unerwünschte beziehungsweise überflüssige Pfunde. Hungern war angesagt .[21]

Die erzwungene Selbständigkeit der Frauen, die der Erste Weltkrieg mit sich brachte, führte zu einer beginnenden Emanzipation in den 20er Jahren. Den Frauen dieser Zeit ging es auch darum, sich mit Hilfe eines schlanken Körpers vom alten Bild der Frau und ihrer untergeordneten Funktion als Hausfrau und Mutter zu entfernen.

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Sie begannen selbstbewusster zu werden und ein besseres Köperbewusstsein zu entwickeln. So entstand eine erste Schlankheitswelle, da der Frauentyp der 20er Jahre durch ein knabenhaftes Aussehen geprägt war.

Das neue Schönheitsideal verbarg Busen, Taille und Hüfte unter geraden Kleidern. Modern waren männliche Kurzhaarschnitte und ausladende Hüften. Eine knabenhafte Figur ohne Brust galt bei den Frauen als schön.[22]

Dies hatte zur Folge, dass die Frauen mit Hilfe von Schlankheitspillen und Salben, versuchten jegliche weibliche Rundungen abzulegen, um der knabenhaften Figur zu entsprechen. Aufgrund dieser Tatsache, wurden diese Art von Schönheitsprodukten immer beliebter und fanden reißenden Absatz.

Da man schnell bemerkte, dass nur das Hungern alleine nicht ausreichte um dem Ideal zu entsprechen, begann man mit Sport, Sauna und Massagen die überflüssigen Kilos loszuwerden.[23]

Insbesondere Ende der 20er und Anfang der 30er Jahre entstand, aufgrund des sich wandelnden Idealbilds, ein neuer Trend: Diätbücher.

Das Diätbuch von der kalifornischen Ärztin Lulu Hunt Peters erschien 1918 und wurde zum Bestseller.

Die Ernährungsreformer dieser Zeit sahen Rohkost und Obstspeisen als ein ideales Mittel den Fettansatz schwinden zu lassen.

Die Hollywood-Diät, sowie die Hay´sche Trennkost bekamen immer mehr Anhänger.[24]

Durch den wirtschaftlichen Niedergang und den Zweiten Weltkrieg wurden die 30er und 40er Jahre des 20. Jahrhunderts geprägt.

Die Gesellschaft verlangte nach einem traditionelleren Frauenbild. Eng geschnittene Kleider sollten die schlanken weiblichen Formen wieder betonen.

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Die in den 20er Jahren entfachte Emanzipation der Frau, trat gegen Mitte der 30er Jahre wieder in den Hintergrund.

Brust, Taille und Hüfte waren wieder ein Ausdruck für Weiblichkeit und Schönheit.[25]

Die äußere Erscheinung der neuen Weiblichkeit wurde definiert durch eine schlanke und straffe, aber dennoch kräftige Figur mit größeren Brüsten und breiteren Hüften als Ausdruck von Gebärfreudigkeit.

In Deutschland endete der freie Umgang mit dem Körper mit der Machtergreifung Hitlers (1933).

Blond, blauäugig und möglichst durchtrainiert lautete die Definition des Schönheitsbegriffs in der NS-Zeit. Was als arisch und demnach schön im Sinne des nationalsozialistischen Terrorregimes galt, wurde genauestens vermessen: Körperbau, Schädelgröße, Stirn, Wangenknochen und Augenhöhlen hatten keine auffälligen Merkmale aufzuweisen.

Natürlich, ungeschminkt und nicht rauchend war das Idealbild der „deutschen Frau“ zur NS-Zeit.

Die Weiblichkeit wurde wieder gleichgesetzt mit der Mütterlichkeit und die Emanzipation der Frauen trat weitgehend in den Hintergrund.[26]

Schon bald, nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, standen die Frauen wieder an den Fließbändern der Rüstungsfabriken und mussten „ihren Mann“ stehen.

Kurz nach dem Ende des zweiten Weltkrieges galt Beleibtheit bei Frauen und Männern als ein Zeichen von Wohlstand. Die vollschlanke Figur galt in der entbehrungsreichen Zeit als ein Zeichen für Reichtum und Gesundheit.[27]

In den 50er Jahren kamen erneut Rundungen in Mode und Frauen nahmen wieder die Rolle der Hausfrau und Mutter ein. Weibliche Rundungen, eine schmale Taille mit nicht zu breiten Hüften, lange wohlgeformte Beine und ein voller Busen kamen wieder in Mode.

Der noch vor wenigen Jahren bevorzugte mütterliche Typ, wich jetzt, dem der „Sexbombe“.

Attraktivität bekam einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft und gewann immer mehr an Bedeutung für das weibliche Geschlecht.

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Allgemein wurde das Schönheitsideal stark durch das Kino geformt.

Sophia Loren, Marylin Monroe oder Gina Lollobrigida verkörperten „die Frau“.

Der Beruf des Models oder wie man es damals noch nannte „Mannequin“ wurde erstmalig zu einem sehr angesehenen Frauenberuf.[28]

Der Frauentyp war schlank aber nicht „dürr“.

