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Bedingungen besonders effektiver Einflussnahme auf die Ministerialbürokratie am Beispiel des Deutschen Bauernverbandes

Titel: Bedingungen besonders effektiver Einflussnahme auf die Ministerialbürokratie am Beispiel des Deutschen Bauernverbandes

Hausarbeit , 2009 , 23 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Thomas Danken (Autor:in)

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Interessenverbände sind sowohl an Formulierung als auch an Implementation von Gesetzen beteiligt. Sie sind Gegenstand anhaltender normativ geführter Debatten, die sie einerseits als legitime intermediäre Organisationen gesellschaftlichen Inputs oder als Störfaktor innerhalb staatlicher Entscheidungsabläufe klassifizieren. Durch die exekutive Dominanz während der Politikformulierung richtet sich der Fokus der Interessenverbände vornehmlich auf die Ministerialbürokratie, da die Chance einer Einbringung eigener Vorschläge mit zunehmendem Formulierungsprozess schwindet.
Die vorliegende Arbeit wird versuchen, Determinanten einer besonders engen Verflechtung zwischen Interessenverbänden und entsprechenden Ministerien aufzuzeigen. Dies soll, aufgrund der exemplarischen Eignung, am Beispiel des Deutschen Bauernverbandes1 geschehen. Obwohl durch die Agrarwende im Jahre 2001 große Veränderungen auch für das Einflusspotential des DBV mit sich brachte, kann doch aus einer ex-post Perspektive verdeutlicht werden, welche Bedingungen zum relativen Erfolg des Verbandes hinsichtlich der Einflussnahme auf die Ministerialbürokratie führten.
Dazu sollen zuerst zentrale Begriffe der Arbeit geklärt werden und im zweiten Schritt eine Skizze der Interessengruppenforschung verdeutlichen, welch große normative Unterschiede innerhalb der akademischen Debatte existieren. Drittens werde die formalen, in GGO und GOBT auffindbaren, Einflusskanäle der Interessenverbände aufgezeigt. Schließlich werden die Determinanten besonders enger Verflechtung zwischen Ministerialbürokratie und Interessenverbänden dargestellt und bewertet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinitionen und einleitende Erläuterungen

2.1. Sozialwissenschaftliche Eingrenzung des Begriffs „Interessenverband“

2.3. Der Akteur „Deutscher Bauernverband“

3. Regieren mit Verbänden

3.1. Skizze der Interessengruppenforschung

3.2. Netzwerktheorie

4. Formelles Einflusspotential der Verbände auf die Ministerialbürokratie

5. Bestimmungsgrößen des Einflusses eines Verbandes auf die Ministerialbürokratie

5.1. Politikfeld und Repräsentationsmonopol

5.2. Personalrekrutierung und personelle Verflechtung

5.3. Strategische Positionierung in parlamentarischen Fachausschüssen

5.4. Interessenidentität zwischen Verband und Ministerium

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedingungen für eine besonders effektive Einflussnahme von Interessenverbänden auf die Ministerialbürokratie. Am Beispiel des Deutschen Bauernverbandes (DBV) wird analysiert, welche Determinanten – von strukturellen Voraussetzungen bis hin zur personellen Vernetzung – den relativen Erfolg einer Interessengruppe in politischen Entscheidungsprozessen maßgeblich beeinflussen.

  • Determinanten der Interessenverflechtung zwischen Verbänden und Ministerien
  • Analyse der Einflusskanäle des Deutschen Bauernverbandes (DBV)
  • Untersuchung der Rolle der Ministerialbürokratie als Adressat von Verbandsinteressen
  • Die Bedeutung von Repräsentationsmonopolen in spezifischen Politikfeldern
  • Einfluss durch personelle Verflechtung und strategische Ausschussarbeit

Auszug aus dem Buch

3.1. Skizze der Interessengruppenforschung

Die Entwicklung der Interessengruppenforschung muss aus einer empirisch-analytischen und einer normativen Perspektive nachgezeichnet werden. Die empirisch-analytische Ebene bezeichnet Fragen der Strategie zur Beeinflussung politischer Entscheidungsprozesse, der Einflusssicherung und der internen Verbandsstruktur. Die normative Dimension befasst sich mit Fragen der Legitimität des Einflusses privater Akteure auf den Willensbildungsprozess und letztlich auf das Spannungsfeld von Partikularinteresse und Gemeinwohl.

