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Ungleichheit und Wirtschaftswachstum

Titre: Ungleichheit und Wirtschaftswachstum

Dossier / Travail , 2019 , 24 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Franz Lennart Wunderlich (Auteur)

Economie politique - Macroéconomie, en général
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Diese Seminararbeit soll einen Einblick in den aktuellen Stand der Forschungen zum Thema geben und dabei der Frage nachgehen, inwiefern ein Zusammenhang zwischen Ungleichheit und Wachstum angenommen werden kann. Dabei sollen vor allem die beiden Konzepte im Einzelnen, die Wirkungskanäle zwischen Ungleichheit und Wirtschaftswachstum aufgezeigt werden und eine kritische Einordnung des Leitartikels "Why the IMF and OECD are Wrong about Inequality and Growth" (Fuest 2018) erfolgen.

Schon in den 1950er und -60er Jahren legte der amerikanische Ökonom Simon Smith Kuznets den Grundstein für eine Diskussion, die in der wirtschaftswissenschaftlichen Fachwelt bis heute anhält und auch in den letzten Jahren große mediale Aufmerksamkeit erhielt. Kuznets untersuchte damals die Beziehung zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes und seiner Einkommensverteilung. Auf Grundlage empirischer Untersuchungen für Daten zwischen 1913 und 1948 stellte er fest, dass die Ungleichheit der Einkommensverteilung mit steigendem Pro-Kopf-Einkommen zunächst zu- und ab einem Wendepunkt wieder abnimmt. Die nach dem Entdecker des empirischen Zusammenhangs benannte Kuznets-Kurve verläuft demnach in Form eines umgekehrten U’s. Dieser rein empirisch festgestellte Zusammenhang ergebe sich aus dem Strukturwandel eines Staates von der Landwirtschafts- zur Industrienation.

Erst als die Ungleichheit in den Staaten der Organisation for Economic Cooperation and Development (OECD) in den 1980er und -90er Jahren wieder anstieg, begann man, Kuznets‘ Beobachtung infrage zu stellen. Einer der bekanntesten Kritiker wurde der französische Ökonom Thomas Piketty mit seinem Buch "Das Kapital im 21. Jahrhundert" aus dem Jahr 2013, das international viel Aufmerksamkeit erlangte. Durch eine empirische Untersuchung der Einkommens- und Vermögenskonzentration von 20 Ländern fand er heraus, dass sich der Anteil des reichsten Prozents am Brutto-Nationaleinkommen für viele Staaten zwischen 1910 und 2010 mit einer u-förmigen Kurve darstellen lässt.

Am Beispiel der Publikation Pikettys und der folgenden weltweiten Aufmerksamkeit wird deutlich, wie aktuell die Diskussionen zum Zusammenhang zwischen Ungleichheit und Wirtschaftswachstum sind. Auch International Monetary Fund (IMF) und OECD widmeten sich in den vergangenen Jahren diesem Thema.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Messbarkeit der Größen

2.1 Ungleichheit

2.1.1 Quantilverhältnisse

2.1.2 Gini-Koeffizient

2.1.3 Theil-Index

2.1.4 Atkinson-Maß

2.2 Wirtschaftswachstum

3. Wirkungen zwischen Ungleichheit und Wirtschaftswachstum

3.1 Produktivität

3.2 Sozio-Politische Instabilität

3.3 Sparquote

3.4 Umverteilung

4. Einordnung aktueller Forschungsergebnisse und Leitartikel

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den komplexen Zusammenhang zwischen Einkommens- bzw. Vermögensungleichheit und dem Wirtschaftswachstum eines Landes, mit dem Ziel zu klären, ob eine wissenschaftlich fundierte Korrelation besteht und welche Wirkungskanäle dabei eine Rolle spielen.

  • Methodische Grundlagen der Messung von Ungleichheit (Gini, Theil, Atkinson).
  • Analyse der Wirkungskanäle: Produktivität, sozio-politische Stabilität und Sparquote.
  • Untersuchung der umstrittenen Rolle von Umverteilungsmaßnahmen.
  • Kritische Einordnung aktueller Forschungsergebnisse (u.a. Cingano, IMF, Fuest et al.).

Auszug aus dem Buch

3.2 Sozio-Politische Instabilität

Wie Alesina et al. (vgl. 1995: S. 18) empirisch belegen konnten, besteht zwischen Einkommensungleichheit und sozio-politischer Instabilität ein positiver Zusammenhang. Diese Instabilität würde im Gegenzug zu einer Abnahme der Investitionstätigkeiten führen. Schließlich seien laut Allan Drazen (vgl. 2000: S. 459-461) die Anreize für eine Faktorakkumulation ceteris paribus umso niedriger, je geringer die Sicherheit der Eigentumsrechte ist. Eine Volkswirtschaft mit hoher sozio-politischer Instabilität müsste demnach mit sinkender Attraktivität als Produktions- und Investitionsstandort rechnen. Als Sicherheit der Eigentumsrechte wird die Fähigkeit, den Besitz und die Rendite des angesammelten Faktors zu behalten, bezeichnet.