Ein gutes Beispiel hierfür ist die bereits oben erwähnte Marylin Monroe. Mit ihrer Kleidergröße von 40/42 war sie der Inbegriff der perfekten Frau. In der heutigen Zeit würde sie eher als Model für Übergrößen eingestuft werden.

In Kinos, Zeitschriften und dem Fernsehen wurden immer mehr Bilder von halbnackten weiblichen Körpern gezeigt. Der eigene Körper wurde von nun an mit diesem Medienideal verglichen.[29]

In dieser Zeit begannen Frauen auch damit, ihren Körper mit Hilfe von chirurgischen Eingriffen zu verändern.

Ob es aus eigenem Wunsch geschah, oder um nur wieder einem neuen Frauenkörper-Ideal nachzueifern, wissen letztlich nur die Frauen selbst.

Ab den 60er Jahren wurde die weibliche Schönheit ein öffentliches Thema und war von da an nicht mehr wegzudenken.

Schönheitsratgeber, Schlankheitsideale, Mode und Frisuren waren ein allgegenwärtiges Thema.

Die Anfänge der 60er Jahre waren zunächst noch geprägt von Frauen mit langen Beinen, schmaler Taille und großen Busen.

1963 wurde durch die New Yorker Hausfrau Jean Nidetch, die sich regelmäßig mit übergewichtigen Freunden traf, der Grundstein für das renommierteste Abnehmunternehmen der Welt – die „Weight Watchers“ gelegt . [30]

Das Modell Twiggy, mit ihrem zarten eckigen sehr dünnen Körper, schmalen Hüften und Schultern, prägte Ende der 60er Jahre ein neues Ideal.

Sie galt als die „teuerste Bohnenstange“ der Welt und bescherte mit ihren 42 Kilogramm bei 170 Zentimetern, besonders jungen Frauen eine neue Krankheit, die Magersucht.[31]

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Frauen wollten nicht mehr schwanger werden, da sie die damit verbundene Gewichtszunahme fürchteten.

Das Ideal „Schön und Schlank“ wurde zum Diktat, dem vor allem die jüngeren Mädchen, der 60er Jahre, versuchten strikt zu folgen.[32]

Ende der 60er Jahre gab es Unmengen an Verschönerungsprodukten für Frauen, was sie permanent daran erinnerte, an ihrem Äußeren arbeiten zu müssen.

Das sportliche Erscheinungsbild prägte das Schönheitsideal der Frau aus den 70er Jahren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die bevorzugten Frauentypen waren schlank, langbeinig und sportlich.

In der Ernährung lautete die Devise FdH (Friss – die – Hälfte).

Aber nicht nur diese Form der Nahrungsaufnahme fand eine enorme Anhängerschaft, sondern auch die Atkins Diät und Pritkin Diät.

Gegen Ende der siebziger Jahre entstand die „Brigitte Diät“. Hier handelt es sich um eine kalorienreduzierte Mischkost, die bis heute zu den erfolgreichsten Diäten zählt.

Bei der in den späten siebziger Jahren entstandenen Fitness- und Aerobicwelle, standen nicht unbedingt die Schönheit an erster Stelle, sondern ein schlanker durchtrainierter Körper und das Thema Gesundheit.

Der Verkauf nährstoffangereicherter Instant – Pulver und Formular- Diäten boomte.[33]

Die 80er Jahre wurden weiterhin durch Diäten beherrscht und in der zweiten Hälfte begannen sich die Körper der Models von der durchschnittlichen Frau soweit zu entfernen, dass es fast unmöglich war, ihnen nachzustreben.

Die Frauen der späten 80er und frühen 90er Jahre erschienen als Karrierefrauen. Der ideale Mensch der Werbung dieser Jahre ist jung, strahlend, perfekt gekleidet, schlank, selbstbewusst, erfolgreich und nach Unabhängigkeit strebend.

Die neue Rolle der Frau verschaffte der Convenience-Welle, einen enormen Aufschwung. Tiefkühlprodukte, Fertigprodukte Mikrowellengerichte, wie Tütensuppen und Tiefkühlpizza, gewannen zunehmend an Bedeutung.

Jugend, Leistungsfähigkeit, Fitness und Schönheit wurden in der westlichen Gesellschaft wieder einmal zur Massenbewegung.

Der Wunsch nach dem perfekten, jugendlichen Körper drückte sich in Wonderbras, Push-ups und Shape-ups aus, die Po und Busen lifteten und Bäuche platt drücken sollten.

Diätwahn, Bodybuilding, Schönheits-OP’s und teures Make-up erhielten einen hohen Stellenwert.[34]

Die Medien vermittelten täglich das damalige Schönheitsideal. Fast alle Frauen begannen nun ihren Körper überkritisch zu betrachten. Oftmals resultierte daraus eine Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper.[35]

Mitte der 90er Jahre entstand ein neuer Trend.

Die „Mädchen-Girlies“. Sie erschienen mager, jung, ungekämmt und wurden somit oftmals Kindfrauen genannt.

Sie benutzten dieses als Freiraum für weibliche Körper-Experimente und Identitätskonstruktionen.[36]

Der neue Look setzte sich aus Miniröcken, knappen individuellen Tops, Kniestrümpfen und extravaganten Schuhen zusammen.

