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Das Problem des Zwischenmenschlichen bei Martin Buber und Emmanuel Levinas

Title: Das Problem des Zwischenmenschlichen bei Martin Buber und Emmanuel Levinas

Intermediate Examination Paper , 2007 , 25 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Adam Galamaga (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Summary Excerpt Details

Die Grundthese der Philosophie des Dialogs lautet, dass die Beziehung zwischen sprachkompetenten Subjekten unmittelbar und grundlegend ist. Sie kann nicht auf Verstehen reduziert werden, sie ist keine Begrifflichkeit und kein Vorwissen. Der Mensch wird zum Menschen dadurch, dass es einen anderen Menschen gibt, mit dem er in Beziehung tritt. Das Ich wird nicht als Voraussetzung der Interaktion, sondern als deren Produkt aufgefasst.
Die prominentesten Vertreter der Dialogphilosophie Martin Buber und Emmanuel Levinas stellen, wenn auch auf durchaus verschiedene Weise, das Problem des Zwischenmenschlichen in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen. Beide vertreten einen in der authentischen Begegnung zwischen Menschen verankerten Humanismus und kritisieren die philosophische Tradition der Neuzeit, die sich auf die Erkundung der Möglichkeiten und Grenzen des autonomen Subjekts konzentrierte und dabei dessen Beziehung zu dem Anderen vergaß. Die beiden Philosophen plädieren für eine Ethik, die nicht systematisch ist: Die Beziehung selbst wird als ethisch gesehen und lässt sich in keiner Formel wie Kants kategorischem Imperativ festlegen. Die meisten theoretischen Probleme werden als praktische Probleme aufgefasst und es wird postuliert, dass Philosophie stets an das Soziale gebunden bleibe.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung: Philosophie des Dialogs

II. Das dialogische Prinzip bei Martin Buber

II.I Die Rolle des Subjekts

II.II. Zwei Grundworte

II.III. Ontologie des Zwischen

II.IV. Das echte Gespräch

III. Der Ausbruch aus der Totalität bei Emmanuel Levinas

III.I. Jenseits des Seins

III.II. Einer für den Anderen

III.III. Das Problem des Dritten

IV. Probleme der Philosophie des Dialogs

IV.I. Sprachphilosophie bei Martin Buber

IV.II. Sprachphilosophie bei Emmanuel Levinas

V. Dialog und Differenz

V.I. Mystizismus vs. Intellektualität

V.II. Reziprozität vs. Asymmetrie

VI. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit zielt darauf ab, die Konzepte des Zwischenmenschlichen bei Martin Buber und Emmanuel Levinas darzustellen und kritisch zu vergleichen. Dabei wird untersucht, wie beide Denker das neuzeitliche, subjektzentrierte Paradigma durch eine dialogisch orientierte Ethik ersetzen und welche grundlegenden Unterschiede in ihrem Verständnis von Verantwortung und zwischenmenschlicher Begegnung existieren.

  • Das dialogische Prinzip und die Rolle der Ich-Du-Beziehung bei Buber.
  • Levinas' Kritik an der ontologischen Totalität und die ethische Asymmetrie.
  • Die sprachphilosophische Fundierung des Dialogs bei beiden Denkern.
  • Vergleichende Analyse: Symmetrie vs. Asymmetrie in der zwischenmenschlichen Verantwortung.

Auszug aus dem Buch

II.IV. Das echte Gespräch

Dass zwei Personen ein Gespräch miteinander führen, bedeutet noch nicht, dass zwischen ihnen eine Ich-Du-Beziehung besteht. Buber nennt insgesamt drei Gesprächsmöglichkeiten: einen wahren Dialog, einen technischen Dialog, und einen dialogisch verkleideten Monolog. Der „technische Dialog“ dient nur zur sachlichen Verständigung. Ein „dialogisch verkleideter Monolog“, ist nichts anderes als Selbstrede.15 Die beiden Gesprächsformen erfüllen nicht die Kriterien der Unmittelbarkeit und Gegenseitigkeit zwischen den Subjekten nicht und sind somit kein Anzeichen einer echten Begegnung. Es müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein, um von einem „echten Gespräch“ sprechen zu können.

Als Hauptvoraussetzung zur Entstehung eines authentischen Gesprächs nennt Buber die Anerkennung des Anderen. Damit ist gemeint, dass die Andersheit des Anderen als solche akzeptiert werden muss. Ich kann den Anderen nur dann anerkennen, wenn ich bestätige, dass er wesenhaft anders ist als ich. Eine ebenbürtige und herrschaftsfreie Kommunikation zwischen beiden Menschen ist nur dann möglich, wenn jeder von ihnen die Andersheit seines Gegenübers bejaht. Nur so kann ein echtes Gespräch – eine Begegnung – entstehen.

