Golden Girls - Humor und Gender in Sitcoms

Mit Transkript einer Folge der Golden Girls


Seminararbeit, 2004

34 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsangabe

1. Einleitung

2. Die Historie von Sitcoms

3. Definition von Sitcoms

4. The Golden Girls

5. Humorerzeugung und Humorformen in Sitcoms
5.1. Komik und Witz
5.2. Galgenhumor und schwarzer Humor
5.3. Parodie, Travestie und Satire
5.4. Sarkasmus und Ironie
5.5. Running Gag und sexuelle Witzeleien

6. Humortheorien in Sitcoms
6.1. Degradations- und Aggressionstheorie
6.2. Inkongruenztheorie
6.3. Entspannungstheorie

7. Gendertypisches in Sitcoms

8. Weibliche Rollenbilder in Sitcoms
8.1. Die Darstellung der Frau in Sitcoms
8.2. Das Rollenbild der Frau von den 50ern bis in die 70er
8.3. Das Rollenbild der Frau in den 80ern und 90ern
8.4. Die weiblichen Rollenbilder in „Golden Girls“

9. Männliche Rollenbilder in Sitcoms
9.1. Das männliche Rollenbild in den 50ern bis zu den 80ern
9.2. Das männliche Rollenbild in den 80ern bis heute

10. Schluss

11. Literaturverzeichnis

12. Anhang
Transkript aus „Golden Girls – Die Macht des Käsekuchens“

1. Einleitung

Sitcoms sind eine Art der Fernsehunterhaltung, die sich seit den Anfängen des Fernsehens einer stetigen Beliebtheit erfreuen kann. Bereits in den Fünfzigerjahren waren Sitcoms wie „I love Lucy“ ein Publikumsmagnet. Im Laufe der Entwicklung und der wachsenden Bedeutung des Fernsehens entwickelten sich Sitcoms mit zu den beliebtesten Programmen im Fernsehen

Um nun den Humor und die für Gender typischen und untypischen Merkmale von Sitcoms analysieren zu können, ist es von Nöten zu definieren was eine Sitcom ist, wie in diesen Humor erzeugt wird und wie Gender im Zusammenhang mit Sitcoms steht.

Um diese Ergebnisse praktischer betrachten zu können, nutze ich möglichst viele Beispiele aus Sitcoms. Die Sitcom „Golden Girls“ fungiert hier als Hauptbeispiel.

2. Die Historie von Sitcoms

Einem Laien fällt es des Öfteren sicherlich schwer eine Sitcom von einer Comedyserie zu unterscheiden, deshalb gibt es relativ strikte Bedingungen, die ein Fernsehformat erfüllen muss, um als Sitcom bezeichnet werden zu können.

Dies ist beispielsweise daran erkennbar, dass „Golden Girls“, „Full House“, „Cheers“ oder „Roseanne“ Sitcoms sind, während „Sex and the City“, „Ally McBeal“ und „Six Feet Under“ zwar durchaus Comedyelemente beinhalten, aber doch nur Serien sind.

Sitcoms haben ihre Ursprünge im Radioprogramm der 20er und 30er Jahre, sind aber heutzutage als Genre der Fernsehserien auf der ganzen Welt verbreitet.

Die ersten Sitcoms kamen aus den Vereinigten Staaten. Auch die Mehrzahl der heutigen oder besser der aktuellen Sitcoms stammt immer noch aus den USA. Hier begann alles mit Sitcoms wie „I love Lucy“, „Bezaubernde Jeannie“ und „Bewitched“. Heute kommen aus den USA Sitcoms zu allen Themenbereichen. Seniorinnen spielen die Hauptrollen in „Golden Girls“, Fantasysitcoms wie „Sabrina“ oder „Alf“ entstehen, ebenso wie Armeesitcoms wie „M*A*S*H“. Die Schauplätze sind ebenso verschieden. Einige spielen am Arbeitsplatz wie „Susan“ oder „Mary Tyler Moore“, in festen Cliquen wie „Will and Grace“ oder „Friends“ oder in einer Bar, wie in „Cheers“. Die häufigste Art von Sitcoms sind aber immer noch die Familiensitcoms wie „Roseanne“, „Hör mal wer da hämmert“ oder „Alle unter einem Dach“.

Auch wenn der größte Teil der Sitcoms immer noch aus den USA stammen, so gibt es dennoch auch erfolgreiche Sitcoms aus andern Ländern, wie „Coupling“ aus Großbritannien, oder „Anke“ und „Nikola“ aus Deutschland.

