Das Phänomen Essstörung stellt den Mittelpunkt unserer Arbeit dar. Wir möchten unser Hauptaugenmerk auf den gesellschaftstheoretischen Kontext beziehungsweise die Rolle der Frauen in der sogenannten westlichen zivilisierten und industrialisierten Welt legen.
Folgende Fragen haben sich für uns ergeben, die wir versuchen wollen zu klären:
Woran liegt es, dass hauptsächlich Frauen an einer Essstörung erkranken?
Welche Einflüsse haben TV-Sendungen wie „Germany's Next Topmodel“ oder „Besser Essen“ auf unsere Gesellschaft?
Zunächst möchten wir einen kleinen historischen Einblick in das sich wandelnde Schönheitsideal innerhalb der Gesellschaft geben.
Die unterschiedlichen Formen der Essstörungen sowie eine Krankheitsbeschreibung von Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, Adipositas, Binge-Eating-Disorder und den verschiedenen Unterformen sollen anschließend näher betrachtet werden. Hierzu gehört auch die psychische Befindlichkeit des einzelnen Menschen, deren Einfluss sich auch auf unser Bewegungsverhalten auswirkt.
In Kapitel 3 werden „Mögliche Ursachen bzw. Faktoren von Essstörungen“ dargestellt. Hierzu betrachten wir die biologisch-genetischen Faktoren, die psychologischen Komponenten, den familiären Einfluss, sowie die soziokulturellen und gesellschaftspolitischen Einflusskomponenten. Hier wird sich zeigen, dass es nicht nur eine einzige Ursache für essgestörtes Verhalten gibt, sondern dass viele verschiedene individuelle Faktoren bei der Entstehung von Essstörungen beteiligt sein können.
Im darauf folgenden Kapitel beschäftigen wir uns mit den gängigsten Behandlungsansätzen, deren Zielen und Erfolgen. Diese werden häufig miteinander kombiniert, um die Chancen auf Heilung zu erhöhen. Hier zeigt sich auch, dass es aufgrund der verschiedenen Entstehungsfaktoren und Hintergründe der Betroffenen keine einheitlichen Therapiemaßnahmen gibt.
Der fünfte Teil der Arbeit bezieht sich auf Möglichkeiten der Prävention von Essstörungen. Es werden anderem eigene Überlegungen zu primären Präventionen aufgezeigt und deren Umsetzungsmöglichkeiten im Alltag. Eine Überlegung zu dieser Problematik wäre die allgemeine Einführung bzw. Weiterentwicklung von Ganztagsschulen, mit bereits integrierten Präventionsmaßnahmen.
Anschließend möchten wir noch einmal kurz auf gesundheitsfördernde Aspekte in der Prävention, mit Hilfe von progressiven Muskelentspannung und autogenem Training, eingehen.
Inhaltsverzeichnis
1 Schönheitsideale und Gesundheitsvorstellungen im Wandel der Zeit
1.1 Twiggy oder Rubensfrau – Schönheit im Wandel der Zeit
1.2 Historische Erscheinungsformen vom abweichenden Essverhalten
1.2.1 Geschichte der Anorexia nervosa
1.2.2 Geschichte der Bulimia nervosa
1.2.3 Geschichte der Adipositas
1.2.4 Geschichte der Binge-Eating-Disorder (BED)
2 Essstörungen – eine Einführung – körperliche und medizinische Folgen
2.1 Essstörungen – eine Sucht?
2.2 Orthorexie (Orthorexia nervosa)
2.3 Gezügeltes Essverhalten (restrained eating) – Der Einstieg zur Essstörungen?
2.4 Anorexia nervosa (Magersucht)
2.4.1 Folgeschäden
2.5 Bulimia nervosa (Ess-Brech-Sucht)
2.5.1 Folgeschäden
2.6 Übergewicht – Adipositas
2.6.1 Folgeschäden
2.7 Latente Adipositas/Latente Esssucht
2.8 Binge-Eating-Disorder (Fressanfälle)
2.8.1 Folgeschäden
3 Mögliche Ursachen bzw. Faktoren von Essstörungen
3.1 Biologisch-genetische Faktoren
3.2 Psychologische Komponenten
3.3 Sexueller Missbrauch und Essstörungen
3.4 Familiäre Einflüsse
3.5 Soziokulturelle und gesellschaftspolitische Einflüsse
3.6 Feministische Aspekte
4 Hilfen zur Bewältigung von Essstörungen, ihre Ziele und Erfolge
4.1 Ambulante Beratungen
4.2 Selbsthilfegruppen
4.3 Somatisch orientierte Behandlungen
4.4 Methoden der Psychotherapie
4.4.1 Verhaltenstherapie
4.4.2 Psychoanalyse
4.4.3 Gesprächspsychotherapie
4.4.4 Systemische Familientherapie
4.5 Körpertherapeutische Ansätze
4.5.1 Maltherapie
4.6 Musiktherapie
4.6.1 Tanz- und Bewegungstherapie
4.6.2 Entspannungstechniken
4.7 Dauer, Kosten und Erfolge der Behandlungen
5 Prävention von Essstörungen
5.1 Zum Begriff der Prävention
5.2 Bestimmung der Risikofaktoren und deren Reduzierungsmöglichkeiten
5.3 Projekte zur Arbeit bei Essstörungen und deren Möglichkeiten zur Umsetzung
5.3.1 Projekt „BodyTalk“
5.3.2 Projekt „Korrekt Kochen!“
5.4 Eigene Überlegungen zu Präventionsarbeit
Zielsetzung & Themen
Die Diplomarbeit untersucht den gesellschaftlichen Wandel von Schönheitsidealen und dessen Einfluss auf die Entstehung von Essstörungen sowie auf die körperliche und psychische Gesundheit von Frauen. Dabei werden Ursachenfaktoren analysiert, Therapiemethoden bewertet und präventive Strategien im Bildungs- und Gesundheitssektor erarbeitet.
