Was wünschen sich die jüngsten Generationen von einem Arbeitgeber oder vom künftigen Arbeitsleben und was sollte der öffentliche Dienst konkret tun, um attraktiver für diese Zielgruppen in Erscheinung zu treten? Die vorliegende Projektarbeit versucht, Antworten zu finden. Dabei wird zunächst die demografische Situation des öffentlichen Dienstes in aller Kürze analysiert.
Da es der Personalgewinnung bislang an einer wegweisenden theoretischen Grundlage zur Darstellung der Komplexität und Vielschichtigkeit menschlicher Arbeitsplatz-Auswahlerwägungen ermangelt, wird über die Kombination zweier theoretischer Ansätze versucht, ein neues Modell zu entwerfen. Dieses soll eine einfach, praxistaugliche, logische und nachvollziehbare Herangehensweise begründen, um die Attraktivität einer Stelle bzw. eines Arbeitgebers abbilden zu können. Am Ende der Arbeit werden Empfehlungen zur Attraktivitätssteigerung bei der Personalgewinnung und Tipps für zeitgemäße Stellenausschreibungen und Auswahlgespräche gegeben. Die Arbeit schließt mit einer kritischen Würdigung, einer Zusammenfassung mit Schlussfolgerungen sowie einem kurzen Fazit ab.
Inhaltsverzeichnis der Projektarbeit
Einleitung
I. Grundlagenteil
A) Konzeptionelle Grundlagen
1) Demografie im öffentlichen Dienst
2) Sozialtheoretische Vorbetrachtung
B) Das Generationenkonzept
1) Generationentheoretische Vorbetrachtung
2) Zielgruppe Gen Z
2.1 Eigenarten und Charakterisierung
2.2 Ansprüche an den Arbeitgeber
3) Zielgruppe Gen Alpha
3.1 Eigenarten und Charakterisierung
3.2 Ansprüche an den Arbeitgeber
II. Hauptteil
A) Handlungsbedarf bei der Personalgewinnung
1) Reformbedarf im öffentlichen Dienst
2) Trend der Personalgewinnung
B) Rechtliche Hürden
1) Rechtsvorschriften
2) Eine Fehlerquelle beim E-Recruiting
C) Attraktivitätssteigerung
1) Stellenausschreibungen und Auswahlgespräche
2) Zielgruppen erreichen
III. Schlussteil
A) Zusammenfassung und Schlussfolgerungen
B) Ausblick und Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Projektarbeit zielt darauf ab, Strategien zu entwickeln, um den öffentlichen Dienst für die Generationen Z und Alpha attraktiver zu gestalten. Ausgehend von der demografischen Problematik und der Konkurrenz zur Privatwirtschaft wird analysiert, wie moderne Personalgewinnung unter Beachtung rechtlicher Rahmenbedingungen gelingen kann.
- Analyse des demografischen Wandels und dessen Auswirkungen auf den öffentlichen Dienst
- Psychologische und soziologische Charakterisierung der Generation Z und Alpha
- Untersuchung von Reformbedarfen und Trends in der Personalgewinnung
- Rechtliche Anforderungen an Stellenausschreibungen und E-Recruiting
- Strategien zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität bei jungen Zielgruppen
Auszug aus dem Buch
1) Demografie im öffentlichen Dienst
Der demografische Wandel ist in der wissenschaftlichen Diskussion nicht neu. Hierzu gibt es zahlreiche Statistiken und Analysen, die stets zu ähnlichen Ergebnissen kommen. So sinkt seit Jahren das Erwerbspersonenpotential in Deutschland konstant. Die Ursache liegt in der niedrigen Fertilität der jeweiligen Generationen seit den frühen 1970er Jahren. Die älteren Jahrgänge werden deshalb als geburtenstark bezeichnet, während die jüngeren als geburtenarme Generationen gelten. Die Boomer-Generation steht gegenwärtig vor dem Übergang in das Rentenalter bzw. dem Pensionseintritt. Dadurch wird in allen Sektoren das Arbeitskräftepotential maßgeblich schrumpfen. Diese Situation wird mitunter als Krise oder Prekarisierung aufgefasst, für die es auf mittlere Sicht keine Änderung geben kann.
