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Defixiones Amatoriae. Die Motive der Liebesflüche der Antike

Titre: Defixiones Amatoriae. Die Motive der Liebesflüche der Antike

Essai , 2022 , 5 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Lena Morgenstern (Auteur)

Histoire globale - Protohistoire, Antiquité
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Résumé Extrait Résumé des informations

In diesem Essay geht es um die Motive zum Schreiben von den sogenannten defixiones amatoriae, den Liebesflüchen in der Antike.

Die Fluchtafeln sind Ausdruck einer Gesellschaft, die versucht, Probleme und Konflikte im Geheimen mit Magie zu lösen. Mit den defixiones sollten gerichtliche Angelegenheiten geklärt werden oder aber Konkurrenten im Sport ausgeschaltet werden. Der Wettbewerb scheint somit in Fluchtafeln eine große Rolle zu spielen.

Auch die sogenannten defixiones amatoriae können als Teil dieser konfliktlösenden Praktik, die auf Wettbewerb und Konkurrenzkamp basiert, gesehen werden. Die Annahme der Menschen war, dass man mit diesen Fluchtafeln Nebenbuhler aus dem Weg schaffen oder aber eine geliebte Person an sich binden konnte. Diese zwei unterschiedlichen Herangehensweisen werden von der Forschung als Trennungszauber und Anziehungszauber kategorisiert.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

  • Einleitung: Einführung in Defixiones Amatoriae und Forschungsfrage
  • Das Motiv der Liebe in Fluchtafeln
  • Bedingungen und die Rolle von Gewalt und Kontrolle
  • Motivationen für Kontrolle und Dominanz: Sexuelle Vereinigung
  • Auftraggeber und Zielpersonen der Defixiones Amatoriae
  • Schlussbetrachtung: Erotic Defixiones statt Liebesflüche

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Motive hinter sogenannten „defixiones amatoriae“ oder Liebesflüchen in der römischen Antike. Sie hinterfragt, ob diese magischen Praktiken tatsächlich aus romantischer Liebe initiiert wurden oder ob tiefere Gründe wie Kontrolle, Dominanz oder sexuelle Begierde die treibenden Kräfte waren.

  • Die Interpretation von "Liebe" in antiken Fluchtafeln
  • Die Rolle von Gewalt und Kontrolle in magischen Praktiken
  • Die Bedeutung sexueller Vereinigung als Motiv
  • Analyse der sozialen und hierarchischen Strukturen der römischen Gesellschaft
  • Die Identifikation von Auftraggebern und Zielpersonen der Liebesflüche
  • Abgrenzung von romantischen Liebesflüchen zu "erotischen Defixionen"

Auszug aus dem Buch

Liebe oder andere Gründe? Zu den Motiven der Liebesflüche

Geht man von diesem Konstrukt als Normalfall aus, so wäre in den Fluchtafeln zu erwarten, dass auch der Vater in den Fluch mit eingebunden wird oder zumindest erwähnt wird. Dies ist jedoch in keiner Fluchtafel der Fall. Das Ziel der Vereinigung scheint in den defixiones somit keine Vereinigung im Sinne von Heirat oder einem ewigen Bündnis von Liebe zu sein. Auch der Begriff der Liebe ist bei näherer Betrachtung in einem anderen Licht zu sehen. An die Bezeichnungen Liebe und Begehren sind nämlich Bedingungen geknüpft, die die romantische Konnotation von Liebe schmälern. Eine Bedingung ist beispielsweise die der Schlaflosigkeit, die in zwei der vorliegenden Fluchtafeln vorkommt. Hierbei soll das Objekt der Begierde nicht mehr schlafen bis die Liebe der Person, die den Fluch in Auftrag gegeben hat, entgegengebracht wurde. Der Schlafentzug kann somit als Strafe gesehen werden, von der die Person erst erlöst wird, wenn sie den Wünschen der anderen Person gerecht wird. Andere Bedingungen gehen jedoch noch einen Schritt weiter in Richtung Gewalt und Kontrolle. So soll die verfluchte Person in einer Fluchtafel brennen und nicht sitzen und sprechen können. Zusätzlich soll die Person, an die der Fluch gerichtet ist, nur noch an diese Person denken können und ihr ganzer Körper soll von Liebe und Verlangen in Besitz genommen werden. Anhand dieser Fluchtafel erkennt man ein anderes Motiv abgesehen von der Liebe für das Schreiben der defixiones amatoriae. Zwar wird auch hier der Begriff der Liebe genannt, jedoch überwiegen die Motive von Gewalt und Kontrolle. Einzig und allein die Person, die die Fluchtafel in Auftrag gegeben hat, soll im Leben des Objektes wichtig sein. Auch in anderen Fluchtafeln kann dieses Vorgehen beobachtet werden. Die Personen, an die die defixiones gerichtet sind, sollen brennen und sollen ihre ganze Familie, alle Freunde und alle anderen Männer vergessen. An diese Bedingungen ist nichts Romantisches mehr geknüpft und auch das Motiv der Liebe rückt dabei immer mehr in den Hintergrund.

