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Migrationsprozesse und soziale Transformation in Südasien

Title: Migrationsprozesse und soziale Transformation in Südasien

Thesis (M.A.) , 2008 , 92 Pages

Autor:in: Sabrina Lasar (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Neuere Forschungen jedoch zeigen, dass Migration keineswegs ein einseitiger Austausch – vom Heimatland ins Zielland – darstellt, sondern in beide Richtungen verläuft. Ein Großteil der Migranten pflegt während der Abwesenheit einen intensiven Kontakt mit der Familie, Informationen und Gelder fließen zwischen den Ländern hin und her. Migranten sind nicht nur innerhalb eines Kontextes, sondern in verschiedenen ‚Welten’ präsent. Das heißt, sie agieren „transnational“ (Glick Schiller/Basch/Blanc-Szanton 1992). Das Herkunftsland ist für sie genauso wichtig wie das Zielland, zumal viele Migranten nur temporär ihr Land verlassen, um nach einiger Zeit wieder zurückzukehren. Transnationale Migration hat somit nicht nur Auswirkungen auf das Land, das die Migranten empfängt, sondern auch auf das Land, das sie (zeitweise) verlassen. In der vorliegenden Arbeit steht daher das Herkunftsland der Migranten im Mittelpunkt und inwieweit eine Migration das Leben und die kulturellen Werte und Normen dieses beeinflusst und verändert – sowohl während der Abwesenheit der Migranten, also auch nach ihrer Rückkehr. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf Südasien mit den Ländern Indien, Sri Lanka, Pakistan und Bangladesh.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Migrationsprozesse

2.1 Migration – Definition und Begriffsklärung

2.2 Formen von Migration

2.2.1 Der zeitliche Aspekt

2.2.2 Der räumliche Aspekt

2.2.3 Der Aspekt der Wanderungsentscheidung und –ursache

2.2.4 Der Aspekt des Umfangs

2.3 Gründe für eine Migration

2.3.1 Fluchtbewegungen

2.3.2 Soziale Gründe

2.3.3 Individuelle Gründe

2.3.4 Wirtschaftliche Gründe

2.4 Migration in der Ethnologie

2.4.1 Ethnologie und Migration

2.4.2 Neuere ethnologische Migrationsforschung

2.4.3 Transnationalismus

2.4.4 Methodische Zugänge

2.5 Migrationsprozesse in Südasien

2.5.1 Fluchtbewegungen

2.5.2 Arbeitsmigration

3 Soziale Transformation

3.1 Einführung

3.2 Veränderungen in der Familienstruktur

3.2.1 Das traditionelle Familienbild

3.2.2 Probleme der Definition einer joint family

3.2.3 Auswirkung von Migration auf die Familienstruktur

3.2.4 Die Rolle der Familie im Migrationsprozess

3.3 Gender

3.3.1 Rollenverständnis

3.3.2 Symbole der Weiblichkeit

3.3.3 Veränderungen durch Migration

3.3.4 Probleme

3.3.5 Frauen und Migration

3.4 Veränderungen im religiösen Bereich

3.4.1 Neuerfindung der Tradition und neues religiöses Selbstverständnis

3.4.2 Sozialer Aufstieg durch Erneuerung

3.4.3 Migrantinnen, Religion und sozialer Status

3.5 Veränderungen im wirtschaftlichen Bereich

3.5.1 Remittances

3.5.2 Sozialer Status nach einer Migration

3.5.3 Frauen, Geld und sozialer Status

4 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen von Migrationsprozessen auf die soziale Transformation in den Heimatländern der Migranten, mit einem spezifischen Fokus auf Südasien (Indien, Sri Lanka, Pakistan und Bangladesh). Die zentrale Forschungsfrage adressiert dabei, inwieweit Migration das Leben sowie die kulturellen Werte und Normen in den Herkunftsgesellschaften beeinflusst und verändert – sowohl während der Abwesenheit der Migranten als auch nach einer möglichen Rückkehr.

  • Analyse von Migrationsprozessen und deren theoretische Einbettung in die Ethnologie.
  • Untersuchung der sozialen Transformation der Familienstruktur (joint family) durch Migration.
  • Betrachtung von Gender-Verhältnissen und Rollenverständnissen in Migrationskontexten.
  • Evaluierung religiöser Veränderungen und der Neuerfindung von Traditionen.
  • Untersuchung wirtschaftlicher Auswirkungen durch Rücküberweisungen (remittances) und deren Einfluss auf den sozialen Status.

