Geschichte der Jugendverbandsarbeit

50er Jahre bis in die Gegenwart


Referat (Ausarbeitung), 2006

13 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Jugendverbandsarbeit in den fünfziger und sechziger Jahren
2.1. Initiativen zu deutsch-deutschen Jugendbegegnungen
2.2 Der Deutsche Bundesjugendring
2.3 Bundesjugendplan
2.4 Krise der Jugendarbeit
2.5 Vergesellschaftung der Jugendverbandsarbeit
2.6 Grundsatzgespräche – die „Erklärung von St. Martin“

3. Jugendverbandsarbeit in den siebziger und achtziger Jahren
3.1 Die Studentenbewegung und weitere Bewegungen
3.2 Änderung der Lebensstile in den Jugendverbänden
3.3 Neue Ansätze in der Jugendverbandsarbeit
3.4 Politisierung der Jugendarbeit
3.4.1 Bildungsreform und Bildungsdiskussion
3.4.2 Jugendarbeit in der Defensive

4. Jugendverbandsarbeit in den 90er Jahren bis in die Gegenwart
4.1 Jugendarbeit nach der Vereinigung Deutschlands
4.2 Wandel in der Jugendverbandsarbeit - „Jugendverbände in der Bindestrich- Gesellschaft“
4.2.1 Anforderungen an Jugendverbandsarbeit

5. Fazit

6. Literatur – und Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Jugendverbandsarbeit musste in den Jahren seit seiner Gründung im 19. Jahrhundert bis heute viele Veränderungen durchstehen. Sehr einschneidende Einflüsse waren in der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Wie es danach bis in die Gegenwart mit den Jugendverbänden weiterging, wird mit dieser Arbeit verdeutlicht.

2. Jugendverbandsarbeit in den fünfziger und sechziger Jahren

2.1. Initiativen zu deutsch-deutschen Jugendbegegnungen

Auf Grund der Trennung Deutschlands in BRD und DDR im Jahr 1949 gab es vielerlei Initiativen, die zur Jugendbegegnung beitrugen. Ziel hierbei war, „der Jugend aus beiden Teilen Deutschlands Gelegenheit zur Begegnung und zum Kennenlernen zu geben, um damit die Zusammengehörigkeit aller Deutschen zu stärken.“ (DBJR 2003, S. 281).

Innerdeutsche Jugendbegegnungen wurden intensiviert, denn auch bei den Jugendlichen wuchs das Bedürfnis, die gesamtdeutschen Kontakte zu intensivieren.

Es gab in den 50er Jahren eine Vielzahl von deutsch-deutschen Beziehungen und Begegnungen mit der Bedingung, keine Kontakte zur FDJ aufzunehmen, u.a. „Ferienaktionen der FDJ/DDR, Sportbegegnungen, Fahrten (…) in die DDR, kirchliche Jugendbegegnungen“ (DBJR 2003, S. 275) und Wanderaktionen. Allerdings geriet die FDJ durch den Mauerbau mehr und mehr in Isolation und das Verhältnis zwischen den Jugendverbänden Ost- und Westdeutschlands klaffte zunehmend auf Grund der unterschiedlichen Gesinnungen auseinander (vgl. DBJR 2003, 268 ff).

2.2 Der Deutsche Bundesjugendring

Am 03. 10.1949 wurde der Deutsche Bundesjugendring (DBJR) gegründet. Dieser vernetzt u.a. konfessionelle, ökologische, kulturelle und humanitärgeprägte Jugendverbände in Deutschland und vertritt die Interessen der Kinder und Jugendlichen (vgl. Jugendserver 2006[1] ).

Ein bedeutender Schwerpunkt der Arbeit des DBJR liegt auf der internationalen Zusammenarbeit. In diesem Sinne organisierten die Mitglieder u.a. 1951 ein internationales Jugendtreffen mit dem Ziel der Begegnung europäischer Jugend. Die europäische Jugendarbeit wurde in den sechziger Jahren mit „vielen Solidaritätsprojekten, Unterstützung für demokratische Jugendorganisationen in Afrika, Asien und Lateinamerika…“ (DBJR 2003, S. 261 f) ausgebaut.