Durch den Körper-Boom zu dieser Zeit wurde der männliche Körper erstmals auch verstärkt zum Gegenstand der Öffentlichkeit.

Das Thema Modells und Magersucht gehört spätestens seit der Kate Moss Ära, die den sogenannten Waif- oder Heroin Chic-Look einführte, am Ende der 90er Jahre, zu einem strittigen Thema.

Seit dieser Zeit dominiert das Schönheitsideal der extrem schlanken, teils sogar knochigen Frau.[37]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Models mit weiblichen Formen, wie einst Cindy Crawford, waren nicht mehr gewünscht und der Trend nach immer jüngeren und dünnern Frauen entstand.

Die plastische Schönheitschirurgie, die in den letzten Jahren einen enormen Aufschwung erhielt, ermöglicht heutzutage fast jedem seinem Idealbild näher zu kommen.

Der sich über das Schlanksein definierende Begriff von Schönheit und Schönheitsideal, hat mittlerweile ein Stadium erreicht, dass nicht nur gesundheitsschädigend ist, sondern auch Diskussionen um den weiblichen Schlankheitswahn aufflammen lässt.[38]

Heute wird in 1000en von Frauenzeitschriften die schlanke Figur propagandiert. Schön zu sein wird als die einfachste Sache der Welt dargestellt. Um das zu erreichen werden Schmink-, Frisuren- und Diättips gegeben. Damit wird die Hoffnung geweckt, dem vorgegeben Ideal der Titelseite zu entsprechen.[39]

Die skelettgleichen Modells und Schauspielerinnen der heutigen Zeit verherrlichen das Dünnsein und erheben sie somit zu einem Statussymbol. Image bedeutet alles.

Aus diesem Grund lassen sich die Stars in Hollywood sehr vom Trend des Laufstegs beeinflussen.

Die im Rampenlicht stehenden Persönlichkeiten wie Paris Hilton, Keira Nightley, Lindsay Lohan und Victoria Beckham etc. sind einfach zu dünn. Viele junge Mädchen und Frauen nehmen sich diese Personen als Vorbild und versuchen ihnen nachzueifern.[40]

Der Schlankheitswahn kann gerade bei jüngeren Mädchen dadurch auch immer absurdere Formen annehmen.

In sogenannten „Pro-Ana“ oder „Pro-Mia“ & Co.[41] Foren im Internet, wird die Magersucht oder die Bulimie als extremes Schönheitsideal dargestellt.

Für immer mehr Mädchen ist das nicht krank sondern Lifestyle. Sie fristen ihr Dasein mit zwei Nektarinen, 500 Gramm Broccoli und vielleicht noch einem Apfel pro Tag, um schöner, schlanker, perfekter zu sein.

„Pro Anas" nennen sie sich dann, denn „Ana" ist ihre beste Freundin. Eine nette Abkürzung für eine hässliche Krankheit.

Es ist bereits eine regelrechte Bewegung, die vor etwa fünf Jahren in den USA entstanden ist und nun auch in Deutschland Fuß fasst.

Hier werden die Krankheiten als eine Art Selbstverwirklichung suggeriert.

Die Mitglieder geben sich untereinander Tipps, wie man dem angestrebten Schönheitsideal am schnellsten und effektivsten näher kommen kann.

Zu den Symbolen der Bewegungen gehören Armbänder, die an Essregeln erinnern: Ein Armband in Rot steht für Magersucht, Lila für Bulimie, Weiß für Hungern. Ansteckknöpfe tragen Inschriften wie "Ana Queens" oder "Think thin".[42]

Würde man den Wandel der Schönheitsideale im letzten Jahrhundert in einer Kurve geometrisch aufzeichnen, so lässt sich ein klares Bild erkennen von immer dünner werdenden weiblichen Körpern erkennen.

In der Regel wird keinerlei Rücksicht auf den eigenen Körper beziehungsweise auf die eigene Gesundheit genommen.

Durch einseitige Ernährung und der immer eingeschränkteren Bewegung der Menschen, ist es nicht verwunderlich, dass es in den letzten Jahren zu einer Zunahme von Essstörungen jeglicher Art gekommen ist.

Aber das ist noch nicht alles: Der Mythos Schönheit hat sich mittlerweile zu einem käuflichen Symbol für Erfolg, Lebensart und Lebensstandard entwickelt.[43]

1.2. Historische Erscheinungsformen vom abweichenden Essverhalten

Essstörungen sind nicht erst als Begleiterscheinung des Nahrungsüberflusses in den westlichen Industriegesellschaften aufgetreten.

Seit Jahrhunderten haben einzelne, meist junge Frauen durch freiwilligen Nahrungsverzicht Aufsehen erregt, sie wurden bestaunt, bewundert oder misstrauisch beobachtet. In zeitgenössischen Berichten ist von Fastenwundern und Hungerkünstlern die Rede.