Auszug aus dem Buch

2.4.1 Ethnologie und Migration

Migration ist weder ein neues Phänomen noch auf einzelne Regionen beschränkt. Seit Jahrtausenden verlassen Menschen aus unterschiedlichen Gründen ihre Herkunftsregion (siehe oben). Besonders im Zuge der Globalisierung, in dem sich Grenzen auflösen, die Menschen enger zusammenrücken und globale Beziehungen sich intensivieren, bestimmen Wanderungsprozesse den Alltag vieler Menschen. Migration ist eine soziale Tatsache und hat großen Einfluss auf die betroffenen Kulturen. Zudem spielt Migration in Ländern, mit denen sich Ethnologen traditionell beschäftigen, wie Afrika, Asien und Ozeanien eine immer größere Rolle. Das Anwachsen der Städte zeigt, dass dort immer mehr Menschen aus ländlichen Gebieten in die Städte ziehen um Arbeit zu suchen. Gerade deshalb ist dieses Thema für Ethnologen interessant und bietet eine Reihe von Forschungsmöglichkeiten.

Dennoch ist das Verhältnis der Ethnologie zur Migrationsforschung ein ambivalentes. So nimmt das Thema Migration einerseits eine zentrale Position ein, andererseits findet es aber nur am Rande Beachtung und ihre Bedeutung ist eher gering (Eades 1987, Darieva 2007). Zentral für die Ethnologie ist Migration deshalb, weil Mobilität, genauso wie Tod und Geburt, eine anthropologische Tatsache darstellt und einen großen Einfluss auf die von Forschern beobachtete soziale Realität nimmt (Eades 1987: 1). Migration stellt eine Universalie dar, ist Teil einer Gesellschaft und hat Auswirkungen auf kulturelle und soziale Strukturen, die von jeher im Mittelpunkt ethnologischer Untersuchungen stehen. Gerade deshalb bietet sich Migration als Forschungsschwerpunkt in der Ethnologie an.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Komplexität globaler Migrationsprozesse ein, stellt den Fokus auf die Auswirkungen in den Herkunftsländern Südasiens vor und erläutert den trans-nationalen Ansatz der Arbeit.

2 Migrationsprozesse: Dieses Kapitel definiert Migration, klassifiziert ihre unterschiedlichen zeitlichen, räumlichen und ursächlichen Formen und diskutiert die ethnologische Perspektive sowie spezifische Migrationsbewegungen in Südasien.

3 Soziale Transformation: Hier werden die Auswirkungen von Migration auf die Heimatländer detailliert analysiert, wobei der Fokus auf Veränderungen in der Familienstruktur, Gender-Rollen, religiösen Praktiken und dem wirtschaftlichen Status liegt.

4 Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse über die tiefgreifenden sozialen Transformationsprozesse in den Herkunftsländern durch Migration zusammen.

Schlüsselwörter

Migration, Südasien, soziale Transformation, Ethnologie, Transnationalismus, Familienstruktur, joint family, Gender, Remittances, religiöser Wandel, sozialer Status, Arbeitsmigration, Fluchtbewegungen, Identität, Globalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit befasst sich mit der ethnologischen Untersuchung von Migrationsprozessen und wie diese in den Herkunftsländern in Südasien soziale Transformationsprozesse auslösen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder umfassen Familienstrukturen, geschlechtsspezifische Rollenverständnisse (Gender), religiöse Neudefinitionen und wirtschaftliche Veränderungen durch Rücküberweisungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Migration nicht nur den Migranten selbst, sondern auch die zurückgebliebenen Familienstrukturen und die soziokulturelle Ordnung in den Herkunftsländern Südasien beeinflusst und verändert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine ethnologische Literaturarbeit, die auf verschiedenen Fallstudien und theoretischen Konzepten der Migrationsforschung wie dem Transnationalismus basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen von Migration definiert und anschließend spezifisch die sozialen Transformationen in den Bereichen Familie, Geschlechterrollen, Religion und Wirtschaft in Südasien analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Migration, Südasien, soziale Transformation, Ethnologie, joint family, Gender, Remittances und Transnationalismus sind prägende Begriffe.

Welche Rolle spielt die Familie im Migrationsprozess in Südasien?

Die Familie fungiert oft als wirtschaftliche Einheit, die die Migration finanziert und durch Remittances die ökonomische Basis im Dorf sichert, wobei sich Familienstrukturen durch den Wegfall von Mitgliedern umorganisieren müssen.

Wie verändert Migration das Rollenverständnis von Frauen?

Die Migration des Mannes kann zu einer Zunahme an Selbständigkeit und Verantwortung der zurückgebliebenen Frauen führen, während die Migration von Frauen selbst ihren Status als Geldverdienerin stärkt, aber oft traditionelle Geschlechterrollen in Spannungsfeldern neu verhandelt.

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Details

Title
Migrationsprozesse und soziale Transformation in Südasien
College
University of Münster  (Philosophische Fakultät)
Course
Hausarbeit zur Erlangung einer Magistra Artium
Author
Sabrina Lasar (Author)
Publication Year
2008
Pages
92
Catalog Number
V127307
ISBN (eBook)
9783640339723
ISBN (Book)
9783640337569
Language
German
Tags
Migration Sozialer Wandel Südasien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sabrina Lasar (Author), 2008, Migrationsprozesse und soziale Transformation in Südasien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127307
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