Die Arbeit wird sich auf die Inklusion geistig beeinträchtigter Kinder im Sportunterricht konzentrieren, woraus ein Entwurf zur Gestaltung eines inklusiven Unterrichts entstehen wird. Hierzu werden die Vorgaben des Kultusministeriums herangezogen. Die Unterrichtseinheit soll auf eine praktische Umsetzung geprüft werden und ob den Anforderungen eines inklusiven Unterrichts mit geistig beeinträchtigten SuS gerecht wird. Aus der Reflexion werden Anregungen und Vorschläge erarbeitet, die eine Inklusion von SuS mit FSGE in den Sportunterricht fördert und unterstützt.
Gliederung
1. Einstieg
2. Was bedeutet Inklusion?
2.1 Umgang mit Heterogenität im Kontext Schule
2.2 Perspektiven einer inklusiven Schulentwicklung
3. Inklusion in niedersächsischen Schulen
3.1 Gesetzliche Grundlage zur Umsetzung von Inklusion
3.2 Förderschwerpunkt „geistige Entwicklung“ im Sportunterricht
3.3 Einblick in die Kerncurricula der Sekundarstufe I und der Sekundarstufe I mit Förderschwerpunkt „geistige Entwicklung“ – Darstellung und Vergleich der Kompetenzen
4. Inklusiver Unterrichtsentwurf zum Thema „Trampolin“ mit Schüler und Schülerinnen mit geistigem Entwicklungsförderbedarf
4.1 Auswertung nach dem TREE – Modell
4.2 Anregungen
4.3 Ergebnisse
5. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die curricularen Vorgaben des Sportunterrichts der Sekundarstufe I unter Berücksichtigung des Förderschwerpunkts „geistige Entwicklung“, um auf dieser Basis einen inklusiven Unterrichtsentwurf für das Thema „Trampolin“ zu entwickeln, zu reflektieren und auf seine Praxistauglichkeit zu prüfen.
- Historische Entwicklung von Sonder- und Förderschulen hin zur Inklusion.
- Theoretische Auseinandersetzung mit dem Inklusionsbegriff und den Auswirkungen auf Schulkultur und Lehrkräfte.
- Vergleichende Analyse der Kerncurricula für Regelschulen und Schulen mit Förderschwerpunkt „geistige Entwicklung“.
- Konstruktion und evaluative Auswertung eines praktischen Unterrichtsbeispiels mittels des TREE-Modells.
- Diskussion über Voraussetzungen, Barrieren und notwendige Rahmenbedingungen für gelingende inklusive Schulpraxis.
Auszug aus dem Buch
3.2 Förderschwerpunkt „geistige Entwicklung“ im Sportunterricht
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO, 2019), Regionalbüro für Europa definiert eine geistige Behinderung mit der „[…] signifikant verringerte[n] Fähigkeit, neue oder komplexe Informationen zu verstehen und neue Fähigkeiten zu erlernen und anzuwenden (beeinträchtigte Intelligenz). Dadurch verringert sich die Fähigkeit, ein unabhängiges Leben zu führen (beeinträchtigte soziale Kompetenz)“. Die WHO erklärt aber auch, dass das Maß der genannten Beeinträchtigungen von den „Rahmenbedingungen“, bzw. Normen (Wan- sing, S. 19f.) und Barrieren geprägt wird. Doch eben diese Fähigkeiten, wie die „Ausprägung [von] Kompetenzen für die Lebensbewältigung und –gestaltung“ (KC SEK I, 2017, S. 5), die „körperliche, soziale, emotionale und geistige Entwicklung“ (KC SEK I, 2017, S. 5), und die Persönlichkeitsstärkung werden im Sportunterricht u.a. fokussiert. Anknüpfend an die Definition der WHO kann zum weiteren Verständnis von geistiger Behinderung die Aufteilung von Schuppener (2017, S. 70) herangezogen werden, welche in den schulischen Kontext miteinbezogen werden sollten.
Im schulischen Kontext geht es dann um die Feststellung eines sonderpädagogischen Förderbedarfs im Schwerpunkt „geistige Entwicklung“ (FSGE), welcher durch Sonderpädagogen im Rahmen eines diagnostischen Gutachtens ermittelt wird. Die daraus entstehende Förderdiagnostik bildet, neben der Unterrichtsplanung, -gestaltung und der Kooperation mit den jeweiligen Eltern, ein fundamentales Element, woraus dann individuelle Lern- und Förderziele abgeleitet und konkretisiert werden können. Schuppener (2017, S. 82) hebt hervor, dass sich die Lehrkräfte bestimmten Voraussetzungen stellen müssen, die mit den Folgen einer geistigen Beeinträchtigung einhergehen können. Diese können zerebrale Bewegungsstörungen, Skoliosen, Herzfehler, Ängste, Konzentrationsprobleme, Bewegungs- und Handlungsplanung, etc. sein (Schuppener, 2017, S. 82).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einstieg: Die Einleitung beleuchtet den historischen Wandel vom segregierten Förderschulwesen zur Inklusion und stellt die Herausforderungen bei der Umsetzung an Regelschulen dar.