Zwar gibt es einige Verweiße aus der Historie über die verschiedenen Formen von Essstörungen, aber noch nie haben sie soviel öffentliche Aufmerksamkeit erregt wie in den letzten Jahren.[44]

Immer mehr Menschen, mehrheitlich junge Frauen, sind davon betroffen. Nicht wenige tragen über die Jahre hinweg schwerwiegende Schäden davon.[45]

Das folgende Kapitel soll einen kurzen Abriss der Geschichte über die bekanntesten Essstörungen wie zum Beispiel. der Bulimia nervosa, der Anorexia nervosa und der Adipositas geben.

1.2.1. Geschichte der Anorexia nervosa

Die Magersucht ist als Krankheit schon lange bekannt.

Wenn viele Überlieferungen aus der Vergangenheit auch nicht auf die Magersucht im medizinischen Sinne reduzierbar sind, zeigen einige Biographien doch Charakteristika der Anorexie, wie wir sie heute verstehen.

Fasten und Gewichtsabnahme enthalten ein Protestpotential und sind bedeutend für die Entwicklung der Autonomie.

Beschreibungen aus dem Mittelalter zeigen, dass schon damals das Fasten als heilig angesehen wurde. Der heiligen Katharina von Siena beispielsweise, ermöglichte das Fasten, familiäre Heiratsbeschlüsse abzuwehren.[46]

Bereits 1694 beschrieb der englische Arzt Richard Morton die wesentlichen Eigenschaften der Krankheit facettenreich und detailliert.

Als Ursache nahm er eine Störung des Nervensystems an, die völlige Appetitlosigkeit und nervöse Auszehrung zur Folge hatte.

Seine These erhielte jedoch keine Aufmerksamkeit und geriet im Laufe der Zeit wieder in Vergessenheit.[47]

Erst viele Jahre später, 1873, wurde das Krankheitsbild der Anorexia nervosa durch zwei fast zeitgleich, jedoch unabhängig voneinander durchgeführten Arbeiten zweier Mediziner bekannt.

Der englische Internist William Whitey Gull (1816-1890) und der französische Neurologe Ernest Charles Lasègue (1816-1883) beschrieben erstmalig die typischen Symptome der Magersucht. Sie gaben ihr den Namen „hysterical anorexia“ bzw. „anorexie hystèrique“, da sie noch auf hysterische und depressive Grunderkrankungen zurückgeführt wurden.

Beide fanden heraus, dass diese Krankheit auf psychopathologische Faktoren zurückzuführen ist.

Hauptsächlich Frauen zwischen 15 und 23 Jahren erkrankten daran.

Schon damals stellte man fest, dass eine Uneinsichtigkeit der Patienten bezüglich ihrer Krankheit bestand.

Sie hielten den Ursprung der Krankheit für psychisch bedingt und diagnostizierten, dass diese nicht unbedingt durch Appetitlosigkeit hervorgerufen wurde.

Trotz der gestellten Diagnose wurde das Krankheitsbild als solches noch oft mit den Krankheitsbildern der Chlorose oder der Melancholie verwechselt.

Siegmund Freud betitelte die Anorexia 1895 als eine Form von Melancholie bei unterentwickelter bzw. nicht ausgereifter Sexualität.[48]

Erst ab der Jahrhundertwende gehörte der Begriff Anorexia nervosa zur gängigen medizinischen Fachsprache, allerdings gab es noch keine Einigkeit über die Definition der Erkrankung.

Man erkannte jedoch größtenteils an, dass es sich um eine psychische Störung handelt.

Trotz allem war man sich über die Ursache weiterhin uneinig und als Therapie kannte man nur die Zwangsernährung.[49]

Mit dem Wandel des weiblichen Schönheitsideals in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts, und dem Wandel der gesellschaftlichen Stellung der Frau, nahm die Häufigkeit der Essstörungen zu.

Somit wurde das Interesse an der Erforschung dieser Krankheit von den Medizinern gesteigert und geweckt.[50]

Einen wahrhaftigen Anorexie-Boom hat in den späten 60er Jahren das spindeldürre Model Twiggy[51] ausgelöst.

Frauen aller Alters- und Gesellschaftsklassen erkannten das von vielen Männern als „Hungerhaken“ verschriene Model als Ideal an.[52]

Erst ab den 70er/ 80er Jahren des 20. Jahrhunderts erregte die Magersucht, die bis vor wenigen Jahren nicht einmal unter medizinischen Experten bekannt war, vermehrt das Interesse der Öffentlichkeit.

Es kann aber nicht eindeutig belegt werden, ob dies nur daher kam, dass die Krankheit in der heutigen Gesellschaft tatsächlich öfter auftritt, oder ob die gestiegene Aufmerksamkeit dazu führt, dass die Krankheit häufiger diagnostiziert wurde und wird.[53]

1.2.2. Geschichte der Bulimia nervosa

Bulimie wurde lange Zeit nicht als eigenständige Krankheit angesehen und auch in der Literatur der Jahrhundertwende gab es nur wenige Schilderungen von bulimischen Verhaltensweisen.

