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Die Sentimental Comedy am Beispiel von Richard Steeles 'The Conscious Lovers'

Title: Die Sentimental Comedy am Beispiel von Richard Steeles 'The Conscious Lovers'

Term Paper , 2006 , 13 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anja Kopf (Author)

Didactics for the subject English - Literature, Works
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Hört ein Laie der Literatur den Begriff der sentimental comedy wird ihm dieser mit
großer Sicherheit fremd und unbekannt sein. Beginnt manch einer eventuell darüber
nachzudenken, was darunter zu verstehen ist, wird er vielleicht bemerken, dass er
eigentlich einen Widerspruch in sich selbst trägt. Derjenige wird sich fragen, wie
denn Komödien, die in der Regel lustig und unterhaltsam sein sollen, überhaupt
gefühlvoll und rührselig (was das Wort sentimental beinhaltet) sein können? Der
Begriff spricht für sich und man erkennt schnell, dass man es hier mit einer ganz und
gar „unkomischen Komödienkonzeption“ (Nünning, Vera und Ansgar 1998: 96) zu
tun hat, die viel mehr darauf abzielt „die Zuschauer durch […] beispielhafte Tugend
[…] zu belehren“ (Ebd.) als sie zu unterhalten und zum Lachen zu bewegen.
Ein Literaturkenner jedoch verbindet mit diesem Schlagwort sicherlich eine breite
Fülle von Aspekten. Er wird diese spezielle Erscheinungsform der Komödie dem im
18. Jahrhundert zu findenden Dramentyp, dem drama of sensibility, unterordnen und
auf dieser Basis den prägnanten kulturgeschichtlichen Hintergrund benennen können.
Das 18. Jahrhundert brachte zwar keine Stücke mit hohem literarischen Rang zu
Tage (vgl. Nünning, Vera und Ansgar 1998: 85), trotzdem sind diese Stücke sehr
wertvoll und „aufschlussreich, als sie Einblick in die damalige ‚Mentalität’ geben“
(Ebd.).
Die benannte Zeit war besonders geprägt von einem sich rasch vollziehenden
ökonomischen Wandel und dem damit einhergehenden Beginn der industriellen
Revolution, welche nicht nur eine „Ausprägung kapitalistischer Strukturen“
(Nünning 2005: 82) mit sich brachte, sondern auch Veränderungen im sozialen
Gefüge. Besonders die Mittelschicht profitierte von diesem enormen wirtschaftlichen
Wachstum. So ergaben sich viele Verdienstmöglichkeiten und eine consumer culture
mit neuen Chancen der Freizeitgestaltung (vgl. Ebd.) konnte sich herausbilden. Die
Nachfrage an literarischen Ratgebern mit Regeln für die angemessenen
Umgangsformen dieser neu entwickelten Bevölkerung wuchs. Man kannte kultivierte
Umgangsformen als den ‚wahren’ Ausdruck empfindsamer Gefühle an (vgl. Ebd.:
83) und schätzte „Emotion, Sensitivität, Wohlwollen sowie Mitgefühl“ (Ebd.) als die
„natürlichen Eigenschaften“ (Ebd.) des Menschen. In den Vordergrund rückte jetzt
also die menschliche Gefühlswelt, was ein charakteristisches Merkmal dieser so
genannten Kultur der Empfindsamkeit (culture of sensibility) darstellt.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die sentimental comedy

2.1 Der Versuch einer Definition

2.2 Gattungsspezifische Merkmale

3. The Conscious Lovers

3.1 Sir Richard Steele (1672-1729)

3.2 Handlungsablauf und zentrale Themen in der sentimentalen Komödie The Conscious Lovers

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das literarische Genre der sentimental comedy im Kontext des 18. Jahrhunderts. Dabei wird analysiert, wie diese Gattung als Reaktion auf sozioökonomische und kulturelle Veränderungen entstand, und es wird aufgezeigt, wie Sir Richard Steeles Stück „The Conscious Lovers“ als paradigmatisches Beispiel die Merkmale des drama of sensibility veranschaulicht.