- Historische Entwicklung von Schönheitsidealen und deren Einfluss auf Essverhalten.
- Medizinische und psychologische Charakterisierung von Essstörungen wie Anorexie, Bulimie, Adipositas und Binge-Eating.
- Analyse multifaktorieller Ursachen (genetisch, psychologisch, familiär, gesellschaftlich).
- Bewertung verschiedener Therapieansätze wie Verhaltenstherapie, Psychoanalyse und körpertherapeutische Methoden.
- Entwicklung von Präventionskonzepten für Schulen und Jugendeinrichtungen.
Auszug aus dem Buch
1.1 Twiggy oder Rubensfrau – Schönheit im Wandel der Zeit
Bereits sehr früh wurden menschliche Proportionen künstlerisch dargestellt und aus den verschiedenen Kunstwerken kann man oftmals das Schönheitsideal der jeweiligen Zeit rekonstruieren. Funde aus der Altsteinzeit (30.000 bis 10.000 vor Chr.) von weiblichen Figuren lassen darauf schließen, dass üppige Frauenkörper bevorzugt wurden.16
Während der Gotik (13. bis 15.Jahrhundert) bis in die Frührennasissance, galt das Ideal des jugendlich-schlanken Körpers. Frauen wurden schmal, mit kleinen Brüsten und Spitzbauch dargestellt.
Im Barock (17. bis frühes 18. Jahrhundert) waren üppige Formen wieder gewünscht. Gutes Essen und Trinken gehörte besonders zu dieser Zeit zum gehobenen Lebensstil und daher spiegelte ein praller Körper Macht und Prunk wider.
Zusammenfassung der Kapitel
Schönheitsideale und Gesundheitsvorstellungen im Wandel der Zeit: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung von Schönheitsidealen nach und zeigt auf, wie sich die gesellschaftliche Wahrnehmung weiblicher Körper über Epochen hinweg gewandelt hat.
Essstörungen – eine Einführung – körperliche und medizinische Folgen: Es erfolgt eine detaillierte Einführung in die verschiedenen Störungsbilder und eine Erläuterung der schwerwiegenden physischen und psychischen Auswirkungen auf die Betroffenen.
Mögliche Ursachen bzw. Faktoren von Essstörungen: Hier werden die biologischen, psychologischen, familiären und soziokulturellen Hintergründe beleuchtet, die bei der Entstehung von Essstörungen zusammenwirken.
Hilfen zur Bewältigung von Essstörungen, ihre Ziele und Erfolge: Dieses Kapitel diskutiert gängige Behandlungsansätze wie Verhaltenstherapie, Psychoanalyse und Körpertherapie sowie die Bedeutung einer frühzeitigen Diagnose.
Prävention von Essstörungen: Der Fokus liegt auf der Bedeutung vorbeugender Maßnahmen, insbesondere für Kinder und Jugendliche, inklusive konkreter Projekte wie „BodyTalk“ oder „Korrekt Kochen!“.
Schlüsselwörter
Essstörungen, Schönheitsideal, Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, Adipositas, Binge-Eating, Prävention, Körperbild, Psychotherapie, Verhaltenstherapie, Familiäre Einflüsse, Gesundheitsförderung, Soziokulturelle Faktoren, Selbstwertgefühl, Diätverhalten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Wandel von Schönheitsidealen und deren ursächliche Rolle bei der Entwicklung von Essstörungen sowie Möglichkeiten zur Prävention und Behandlung.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt historische Schönheitsideale, spezifische Essstörungen (Anorexie, Bulimie, Adipositas, Binge-Eating), deren Ursachen sowie therapeutische und präventive Ansätze.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und der Entstehung von Essstörungen aufzuzeigen und Ansätze für eine erfolgreiche Prävention und Behandlung zu diskutieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie Experteninterviews mit Beratungsstellen, um die theoretischen Aspekte mit der praktischen Arbeit abzugleichen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die verschiedenen Krankheitsbilder, deren körperliche und psychische Folgen, Ursachenforschung und verschiedene Therapieformen (z.B. Verhaltenstherapie, systemische Familientherapie) detailliert beschrieben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Essstörungen, Prävention, Schönheitsideal, Körperbild und psychosomatische Erkrankungen charakterisiert.
Welche Rolle spielt die Familie bei der Entstehung von Essstörungen?
Die Autoren betonen, dass dysfunktionale Familienstrukturen, Überfürsorglichkeit oder ein hoher Leistungsdruck in der Familie als bedeutsame Faktoren die Entstehung einer Essstörung begünstigen können.
Warum wird die präventive Arbeit als so zentral angesehen?
Prävention wird als unverzichtbar betrachtet, da die Heilung von Essstörungen oft langwierig und schwierig ist, weshalb ein frühzeitiges Erkennen und das Stärken von Schutzfaktoren bereits in der Kindheit als entscheidend gelten.
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- Susann Grösch/Freudenthal (Author), Carolin Licht (Author), 2007, Schönheitsideale im Wandel der Zeit und ihr Zusammenhang mit Essstörungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126988