Im Zusammenhang der Magersucht bemerkte schon Lasègue (1873) bei seinen Fallstudien, dass viele anorextische Patientinnen sich bewusst erbrachen, nachdem sie gezwungen worden waren, zu essen.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kam vermehrt das Interesse bei Medizinern an Patienten auf, die innerhalb kürzester Zeit große Mengen an Nahrungsmitteln verschlingen konnten und durch selbstinduziertes Erbrechen ihren Körper manipulierten. Oftmals wurden die Fälle von Bulimie zur damaligen Zeit noch als Angstneurose diagnostiziert.[54]

In den späten 30er und frühen 40er Jahren des 20. Jahrhunderts traten vermehrt Fälle dieses Krankheitsbildes auf.

Die erste Falldarstellung des Bulimie-Syndroms wurde im Jahre 1932 veröffentlicht.

Es dauerte jedoch noch einige Jahrzehnte, bis ein Zusammenhang und einheitliches Bild der Symptome von übermäßigen Fressanfällen, den darauf folgenden Panikattacken und dem dann aus Schuldgefühl selbst herbeigeführtem Erbrechen der zugeführten Nahrungsmitteln, hergestellt werden konnte.

Erst in den 70er Jahren wurde Bulimie nicht mehr nur als Teil der Anorexia Nervosa betrachtet, sondern von der amerikanischen Ärztin Marlene Boskind-Lodahl 1976 als „Bulimiarexie“ bezeichnet.

Das Krankheitsbild der Bulimie wurde erst 1979 durch Russel begrifflich und inhaltlich von der Magersucht abgegrenzt. Die Aufnahme und Definition als eigenständige Krankheit im Katalog psychiatrischer Störungen durch die American Psychiatric Association erfolgte 1980.

Trotz vieler verschiedener Bezeichnungen für dieses Krankheitsbild, sind die am häufigsten verwendeten Begriffe „Bulimie“ oder „Bulimia nervosa“.[55]

1.2.3. Geschichte der Adipositas

Schon in der griechischen Antike gab es Namen für Adipositas.

So wurde sie zur damaligen Zeit „polysarkia“ genannt. Dies bedeutet so viel wie „Fleischesüberschuss“. Allerdings wurde diesem Erscheinungsbild noch nicht viel Aufmerksamkeit beigemessen.

Auch in den darauf folgenden Jahrhunderten wurde in der Sekundärliteratur die Problematik nur kurz abgehandelt.

Zur Zeit des Mittelalters gab es schon unterschiedliche Einstellungen bezüglich Übergewicht und Fettleibigkeit.

Auf der einen Seite wurde sie als Sünde betrachtet und demzufolge therapiert, beziehungsweise bestraft.

Auf der anderen Seite galt für diejenigen denen genügend Nahrung zur Verfügung stand, Übergewicht als ein Zeichen für „Gottes Gabe“.

Ab dem 17. Jahrhundert kam es zu einer vermehrten Bemühung verschiedener Länder, eine Änderung der bis dahin herrschenden Mäßigungs-, Gesundheits- und Sittlichkeitsvorstellungen durchzusetzen.

Ab diesem Zeitpunkt wurde Übergewicht als ein gesundheitspolitisches Problem wahrgenommen und die ersten vollständigen Abhandlungen erschienen.[56]

Im Jahre 1757 wurde von dem niederländischen Arzt Malcom Flemyng extremes Übergewicht als Krankheit betrachtet. Er dokumentierte, dass starkes Übergewicht eine wirkliche Krankheit, mit Folgeerscheinungen sei.[57]

1864 stellte Wilhelm Ebstein (1836-1912) die 3-Stadien-Theorie auf. Im 3. Stadium spricht Ebstein, genau wie Flemyng, vom krankmachenden Übergewicht.

Zu einer ersten genauen Klassifizierung von Adipositas im medizinischen Sinne, kam es jedoch erst ab 1870.

Es gab auch hier noch keine einheitliche Definition.

Übergewicht wurde ab diesem Zeitpunkt als „Corpulenz“, „Obèsitè“, „Adipositas“ und „Fettsucht“ bezeichnet.[58]

Adipositas war lange Zeit ein Problem das hauptsächlich die oberen Schichten der Gesellschaft betraf, also noch kein Massenphänomen und daher wenig Interesse in der Medizin hervorrief.

Während den ersten 40 Jahren des 20. Jahrhunderts änderte sich daran auch sehr wenig.

Erst ab 1950 begann man die Aufmerksamkeit mehr auf dieses Problem zu richten und warnte vor den Gefahren, Fettleibigkeit zu unterschätzen.

Berechnungsformeln, wie die Broca-Formel oder der bis heute noch angewendete Body-Mass-Index galten als Richtlinien für ein medizinisch gesundes Gewicht.

Die Bekanntmachung möglicher Spätfolgen, veränderte teilweise das Alltagsdenken der Menschen.[59]

Mit der extremen Überbewertung der Schlankheit, die in den folgenden Jahrzehnten begann, entwickelte sich auch die Furcht vor dem Übergewicht.

Die verschiedensten Methoden zum Abnehmen wurden und werden bis heute entwickelt.[60]

Über viele Jahrzehnte hinweg ist im 20. Jahrhundert Übergewicht als Ausdruck psychischer Probleme bzw. Störungen angesehen worden. Entsprechend erfolgten damals vielfach Psychotherapien bei Menschen mit Übergewicht, allerdings mit geringen Auswirkungen auf das Körpergewicht.