Für diese Sicherheit führt Drazen (vgl. 2000: S. 459-461) drei wichtige Aspekte an. Zum einen sei die Sicherheit des Eigentums auf der konstitutionellen Ebene entscheidend. Also die Sicherheit, die nicht durch eine aktuelle Regierung oder Mehrheit änderbar ist.

Die Attraktivität eines Standorts für Produktion und Investition werde zudem durch die Sicherheit und Stabilität der Gesetze und Institutionen selbst bestimmt. Sollte es zu einem durch politische Instabilität ausgelösten Druck für Umverteilung kommen, würde dieser in seinem Umfang einen Negativanreizer zur Investition darstellen. Das würde sich wiederum wachstumsfeindlich auswirken.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Stellt das Forschungsfeld vor, beleuchtet historische Debatten wie die Kuznets-Kurve und führt in die aktuelle Kontroverse um die Arbeit von Thomas Piketty ein.

2. Messbarkeit der Größen: Erläutert mathematische Instrumente zur Quantifizierung von Ungleichheit (Quantilverhältnisse, Gini, Theil, Atkinson) und definiert den Begriff Wirtschaftswachstum.

3. Wirkungen zwischen Ungleichheit und Wirtschaftswachstum: Analysiert die theoretischen Wirkungskanäle Produktivität, sozio-politische Instabilität, Sparquote und Umverteilung.

4. Einordnung aktueller Forschungsergebnisse und Leitartikel: Zusammenfassung und kritische Diskussion der empirischen Literatur sowie der ifo-Studie von Fuest et al.

5. Fazit: Zieht Bilanz über die theoretische und empirische Evidenz und kommt zu dem Schluss, dass ein direkter Kausalzusammenhang nicht universell belegbar ist.

Schlüsselwörter

Ungleichheit, Wirtschaftswachstum, Gini-Koeffizient, Lorenzkurve, Produktivität, Theil-Index, Atkinson-Maß, Sozio-Politische Instabilität, Humankapital, Umverteilung, Sparquote, Kapitalzins, BIP, Einkommensverteilung, Vermögenskonzentration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ökonomischen Debatte, ob und wie die Ungleichheit von Einkommen und Vermögen das wirtschaftliche Wachstum einer Volkswirtschaft beeinflusst.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die mathematische Messbarkeit von Ungleichheit, die theoretischen Wirkungskanäle auf die Wirtschaft sowie die Interpretation empirischer Forschungsergebnisse.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den aktuellen wissenschaftlichen Stand zum Zusammenhang von Ungleichheit und Wachstum aufzuzeigen sowie den Leitartikel von Fuest et al. kritisch einzuordnen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Der Autor nutzt Literaturanalysen, die Diskussion mathematischer Indikatoren und eine kritische Auseinandersetzung mit ökonomischen Modellen sowie Regressionsanalysen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden mathematische Maße wie der Gini-Koeffizient definiert und die Wirkung von Ungleichheit über Kanäle wie Produktivität und Sparquote theoretisch hergeleitet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Einkommensverteilung, Wirtschaftswachstum, Gini-Koeffizient und verschiedene ökonomische Wirkungszusammenhänge.

Inwiefern beeinflusst die Wahl des Gini-Koeffizienten das Ergebnis?

Der Gini-Koeffizient ist zwar anschaulich, berücksichtigt jedoch nicht die Verteilung innerhalb von Quantilen und kann bei sich schneidenden Lorenzkurven zu Fehlinterpretationen der Rangordnung führen.

Warum ist das "Atkinson-Maß" eine Besonderheit?

Im Gegensatz zum Gini-Koeffizienten basiert das Atkinson-Maß auf einer wohlfahrtstheoretischen Nutzenfunktion, die eine bewusste Einstellung zur gesellschaftlichen Ungleichheitsaversion integriert.

Wie bewerten Fuest et al. den Zusammenhang im Leitartikel?

Fuest et al. argumentieren, dass ein direkter Zusammenhang zwischen Ungleichheit und Wachstum statistisch fragwürdig ist und vielmehr vom Entwicklungsstand der jeweiligen Volkswirtschaft abhängt.

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Résumé des informations

Titre
Ungleichheit und Wirtschaftswachstum
Université
University of Potsdam
Note
2,0
Auteur
Franz Lennart Wunderlich (Auteur)
Année de publication
2019
Pages
24
N° de catalogue
V1274832
ISBN (PDF)
9783346724380
ISBN (Livre)
9783346724397
Langue
allemand
mots-clé
Volkswirtschaftslehre Makroökonomie Ungleichheit Wirtschaftswachstum Ungleichheit und Wirtschaftswachstum Quantilverhältnisse Gini-Koeffizient Theil-Index Atkinson-Maß Produktivität Sozio-Politische Instabilität Sparquote Umverteilung
Sécurité des produits
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Citation du texte
Franz Lennart Wunderlich (Auteur), 2019, Ungleichheit und Wirtschaftswachstum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1274832
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Extrait de  24  pages
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