Es steht ganz klar fest „[i]m öffentlichen Dienst sind die vorhandenen Aufgaben seit Jahren auf zu wenige Schultern verteilt.“ Zum Stichtag 2020 haben 4,97 Millionen Menschen für den öffentlichen Dienst gearbeitet, von denen 27 Prozent 55 Jahre oder älter waren. Ein Drittel aller Mitarbeiter wird in den nächsten 10 Jahren in den Ruhestand übergehen. Zudem fiel die Zahl der Beschäftigten von 1991 zu 2020 von 6,74 auf 4,97 Millionen. Deshalb wird dringend eine gezielte Personalgewinnungsstrategie für Bund, Länder und Kommunen gefordert. Aus Sicht des dbb brennt es bereits „an allen Ecken und Enden.“
Die kommende Pensionierungswelle wird demzufolge zu einem hohen Ersatzbedarf an Arbeitskräften im öffentlichen Dienst führen. Aufgrund des hohen Durchschnittsalters ist der öffentliche Dienst zudem wesentlich stärker vom demografischen Wandel betroffen als die Privatwirtschaft. Bis in das Jahr 2030 werden annähernd 29 Prozent aller Bediensteten aus dem Dienst austreten, sodass im Bundesgebiet jährlich zirka 130.000 Neueinstellungen erfolgen müssten, um die prognostizierten Personalrückgänge für die öffentliche Hand zu parieren. Für die kommenden zehn Jahre wird in praktisch allen Aufgabenbereichen des öffentlichen Dienstes von einem Verlust von mindestens 25 Prozent (Abbildung 1) der Bediensteten ausgegangen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Problematik der Nachwuchsgewinnung im öffentlichen Dienst unter Einbeziehung der demografischen Herausforderungen.
I. Grundlagenteil: Theoretische Herleitung durch demografische Analysen sowie die Erstellung eines Konzepts, das Bedürfnisse der Generationen Z und Alpha mit Parametern zur Arbeitgeberattraktivität verknüpft.
II. Hauptteil: Analyse des Handlungs- und Reformbedarfs, der rechtlichen Hürden im E-Recruiting sowie praktische Empfehlungen für Stellenausschreibungen und Auswahlgespräche.
III. Schlussteil: Zusammenfassung der Erkenntnisse, ein Ausblick auf die notwendige strategische Neuausrichtung sowie ein Fazit zur Personalgewinnungsstrategie für den öffentlichen Sektor.
Schlüsselwörter
Personalgewinnung, Öffentlicher Dienst, Generation Z, Generation Alpha, Demografischer Wandel, Arbeitgeberattraktivität, Employer Branding, Recruiting, Personalmarketing, Digital Natives, Rechtliche Rahmenbedingungen, E-Recruiting, Personalentwicklung, Fachkräftemangel, Nachwuchsgewinnung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Herausforderung, den öffentlichen Dienst für junge Generationen (Gen Z und Alpha) angesichts schrumpfender Arbeitskräftepotentiale als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind der demografische Wandel, die Psychologie der jüngsten Generationen, moderne Marketinginstrumente (Employer Branding) und die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine diskriminierungsfreie Personalgewinnung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, Antworten auf die Frage zu finden, wie der öffentliche Dienst für die Generationen Z und Alpha attraktiver gestaltet werden kann und wo konkreter Änderungsbedarf in den Recruiting-Prozessen besteht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein theoretisches Modell entwickelt, das die Bedürfnispyramide nach Maslow mit der "Employer Attractiveness Scale" von Berthon et al. verknüpft, um Arbeitgeberwahl-Entscheidungen besser verstehbar zu machen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert Handlungsbedarfe in der Personalverwaltung, zeigt rechtliche Hürden auf und bietet praxisnahe Tipps für E-Recruiting, Stellenausschreibungen und Auswahlgespräche.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Personalgewinnung, Generation Z, Generation Alpha, Employer Branding und Demografischer Wandel definiert.
Warum ist die Berücksichtigung der Generation Alpha wichtig, obwohl sie noch nicht am Arbeitsmarkt aktiv ist?
Die Arbeit argumentiert, dass eine langfristige Planung für öffentliche Aufgaben zwingend erfordert, sich bereits heute mit den Werten und Anforderungen der künftigen Arbeitnehmergenerationen auseinanderzusetzen.
Inwiefern beeinflusst das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) das moderne E-Recruiting im öffentlichen Dienst?
Das AGG setzt enge rechtliche Grenzen für Stellenausschreibungen und die Auswahl von Bewerbern, was bedeutet, dass digitale Recruiting-Maßnahmen stets diskriminierungsfrei sein müssen und keine irrelevanten Auswahlkriterien verwenden dürfen.
- Arbeit zitieren
- Philipp Häring (Autor:in), 2022, Steigerung der Arbeitgeberattraktivität im öffentlichen Dienst. Die Generation Z und Alpha gewinnen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1270056