Erst ab ca. 1975 wurden verstärkt biologische bzw. physiologische Mechanismen diskutiert. Gerade die Ergebnisse von Zwillings-, Adoptions- und Familienstudien haben erkennen lassen, dass erbliche Faktoren bei der Entstehung von Übergewicht eine erhebliche Rolle spielen. So gehen die meisten Experten davon aus, dass Übergewicht mindestens zu 50% durch erbliche Faktoren hervorgerufen wird.

1.2.4. Geschichte der Binge-Eating-Disorder (BED)

Auffälliges Essverhalten wurde bei Übergewichtigen bereits in den frühen 50er Jahren beschrieben.

1959 veröffentlichte Albert Stunkard, Psychiatrieprofessor an der Universität von Pennsylvania, seine später häufig zitierte Arbeit über „Eating Patterns and Obesitas“.

In dieser berichtete er von Patienten, die im Zusammenhang mit Adipositas unkontrolliertes Essverhalten aufwiesen.

Obwohl das Phänomen seit Jahren bekannt war, erhielt dieses essgestörte Verhalten, erst in den letzten zehn Jahren das Interesse der Forschungswelt.

Im DSM-III wurden sowohl Personen mit Essanfällen ohne späteres Kompensationsverhalten zur Gewichtsreduktion, sowie auch solche, die im Anschluss an diese Essanfälle Gegenmaßnahmen (Erbrechen, Abführmittel) ergriffen, unter dem Begriff der Bulimia Nervosa zusammengefasst.

In der weiterentwickelten Form das DSM-III-R, in Anlehnung an Russell (1979), wurden Personen mit Essanfällen ohne nachfolgende gegensteuernden Maßnahmen von der Diagnose der Bulimia nervosa ausgeschlossen.

Zu Beginn der 90er Jahre wurde eine eigene Diagnosekategorie

für diejenigen Personen gefordert, die wiederholt über Essanfälle berichteten, aber nie oder selten Gegenmaßnahmen ergriffen.

Jedoch erst 1994 wurde die Binge Eating Disorder als eigenständige Diagnose in das amerikanische Diagnosesystem für Psychiatrie Erkrankungen (DSM IV) aufgenommen.[61]

2. Essstörungen – eine Einführung – körperliche und medizinische Folgen

In der westlichen Gesellschaft ist es möglich aus einem großen Angebot von Lebensmittel zu wählen.

Trotz der allgegenwärtigen Ernährungstipps weicht das Essverhalten von Erwachsenen und Kindern oftmals von dem Empfohlenen ab.

Vielmals wird zu schnell, zu falschen Zeiten, zu viel gegessen oder gar nicht auf die Ernährung geachtet.

Jedoch ist das oft kritisierte Essverhalten unserer Gesellschaft nicht zwangsläufig ein Kriterium für Essstörungen.[62]

Vielmehr spielen das Schlankheitsideal, die Persönlichkeit der Betroffenen und das gesellschaftliche Umfeld eine große Rolle. Meistens sind es verschiedene Einflüsse, die bei der Entstehung von Essstörungen zusammenwirken.[63]

Abwertende Bemerkungen über die Figur der Betreffenden oder Diäten stellen meist einen Einstieg in das Krankheitsbild dar.

„Ich bin zu dick.“ Dieser Satz ist für viele oft der Anfang einer langen „Diätkarriere“, die in einer Essstörung enden kann. Menschen mit Essstörungen nehmen sich selbst nicht mehr richtig wahr.[64]

Das Essen bzw. Nicht-Essen kann durchaus zu einem Ersatz und/oder einer Entlastung von unangenehmen Gefühlen wie Kränkungen, Einsamkeit, Stress, etc. werden.[65]

Essgestörte Menschen sind mehr oder weniger intensiv damit beschäftigt, ihre Nahrungsaufnahme zu regulieren und zu kontrollieren.

Die persönlichen Idealvorstellungen von einem perfekten Körper, der Schönheit, der immer mehr Bedeutung beigemessen wird und die wechselnden gesellschaftlichen Normen und Werte sind oftmals ein Kriterium für die Entstehung von krankhaftem Essverhalten.[66]

Essstörungen sind oft die Folge einer hohen Außenreizabhängigkeit. In den Medien sind praktisch nur superdünne, meist krankhaft untergewichtige Menschen erfolgreich. Männer müssen scheinbar einen Waschbrettbauch haben und Frauen sind in den Medien cellulite- und bauchfrei, haben aber große Brüste und eine schmale Taille.[67]

Die Essstörungen sind keine schlechten Angewohnheiten, sondern schwerwiegende psychosomatische Verhaltensstörungen mit einem ausgeprägten Suchtcharakter.

Für die Betroffenen gibt es typische Suchtmechanismen die eine zentrale Rolle spielen: z.B. gedankliche Zentrieren auf das Essen bzw. das Nicht-Essen und der Kontrollverlust.[68]

Für die Diagnose von psychischen Erkrankungen (Essstörungen) ist es wichtig, dass die einheitlichen Merkmale dieser Erkrankungen geklärt und festgehalten sind.