Die normative Bewertung von Interessenverbänden war in der Weimarer Republik von der deutschen konservativen Staatsrechtslehre dominiert, die durch die Einflussnahme privater Akteure das „Gemeinwohl“ gefährdet sah, welches also als a priori existent und fassbar charakterisiert wurde. Ebenso wurden Einflussnahme durch Interessenverbände als eine Gefahr für die staatliche Autorität thematisiert. Daran schloss sich nach Gründung der BRD eine Pluralismuskritik an, die eine „Herrschaft der Verbände“ konstatierte und ebenfalls Erosion staatlicher Macht prognostizierte. Verbände werden in diesem Ansatz verstanden als Störfaktoren einer ansonsten funktionierenden Repräsentation. Als Gegenpart zu monistischen Staatstheorien etablierte sich seit Ende der 1950er Jahre ein Neo-Pluralismus-Paradigma heraus, das Verbände nicht als Gefahr für staatliche Autorität, sondern als legitime Teilnehmer und Vermittler am politischen Willensbildungsprozess verstand. Gerade die Konkurrenz zwischen verschiedenen Parteien und Verbänden charakterisiere moderne westliche Industriegesellschaften. Neo-Pluralismus kann in diesem Sinne auch verstanden werden als antiautoritäres Konzept einer sich als Demokratiewissenschaft verstehenden Politikwissenschaft.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Problemstellung und der Zielsetzung der Untersuchung hinsichtlich der Verflechtung von Interessenverbänden und Ministerialbürokratie am Beispiel des DBV.

2. Begriffsdefinitionen und einleitende Erläuterungen: Theoretische Abgrenzung des Verbandsbegriffs und kurze Einführung in die Struktur des Deutschen Bauernverbandes.

3. Regieren mit Verbänden: Überblick über theoretische Ansätze der Interessengruppenforschung und der Netzwerktheorie zur Analyse von Politikgestaltung.

4. Formelles Einflusspotential der Verbände auf die Ministerialbürokratie: Untersuchung der rechtlichen Grundlagen und institutionalisierten Kanäle für den Einfluss von Verbänden auf gesetzgeberische Prozesse.

5. Bestimmungsgrößen des Einflusses eines Verbandes auf die Ministerialbürokratie: Detaillierte Analyse der vier zentralen Einflussfaktoren: Repräsentationsmonopol, Personalverflechtung, Ausschussarbeit und Interessenidentität.

6. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse, die verdeutlicht, dass neben formalen Wegen vor allem informelle Prozesse die reale Einflussnahme steuern.

Schlüsselwörter

Interessenverbände, Ministerialbürokratie, Deutscher Bauernverband, DBV, Agrarpolitik, Interessenvermittlung, Interessenidentität, Personalverflechtung, Neo-Pluralismus, Netzwerktheorie, Politiknetzwerk, Einflussnahme, Verbändeforschung, Gesetzgebungsverfahren, Interessenmonopol.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Bedingungen und Determinanten, die es Interessenverbänden ermöglichen, erfolgreich Einfluss auf ministerielle Entscheidungsprozesse auszuüben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit verbindet theoretische Ansätze wie die Interessengruppenforschung und Netzwerktheorie mit der praktischen Analyse von Einflusskanälen im deutschen politischen System.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, unter welchen Bedingungen Interessenverbände besonders effektiv Einfluss auf die Ministerialbürokratie nehmen können, dargestellt am Fallbeispiel des Deutschen Bauernverbandes.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die theoretische Ansätze zur Verbands- und Netzwerkforschung auf ein empirisches Beispiel (den DBV) anwendet und durch eine Literaturanalyse untermauert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert vier spezifische Bestimmungsgrößen des Einflusses: das Repräsentationsmonopol, die personelle Verflechtung, die Positionierung in Fachausschüssen und die Interessenidentität zwischen Verband und Ministerium.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Begriffe sind Interessenverbände, Ministerialbürokratie, Deutscher Bauernverband, Politiknetzwerke und Einflussfaktoren.

Wie veränderte sich die Rolle des Deutschen Bauernverbandes nach 2001?

Durch die Agrarwende 2001 verlor der Verband sein bisheriges exklusives Organisationsmonopol und sah sich verstärktem Kooperationsdruck sowie neuen gesellschaftlichen Akteuren gegenüber.

Warum spielt die „personelle Verflechtung“ eine so zentrale Rolle?

Personelle Verflechtungen dienen als Sicherung des Informationsbestandes für die Ministerialbürokratie und ermöglichen es Verbänden, durch interne Kenntnisse und informelle Kontakte direkten Einfluss auf Entwürfe zu nehmen.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Bedingungen besonders effektiver Einflussnahme auf die Ministerialbürokratie am Beispiel des Deutschen Bauernverbandes
Hochschule
Universität Potsdam  (Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Verwaltung und Organisation)
Veranstaltung
Seminar: Grundlagen moderner Regierungsorganisationen
Note
2,0
Autor
Thomas Danken (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
23
Katalognummer
V127304
ISBN (eBook)
9783640336470
ISBN (Buch)
9783640336715
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bedingungen Einflussnahme Ministerialbürokratie Beispiel Deutschen Bauernverbandes
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Thomas Danken (Autor:in), 2009, Bedingungen besonders effektiver Einflussnahme auf die Ministerialbürokratie am Beispiel des Deutschen Bauernverbandes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127304
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Leseprobe aus  23  Seiten
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