Stattdessen müssen die defixiones amatoriae anders interpretiert werden. Sowohl die Bedingung der Schlaflosigkeit als auch das komplette Einnehmen der Gedanken und des Lebens der Person, die mit der Fluchtafel beeinflusst werden soll, zeigen den Wunsch der allumfassenden Kontrolle über diese Person. Einer Person, die man liebt und von der man im Gegenzug ebenfalls Liebe erwartet, würde man diese Bedingungen nicht auferlegen. Es ist sehr viel wahrscheinlicher, dass Liebe eine untergeordnete Rolle spielt und Gefühle wie Kontrolle und Dominanz überwiegen. Dieses Motiv der Gewalt kann unterschiedlich ausgelegt werden.

Bedingungen und Aussagen kann auf der einen Seite als Garant für die Effektivität eines Fluches gesehen werden. Dies ist auch bei anderen Fluchtafeln der Fall, da bei dieser Ausübung der Magie oft auch Dämonen und andere Götter der Unterwelt miteinbezogen werden. Bei den defixiones amatoriae könnte man aufgrund des Begriffes der Liebe von einer anderen Vorgehensweise ausgehen, jedoch trifft dies nicht zu. Auch hier wird von schwarzer Magie und der Einbeziehung von Dämonen und anderen Hilfsmitteln Gebrauch gemacht. Auf der anderen Seite kann die Gewalt in den Fluchtafeln laut Winkler auch als therapeutische Praktik ausgelegt werden. Hierbei projiziert die Person, die die Fluchtafel in Auftrag gibt, das Gefühl von Verlangen auf das Objekt der Begierde und transferiert somit dieses Gefühl in Form von gewalttätigen Äußerungen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in Defixiones Amatoriae und Forschungsfrage: Das Kapitel stellt Liebesflüche (defixiones amatoriae) als Teil antiker Konfliktlösung durch Magie vor und formuliert die zentrale Frage, ob diese wirklich aus Liebe oder aus anderen Motiven beauftragt wurden.

Das Motiv der Liebe in Fluchtafeln: Dieses Kapitel untersucht, wie der Begriff "Liebe" in den Fluchtafeln verwendet wird, hinterfragt die Interpretation von "Vereinigung bis zum Tod" als Heiratswunsch und stellt dies der römischen Familienstruktur entgegen.

Bedingungen und die Rolle von Gewalt und Kontrolle: Hier wird analysiert, dass die in den Fluchtafeln genannten Bedingungen wie Schlaflosigkeit oder totale Gedankenbeherrschung die romantische Konnotation von Liebe schmälern und stattdessen Motive wie Gewalt und Kontrolle in den Vordergrund rücken.

Motivationen für Kontrolle und Dominanz: Sexuelle Vereinigung: Das Kapitel schließt eine Heirat als Hauptmotiv aus und argumentiert stattdessen, dass die primäre Motivation sexuelle Vereinigung und der Wunsch nach totaler Dominanz über die Zielperson war.

Auftraggeber und Zielpersonen der Defixiones Amatoriae: Dieses Kapitel beleuchtet, dass hauptsächlich Männer die Flüche in Auftrag gaben, die sich vorwiegend gegen Frauen richteten, was die gesellschaftliche Hierarchie und männliche Dominanz widerspiegelt.

Schlussbetrachtung: Erotic Defixiones statt Liebesflüche: Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass defixiones amatoriae eher als "erotische Defixionen" zu verstehen sind, die von Gewalt und Kontrolle geprägt sind, wobei Liebe eine untergeordnete Rolle spielt, aber individuelle Motivationen nicht gänzlich ausgeschlossen werden können.

