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Grimmelshausens "Jupiter"

Ein wahnsinniger Weltgott

Titre: Grimmelshausens "Jupiter"

Dossier / Travail de Séminaire , 2009 , 30 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Stefan Krause (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Résumé Extrait Résumé des informations

Wohl kein anderes Werk der deutschen Barockliteratur erfreut sich bis heute einer größeren Berühmt- und Beliebtheit als der ‚Simplicissimus Teutsch’ von Grimmelshausen. Die vielen Fassetten und Episoden dieses umfangreichen und komplexen Werkes haben seit Jahrhunderten eine dauerhafte Wirkung in der deutschen Literatur bis in die Gegenwart gezeigt. „Die nun fast 200jährige Interpretationsgeschichte“ des Grimmelshausenschen Werkes, so schrieb Breuer, ist „nur vergleichbar mit der Goethe-Philologie“. Er zählte „über tausend Forschungsarbeiten“, wobei sich besonders die so genannte ‚Jupiter-Episode’ immer wieder aufs Neue als interpretierbar und der Erforschung wert erwiesen hat. Außerdem wurde mit der Zeit ein geradezu unglaublich umfangreicher Quellenbestand der einzelnen Teile der Episode nachgewiesen oder vermutet.
Es soll in dieser Arbeit nicht versucht werden, gewaltsam die verschiedenen Meinungen in eine Form zu pressen. Es soll vielmehr das Ziel sein, die Jupiter-Episode als Teil des Romans ‚Simplicissimus Teutsch’ zu betrachten und die Episode unter diesem Aspekt einer Untersuchung zu unterziehen. Dazu soll eine detaillierte Besprechung der Episode in ihrem Kontext vorgenommen werden, um eine Basis für die so oft gesuchte Antwort zu schaffen, welchen Sinn die Episode in der Gesamtkonstruktion des Romans erfüllt. Am Ende soll ein Exkurs über die hochinteressante Quellengeschichte der Episode stehen, die in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben kann.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Anmerkungen

2.1. Das Problem der Abgrenzung

2.2. Das Problem des Zugangs

3. Jupiter und seine Vision

3.1. Der Kontext der Jupiter-Episode im ‚Simplicissimus Teutsch’

3.2. Die Jupiter-Episode

3.2.1. Der „Teutsche Held“ und sein Reich

3.2.2. Die Errichtung des Reiches

3.2.3. Die Organisation des Reiches

3.2.4. Das olympische Gottesreich auf Erden

3.2.5. Das Schicksal der alten Mächtigen

3.2.6. Das Weltreich

3.2.7. Religionsfrieden

3.3. Der Gott der Flöhe

3.4. Zwischenfazit

4. Jupiter im weiteren Romangeschehen

5. Jupiter und Simplicissimus: Spiegelungen

6. Formale und thematische Ähnlichkeiten: Verbindungen zur Hölle?

7. Exkurs: Quellen und Hintergründe

7.1. methodische Probleme

7.2. mutmaßliche Quellen: ein Forschungsüberblick

7.3. einige Anmerkungen zum Autor und seiner Zeit

8. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die sogenannte „Jupiter-Episode“ im dritten Buch des Romans „Simplicissimus Teutsch“ von Grimmelshausen, mit dem Ziel, deren Sinn und Funktion innerhalb der Gesamtkonstruktion des Werkes zu ergründen und die forschungsgeschichtliche Debatte um ihre Deutung kritisch zu beleuchten.

  • Einordnung der Jupiter-Episode in den Kontext des „simplicianischen Zyklus“.
  • Analyse der utopischen Vision Jupiters als Ausdruck gesellschaftskritischer Satire.
  • Untersuchung der religiösen und politischen Implikationen der Jupitervision.
  • Kritische Aufarbeitung der quellenkritischen Forschungslage und möglicher Vorbilder.
  • Beleuchtung der Spiegelbeziehung zwischen der Figur Jupiter und der Hauptfigur Simplicissimus.

Auszug aus dem Buch

3.1. Der Kontext der Jupiter-Episode im ‚Simplicissimus Teutsch’

Zu Beginn des III. Buches des „Simplicissimus Teutsch“ befindet sich der Titelheld auf einem (wenn nicht dem) Höhepunkt seines weltlichen Erfolges. Vom Bauernjungen ist er zum Einsiedel geworden, zum Hofnarren und Kriegsgefangenen. Nun hat ihn das wechselvolle Rad der Fortuna in die Höhe einer militärischen Karriere gehoben, Simplicius Simplicissimus agiert er als ‚Jäger von Soest’, kommandiert eigene Soldaten und schwimmt geradezu in materiellem Reichtum aus Beutezügen. So weit hat er es gebracht, dass ein Nachahmer, der ‚Jäger von Werle’, von seinem Ruf zu profitieren sucht und dafür von Simplicissimus eine Lektion erhält. Innerlich ist er völlig von der Welt und ihren Verlockungen vereinnahmt, strebt nach „Ehr, Ruhm und Gunst“ durch allerlei Erfindungen zum effektiveren Ausführen des Kriegshandwerks und durch ein Buhlen um allgemeine Beliebtheit. Doch dieser „weltliche Höhepunkt“ ist „zu gleicher Zeit der Tiefststand auf dem Weg zu Gott“. Seine Gottlosigkeit ist so weit fortgeschritten, dass „Teufelslarven“ als Verkleidung keinerlei Bedenken mehr auslösen.