Um die Beschreibung und Interpretation psychischer Störungen weltweit zu vereinheitlichen, gibt es Diagnose- bzw. Klassifikationssysteme. Momentan gibt es zwei dieser Systeme.

Zum einen das Klassifikationsschema der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ,,International Classification of Diseases" (ICD), das alle Krankheiten, die es gibt umfasst und zum Anderen das von der Amerikanischen Psychiatriegesellschaft erarbeitete ,,Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders" (DSM), das sich auf psychische Störungen beschränkt.

In beiden Systemen sind die verschiedenen Essstörungen in vergleichbarer Weise, mit einigen Unterschieden, definiert.

In Deutschland allerdings wird vorwiegend nach den Richtlinien der WHO gehandelt und diagnostiziert.[69]

Die Betroffenen selbst erkennen nicht, oder erst spät, dass sie ein gestörtes Essverhalten haben, da der Übergang zu diesem meist schleichend verläuft.

Nicht immer lassen sich die Erscheinungsformen dieser einzelnen Störungen scharf voneinander abgrenzen. Es ist oftmals so, dass die Übergänge fließend erscheinen und bei vielen Patienten tritt eine Mischung der Symptome auf.[70]

Ungefähr 95% der an Bulimie und/oder Magersucht erkrankten Personen sind weiblich und im Alter zwischen 14 – 35 Jahren. Jedoch ist die Zahl der männlich Betroffenen in den letzten Jahren immer mehr ansteigend.[71]

Die Begriffe „Normal- und Idealgewicht“ spielen schon seit vielen Jahrzehnten eine sehr große Rolle.

Lange Zeit richtete man sich nach der Formel: Körpergröße in Zentimetern minus 100, um sein Normalgewicht in Kilogramm zu ermitteln. Diese Methode, bei der das Gewicht zur Größe ins Verhältnis gesetzt wird, geht auf den französischen Chirurgen Pierre Paul Broca (1824-1880) zurück und galt bis weit in die achtziger Jahre als das Maß aller Dinge.

Für das „Idealgewicht“ hatten Frauen nochmals 15 Prozent, Männer 10 Prozent abzuziehen.[72]

Der daraus resultierende Diätstress und Schlankheitswahn veranlasste Ärzte und Ernährungsberater zum Handeln und der Begriff „Idealgewicht“ wurde 1982 abgelöst. Es entstand das „Wohlfühlgewicht“.

Dieses liegt im Bereich von plus/minus zehn Prozent um das Normalgewicht von Broca herum und bezeichnet die Körperfülle, bei der sich ein Mensch individuell wohl fühlt, sich attraktiv findet und dabei fit und gesund ist.

Die Broca-Formel ist heute also nicht mehr aktuell. Sie greift zwar im Durchschnittsbereich, erfasst jedoch die menschlichen Extreme nicht. Sie liefert keine brauchbaren Ergebnisse für einige Ausnahmefälle, wie z.B. Erwachsene die nicht größer als 1,50 Meter sind. Ebenso bei großen Menschen (über 1,90 Meter) und muskulösen Leistungssportlern versagte die Allzweckformel früherer Zeiten.[73]

Als Bewertungsmaßstab zur Beurteilung des Körpergewichts in der heutigen Zeit wird eine neue, in den USA entwickelte, Formel verwendet. Der „Body-Mass-Index“ kurz BMI. Er ist zwar nicht so leicht zu berechnen wie die Broca-Formel, liefert jedoch Ergebnisse, die auf alle Erwachsenen zutreffen. Auch das Alter spielt eine Rolle bei der Beurteilung des Body-Maß-Index. Der optimale BMI-Bereich bei jüngeren Menschen liegt niedriger (20-24), während Senioren einen größeren Spielraum haben.[74]

Und so wird er errechnet:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Aus der unten folgenden Tabelle lässt sich erkennen, welcher

BMI dem Untergewicht, Normal- und Übergewicht entspricht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1

Beispiel:

Ein Mann ist 1,86 Meter groß und wiegt 78 Kilogramm

Nach der Formel ergibt sich ein BMI von 22,5. Damit liegt sein BMI in der Mitte des Toleranzbereichs, der als gesundheitlich optimal gilt.

Die Gewichtsspanne ist als eine Empfehlung anzusehen und es ist nicht sinnvoll sein Gewicht nur danach auszulegen.

Wichtiger und realistischer ist es die Gewichtsfrage individuell zu bewerten und zu lösen. Es ist entscheidender harmonische Körperproportionen zu erreichen, als irgendwelchen Wiegeergebnissen hinterher zu hungern.

Denn der Kampf gegen die Pfunde kann im Extremfall auch zu schweren Störungen des Essverhaltens führen.[76]

[...]