2.3 Bundesjugendplan

Die Jugendverbandsarbeit befasste sich in den Nachkriegsjahren verstärkt mit der Verbesserung der „desolate[n] Lebenssituation der Nachkriegsjugend…“ (DBJR 2003, S. 263). Als wichtiges Ereignis in der Geschichte der Jugendverbandsarbeit gilt der Bundesjugendplan[2], der am 18. 12. 1950 durch die Bundesregierung verkündet wurde. Aus Bundesjugendplanmitteln wurde die Jugendverbandsarbeit gefördert. Sie erlaubten „in begrenzter Weise“ (…), Art und Ausmaß der Jugendverbandsaktivitäten zu steuern“ und bedeuteten für die Jugendverbände eine „einigermaßen komfortable Existenzsicherung“ (DBJR 2003, S. 264). Im ersten Jahr wurden 17,5 Millionen D-Mark zur Förderung eingesetzt, um vor allem Lehrwerkstätten und Jugendheime einzurichten, die den Kriegswaisen Hilfe und Unterstützung gewährten.

Des Weiteren wurde durch den Bundesjugendplan der internationale Jugendaustausch gefördert (vgl. Wikipedia 2006[3] ).

2.4 Krise der Jugendarbeit

Die Nachkriegsjahre waren vor allem für die junge Generation eine sehr harte Zeit. Man zählte rund 2 Millionen vertriebene Kinder und Jugendliche und 1,3 Millionen Halb- und 36000 Vollwaisen im Jahr 1950. Darüber hinaus waren im selben Jahr eine halbe Million Jugendliche unter 25 Jahren arbeitslos (vgl. Böhnisch, Gängler & Rauschenbach 1991, S. 87). Dennoch galt die Jugend Deutschlands als „Hoffnungsträger für den Aufbruch in eine neue Zukunft, als Vertrauenskapital für einen neuen Anfang…“, da sie als „unbelastete Generation“ angesehen wurde (Böhnisch, Gängler & Rauschenbach 1991, S. 87).

Die Jugend sollte den „dritten Weg“ zwischen Sozialismus im Osten und Kapitalismus im Westen bilden. Die Aufgabe der Jugendarbeit war es, eine „klassenübergreifende, vom Gemeinschaftsdienst durchdrungene Vorhut einer neuen, sozial gerechten und befriedeten Gesellschaft“ (Böhnisch, Gängler & Rauschenbach 1991, S. 88) darzustellen.

Jedoch sah die Realität der Nachkriegsjugend ganz anders aus, als man es von ihnen erwartete. Ende der 50er Jahre mussten die Jugendverbände die Krise der Jugendarbeit ausrufen, da sich die Mitgliederzahlen enorm reduzierten. Auch beteiligte sich die Mehrheit der Jugendlichen weder an Veranstaltungen, noch zeigten sie Eigeninitiative. „Die auf freie Jugendgeselligkeit, Einfügung in Jugendgruppen, auf jugendbewegte Gemeinschaftsvorstellungen ausgerichtete Verbandsgruppenarbeit erreichte die Nachkriegsgeneration und deren Lebensstil nicht.“ (Böhnisch, Gängler & Rauschenbach 1991, S. 89). Die deutsche Jugend orientierte sich mehr am Leben der Erwachsenen und interessierte sich kaum noch für die eigene Generation.

[...]


[1] Siehe Literatur- und Qellenverzeichnis, S. 13

[2] Seit 1993 Kinder- und Jugendplan des Bundes

[3] Siehe Literatur- und Qellenverzeichnis, S. 13

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Geschichte der Jugendverbandsarbeit
Untertitel
50er Jahre bis in die Gegenwart
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Veranstaltung
Jugendverbandsarbeit – Realität und Reichweite
Note
2,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
13
Katalognummer
V127287
ISBN (eBook)
9783640339686
ISBN (Buch)
9783640338924
Dateigröße
433 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschichte, Jugendverbandsarbeit, Jahre, Gegenwart
Arbeit zitieren
Katharina Gorski (Autor), 2006, Geschichte der Jugendverbandsarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127287

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Geschichte der Jugendverbandsarbeit



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden