Der Mangel an qualifiziertem Personal ist in den letzten Jahren immer größer
geworden. Gerade in Bezug auf gut ausgebildete Fachkräfte und Entscheidungsträger
hat sich der Arbeitsmarkt von einem Anbieter- zu einem Nachfragemarkt
entwickelt. Das Personalmarketing unterstützt die Suche und Findung
qualifizierter Nachwuchs- und Führungskräfte. Wir wollen im Rahmen dieser
Seminararbeit verschiedene Ansätze des Personalmarketings näher beleuchten.
Speziell wollen wir darauf eingehen, wie Unternehmen hochqualifizierte
Führungskräfte rekrutieren. Der Erfolg des Rekrutierungsprozesses hängt von
verschiedenen Faktoren ab, auf deren Basis Personalmarketingstrategien entwickelt
werden müssen. Zwei wichtige Faktoren wollen wir in dieser Arbeit
genauer untersuchen. Zum ersten wollen wir analysieren, welche Anforderungen
die Bewerber an die Unternehmen haben und wie sie die ausschreibenden
Unternehmen daraufhin bewerten. Zum zweiten wollen wir untersuchen, wie die
Unternehmen die potentiellen Nachwuchsführungskräfte identifizieren und
bewerten. Dazu werden sogenannte Anforderungsprofile erstellt. Unsere Untersuchungen
wollen wir mit Hilfe der Conjoint-Analyse durchführen. Im Gegensatz
zu vielen anderen Untersuchungen, die durch direkte Befragungen von Personen
durchgeführt wurden und werden, basiert die Conjoint-Analyse auf einer
indirekten Befragung. Bevor wir auf die verschiedenen Anforderungsprofile
näher eingehen, wollen wir kurz die Grundlagen der Conjoint-Analyse erläutern.
Des weiteren wollen wir den Bewerbungsprozess potentieller Bewerber kurz
skizzieren und im Anschluss auf die Bedeutung von Anforderungsprofil und
Personalimage eingehen. Im Hauptteil unserer Arbeit werden wir die zwei
Anforderungsprofile erstellen und deren Wichtigkeiten messen. Aus den
Ergebnissen versuchen wir Rückschlüsse auf den Bewerbungsprozess zu ziehen.
Außerdem werden wir aus unseren Ergebnissen Erkenntnisse für Personalmarketingstrategien
ableiten. Da eine Untersuchung nur auf der Grundlage
erhobener Daten erfolgen kann, möchten wir darauf hinweisen, dass unsere
Untersuchung auf den in den Studien von Wiltinger und Franke erhobenen Daten
erfolgt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Grundlagen
2.1. Grundidee der Conjoint-Analyse
2.2. Ziel der Conjoint-Analyse
2.3. Grundannahmen der Conjoint-Analyse
2.4. Ablauf der Conjoint-Analyse
2.5. Methoden der Conjoint-Analyse
3. Theoretische Überlegungen und Grundlagen zur Rekrutierung von Nachwuchsführungskräften
3.1. Der Bewerbungsprozess
3.2. Anforderungsprofil und Personalimage
4. Messung von Anforderungsprofilen
4.1. Anforderungen der Nachwuchsführungskräfte an potentielle zukünftige Arbeitgeber
4.2. Anforderungen der Unternehmen an ihre zukünftigen Mitarbeiter
4.3. Ergebnis der Analyse der Anforderungsprofile
5. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Einsatz von Conjoint-Analysen im Personalmarketing, um die Anforderungen von Bewerbern und Unternehmen präzise zu erfassen. Ziel ist es, durch eine wissenschaftlich fundierte Identifikation von Anforderungsprofilen eine zielgruppenspezifische Personalmarketingstrategie zu entwickeln, die den Rekrutierungserfolg von qualifizierten Nachwuchsführungskräften nachhaltig steigert.
- Grundlagen und Methoden der Conjoint-Analyse im Personalmarketing
- Analyse des Bewerbungsprozesses und der Rolle des Personalimages
- Messung von Anforderungen potentieller Arbeitnehmer an Arbeitgeber
- Messung von Anforderungsprofilen seitens der Unternehmen an Bewerber
- Ableitung zielgruppenspezifischer Personalmarketingstrategien
Auszug aus dem Buch
2.4. Ablauf der Conjoint-Analyse
In der Literatur sind verschiedene Ansätze über die Anzahl der Ablaufschritte von Conjoint-Analysen zu finden. Wir stellen einen Ansatz vor, in dem die Conjoint-Analyse in fünf Schritten abläuft. Der erste Schritt und wichtigste Voraussetzung zugleich, ist die Auswahl aller beurteilungsrelevanten Merkmale und deren Merkmalsausprägungen. Dabei ist es besonders wichtig, auf die Art und Anzahl der Merkmale zu achten. Einerseits wird ein Konzept mit steigender Anzahl realistischer, was zu einer höheren Validität führt, andererseits kann eine hohe Anzahl von Merkmalsausprägungen zu einer Überforderung der befragten Personen führen.
