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Leitbilder und Kritik Sozialer Arbeit am Beispiel Kloster Breitenau

Título: Leitbilder und Kritik Sozialer Arbeit am Beispiel Kloster Breitenau

Trabajo Escrito , 2022 , 26 Páginas , Calificación: 2,3

Autor:in: Philipp Schürmann (Autor)

Trabajo social
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In dieser Arbeit sollen Leitbilder Sozialer Arbeit im Wandel der Zeit untersucht werden.

Es soll vergleichend betrachtet werden, welche Kritik in der Zeit nach 1945 in der Bundesrepublik Deutschland an der Sozialen Arbeit geübt wurde - und welche heute. Das impliziert auch die Frage nach Kontinuitäten und Brüchen in den Erziehungsvorstellungen, -idealen, und -praxen. Dies ist von Bedeutung, denn Sozialer Arbeit als Profession mit herausragenden Alleinstellungsmerkmalen sollte ein besonderes Interesse angesichts der Normalisierung antisemitischer, rassistischer, sozialdarwinistischer, antidemokratischer, antifeministischer und homophober Positionen zugutekommen.

Erarbeitet werden soll genanntes anhand der Forschungsfrage: "Inwiefern unterscheiden sich Leitbilder und Kritik Sozialer Arbeit in der Vergangenheit gegenüber jener von heute?" Der zu betrachtende Phänomenraum ist hierbei die Bundesrepublik Deutschland und der zeitliche Rahmen fokussiert die Zeit ab 1945 bis heute. Wobei, und dies ist bereits im Titel der Arbeit impliziert, auch immer wieder eine Bezugnahme auf die Zeit des Nationalsozialismus stattfindet. Wenn in der Fragestellung also die Rede ist von "Leitbildern und Kritik der Sozialen Arbeit in der Vergangenheit", so bezieht sich jene Zeitform insbesondere auf die kritische Soziale Arbeit der 1970er Jahre. Denn dieser Zeitraum war für die Soziale Arbeit von besonderer Bedeutung, da mit Gründung der Fachhochschulen und der Bildung des gleichnamigen Studienganges 'Soziale Arbeit' bzw. 'Sozialpädagogik' eine neue akademische Disziplin etabliert wurde.

Methodisch folgt ein eher deskriptives Kapitel, in dem auf (Sekundär-) Literatur geschaut wird, einem (eher analytisch-vergleichendem) Kapitel, in dem konkreter auf die Kritik eingegangen werden soll. In diesem Kapitel finden sich argumentative Bezugspunkte zu dem vorher geschriebenen. Ziel ist es hierbei, eine Struktur zu erreichen, die zunächst einen 'ist-Zustand' Sozialer Arbeit zu jener Zeit beschreibt und später vorstellt, welche Idealvorstellung Sozialer Arbeit zu dieser Zeit als erstrebenswert erachtet wurde.

Um zu zeigen, wie die theoretischen Leitbilder Sozialer Arbeit in der Praxis angewandt werden, wird immer wieder Bezug genommen auf 'Breitenau' – welches als besondere Institution, in der fortwährend Zugriff auf Menschen ausgeübt wird, mittlerweile auch erforscht ist und Aufschlüsse auf die damalige Erziehungspraxis und deren Wandel zulässt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Über die Leitbilder Sozialer Arbeit

2.1 Leitbilder sozialarbeiterischer Praxis nach 1945

2.1.1 Am Beispiel Breitenau I

2.2 Neue Leitbilder Sozialer Arbeit nach 1965

2.2.1 Am Beispiel Breitenau II

2.3 Aktuelle Leitbilder hinsichtlich autoritärer Erziehung

2.3.1 Am Beispiel Breitenau III

3 Kritik Sozialer Arbeit

3.1 Kritik Sozialer Arbeit nach 1945

3.2 Kritik Sozialer Arbeit nach 1965

3.3 Aktuelle Kritik Sozialer Arbeit

4 Fazit

Zielsetzung und Forschungsfragen

Diese Arbeit untersucht den historischen Wandel von Leitbildern und der Kritik an der Sozialen Arbeit in der Bundesrepublik Deutschland von 1945 bis heute, unter besonderer Berücksichtigung der Kontinuitäten nationalsozialistischer Ideale in der Nachkriegszeit sowie deren Aufarbeitung durch spätere Generationen.

  • Analyse der sozialarbeiterischen Praxis und Erziehungsideale der Nachkriegszeit.
  • Untersuchung der Politisierung und des Wandels sozialer Leitbilder ab den 1960er/70er Jahren.
  • Reflektion über die institutionelle Aufarbeitung autoritärer Erziehungsmethoden am Beispiel "Breitenau".
  • Kritische Auseinandersetzung mit "Erziehung nach Auschwitz" als dauerhaftem Auftrag für die Soziale Arbeit.

Auszug aus dem Buch

2.1 Leitbilder sozialarbeiterischer Praxis nach 1945

Nach Ende des zweiten Weltkrieges und infolge des großteiligen Zusammenbruches des staatlichen Gebildes des Deutschen Reiches, war eine Neuorganisation der staatlichen Strukturen, des politischen Systems und damit einhergehend, eine Neustrukturierung und Organisation der Wohlfahrtspflege notwendig.

„Die 12 Jahre Nationalsozialismus nehmen innerhalb der deutschen Geschichtsschreibung zu Recht eine Sonderstellung ein. […] Besonders die nach der Machtdurchsetzung und -entfaltung im 2. Weltkrieg eintretende radikale Dynamik von der Ausgrenzung zur Vernichtung bestimmter Bevölkerungsgruppen […] und die historische Einmaligkeit einer planmäßig durchgeführten, industriellen, millionenfachen Massenvernichtung macht eine ‚objektive‘ Betrachtung der NS-Zeit unmöglich. Vielmehr ist diese untrennbar verbunden mit dem moralischen Appell, dass sich Auschwitz nicht wiederholen dürfe […].“ (vgl. Kuhlmann, 2002).

Die Voraussetzung dafür, dass Auschwitz sich nicht wiederholen kann, war und ist auch davon abhängig, wie sich ein neu zu schaffendes staatliches Gebilde strukturiert und organsiert. Das bedeutet, dass ein neues politisches System juristische Grenzen beinhalten muss, die aus einer Moral des ‚nie wieder Auschwitz‘ resultieren. Dies zeigt sich auch in dem, im Frühjahr 1949 erlassenen, Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage zum Wandel von Leitbildern und der Kritik an der Sozialen Arbeit ein und verortet die Untersuchung im Kontext der deutschen Geschichte ab 1945.

2 Über die Leitbilder Sozialer Arbeit: Dieses Kapitel betrachtet den Forschungsstand und den sozialarbeiterischen Zeitgeist, indem es die Praxis nach 1945, die Reformbewegungen der 60er/70er Jahre und aktuelle Leitlinien, jeweils illustriert durch das Beispiel Breitenau, analysiert.

2.1 Leitbilder sozialarbeiterischer Praxis nach 1945: Hier wird die notwendige Neustrukturierung der Wohlfahrtspflege nach dem Krieg untersucht, geprägt von der moralischen Verantwortung nach dem Nationalsozialismus und der personellen Kontinuitäten in öffentlichen Ämtern.

2.1.1 Am Beispiel Breitenau I: Dieses Unterkapitel illustriert anhand der Leitungspersonen und Erziehungspraktiken im Landesjugendheim Fuldatal die Fortdauer autoritärer Strukturen nach 1945.

2.2 Neue Leitbilder Sozialer Arbeit nach 1965: Das Kapitel beschreibt den gesellschaftlichen Umbruch, die Politisierung und die Akademisierung der Sozialen Arbeit sowie das Aufkommen neuer, partizipativer Ansätze.

2.2.1 Am Beispiel Breitenau II: Hier wird die erstmalige weitreichende öffentliche Kritik an den Zuständen in Breitenau Ende der 1960er Jahre während der Studierendenrevolten thematisiert.

2.3 Aktuelle Leitbilder hinsichtlich autoritärer Erziehung: Das Kapitel erläutert aktuelle Definitionen der Sozialen Arbeit als Menschenrechtsprofession und die allgemeine Abkehr von autoritären Erziehungsidealen.

2.3.1 Am Beispiel Breitenau III: Dieser Abschnitt widmet sich der heutigen Gedenkstättenarbeit in Breitenau als Ort der historischen Aufklärung und reflektierten Auseinandersetzung.

