In dieser Arbeit wird zunächst das generelle Grundverständnis des Begriffs Entscheidungen skizziert. Dabei wird auf verschiedene Autoren eingegangen, die sich bisher mit einem Definitionsversuch von Entscheidungen auseinandergesetzt haben. Auf dieser Basis wird mein Verständnis von Entscheidungskompetenzen und deren Entwicklung und Förderung im Sachunterricht der Grundschule skizziert. Auch hier wird auf die verschiedenen Ansätze unterschiedlicher Autoren eingegangen.
Anschließend wird anhand des Perspektivrahmens Sachunterricht, des Bildungsplans für die Grundschule 2016 und dem Leitfaden für Demokratiebildung erläutert, warum Entscheidungen Gegenstand in der Grundschule sein sollten. Dabei wird insbesondere auf die Relevanz von Entscheidungskompetenzen und die Notwendigkeit reflektierten Wissens um Entscheidungen eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundverständnis der Begrifflichkeiten
2.1 Entscheidungen
2.2 Entscheidungskompetenzen
3. Entscheidungen als Gegenstand in der Grundschule
3.1 Relevanz von Entscheidungskompetenzen
3.2 Relevanz reflektierten Wissens um Entscheidungen
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Grundverständnis von Entscheidungen und Entscheidungskompetenzen im Kontext des sozialwissenschaftlichen Sachunterrichts, mit dem primären Ziel, die Notwendigkeit und Legitimierung einer entsprechenden Förderung für eine demokratische Partizipation von Grundschülern aufzuzeigen.
- Begriffsbestimmung von Entscheidungen und Abgrenzung von Entscheidungstypen.
- Theoretische Fundierung von Entscheidungskompetenz als Voraussetzung für verantwortbares Handeln.
- Didaktische Einbettung von Entscheidungsprozessen in den Sachunterricht der Grundschule.
- Bedeutung von Partizipation und Mitbestimmung für die Demokratiebildung.
- Rolle reflektierten Wissens zur Stärkung der Urteilsfähigkeit von Kindern.
Auszug aus dem Buch
2.1 Entscheidungen
In diesem Unterkapitel werden zunächst unterschiedliche Forschungsmeinungen zum Entscheidungsbegriff betrachtet und der Versuch unternommen, verschiedene Entscheidungstypen voneinander abzugrenzen.
Bei jeder Entscheidung liegt prinzipiell dasselbe Muster zugrunde. Der Entscheidungsprozess besteht laut Kaiser aus den folgenden vier Phasen: Die Problemphase, die Datenphase, die Alternativphase und die Entscheidungsphase (vgl. Kaiser 1976, S. 29). Der Prozess setzt sich also aus dem Definieren des Problems, der Datensammlung über Wissenswertes, dem Abwägen der Alternativen und dem schlussendlichen Entscheiden zusammen.
Um von einer Entscheidung sprechen zu können, müssen mehrere Möglichkeiten für den Ausgang einer Situation gegeben sein (vgl. Fink 2021a, S. 4). Es müssen also mehrere Optionen in der Alternativphase vorliegen. Von den gegebenen Möglichkeiten werden einige ausgeschlossen, sodass nur eine übrig bleibt, welche für eine Umsetzung in Betracht gezogen wird (vgl. ebd.). Dies geschieht in der Entscheidungsphase.
Entscheidungen laufen dabei nicht nur rational ab. Entscheidungen können sowohl unüberlegt und als auch emotional getroffen werden (vgl. Kaiser 1976, S. 31). Es spielen also bei einer Entscheidung immer die persönlichen Neigungen und Gefühle der handelnden Person eine Rolle. Fink ergänzt hierbei, dass sogenannte rationale Entscheidungen in jedem Fall von Emotionen geleitet sind, denn Emotionen spiegeln unsere persönlichen Normen und Werte wider, nach welchen wir entscheiden (vgl. Fink 2021a, S. 4).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung benennt das Ziel der Förderung von Kompetenzen für das demokratische Zusammenleben und skizziert den Aufbau der Arbeit zur theoretischen Einbettung des Entscheidungsbegriffs.
2. Grundverständnis der Begrifflichkeiten: Dieses Kapitel definiert theoretische Grundlagen von Entscheidungsprozessen, expliziert den Begriff der Entscheidungskompetenz und differenziert zwischen bewussten sowie automatisierten Entscheidungstypen.
3. Entscheidungen als Gegenstand in der Grundschule: Der Hauptteil erläutert die Relevanz der Förderung von Entscheidungskompetenzen und reflektiertem Wissen, um Schüler zu nachhaltigem und demokratischem Handeln zu befähigen.
4. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, bekräftigt die Bedeutung von Entscheidungskompetenzen für die politische Teilhabe und identifiziert den praktischen Forschungsbedarf in diesem Bereich.
Schlüsselwörter
Entscheidungskompetenz, Sachunterricht, Demokratiebildung, Partizipation, Entscheidungsprozess, Grundschule, Urteilsfähigkeit, Didaktik, nachhaltiges Handeln, reflektiertes Wissen, Politische Teilhabe, Rationalität, Wertevorstellungen, Entscheidungsfindung, Sozialwissenschaftliche Perspektive.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Definition von Entscheidungen und Entscheidungskompetenzen sowie deren Bedeutung für die Bildung von mündigen Bürgern im sozialwissenschaftlichen Sachunterricht der Grundschule.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die theoretische Abgrenzung von Entscheidungsprozessen, die Förderung von Kompetenzen zur Entscheidungsfindung und die Relevanz von Mitbestimmung und Partizipation in der Schule.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, warum die Auseinandersetzung mit Entscheidungen und die Förderung von Entscheidungskompetenzen eine notwendige Voraussetzung für nachhaltiges Handeln und demokratische Teilhabe von Kindern sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Forschungsmeinungen und didaktischer Ansätze, um den Begriff der Entscheidungskompetenz zu klären und didaktisch zu begründen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Relevanz von Entscheidungskompetenzen für die politische Partizipation von Grundschülern und erläutert, warum die Förderung reflektierten Wissens um Entscheidungen für das Lernen in einer Demokratie unerlässlich ist.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Entscheidungskompetenz, Demokratiebildung, Partizipation, Sachunterricht und Urteilsfähigkeit charakterisiert.
Warum unterscheidet die Autorin zwischen bewussten Entscheidungen und Ad-hoc-Entscheidungen?
Die Unterscheidung verdeutlicht, dass nur bewusste Entscheidungen – im Gegensatz zu spontanen oder automatisierten – ein intensives Abwägen ermöglichen und somit als Grundlage für nachhaltiges und verantwortbares Handeln dienen können.
Welche Rolle spielt Stress laut der Arbeit bei Entscheidungsprozessen von Kindern?
Stress schränkt die Kapazitäten von Kindern ein, gut überlegte Entscheidungen zu treffen; daher betont die Arbeit die Notwendigkeit einer lernfreundlichen Atmosphäre für die Demokratiebildung.
- Arbeit zitieren
- Pauline Krüger (Autor:in), 2022, Die Begriffe Entscheidung und Entscheidungskompetenz und ihre Legitimierung im Sachunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1271498