Ferner ist es unabdingbar, dass der Dialog rückhaltlos geführt wird. Ein echtes Gespräch liegt vor, wenn die beiden Dialogpartner ehrlich und offen füreinander sind. Einen Menschen, der sich bei einem Gespräch unnatürlich verhält, seine Reaktionen zu verbergen sucht, und sich mit Äußerungen pro forma zufrieden gibt, wird als „Bildmensch“ bezeichnet. Ein „Bildmensch“ ist jemand, der einen bestimmten Eindruck auf seinen Interaktionspartner machen will und dessen Fragen und Antworten nur scheinbar und somit unglaubwürdig sind.16 Er kann nicht als Person bezeichnet werden. Er ist ein „Eigenwesen“, das das Grundwort Ich-Es spricht, denn statt „Ich bin“ sagt er – „So bin ich“.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Philosophie des Dialogs: Diese Einleitung führt in die Abkehr vom neuzeitlichen mentalistischen Paradigma hin zur Dialogphilosophie ein und skizziert das Ziel der Arbeit, Buber und Levinas als Hauptvertreter dieser Strömung zu betrachten.

II. Das dialogische Prinzip bei Martin Buber: Dieses Kapitel erläutert Bubers Unterscheidung zwischen den Grundworten Ich-Du und Ich-Es sowie seine Vorstellung der Begegnung als ontologische Sphäre des Zwischen.

III. Der Ausbruch aus der Totalität bei Emmanuel Levinas: Hier wird Levinas' Ethik als erste Philosophie dargestellt, wobei der Fokus auf der grenzenlosen, asymmetrischen Verantwortung für den Anderen und dem Begriff des Antlitzes liegt.

IV. Probleme der Philosophie des Dialogs: In diesem Teil werden systematische Fragestellungen der Dialogphilosophie in den Bereichen Metaethik, Soziologie und vor allem Sprachphilosophie analysiert.

V. Dialog und Differenz: Dieses Kapitel führt einen systematischen Vergleich zwischen Buber und Levinas durch, wobei insbesondere ihre unterschiedlichen religiösen Hintergründe und ihre Auffassungen von Reziprozität gegenüber Asymmetrie beleuchtet werden.

VI. Schlussbemerkung: Der Schlussteil bewertet die beiden Ansätze und kommt zu dem Ergebnis, dass Levinas' Theorie der Verantwortung eine tiefgreifende Form des Humanismus darstellt.

Schlüsselwörter

Martin Buber, Emmanuel Levinas, Dialogphilosophie, Ich-Du-Beziehung, Verantwortung, Asymmetrie, Antlitz, Sprachphilosophie, Intersubjektivität, Ethik, Totalität, Begegnung, Neues Denken, Zwischenmenschliches, Humanismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Philosophie des Dialogs bei Martin Buber und Emmanuel Levinas und untersucht, wie beide Denker das Problem des Zwischenmenschlichen in den Mittelpunkt ihrer philosophischen Betrachtungen stellen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen sind die Kritik am subjektzentrierten Denken der Neuzeit, die Bedeutung der Sprache in der zwischenmenschlichen Beziehung, die ethische Verantwortung gegenüber dem Anderen sowie die Unterschiede in den Konzepten von Buber und Levinas.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Das Ziel ist es, die Theorien von Buber und Levinas zu präsentieren, ihre Unterschiede systematisch aufzuarbeiten und zu analysieren, wer von beiden Denkern ein plausibleres Konzept für das zwischenmenschliche Zusammenleben anbietet.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine systematische, vergleichende philosophische Analyse, die sich auf die Primärtexte der beiden Denker sowie relevante Fachliteratur stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des dialogischen Prinzips bei Buber, Levinas' Ethik des Ausbruchs aus der Totalität, die methodische Analyse sprachphilosophischer Fragen sowie eine vergleichende Gegenüberstellung beider Positionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich geprägt durch Begriffe wie Dialogphilosophie, Intersubjektivität, ethische Asymmetrie, Verantwortung und die Abkehr vom idealistischen Subjektbegriff.

Inwiefern unterscheidet sich Levinas' Verständnis des Anderen von dem Bubers?

Während Buber die Gegenseitigkeit und Symmetrie in der Ich-Du-Begegnung betont, vertritt Levinas eine radikale Asymmetrie, in der das Ich eine unbedingte und vorrangige Verantwortung für den Anderen trägt.

Welche Rolle spielt die Sprache bei Buber und Levinas?

Bei Buber ist die Sprache konstitutiv für die Sphäre des Zwischen, während sie bei Levinas sowohl als Vermittlungsmedium als auch als Hinweis auf die unüberbrückbare Differenz zum Anderen fungiert.

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Details

Title
Das Problem des Zwischenmenschlichen bei Martin Buber und Emmanuel Levinas
College
University of Frankfurt (Main)  (Institut für Philosophie)
Grade
2,0
Author
Adam Galamaga (Author)
Publication Year
2007
Pages
25
Catalog Number
V127079
ISBN (eBook)
9783640334698
ISBN (Book)
9783640334339
Language
German
Tags
Dialogik Philosophie des Dialogs Dialogphilosophie Buber Levinas Martin Buber Emmanuel Levinas Ich und Du Der Andere Das Zwischenmenschliche Dialog Kommunikation Das Ethische Die Andersheit Das echte Gespräch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Adam Galamaga (Author), 2007, Das Problem des Zwischenmenschlichen bei Martin Buber und Emmanuel Levinas, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127079
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