Eine wichtige Frage in der Ethik, die daran interessiert ist zu bestimmen, welche Handlungen moralisch gut oder schlecht sind, ist, ob die Menschen egoistisch oder altruistisch sind, d.h. ob wir allein mit Rücksicht auf unsere eigenen Interessen handeln, oder ob wir darüber hinaus mit Rücksicht auf andere Menschen handeln und welche dieser Handlungsweisen einen moralischen Wert haben. Es gibt unterschiedliche philosophische Strömungen, die entweder annehmen, dass Menschen unmittelbar nur egoistisch sind oder dass der Mensch sowohl egoistisch als auch altruistisch handelt und dass nur Handlungen, die nicht egoistisch sind, einen moralischen Wert haben. Aber alle sehen beide Handlungsweisen getrennt, d.h. dass
sich beide gegenseitig ausschließen. Im Gegensatz dazu argumentiert John Dewey in seinem Essay „The Moral Self“ dafür, dass es nicht gegensätzlich ist, sowohl egoistisch als auch altruistisch zu handeln. Wenn man den moralischen Wert einer Handlung mit Hinblick darauf bestimmt, ob diese egoistisch ist oder nicht, dann bedeutet dies, dass man die Handlung in Bezug auf das Resultat dieser Handlung beurteilt, d.h. dass man fragt, ob die nachfolgenden Konsequenzen nur gut für mich selbst oder für die Allgemeinheit (andere Menschen) ist. In diesem Sinne ist das Ende der Handlung am wichtigsten.
Inhaltsverzeichnis
1. Das Verhältnis zwischen Egoismus und Altruismus in John Deweys Verständnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die philosophische Position von John Dewey bezüglich der klassischen Dichotomie zwischen Egoismus und Altruismus. Ziel ist es aufzuzeigen, dass Dewey diese Begriffe nicht als gegensätzliche Kräfte, sondern als integrale Bestandteile des sozialen Zusammenlebens begreift, wobei der moralische Wert einer Handlung weniger am Motiv, sondern am resultierenden Nutzen für das soziale Gefüge gemessen wird.
- Kritik an der traditionellen Trennung von egoistischen und altruistischen Handlungen
- Die Rolle des Selbst als soziale Entität statt als isoliertes Wesen
- Der Einfluss von Handlungen auf die Entwicklung des moralischen Selbst
- Die Bedeutung objektiver Konsequenzen für die moralische Bewertung
- Notwendigkeit des Gleichgewichts zwischen Selbstfürsorge und Altruismus
Auszug aus dem Buch
Das Verhältnis zwischen Egoismus und Altruismus in John Deweys Verständnis
Eine wichtige Frage in der Ethik, die daran interessiert ist zu bestimmen, welche Handlungen moralisch gut oder schlecht sind, ist, ob die Menschen egoistisch oder altruistisch sind, d.h. ob wir allein mit Rücksicht auf unsere eigenen Interessen handeln, oder ob wir darüber hinaus mit Rücksicht auf andere Menschen handeln und welche dieser Handlungsweisen einen moralischen Wert haben. Es gibt unterschiedliche philosophische Strömungen, die entweder annehmen, dass Menschen unmittelbar nur egoistisch sind oder dass der Mensch sowohl egoistisch als auch altruistisch handelt und dass nur Handlungen, die nicht egoistisch sind, einen moralischen Wert haben.
Aber alle sehen beide Handlungsweisen getrennt, d.h. dass sich beide gegenseitig ausschließen. Im Gegensatz dazu argumentiert John Dewey in seinem Essay „The Moral Self“ dafür, dass es nicht gegensätzlich ist, sowohl egoistisch als auch altruistisch zu handeln. Wenn man den moralischen Wert einer Handlung mit Hinblick darauf bestimmt, ob diese egoistisch ist oder nicht, dann bedeutet dies, dass man die Handlung in Bezug auf das Resultat dieser Handlung beurteilt, d.h. dass man fragt, ob die nachfolgenden Konsequenzen nur gut für mich selbst oder für die Allgemeinheit (andere Menschen) ist. In diesem Sinne ist das Ende der Handlung am wichtigsten.
Laut Dewey sind unsere Handlungen ursprünglich nicht egoistisch oder altruistisch, weil Handlungen aufgrund eines instinktiven Interesses (oder Lust) für eine Sache entstehen.
Zusammenfassung der Kapitel
Das Verhältnis zwischen Egoismus und Altruismus in John Deweys Verständnis: Die Arbeit analysiert Deweys Gegenentwurf zur klassischen ethischen Trennung von Egoismus und Altruismus und plädiert für eine soziale Betrachtungsweise menschlichen Handelns.
Schlüsselwörter
John Dewey, Egoismus, Altruismus, Ethik, Moral, Selbst, Handlungsweise, Sozialisierung, Gesellschaft, Gemeinschaft, Interesse, moralischer Wert, Konsequenz, Selbstverwirklichung, soziales Wesen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der ethischen Analyse des Verhältnisses von Egoismus und Altruismus im Denken von John Dewey.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die philosophische Ethik, die Konzepte des Selbst und der Gemeinschaft sowie die moralische Bewertung menschlichen Handelns.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu belegen, dass Egoismus und Altruismus nach Dewey keine Gegensätze bilden, sondern gleichberechtigte Aspekte eines sozialen Lebens sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine philosophische Textanalyse des Essays „The Moral Self“ von John Dewey unter Einbezug soziologischer Aspekte nach George Herbert Mead.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Kritik an der Idee isolierter Individuen, die Bedeutung von Interessen für das Selbst und die moralische Relevanz der Konsequenzen von Handlungen innerhalb sozialer Strukturen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Moral, Egoismus, Altruismus, soziale Gemeinschaft und Selbstverwirklichung geprägt.
Warum hält Dewey die Trennung von Egoismus und Altruismus für unzureichend?
Dewey argumentiert, dass Menschen soziale Wesen sind und Handlungen primär auf Interessen basieren, die nicht per se egoistisch oder altruistisch sind, sondern erst durch ihre sozialen Konsequenzen moralisch bewertbar werden.
Welche Rolle spielt die Gemeinschaft für die Moral nach Dewey?
Moralisch gut ist nach Dewey dasjenige Handeln, das die Interessen der Gemeinschaft stützt und das Gleichgewicht zwischen individuellem Wachstum und sozialer Verantwortung wahrt.
Ist Selbstfürsorge laut Dewey moralisch vertretbar?
Ja, Selbstfürsorge ist eine Voraussetzung für die eigene Handlungsfähigkeit; wer sich nicht um das eigene Wohlbefinden kümmert, verliert die Fähigkeit, anderen zu helfen, was letztlich der Gemeinschaft schadet.
- Quote paper
- Christine Porath (Author), 2007, Das Verhältnis zwischen Egoismus und Altruismus in John Deweys Verständnis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127489