  • Kulturgeschichte der Empfindsamkeit (culture of sensibility)
  • Stilistische und inhaltliche Gattungsmerkmale der sentimental comedy
  • Die Rolle von Sir Richard Steele und sein Werk „The Conscious Lovers“
  • Einfluss des gesellschaftlichen Wandels auf die Literatur des 18. Jahrhunderts

Auszug aus dem Buch

Die sentimental comedy

Übersetzt man das Wort sentimental ins Deutsche, findet man folgende Ergebnisse: sentimental, empfindsam, gefühlsduselig, gefühlvoll und rührselig. Eine reine Übersetzung hilft aber keinesfalls, wenn man klären will, welche Dramen überhaupt dieser Gattungsausprägung zugeordnet werden können. Denn mit Sicherheit ist nicht jedes Stück, das rührselige und gefühlvolle Elemente beinhaltet, zwangsläufig auch eine sentimental comedy (vgl. Cox 1969: 2). Wie so oft ist es aber auch bei diesem Begriff nahezu unmöglich eine zufrieden stellende Definition zu finden. Um überhaupt erst einmal eine grobe Idee und Vorstellung über das Thema gewinnen zu können, ist sie dennoch unabdingbar. Auch hier verhält es sich nach bekannter Regel die besagt, dass, je nach Inhalt der Definition, die Abgrenzung der zugehörigen Publikationen unterschiedlich ausfällt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in den Begriff der sentimental comedy ein und ordnet das Genre kulturgeschichtlich in das 18. Jahrhundert sowie in die culture of sensibility ein.

2. Die sentimental comedy: Dieses Kapitel widmet sich der Definition des Begriffs sowie der Erarbeitung gattungsspezifischer Merkmale, wie etwa der moralischen Belehrung und der Darstellung tugendhafter Figuren.

3. The Conscious Lovers: Hier wird der Autor Sir Richard Steele vorgestellt und sein Werk „The Conscious Lovers“ auf seine inhaltliche Struktur und zentrale Themen hin untersucht.

4. Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst die Erkenntnisse über die sentimental comedy zusammen und reflektiert die enge Verbindung zwischen gesellschaftlichem Wandel und literarischer Gattungsentwicklung.

Schlüsselwörter

sentimental comedy, 18. Jahrhundert, Sir Richard Steele, The Conscious Lovers, culture of sensibility, drama of sensibility, moralische Belehrung, Tugend, gesellschaftlicher Wandel, literarische Gattung, Mittelschicht, Theatergeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Gattung der „sentimental comedy“ im 18. Jahrhundert und untersucht deren Entstehung und Charakteristika.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen der Einfluss des gesellschaftlichen Wandels, das Konzept der Tugend, die Bedeutung von Moral und Erziehung im Drama sowie die Abgrenzung gegenüber der „comedy of manners“.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den Begriff der „sentimental comedy“ zu definieren, ihre spezifischen Merkmale herauszuarbeiten und diese anhand von Sir Richard Steeles „The Conscious Lovers“ exemplarisch nachzuweisen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die theoretische Grundlagen des Genres mit der Untersuchung eines Primärtextes verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Auseinandersetzung mit Gattungsdefinitionen und Merkmalen sowie eine detaillierte Textanalyse des Stücks „The Conscious Lovers“ unter Berücksichtigung von Autor und Kontext.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben „sentimental comedy“ vor allem „culture of sensibility“, „Tugend“, „poetic justice“ und der historische Kontext des 18. Jahrhunderts.

Welche Rolle spielt Sir Richard Steele für das Genre?

Steele gilt als Begründer der „sentimental comedy“, da sein Stück „The Conscious Lovers“ (1722) als Paradigma für den Dramentypus und die darin verarbeiteten moralischen Ideale angesehen wird.

Wie unterscheiden sich die Figuren der sentimental comedy von der comedy of manners?

Während die „comedy of manners“ eher egoistische und heuchlerische Charaktere aus der Oberschicht zeigt, stellt die „sentimental comedy“ tugendhafte Helden, oft aus der Mittelschicht, in den Mittelpunkt, die erziehungsfähig und moralisch vorbildhaft agieren.

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Details

Title
Die Sentimental Comedy am Beispiel von Richard Steeles 'The Conscious Lovers'
College
Justus-Liebig-University Giessen
Grade
1,0
Author
Anja Kopf (Author)
Publication Year
2006
Pages
13
Catalog Number
V127421
ISBN (eBook)
9783640346752
ISBN (Book)
9783640346523
Language
German
Tags
Sentimental Comedy Beispiel Richard Steeles Conscious Lovers
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anja Kopf (Author), 2006, Die Sentimental Comedy am Beispiel von Richard Steeles 'The Conscious Lovers', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127421
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