Die erste deutsche Sitcom war „Ein Herz und eine Seele“ von Wolfgang Menge, die wie ihre amerikanische Version „ All in the Family“ (1971-1979) auf dem britischen Format „Till death do us part“ (1965-1975) beruht.

Dies zeigt vor allem, dass Sitcoms zwar aus unterschiedlichen Ländern kommen, die meisten aber immer noch aus den USA stammen, und ferner und wichtiger, dass Sitcoms nicht auf Grund ihrer Handlung oder Personenkonstellationen von anderen Serien zu unterscheiden sind, da sowohl bei den Charakteren, wie auch bei der Handlung kaum Einschränkungen vorhanden sind.

3. Defintion von Sitcom

Der Begriff Sitcom ist die Abkürzung für „situation comedy“. Wenn man heute von Sitcoms spricht handelt es sich um eine Fernsehserie, welche jedoch, im Gegensatz zu einer Comedyserie eine starke Formalisierung aufweist.

In Sitcoms finden sich die Protagonisten in, zumindest für den Zuschauer witzigen Situationen wieder. In „Seinfeld“ findet ein Wettkampf zwischen Jerry Seinfeld, Elaine, George und Kramer statt, wer am längsten ohne Masturbieren auskommen kann, in „Golden Girls“ erhält Rose eine Liebeserklärung von einer Lesbe oder in „Will and Grace“ hält Jack die wahre Cher für eine Dragqueen. So entsteht eine Situationskomik, welche der „situation comedy“ ihren Namen gibt.

Eine Sitcom hat eine feste Dauer von fünfundzwanzig Minuten, mit etwa fünf Minuten Werbung. Diese fünfundzwanzigminütige Dauer gehört zu den festen Kennzeichen einer Sitcom, die Dauer einer Folge weicht selten davon ab.

Die Handlung einer Sitcom spielt meistens immer an den gleichen Schauplätzen und die Anzahl der Figuren ist meistens begrenzt. Es tauchen also in fast allen Folgen immer dieselben Charaktere auf. Auch diese Bedingungen erfüllen fast alle Sitcoms. Die Charaktere sind meist von Folge zu Folge dieselben. Es ist demnach auch ein ungeschriebenes Gesetz, dass kein Charakter sterben oder aussteigen darf, geschieht dies doch, führt es meist auch zum Ende der Sitcom.

In den meisten Sitcoms sind die Schauplätze immer dieselben. Der Hauptschauplatz ist meistens ein großer, von allen Seiten erreichbarer Wohnraum. Es gibt heute aber auch Sitcoms, die mehrere Schauplätze aufweisen, oder gar ständig wechselnde.

Eine weitere wichtige Bedingung zur Definition einer Sitcom ist ein echtes, oder simuliertes Publikumslachen als Untermalung der einzelnen Gags. Dieses „Lachen aus der Dose“ oder „canned laughter“ ist ein fester Bestandteil der Definition von Sitcoms. Viele Sitcoms, wie die „Golden Girls“ werden vor Publikum aufgenommen, so dass das Publikumslachen in der Originalsprache meistens echt ist, während es in der Übersetzung, auf Grund der Übersetzungsproblematik, oft durch „Dosenlachen“ ersetzt wird. Die Produktion von einer Sitcom „setzt auf die akustische Suggestion, der Fernsehzuschauer wohne der Aufzeichnung einer Theateraufführung bei. Die Lacher der vermeintlichen Theaterbesucher, (…) signalisieren unmissverständlich, wann es was zu lachen gibt.“ (Heike Kühn. Eine internationale Frauensache, S.64)

Ein weiteres Merkmal ist, dass es meistens nur wenige oder gar keine dramatischen Elemente in Sitcoms gibt. Dies ist eine Regel, die jedoch nicht immer zutrifft, da einige wenige Sitcoms durchaus auch dramatische Aspekte beinhalten.

Auffällig ist, dass Sitcoms oft vergleichbare Settings und Charaktere haben. Dies wird besonders daran deutlich, dass man die Kulissen einer ausgelaufenen Sitcom des Öfteren in einer anderen wiederfindet. So tauchte die Küche aus „Golden Girls“ nach deren Ende in einer anderen Sitcom mit Helen Hunt wieder auf.

Die Kulissen und Settings von Sitcoms ähneln sich nicht nur, sondern erinnern auch an die Kulissenarchitektur vom Theater. Meist spielt der Großteil der Handlung in einem Raum, oft einem großen Wohnraum, mit vielen direkten Zugängen.