Für die Merkmale gilt, dass sie beeinflussbar, beurteilungsrelevant und realisierbar sein müssen. Der zweite Schritt stellt die Auswahl des Erhebungsdesigns dar. Hier wird entschieden auf welche Art und Weise die verschiedenen Kombinationen von Eigenschaftsausprägungen zur Beurteilung präsentiert werden. Es wird zwischen der Profil- und der Zwei-Faktoren-Methode unterschieden. Bei der Profilmethode werden den Befragten ganzheitliche Konzepte zur Beurteilung vorgelegt, wobei bei der Zwei-Faktoren-Methode Paarvergleiche verschiedener Eigenschaftsausprägungskombinationen durchgeführt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Arbeit thematisiert den zunehmenden Fachkräftemangel und die Bedeutung zielgruppenspezifischen Personalmarketings unter Einsatz der Conjoint-Analyse.
2. Grundlagen: Es werden die theoretischen Basisannahmen, Ziele und methodischen Ablaufschritte der Conjoint-Analyse erläutert.
3. Theoretische Überlegungen und Grundlagen zur Rekrutierung von Nachwuchsführungskräften: Das Kapitel skizziert den fünfstufigen Bewerbungsprozess und die zentrale Bedeutung der Übereinstimmung von Anforderungsprofil und Personalimage.
4. Messung von Anforderungsprofilen: Es wird analysiert, wie mittels Conjoint-Analysen sowohl die Erwartungen von Bewerbern als auch die Qualifikationsanforderungen von Unternehmen an Nachwuchsführungskräfte empirisch messbar gemacht werden können.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Die Ergebnisse werden synthetisiert, wobei die Vorteile indirekter Befragungsmethoden hervorgehoben und die Notwendigkeit einer differenzierten Personalmarketingstrategie unterstrichen werden.
Schlüsselwörter
Conjoint-Analyse, Personalmarketing, Nachwuchsführungskräfte, Anforderungsprofile, Personalimage, Rekrutierung, High-Potentials, Teilnutzenwerte, Bewerbungsprozess, Zielgruppenansprache, Mitarbeiterakquise, Eignungsdiagnostik, Arbeitgeberattraktivität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Einsatz der Conjoint-Analyse, um Lösungsansätze für ein effizientes Personalmarketing bei der Rekrutierung von Nachwuchsführungskräften zu finden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Personalmarketing, die Conjoint-Analyse als methodisches Instrument, der Bewerbungsprozess sowie die Messung von Anforderungsprofilen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, durch die Identifikation von Anforderungsprofilen mittels Conjoint-Analyse Grundlagen für eine effizientere und zielgruppenspezifische Rekrutierungsstrategie zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Conjoint-Analyse als indirektes Befragungsverfahren, um Präferenzstrukturen von Bewerbern und Anforderungsprofile von Unternehmen objektiv zu erfassen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den theoretischen Grundlagen der Rekrutierung, der Durchführung von Conjoint-Analysen zur Anforderungsmessung und der Analyse von "High-Potentials".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Conjoint-Analyse, Personalmarketing, Anforderungsprofil, Personalimage, Nachwuchsführungskräfte und High-Potentials.
Warum ist das Personalimage im Bewerbungsprozess so entscheidend?
Das Personalimage dient als zentrale Entscheidungsgrundlage für Bewerber, insbesondere in den frühen Phasen, in denen noch wenig konkrete Informationen über Arbeitsbedingungen vorliegen.
Was unterscheidet High-Potentials von anderen Studenten laut der Studie?
High-Potentials weisen signifikante Unterschiede in harten Qualifikationskriterien sowie in Motivationsdimensionen wie Leistungs-, Risiko-, Team- und Sinnorientierung auf.
- Quote paper
- Carsten Redlich (Author), 2003, Darstellung und kritische Analyse von conjointanalytischen Lösungsansätzen im Personalmarketing, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12705