2. Was bedeutet Inklusion?: Dieses Kapitel erschließt den Inklusionsbegriff auf Basis relevanter Literatur und diskutiert Merkmale von Heterogenität sowie Kriterien für eine gelingende inklusive Schulentwicklung.
3. Inklusion in niedersächsischen Schulen: Hier werden die gesetzlichen und curricularen Rahmenbedingungen in Niedersachsen detailliert analysiert und die Kerncurricula für Regelschulen und den Förderschwerpunkt „geistige Entwicklung“ gegenübergestellt.
4. Inklusiver Unterrichtsentwurf zum Thema „Trampolin“ mit Schüler und Schülerinnen mit geistigem Entwicklungsförderbedarf: Dieses Kapitel präsentiert das theoretische Modell eines inklusiv gestalteten Unterrichtsentwurfs zum Thema Trampolin, wertet diesen mittels des TREE-Modells aus und leitet konkrete Anregungen ab.
5. Ausblick: Der Ausblick resümiert die Projektergebnisse und betont die Notwendigkeit multiprofessioneller Zusammenarbeit und praktischer Erfahrung für die erfolgreiche Umsetzung inklusiver Sportangebote.
Schlüsselwörter
Inklusion, Sportunterricht, geistige Entwicklung, Kerncurriculum, Förderschwerpunkt, Heterogenität, Trampolin, Inklusionsdidaktik, Förderdiagnostik, Schulentwicklung, sonderpädagogischer Förderbedarf, Bewegungsförderung, Inklusive Bildung, Unterrichtsplanung, TREE-Modell.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Herausforderung, inklusive Bildung im Fach Sport für Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt „geistige Entwicklung“ an Regelschulen durch theoretische Analysen und praktische Entwürfe zu gestalten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Inklusionsbegriff im schulischen Kontext, die gesetzlichen Grundlagen in Niedersachsen, die curricularen Anforderungen an den Inklusionsunterricht sowie die praktische Gestaltung einer Unterrichtseinheit zum Thema Trampolin.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, curriculare Vorgaben zu analysieren und ein theoretisches Unterrichtsmodell zu entwickeln, das zeigt, wie inklusive Sporteinheiten unter Berücksichtigung individueller Förderschwerpunkte geplant werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literatur- und Dokumentenanalyse, ergänzt durch die Konstruktion und die Auswertung eines unterrichtsbezogenen Fallbeispiels nach dem TREE-Modell (Teaching Style, Rules, Equipment, Environment).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung des Inklusionsbegriffs, den Vergleich von Kerncurricula für Regelschulen und den Förderschwerpunkt „geistige Entwicklung“ sowie die detaillierte Auswertung eines inklusiven Sport-Unterrichtsentwurfs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Inklusion, Förderschwerpunkt „geistige Entwicklung“, Sportunterricht, Heterogenität, Unterrichtsentwurf und Förderdiagnostik charakterisiert.
Welche Rolle spielt das TREE-Modell in dieser Untersuchung?
Das TREE-Modell dient als Analyse- und Differenzierungsinstrument, um den geplanten Unterrichtsentwurf gezielt auf Aspekte wie Lehrverhalten, Regelanpassung, Materialwahl und Lernumgebung auszuwerten.
Warum wird gerade das Trampolin als Fallbeispiel gewählt?
Das Trampolin wird gewählt, weil es als Sportgerät aufgrund seiner therapeutischen Bedeutung und der vielfältigen Bewegungsmöglichkeiten eine hohe Eignung aufweist, die Selbstständigkeit in den Bereichen Motorik und Soziales zu fördern.
Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit hinsichtlich der Praxistauglichkeit?
Die Arbeit schlussfolgert, dass Inklusion im Sport zwar gelingen kann, jedoch eine fundierte Förderdiagnostik, ausreichende sonderpädagogische Unterstützung und multiprofessionelle Teamarbeit zwingende Voraussetzungen sind, die aktuell in der Praxis oft fehlen.
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- Anonym (Author), 2019, Inklusion im Sportunterricht. Analyse der curricularen Vorgaben im Fach Sport der Sekundarstufe I, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1270158