Auch die Charaktere sind sich des Öfteren ähnlich. Oft gibt es einen Dummen, einen Verrückten, einen Zyniker oder einen Überklugen. Natürlich existiert auch eine Jokerfunktion des Drehbuchs, was alle möglichen Charaktere möglich macht, aber trotzdem kommen diese typischen Charaktere immer wieder.

Ein weiterer Aspekt von Sitcoms ist es, dass Gaststars oft in einer Folge auftreten. Dies ist bereits seit den ersten Sitcoms der Fall, da Sitcoms oft an Popularität gewinnen, wenn Gaststars wie bekannte Sportler, Pop- oder Filmstars einen Kurzauftritt haben.

In den letzten Jahren brechen einige Sitcoms mit diesen Kriterien. Die „Golden Girls“ bringen durchaus ernste Themen ins Gespräch wie Alter, Krankheit und Tod, bei „Scrubs“ fehlt das Publikumslachen, bei „Cheers“ wechselte die Hauptdarstellerin und beispielsweise bei „Coupling“ gibt es einige wechselnde Schauplätze. Ein Kriterium was jedoch nie gebrochen wird, ist die Dauer der Folgen, und dass fast jede Folge eine abgeschlossene Handlung darstellt, nicht wie bei Soaps oder Serien, wo oft eine Folge auf der anderen aufbaut. Auch der Austausch oder das Aufhören eines Charakters kommt sehr selten vor, da das Publikum die Sitcom ohne den fehlenden Charakter oft nicht annimmt.

4. The Golden Girls

Bei der Sitcom „The Golden Girls“ handelt es sich um eine ideale Sitcom, um sowohl die vorher erläuterte Definition praktisch zu unterstreichen, aber auch um später Gendertypisches herauszuanalysieren und die Humorerzeugung zu betrachten. „The Golden Girls“ ist eine erfolgreiche Sitcom, von wecher 180 Folgen von 1985 bis 1992 in den USA ausgestrahlt wurden. Die Sitcom war mit ihren sieben Staffeln ein großer Publikumserfolg und belegte fast immer einen Platz in den Top Ten der meistgesehenen Fernsehsendungen in diesen Jahren.

Die Sitcom „Golden Girls“ war nicht nur ein Zuschauererfolg, sondern alle vier Darstellerinnen konnten auch den begehrten Fernsehpreis „Emmy“ für ihre jeweiligen Rollen entgegennehmen. Die „Golden Girls“ waren für über sechzig Emmys nominiert.

Das Ende der Sitcom kam auf den Wunsch von Beatrice Arthur, Darstellerin der Dorothy, welche eine neue Herausforderung suchte, und befürchtete der Wortwitz und die Qualität der Sendung könnten verloren gehen, wenn man die Sitcom zu lange ausdehnt. Beatrice Arthur äußerte ebenso, dass es sie störte, dass sehr viel Humor der Sitcom immer auf aktuellen Geschehnissen basierte, so dass sie befürchtete, wenn das übertrieben würde, dann würde die Sendung bei Wiederholungen schnell veraltet wirken.

In einer Folge, in der die Golden Girls für einen Künstler posiert hatten, welcher eine Skulptur nach einer von ihnen formen wollte, entstand folgender Dialog:

(1) Lazlo: seht ihr mit dieser statue wollte ich was vermitteln * stärke und charakter dafür
(2) wählte ich dorothy
(3) Dorothy: <ich wusste es ich wusste es>
(4) Lazlo: dann ließ ich sie wieder fallen
(5) Sophia: wie schon so mancher vor ihnen
(6) Lazlo: ich spürte ich brauche mehr sinnlichkeit und vitalität da besann ich mich auf
(7) die skizzen von blanche
(8) Blanche: <ich wusste es>
(9) Lazlo: und legte sie wieder weg ich wollte mehr weichheit mehr lieblichkeit so nahm
(10) ich die skizzen von rose
(11) Rose: du meinst dass ich das bin da oben
(12) Lazlo: nein
(13) Dorothy: wer soll es dann sein
(14) Lazlo: ihr seit es alle gemeinsam *3* endlich hatte ich die lösung gefunden * warum
(15) nicht die besten eigenschaften von jeder einzelnen nehmen und daraus eine
(16) vollendete
(17) figur schaffen * das ist es was ihr seht es ist kein wunder dass ihr gute freundinnen
(18) seit ich habe herausgefunden wie gut ihr euch ergänzt

Diese Szene ist symbolisch für diese Sitcom, nicht in der Hinsicht, wie hier Humor erzeugt wird, sondern in der Hinsicht, dass die Figur „Lazlo“ praktisch das Konzept der Sitcom verrät. Seine Skulptur wurde zum Erfolg, weil er die Eigenschaften aller Girls hineinfließen ließ, eben das ist wovon die Sitcom lebt, von den völlig unterschiedlichen Charakteren, die sich gegenseitig ergänzen.

