Auguste Comte und seine Philosopie: Das Dreistadiengesetz


Hausarbeit, 2009

9 Seiten, Note: 2, 0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Biografische Notizen
1.1 Herkunft, Jugend
1.2 Ausbildung
1.3 Leben als Philosoph

2. Die Erfindung der Soziologie

3. Das Dreistadiengesetz

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

In meiner Hausarbeit beschäftige ich mich mit dem Soziologen und Philosophen Auguste Comte und seiner Philosophie. Der Schwerpunkt dieser Arbeit soll bei Comtes‘ „Dreistadiengesetz“ (Gesetz der Geistesentwicklung) liegen, welches besagt, dass der Mensch drei Stadien des Denkens/Wissens durchläuft, bis dieser einen bestmöglichen Zustand erreicht.

Ich beginne mit einem biographischen Teil, in dem ich die Herkunft und das Leben A. Comtes‘ darstelle. Im zweiten Abschnitt erläutere ich Comtes‘ soziologische Theorien und spezifiziere dabei das Drei-Stadien-Gesetz. Ich schließe mit einem Fazit ab, wobei ich eine kurze Zusammenfassung der während meiner Arbeit gewonnenen Kenntnisse abgebe und versuche eine eigene Bewertung anzufertigen.

1. Biografische Notizen

1.1 Herkunft, Jugend

Auguste Comte ist neben Karl Marx und Herbert Spencer einer der „founding fathers“ der Soziologie.[1] Comte wird am 19. Februar 1798 unter dem vollen Namen Isidore Marie Auguste François Xavier Comte in Montpellier in Südfrankreich geboren. Sein Vater arbeitet als Finanzbeamter für die Stadt Montpellier. Comtes Mutter hat eine streng katholische und monarchische Einstellung.

1.2 Ausbildung

Zwischen 1807 und 1814 wird Comte im Internat des Lyzeums von Montpellier erzogen und beginnt sich für die liberalen und revolutionären Ideen der Revolution von 1789 zu begeistern.[2] Im Internat wird deutlich, dass Comte einen außergewöhnlichen Geist und Charakter besitzt. Der Junge fällt einerseits durch seine großen und außergewöhnlichen geistigen Fähigkeiten auf, andererseits treten unangenehme Charakterzüge hervor, die Comte noch sein Leben lang Probleme bereiten. Comte ist aufbrausend, hadert mit den Autoritäten und seine Selbsteinschätzung wirkt auf andere Personen arrogant und elitär.[3] Im Jahr 1814 geht Comte an die École Polytechnique, wo er als hochbegabter Schüler ausgezeichnet wird. Die École Polytechnique wird im April 1816 vorübergehend geschlossen, da die Regierung der Restauration sich an dem „jakobinischen“ Geist der Schule stört. Comte geht zurück in seine Heimatstadt und nimmt an der dortigen Fakultät an medizinischen und physiologischen Vorlesungen teil. Doch da Comte Katholizismus und Monarchie ablehnt, kommt es zum Streit zwischen ihm und seinen Eltern. Die unterschiedlichen Lebensauffassungen entzweien die Familie und veranlassen Comte nach Paris zurückzukehren,[4] wo er seinen Lebensunterhalt durch Privatunterricht in Mathematik verdient.