In diese Situation fällt das oft und mit großem Interesse diskutierte Treffen: Simplicius fängt eine seltsame und schillernde Gestalt, einen offenbar Wahnsinniger, der sich für den großen Gott Jupiter hält und den Soldaten in einer grotesk anmutenden Allmachts-phantasie seine Pläne für die Welt enthüllt. Er spricht vom Frieden auf Erden und einem Helden, der ein neues Deutsches Reich begründen und zur Weltherrschaft führen soll; er entwirft das Konzept eines Religionsfriedens auch um den Preis des Zwangs.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung etabliert die Bedeutung des „Simplicissimus Teutsch“ in der Barockliteratur und definiert das Ziel der Arbeit, die Jupiter-Episode als integralen Teil des Romans zu untersuchen sowie ihre forschungsgeschichtlichen Kontroversen aufzuzeigen.

2. Anmerkungen: Dieses Kapitel behandelt die methodischen Herausforderungen bei der Interpretation der Episode, insbesondere die Problematik der inhaltlichen Abgrenzung und die schwierige Rekonstruktion der Autorensicht.

3. Jupiter und seine Vision: Das umfangreiche Kernkapitel analysiert den Kontext der Episode, die inhaltlichen Details der Jupitervision – wie die Idee des „Teutschen Helden“, die Religions- und Sozialpolitik – sowie die Entlarvung Jupiters als „Gott der Flöhe“.

4. Jupiter im weiteren Romangeschehen: Dieser Abschnitt beschreibt die Entwicklung der Beziehung zwischen Simplicissimus und Jupiter über den weiteren Verlauf des Romans, die durch ein wechselhaftes Wiedersehen und eine veränderte Wahrnehmung der Figur geprägt ist.

5. Jupiter und Simplicissimus: Spiegelungen: Hier wird Jupiter als satirischer Zerrspiegel der simplicianischen Ambitionen gedeutet und die Verbindung zwischen dem Wahnsinn Jupiters und der Entwicklung des Helden herausgearbeitet.

6. Formale und thematische Ähnlichkeiten: Verbindungen zur Hölle?: Das Kapitel untersucht textuelle und inhaltliche Parallelen zwischen der Jupitervision und den höllischen Visionen in der „Continuatio“, was Jupiters Nähe zu einer gottfernen Weltsicht unterstreicht.

7. Exkurs: Quellen und Hintergründe: Ein forschungsgeschichtlicher Überblick über die Suche nach literarischen Vorlagen und historischen Vorbildern, die trotz zahlreicher Theorien zu keinem eindeutigen Konsens führt.

8. Schluss: Das Fazit stellt fest, dass die Jupiter-Episode als satirische Bloßstellung utopischer Hybris fungiert und die Notwendigkeit der Weltflucht des Helden innerhalb des religiösen Rahmens des Romans bekräftigt.

Schlüsselwörter

Grimmelshausen, Simplicissimus Teutsch, Jupiter-Episode, Barockliteratur, Satire, Utopie, Wahnsinn, Religionsfrieden, Forschungsgeschichte, Teutscher Held, Weltbild, Identität, Gottesferne, Literaturgeschichte, 17. Jahrhundert.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der sogenannten „Jupiter-Episode“ in Grimmelshausens „Simplicissimus Teutsch“. Ziel ist es, diese Episode nicht isoliert, sondern im Kontext des gesamten Werkes und seiner religiösen Aussage zu interpretieren.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die Rolle Jupiters als „Phantast“, die satirische Auseinandersetzung mit utopischen Weltordnungsentwürfen, die Verbindung von Machtansprüchen und Gewalt sowie das Spannungsfeld zwischen weltlichem Erfolg und christlicher Erlösung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach dem Sinn, den die Jupiter-Episode in der Gesamtkonstruktion des Romans erfüllt, und versucht, die verschiedenen – oft widersprüchlichen – Deutungen in der Forschungsgeschichte kritisch zu ordnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit folgt einer werkimmanenten literaturwissenschaftlichen Analyse, die den Text im Kontext seiner Entstehungszeit, der zeitgenössischen Literaturtradition und unter Einbeziehung relevanter Forschungsliteratur untersucht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Jupitervision, ihre Funktion als Spiegelbild des Protagonisten, ihre Verknüpfung mit höllischen Motiven in der „Continuatio“ sowie einen ausführlichen Exkurs zur komplexen Quellengeschichte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Grimmelshausen, Jupiter-Episode, Satire, Utopie, barockes Weltbild, Identitätsspiegelung und theologische Sinngebung.

Inwiefern beeinflussen die „Flöhe“ die Deutung der Figur Jupiter?

Der Umstand, dass Jupiter von Ungeziefer befallen ist, dient als satirische Entlarvung. Er entzaubert den Anspruch auf Göttlichkeit und weist ihn als ein fehlbares, weltliches Geschöpf aus, hinter dessen hehren Visionen die profane Realität zum Vorschein kommt.

Wie bewertet die Arbeit die Utopie Jupiters?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Jupiters Pläne für ein „irdisches Paradies“ als satirisch bloßgestellt zu betrachten sind. Sie beruhen auf Zwang und Gewalt, was sie als Hybris gegen die göttliche Ordnung erscheinen lässt und somit die Weltflucht des Simplicissimus am Ende des Romans als notwendig legitimiert.

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Résumé des informations

Titre
Grimmelshausens "Jupiter"
Sous-titre
Ein wahnsinniger Weltgott
Université
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Germanistische Literaturwissenschaft)
Cours
Hauptseminar "Grimmelshausen"
Note
1,3
Auteur
Stefan Krause (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
30
N° de catalogue
V127268
ISBN (ebook)
9783640334001
ISBN (Livre)
9783640333561
Langue
allemand
mots-clé
Grimmelshausen Jupiter Jupiter-Episode Jupiterepisode Scholte Weydt Simplicissimus Simplicissimus Teutsch Phantast Francion Don Quichote
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Citation du texte
Stefan Krause (Auteur), 2009, Grimmelshausens "Jupiter", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127268
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Extrait de  30  pages
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