Die Spin-Off Sitcom „Golden Palace“, welche zum größten Teil ohne den Charakter der Dorothy auskommen musste, war kein Publikumserfolg. Ohne Dorothy nahmen die Zuschauer die Nachfolgesitcom nicht an, und sie wurde nach nur einer Staffel abgesetzt. Es fehlte einfach eine der Charaktere, wodurch die Sitcom nicht mehr funktionierte. Eine weitere Spin-Off Sitcom, „Empty Nest“ („Harrys Nest“ in Deutschland) wurde aber noch länger ausgestrahlt, aber ohne an die Erfolge der „Golden Girls“ anknüpfen zu können.

Die Sitcom „Golden Girls“ erfüllt nahezu alle für Sitcoms aufgestellten Kriterien. Die theaterartige Inszenierung und Kulisse, dieselben wiederkehrenden Charaktere, das „Dosengelächter“ und die halbstündige Dauer sind vorhanden.

Sehr wichtig für die Sitcom ist, neben der Humorerzeugung, dass auch kritische und ernste Themen angesprochen werden. „So kann man jemanden scherzhaft angreifen und einen amüsanten Schlagabtausch inszenieren, der durchaus auch seriöse Aspekte beinhaltet.“ (Kotthoff, Scherzkommunikation, 1996) Dies ist in den „Golden Girls“ oft der Fall, Kritik wird unter ihnen meist scherzhaft geäußert. Auch Kritik an Politikern oder gesellschaftlichen Meinungen und Verhalten wird oft mit Humor geäußert.

Damit erfüllt diese Sitcom alle Kriterien, die in der Definition angegeben wurden. Nur die teilweise durchaus sozialkritischen Bemerkungen und Äußerungen sind nicht sitcomtypisch.

5. Humorerzeugung und Humorformen in Sitcoms

Wie bereits in der Definition der Sitcoms erwähnt, und wie auch der Name schon sagt, wird der Humor in Sitcoms meist über Situationskomik erzeugt. Ein Regisseur einer Sitcom legt weniger Wert auf eine filmisch gelungene und anspruchsvolle Inszenierung, sondern auf gelungene Dialoge und viel Wortwitz. Der Grossteil der Gags und des produzierten Humors basieren also auf Wortwitz und Dialogen, nur ein kleinerer Teil auf visuellen Begebenheiten. Die Kunst eine gute Sitcom zu kreieren liegt also weniger in der Hand von Kameraleuten und Tontechnikern, sondern in der von guten Autoren und Darstellern.

Dieses Kapitel soll nun aber auch noch Aufschluss über die genutzten Humorformen geben, welche in Sitcoms genutzt werden.

„Humor ist eine heiter-gelassene Gemütsverfassung. Grundlage des Humors ist die menschliche Fähigkeit, zu lachen und komische, unerwartete oder auch paradoxe Situationen zu erkennen und zu verarbeiten.“ (www.wikipedia.de) Humorerzeugung ist und bleibt das Hauptziel einer Sitcom. Natürlich kommen in Sitcoms unterschiedliche Kategorieformen von Humor vor. Es ist nie nur eine Form von Humor, die hier genutzt wird.

Der Humor in „Golden Girls“ wird natürlich hauptsächlich durch die Situationen und Dialoge erzeugt, die durch die Figuren entstehen. Es kann immer nur der Humor ausgelöst werden, der mit den vorhandenen Figuren realisierbar ist. Bei „Golden Girls“ entsteht also Humor aus der Dummheit Roses, Blanches Männerwahn, Dorothys Zynismus und Sophias extremer Direktheit. Durch Roses Dummheit entsteht Komik wie die folgende:

(1) Sophia: wie ist die nummer der polizei
(2) Rose: ist was passiert sophia
(3) Sophia: nein ich wollte nur fragen wo der beste becker in der gegend ist (…)

Es wird hier Humor durch die Dummheit Roses erzeugt. Ähnlich ist es auch beim nächsten Ausschnitt, wo gleich die Komik, die durch Dorothys Figur entsteht erkennbar ist. Dorothy agiert weniger, sie reagiert eher bissig auf Schwächen der anderen, in dem Fall wieder Roses Dummheit: Es regnet, Dorothy betritt durchnässt den Wohnraum, wo Rose sich aufhält.

(1) Dorothy: hui * da kommt aber mächtig was runter
(2) Rose: was kommt da runter
(3) Dorothy: die liberacyreklame von ceasar’s palace * <regen ro:se regen>

Die Komik entsteht hier, weil Rose eine Bemerkung, die eigentlich jeder verstehen würde eben nicht versteht, und Dorothy hierauf mit einem zynischen Kommentar reagiert. Ähnlich ist es bei der nächsten Szene, wo Dorothy eine Erklärung Blanches kommentiert, und in dieser ihre sexuelle Offenheit verulkt:

(1) Rose: bla:nche und du bist sicher dass du das mitmachen willst
(2) Blanche: aber ro:se natürlich will ich das lazlo ist ein weltberühmter bildhauer wann
(3) hab ich noch mal die gelegenheit für die nachwelt verewigt zu werden in einem
(4) klassischen kunstwerk
(5) Dorothy: genau das hat sie gesagt als dieser schuhvertreter von ihr schnellfotos auf
(6) dem rücksitz seines kombis geschossen hat

Aus Sophias Art immer direkt herauszusagen, was sie denkt entsteht Humor wie:

(1) Blanche: (…) dorothy würden sie von sich sagen dass sie eine ordentliche person sind
(2) Dorothy: <o:h ja doch ganz besonders ordentlich>

(1) Sophia: ↑ du ordentlich * dann bin ich sophia das busenwunder

Oder:

(1) Blanche: <dies hier wäre die terrasse> ↑unbezahlbar während des sommers und ganz
(2) besonders wenn sie sich gern oben ohne sonnen
(3) Dorothy: o:h wirklich und die nachbarn können nicht reinschauen
(4) Blanche: sicher können sie das
(5) Sophia: <das weib hat flittchen in ihre unterwäsche eingestickt>

Humor erzeugen ist das Hauptziel einer jeden Sitcom. Die Mittel dies zu erreichen entstehen aus den Personenkonstellationen, bei den „Golden Girls“ also durchs Blanches Männergier, Roses Dummheit und Naivität, Sophias Gebrechlichkeit und Dorothys Verbittertheit und Intelligenz.

5.1. Komik und Witz

Besonders oft wird Komik als Humorform in Sitcoms benutzt, besonders natürlich die Situationskomik. „Grundlage der Komik ist jederzeit ein Kontrast zwischen der Torheit, die komisch, und der Klugheit, welcher sie komisch erscheint.“ (www.wikipedia.de) Komik ist eine zum Lachen reizende Ungereimtheit, die auf einem Missverständnis von Schein und Sein von Personen oder Situationen beruht. Wenn Rose eine völlig sinnlose Geschichte erzählt, welche die andern aufregt, oder wenn Dorothy eine ironische Bemerkung über Blanches sexuellen Übereifer macht, ist dies für den ruhigen Zuschauer komisch. Ein Beispiel hierfür ist eine von Rose erzählte, unsinnige Geschichte aus Sankt Olaf, die die anderen nervt:

(1) Rose: (…) gleich nach dem großen heringsjonglieren
(2) Blanche: du willst mir weiß machen dass jemand mit heringen jongliert
(3) Rose: nicht doch * es sind die heringe selbst die jonglierten * sie hatten kleine
(4) japanische messer * es war sehr gefährlich nur eine falsche bewegung und es wären
(5) heringsfilets gewesen
(6) Sophia: ich hasse dich

[...]

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Golden Girls - Humor und Gender in Sitcoms
Untertitel
Mit Transkript einer Folge der Golden Girls
Hochschule
Universität des Saarlandes
Veranstaltung
Humor und Gender
Note
2,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
34
Katalognummer
V127062
ISBN (eBook)
9783640334636
ISBN (Buch)
9783640334285
Dateigröße
874 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Sitcoms sind eine Art der Fernsehunterhaltung, die sich seit den Anfängen des Fernsehens einer stetigen Beliebtheit erfreuen kann. Bereits in den Fünfzigerjahren waren Sitcoms wie „I love Lucy“ ein Publikumsmagnet. Im Laufe der Entwicklung und der wachsenden Bedeutung des Fernsehens entwickelten sich Sitcoms mit zu den beliebtesten Programmen im Fernsehen. Um nun den Humor und die für Gender typischen und untypischen Merkmale von Sitcoms analysieren zu können, ist es von Nöten zu definieren was eine Sitcom ist, wie in diesen Humor erzeugt wird und wie Gender im Zusammenhang mit Sitcoms steht.
Schlagworte
Golden, Girls, Humor, Gender, Sitcoms, Transkript, Folge
Arbeit zitieren
Luc Wildanger (Autor), 2004, Golden Girls - Humor und Gender in Sitcoms, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127062

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