1.3 Leben als Philosoph

Seine Tätigkeit als Privatlehrer endet durch die Begegnung mit dem Philosophen und Sozialreformer Graf Saint-Simon im August 1817. Comte wird der Sekretär und Freund von Saint-Simon und wird durch den Grafen in die Gesellschaft von Politikern und Industriellen eingeführt. Außerdem verfasst Comte Beiträge für dessen Zeitschriften „Ľ Industrie“, „Ľ Organisateur“, „Du Système industriel“ und „Catéchisme des industriels“. In einem Buch von Saint Simon erscheint 1822 die Schrift „Plan des travaux scientifiques nécessaires pour réorganiser la Société“ .Die Zusammenarbeit von Comte und Saint-Simon endet jedoch 1824 als Saint Simon den Text „Système de politique positive“ ohne Verfasserangabe im „Catéchisme des industriels“ veröffentlicht.[5] Es ist das Ende einer Beziehung, die schon vorher durch wissenschaftliche und persönliche Differenzen beschädigt war. In seinem „Plan de travaux scientifiques nécessaires pour réorganiser la Société“ fordert Comte, anders als Saint-Simon, dass die wissenschaftliche Ausarbeitung der Reorganisation der Gesellschaft vor der industriellen Reorganisation der Gesellschaft stattfinden muss. Seit der Veröffentlichung des Plans hat Comte das Lebensziel die positive Philosophie und die positive Politik auszuarbeiten. Er ist von der großen Bedeutung des Positivismus für die Menschheit überzeugt[6] und beginnt nach der Heirat mit Caroline Massin, einer ehemaligen Prostituierten, im April 1826 öffentliche Vorlesungen über „philosophie positive“ abzuhalten, zu denen sich Gelehrte wie Alexander v. Humboldt oder H. Carnot einfinden. Kurz darauf erkrankt Comte und wird in die Psychiatrie eingeliefert. Als er nach acht Monaten nicht geheilt entlassen wird, versucht Comte sich das Leben zu nehmen. Nach seinem Selbstmordversuch verbessert sich Comtes Gesundheitszustand und so nimmt er 1829 seine Vorlesungstätigkeit wieder auf. 1830 wird der erste Band Comtes „Cours de philosophie positive“ veröffentlicht. In den Jahren 1835, sowie 1838 bis 1841 erscheinen die weiteren Bände des Cours, in denen Comtes Vorlesungen dokumentiert sind. Comtes Bewerbung um einen Lehrstuhl für Analysis an der Ecole Polytechnique im Jahr 1831 ist erfolglos. Er erhält 1832 lediglich eine Stelle als Repetitor für Analysis und Mechanik.[7] Von seinem großen Ziel, einer Professur zu erhalten, ist Comte weit entfernt, da seine diesbezüglichen Versuche entweder unrealistisch sind oder vereitelt werden. Sein ganzes Leben lang gelingt es Comte nicht einen akademischen Posten zu erhalten, der seinen Fähigkeiten entspricht. Weiterhin tragen seine Beziehungen zu Frauen dazu bei, dass Comte kein stetes Leben führt und Probleme hat, beständig wissenschaftlich zu arbeiten, um dem Positivismus zu seinem Siegeszug zu verhelfen. Comte ist seiner Frau gegenüber oft gewalttätig und aggressiv, sodass die Ehe Comtes im Jahr 1842 geschieden wird.[8] Im Jahr 1844 lernt Comte seine große Liebe Clotilde de Vaux kennen. Ein Jahr später gesteht Comte ihr seine Liebe, die de Vaux jedoch nur rein platonisch erwidert. Clotilde de Vaux stirbt 1846. Comte macht Clotilde de vaux nach ihrem Tod zum Gegenstand eines wahren Kultes.[9] Aus dieser kultischen Verehrung entwickelt sich die Religion der Menschheit mit Comte als Führer und Hohepriester. In seinem vierbändigen Hauptwerks „Systéme de politique positive ou Traité de sociologie, instituant la religion de ľhumanité“, von dem jährlich von 1851 bis 1854 ein Band erscheint, wird die Religion der Menschheit und die ihr entsprechende Gesellschaftsordnung behandelt. Ergänzt wird das Werk 1852 durch den „Catéchisme positiviste“ und die „Synthèse subjective“ im Jahr 1856.[10] Nach der Verkündung der Religion der Menschheit 1847 gründet Comte 1848 die Positivistische Gesellschaft und verliert im Jahr 1851 seine Stelle als Repetitor an der École Polytechnique. Mehrere seiner Schüler verlassen aufgrund Comtes religiösem Mystizismus die Positivistische Gesellschaft. Im Jahr 1857 stirbt Comte in Paris.

[...]


[1] Henecka, Hans-Peter: Grundkurs Philosophie, Opladen 2000, S. 40.

[2] Massing, Otwin: Auguste Comte, in: Klassiker des soziologischen Denkens- Von Comte bis Durkheim, Bd. 1, hrsg. von Käsler, München 1967, S. 19.

[3] Bock, Michael: Auguste Comte 1798- 1857, in: Klassiker der Soziologie- Von Auguste Comte bis Alfred Schütz, Bd. 1, hrsg. von Dirk Käsler, München 2006, S. 39.

[4] S. o., S. 40.

[5] Massing, Otwin: Auguste Comte, in: Klassiker des soziologischen Denkens- Von Comte bis Durkheim, hrsg. von Dirk Käsler, München 1976, S. 20.

[6] Bock, Michael: Auguste Comte 1798- 1857, in: Klassiker der Soziologie- Von Auguste Comte bis Alfred Schütz, Bd. 1, hrsg. von Dirk Käsler, München 2006, S. 40.

[7] Massing, Otwin: Auguste Comte, in: Klassiker des soziologischen Denkens- Von Comte bis Durkheim, Bd. 1, hrsg. von Dirk Käsler, München 1976, S. 20.

[8] Bock, Michael: Auguste Comte 1798- 1857, in: Klassiker der Soziologie- Von Auguste Comte bis Alfred Schütz, Bd. 1, hrsg. von Dirk Käsler, München 2006, S. 41.

[9] S, 7, S. 21.

[10] S. 8, S. 41.

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Auguste Comte und seine Philosopie: Das Dreistadiengesetz
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Philosophisches Institut)
Veranstaltung
Einführung in die Wissenschaftstheorie
Note
2, 0
Autor
Jahr
2009
Seiten
9
Katalognummer
V127299
ISBN (eBook)
9783640336050
ISBN (Buch)
9783656415558
Dateigröße
446 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Auguste, Comte, Philosopie, Dreistadiengesetz
Arbeit zitieren
Alexander Dumitru (Autor), 2009, Auguste Comte und seine Philosopie: Das Dreistadiengesetz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127299

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Auguste Comte und seine Philosopie: Das Dreistadiengesetz



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden