Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Entstehen, der Entwicklung und dem Niedergang des Handelsplatzes von Haithabu bei Schleswig.
Als Quellen für die Entwicklung Haithabus werden schriftliche Überlieferungen, wie die 'Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum' des Adam von Bremen oder die Runensteine aus dem Umland von Haithabu herangezogen, ebenso wird aber auch ein Fokus auf die archäologischen Ausgrabungen des Handelsplatzes, besonders unter Herbert Jankuhn, gelegt.
Neben einer groben Ereignisgeschichte wird die Herkunft des Namens 'Haithabu' und die Namensproblematik in den historischen Quellen in einem seperaten Kapitel angesprochen.
Nach einer kurzen Betrachtung der Lage Haithabus und anderer wesentlicher geografischer Faktoren wird im Hauptteil der Arbeit in drei Phasen die Entwicklung des Handelsplatzs untersucht um im letzten Kapitel die Gründe für den Untergang Haithabus darstellen zu können.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Kapitel 1 – Geschichte Haithabus
1.1 Chronologische Ereignisgeschichte
1.2 Der Name ‚Haithabu’
Kapitel 2 – Quellenlage
2.1 Übersicht über die historischen Quellen
2.2 Übersicht über die archäologischen Quellen
Kapitel 3 – Entwicklung
3.1 Lage und geographische Bedingungen
3.2 Phase I – Entstehung/Etablierung
3.3 Phase II – Blütezeit
3.4 Phase III – Niedergang/Zerstörung
Kapitel 4 – Interpretation
4.1 Gründe für den Niedergang Haithabus
Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Entstehen, die Entwicklung und den schließlichen Niedergang des frühmittelalterlichen Handelsplatzes Haithabu. Ziel ist es, die Standortfaktoren sowie die ökonomische und strategische Bedeutung des Ortes anhand historischer Quellen und archäologischer Befunde zu analysieren.
- Chronologische Geschichte Haithabus vom 8. bis zum 11. Jahrhundert
- Analyse der Quellenlage (historische Berichte und archäologische Ausgrabungen)
- Geographische Bedingungen und strategische Standortvorteile
- Phasen der Entwicklung: Entstehung, Blütezeit und endgültiger Niedergang
- Ursachenforschung für den Untergang des Handelszentrums
Auszug aus dem Buch
3.1 Lage und geographische Bedingungen
Die Lage Haithabus ist von einer Menge relevanter Faktoren begleitet, so dass es schwer ist abzuschätzen, welche der Faktoren tatsächlich zur Gründung geführt haben mögen. Zwei Punkte können jedoch als grundlegend betrachtet werden. Zum einen der, das Siedlungsareal in eine Nord- und eine Südhälfte teilende Bachlauf, den Schietzel als wichtigsten Faktor anführt. Da die Schlei als stehender Arm der Ostsee nur Brackwasser führt, war die Zufuhr von Frischwasser notwendig, um eine länger bestehende Siedlung gründen zu können.
Jankuhn dagegen verweist zu allererst auf die verkehrsgeographische Lage. Ähnlich wie Fürstensitze der beginnenden Eisenzeit im südlichen Mitteleuropa liegt Haithabu am Knotenpunkt der einzigen Nord-Süd-Verbindung. Die jütländische Halbinsel weist auf der Höhe Haithabus mit der Schleswiger Landenge ihre engste Stelle auf und ist aufgrund von ehemals dichten Wäldern und weitläufigen Marschen nur zwischen Schlei und Treene passierbar. Genau durch diese Engstelle zieht sich der alte, wahrscheinlich seit der Bronzezeit genutzte Heerweg, der die einzige Nord-Süd-Verbindung über die kimbrische Halbinsel ist.
Ein weiterer Faktor ist die Verbindung von Nord- und Ostsee über die etwa 15km breite Landbrücke auf der Höhe Haithabus. Von der Nordsee kommend war es möglich, über Eider und Treene und mit flachen Kähnen eventuell auch noch teilweise über die Rheider Au bis weit in das Binnenland zu gelangen. Beförderte man Ladung und Handelswaren, nach Süden gesichert vom Danewerk, über die Landbrücke bis nach Haithabu, so gelangte man von dort über die Schlei in die Ostsee und ersparte sich die gefährliche Fahrt durch Skagerrak und Kattegat.
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 – Geschichte Haithabus: Dieses Kapitel liefert eine chronologische Übersicht über die Entwicklung Haithabus von den Anfängen im 8. Jahrhundert bis zur Zerstörung 1066 und klärt die Namensherkunft.
Kapitel 2 – Quellenlage: Hier erfolgt eine Einteilung der Quellenbasis in schriftliche Zeugnisse, wie die Berichte von Adam von Bremen, und archäologische Erkenntnisse aus Ausgrabungen.
Kapitel 3 – Entwicklung: Das Kapitel detailliert die geographischen Standortfaktoren und unterteilt den Werdegang der Siedlung in drei historisch-archäologische Phasen.
Kapitel 4 – Interpretation: Dieses Kapitel analysiert die komplexen Ursachen für den Niedergang Haithabus, insbesondere im Kontext wirtschaftlicher Machtverschiebungen und veränderter Handelsbedingungen.
Schlüsselwörter
Haithabu, Handelsplatz, Wikingerzeit, Danewerk, Sliesthorp, Archäologie, Schlei, Stadtentwicklung, Fernhandel, Frühmittelalter, Siedlungsgeschichte, Handelswege, Quellenlage, Schleswig, Mittelalterlicher Norden
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die Entwicklung und den Niedergang von Haithabu als einem der bedeutendsten Handelsplätze der Wikingerzeit im nördlichen Europa.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Der Schwerpunkt liegt auf der historischen Ereignisgeschichte, der Auswertung archäologischer Befunde, geographischen Einflussfaktoren sowie den Gründen für den Untergang der Siedlung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Entwicklung von Haithabu vom 8. bis zum 11. Jahrhundert anhand der vorliegenden Quellen nachzuzeichnen und die Faktoren zu analysieren, die zu dessen Aufstieg und späterem Zerfall führten.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Es wird eine interdisziplinäre Vorgehensweise gewählt, die historische Quellenkritik (z.B. Adam von Bremen) mit der Auswertung archäologischer Grabungsberichte und naturwissenschaftlicher Datierungsmethoden (Dendrochronologie, Radiokarbonmethode) kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Ereignisgeschichte, die Analyse der Quellenlage, die Untersuchung der geographischen Standortfaktoren sowie eine detaillierte Betrachtung der drei Entwicklungsphasen der Siedlung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Haithabu, Handelsplatz, Wikingerzeit, Frühmittelalter, Archäologie und Siedlungsgeschichte beschreiben den inhaltlichen Kern der Arbeit am treffendsten.
Warum war die geographische Lage für Haithabu so entscheidend?
Haithabu lag an einer schmalen Landenge zwischen Nord- und Ostsee, was den Landtransport von Gütern zwischen den Meeren ermöglichte und somit eine enorme wirtschaftliche und strategische Bedeutung besaß.
Welche Rolle spielten die Runensteine bei der Namensgebung?
Runensteine im Umland von Haithabu lieferten durch flektierte Dativformen (h(a)iþa bu) Hinweise auf den ursprünglichen Namen, was zur heutigen deutschen Bezeichnung führte, die teilweise auf einem grammatikalischen Missverständnis basiert.
- Citation du texte
- Matthias Toplak (Auteur), 2007, Die Entwicklung des Handelsplatzes Haithabu in archäologischen und historischen Quellen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127460