Schlüsselwörter

Defixiones Amatoriae, Liebesflüche, Römische Antike, Magie, Konfliktlösung, Liebe, Kontrolle, Dominanz, Gewalt, Sexuelle Begierde, Geschlechterrollen, Pater Familias, Schwarze Magie, Antike Gesellschaft, Motivationen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Diese Arbeit befasst sich mit den Motiven hinter sogenannten Liebesflüchen (defixiones amatoriae) in der römischen Antike und untersucht, ob diese tatsächlich aus Liebe oder aus anderen, tiefer liegenden Gründen wie Kontrolle, Dominanz oder sexuellem Verlangen beauftragt wurden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder umfassen die Interpretation von Liebe und Begehren in antiken Fluchtafeln, die Rolle von Gewalt und Kontrolle, sexuelle Motivationen, die soziale Struktur der römischen Gesellschaft sowie die Dynamik zwischen Auftraggebern und Zielpersonen dieser magischen Praktiken.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es zu analysieren, ob die Liebesflüche wirklich aus romantischer Liebe heraus entstanden oder ob andere Motive wie der Wunsch nach Kontrolle, Dominanz und sexueller Befriedigung im Vordergrund standen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit analysiert konkrete Fluchtafeln und stellt diese in den Kontext der Personen, die dahinterstecken, sowie der relevanten Forschungsliteratur, um die Motive kritisch zu beleuchten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Motive der Liebe, die Bedeutung von Bedingungen wie Schlaflosigkeit und Zwang, die Dominanz von Gewalt und Kontrolle, die Rolle sexueller Begierde sowie die hierarchischen Beziehungen zwischen den Auftraggebern (meist Männer) und Zielpersonen (meist Frauen) der Flüche behandelt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Defixiones Amatoriae, Liebesflüche, Römische Antike, Magie, Kontrolle, Dominanz, Sexuelle Begierde und Geschlechterrollen.

Warum wird der Wunsch nach Heirat als Motiv für Liebesflüche infrage gestellt?

Der Wunsch nach Heirat wird infrage gestellt, da er in den Fluchtafeln nie explizit erwähnt wird und die römische Familienstruktur, in der der "pater familias" über Heiraten entschied, nicht mit den Bedingungen der Flüche vereinbar ist.

Was sind die Hauptmerkmale, die defixiones amatoriae eher als "erotische Defixionen" kennzeichnen?

Die Hauptmerkmale sind die explizite Nennung von Gewalt- und Kontrollmotiven (z.B. Schlafentzug, das Verlangen, dass der andere brennen oder nicht sprechen kann), die Fokussierung auf sexuelle Vereinigung und Dominanz anstelle von romantischer Liebe oder Heirat sowie die Hierarchie zwischen männlichen Auftraggebern und weiblichen Zielobjekten.

Welche Rolle spielt die soziale Stellung der Frauen bei der Vergabe der Flüche?

Die Arbeit legt nahe, dass die Frauen, denen die Flüche galten, oft keine behüteten Familienmitglieder waren, sondern Frauen, die für ihre sexuelle Freiheit und Offenheit bekannt waren, was das alleinige Verlangen nach sexueller Befriedigung als Motiv unterstreicht.

Können individuelle Motivationen hinter den Liebesflüchen gänzlich ausgeschlossen werden?

Obwohl die Analyse zeigt, dass Kontrolle, Dominanz und sexuelle Begierde überwiegen, wird betont, dass individuelle Motivationen oft verborgen bleiben und es nicht klar ist, ob die Liebe nicht doch einen Teil des Hintergrundes für die Beauftragung solcher Tafeln eingenommen hat.

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Résumé des informations

Titre
Defixiones Amatoriae. Die Motive der Liebesflüche der Antike
Université
University of Freiburg
Note
1,0
Auteur
Lena Morgenstern (Auteur)
Année de publication
2022
Pages
5
N° de catalogue
V1271845
ISBN (PDF)
9783346725776
ISBN (Livre)
9783346725783
Langue
allemand
mots-clé
defixiones amatoriae motive liebesflüche antike
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Lena Morgenstern (Auteur), 2022, Defixiones Amatoriae. Die Motive der Liebesflüche der Antike, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1271845
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Extrait de  5  pages
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