[1] http://www.peterahne.de

[2] Goethe, Johann Wolfgang von

[3] Deuser, Gläser, Köppe 1995, S.15

[4] vgl. Deuser, Gläser, Köppe 1995, S.15

[5] vgl. Deuser, Gläser, Köppe 1995, S.19

[6] vgl. Cuntz, Hillert 2003, S.53

[7] vgl. Deuser, Gläser, Köppe 1995, S.15

[8] vgl. Posch 1999, S.14ff, zit.in Absenger 2003, S.17

[9] vgl. Deuser, Gläser, Köppe 1995, S.16

[10] vgl. Absenger 2003, S.13f

[11] vgl. Jacobi, Paul, Thiel 2004, S.22

[12] vgl. Absenger 2005, S.13

[13] vgl. Grauer, Schlottke 1987, S.83ff

[14] vgl. Posch 1999, S.98f

[15] vgl. Deuser, Gläser, Köppe 1995, S.15

[16] vgl. Absenger 2003, S.7

[17] vgl. Schlottke 1987, S.142f

[18] vgl. Absenger 2003, S.7f

[19] vgl. Grauer, Schlottke 1987, S.150ff

[20] vgl. Merta 2003, S.93

[21] vgl. Posch 1999, S.37ff, zit.in Absenger 2003, S.8

[22] vgl. Absenger 2003, S.8

[23] vgl. Deuser, Gläser, Köppe 1995, S.23f

[24] vgl. Mar/Wolf 1928, S.8; Zikel 1925, S.64 zit.in Merta 2003, S.126

[25] vgl. Absenger 2003, S.8

[26] vgl. Posch 1999, S.40

[27] vgl. Absenger 2003, S.8

[28] vgl. Grauer, Schlottke 1987, S.157

[29] vgl. Deuser, Gläser, Köppe 1995, S.25

[30] vgl. Posch 1999, S.44

[31] vgl. Absenger 2003, S.8

[32] vgl. Deuser, Gläser, Köppe 1995, S.26

[33] vgl. Posch 1999, S.46

[34] vgl. Merta 2003, S.537

[35] vgl. Posch 1999, S.47ff

[36] vgl. Absenger 2003, S.8

[37] vgl. Posch 1999, S.48

[38] vgl. Deuser, Gläser, Köppe 1995 S.163

[39] vgl. Posch 1999, S.111

[40] vgl. Absenger 2005, S.19f

[41] steht für pro Anorexia nervosa oder für pro Bulimia nervosa

[42] vgl. http://de.wikipedia.org

[43] vgl. Deuser, Gläser, Köppe 1995, S.163

[44] vgl. Ehle 1992, S.52f

[45] vgl. Habermas 1990, S.55ff

[46] vgl. Habermas 1990, S.41ff

[47] vgl. Schütze 1980, S.12

[48] vgl. Buddeberg-Fischer 2000, S.8

[49] vgl. Deuser, Gläser, Köppe 1995, S.175

[50] vgl. Buddeberg-Fischer 2000, S.8

[51] englisch, zu Deutsch Zweig

[52] vgl. Merta 2003, S.318

[53] vgl. Habermas 1994, S.155

[54] vgl. Merta 2003, S.316

[55] vgl. Deuser, Gläser, Köppe 1995, S.182

[56] vgl. Klotter 1990, S.44ff

[57] zit. in Worthington 1875 nach Habermas 1990, S.76

[58] vgl. Merta 2003, S.313

[59] vgl. Habermas 1990, S.78

[60] vgl. Klotter 1990, S.55ff

[61] vgl. Schirmer 2004

[62] vgl. Reich, Götz-Kühne, Killius 2004, S.32

[63] vgl. Steinbrenner, Schönauer-Cejpek 2003, S.6f

[64] vgl. Tuschen-Caffier, Pool, Hilbert 2005,S.27f

[65] vgl. Proissl 2005, S.8

[66] vgl. Vogelsang, Schuhler, Zielke 2005, S.7

[67] vgl. Reich, Götz-Kühne, Killius 2004, S.33

[68] vgl. Jacobi, Thiel, Paul 2000, S.7

[69] vgl. Gerlinghoff , Backmund 2000, S.15f

[70] vgl. Gerlinghoff 1998, S.7

[71] vgl. Proissl 2005, S.5f

[72] vgl. Schmidinger 1998, S.11, zit.in Absenger 2003, S.9

[73] vgl. Wolf 1993, S.35, Posch 1999, S.142, zit.in Absenger 2003, S.10

[74] vgl. Posch 1998, S.142, Cuntz, Hillert 1998, S.20, zit.in Absenger 2003, S.10f

[75] www.bmi-rechner24.de

[76] vgl. Weight Watchers Fernprogramm, S.5

Ende der Leseprobe aus 139 Seiten

Details

Titel
Schönheitsideale im Wandel der Zeit und ihr Zusammenhang mit Essstörungen
Untertitel
Präventionsmaßnahmen und Aspekte der Gesundheitsförderung
Hochschule
Hochschule Fulda
Note
1,0
Autoren
Jahr
2007
Seiten
139
Katalognummer
V126988
ISBN (eBook)
9783640346172
ISBN (Buch)
9783640346271
Dateigröße
2509 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schönheitsideale, Wandel, Zeit, Essstörungen, Präventionsmaßnahmen, Aspekte, Gesundheitsförderung
Arbeit zitieren
Susann Grösch/Freudenthal (Autor:in)Carolin Licht (Autor:in), 2007, Schönheitsideale im Wandel der Zeit und ihr Zusammenhang mit Essstörungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126988

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