3 Kritik Sozialer Arbeit: Dieses Kapitel vertieft die Analyse der Kritik Sozialer Arbeit in den verschiedenen historischen Phasen von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart.

3.1 Kritik Sozialer Arbeit nach 1945: Das Kapitel zeigt, dass unmittelbare kritische Reflexionen über NS-Verbrechen in der Sozialen Arbeit nach dem Krieg aufgrund der herrschenden Notlage kaum stattfanden.

3.2 Kritik Sozialer Arbeit nach 1965: Hier steht der Wandel durch die Studierendenbewegung und die kritische Theorie der Frankfurter Schule im Mittelpunkt, begleitet von neuen Forderungen nach professioneller Veränderung.

3.3 Aktuelle Kritik Sozialer Arbeit: Dieses abschließende Unterkapitel analysiert das aktuelle Interesse an „kritischer Sozialer Arbeit“ und die fortwährende Relevanz der Gedenkstättenpädagogik im Kontext der Erziehung nach Auschwitz.

4 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse über den Wandel von Leitbildern und der fortwährenden Bedeutung kritischer Selbstreflexion in der Sozialen Arbeit zusammen.

Schlüsselwörter

Soziale Arbeit, Leitbilder, Kritik, Nationalsozialismus, Breitenau, Heimerziehung, Erziehung nach Auschwitz, Autoritäre Erziehung, Politisierung, Akademisierung, Menschenrechtsprofession, Geschichtsbewusstsein, Zivilisationsbruch, Sozialpädagogik, Reformbewegungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung und dem Wandel der Leitbilder und der kritischen Auseinandersetzung innerhalb der Sozialen Arbeit in Deutschland seit 1945.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Einfluss historischer Ereignisse auf erzieherische Ideale, die personelle und methodische Kontinuität über 1945 hinaus sowie die Entwicklung der Sozialen Arbeit hin zu einer reflektierten Menschenrechtsprofession.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu ergründen, inwiefern sich die Leitbilder und die Kritik an der Sozialen Arbeit in der Vergangenheit im Vergleich zur heutigen Zeit unterscheiden und wo Kontinuitäten liegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt deskriptive und analytisch-vergleichende Methoden, indem sie Fachliteratur aus der Sozialpädagogik mit historischen Dokumenten verknüpft und durch spezifische Fallbeispiele (Breitenau) illustriert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Leitbildern (nach 1945, nach 1965 und aktuell) sowie eine umfassende kritische Betrachtung der Sozialen Arbeit in denselben Zeitabschnitten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird insbesondere durch Begriffe wie „Erziehung nach Auschwitz“, „Heimerziehung“, „politischer Zeitgeist“, „kritische Theorie“ und „Menschenrechtsprofession“ charakterisiert.

Welche besondere Rolle spielt der Ort Breitenau in der Untersuchung?

Breitenau fungiert als zentraler, lokal verankerter Untersuchungsort, an dem sich der Wandel der Erziehungspraktiken – vom autoritären Lager zur Gedenkstätte – über die Jahrzehnte hinweg exemplarisch aufzeigen lässt.

Warum ist das Thema „Auschwitz“ so bedeutend für die Soziale Arbeit?

Nach Adorno bildet die Forderung, dass Auschwitz sich nicht wiederhole, die oberste Maxime pädagogischen Handelns. Die Soziale Arbeit muss daher kontinuierlich ihre eigene Praxis kritisch reflektieren, um geschichtsrevisionistischen Tendenzen und autoritären Mustern entgegenzuwirken.

Final del extracto de 26 páginas  - subir

Detalles

Título
Leitbilder und Kritik Sozialer Arbeit am Beispiel Kloster Breitenau
Universidad
University of Kassel
Calificación
2,3
Autor
Philipp Schürmann (Autor)
Año de publicación
2022
Páginas
26
No. de catálogo
V1273759
ISBN (PDF)
9783346723826
ISBN (Libro)
9783346723833
Idioma
Alemán
Etiqueta
Leitbilder Kritik Kloster Breitenau Guxhagen Soziale Arbeit 1945 1960 Frankfurter Schule
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Philipp Schürmann (Autor), 2022, Leitbilder und Kritik Sozialer Arbeit am Beispiel Kloster Breitenau, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1273759
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