Diese Arbeit beleuchtet, wie sich eine psychische Störung der Eltern – vor allem aber die der Mutter – auf die Kindesentwicklung auswirken kann. Zuerst erläutere ich hierfür zentrale Begriffe und beschreibe meine Literaturrecherche. Danach beziehe ich mich auf die Belastungen und Risiken, denen Kinder ausgesetzt sein können. Ich stelle zudem auch dar, welche spezifischen Gefahren eine Depression mit sich bringt und wie diese Krankheit Einfluss auf das Erkrankungsrisiko des Nachwuchses nehmen kann. Abschließend diskutiere ich die Inhalte und gebe ein persönliches Fazit.
Psychische Störungen betreffen in Deutschland ca. 30 Prozent der Gesellschaft. Durch mehrfache Überprüfung in Studien konnte belegt werden, dass von den Betroffenen wiederum 30 Prozent minderjährigen Nachwuchs haben. Die psychisch erkrankten Eltern sind vor allem von affektiven Störungen und damit auch Depressionen betroffen. Dieses Krankheitsbild betrifft circa 36 Prozent der erkrankten Eltern.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Zentrale Begriffe
3 Methoden der Literaturrecherche
4 Belastungen für die Kinder
4.1 Belastungsfaktoren im Familienbund
4.2 Gefühlswelten des Kindes
5 Risiken für die Kinder
5.1 Genetische Risiken
5.2 Elterliche Erkrankung als Risiko
5.3 Risiken des Alters und Geschlechts
5.4 Individuelle Risikofaktoren der Kinder
6 Spezifisches Risiko durch die Depression
6.1 Depressive Mütter
6.2 Postnatale Depression
6.3 Erkrankungsrisiko der Kinder
7 Diskussion der Ergebnisse
8 Fazit
Zielsetzung und Themenfelder
Die vorliegende Studienarbeit untersucht, welche gravierenden Belastungen und Risiken für Kinder entstehen, wenn ihre Eltern an einer Depression erkranken, und wie diese die kindliche Entwicklung beeinflussen können.
- Identifikation von Belastungsfaktoren im familiären Umfeld
- Analyse der Folgen elterlicher Depression für die Gefühlswelt des Kindes
- Evaluation der genetischen und individuellen Entwicklungsrisiken
- Betrachtung von Erziehungskompetenzen bei depressiv erkrankten Eltern
- Diskussion der Resilienz und Bewältigungsstrategien
Auszug aus dem Buch
Belastungsfaktoren im Familienbund
Durch affektive Störungen ist es den Eltern meist nicht möglich, den Kindern gleichbleibende Tagesabläufe oder Strukturen zu bieten (vgl. Plass/Wiegand-Grefe 2012, S. 27). Erlebte Erschöpfungszustände, die Unfähigkeit das Bett zu verlassen oder die Kraftlosigkeit um sich um Haushalt und Kinder zu kümmern kann dazu führen, dass es zu „Veränderungen der familiären Rollenverteilung“ (ebd., S. 28) kommt. Kinder werden mehr in die Alltagsaufgaben eingebunden und auch der väterliche Elternteil muss die üblichen Tätigkeiten der kranken Mutter übernehmen. Noch stärker ausgeprägt ist die Symptomatik, wenn der kranke Elternteil alleinerziehend ist (vgl. Plass/Wiegand-Grefe 2012, S. 28).
Verzerren sich die Beziehungen in der familiären Struktur sehr stark, so spricht man oftmals von dem Phänomen der Parentifizierung (vgl. Plass/Wiegand-Grefe 2012, S. 28 f.). Dieses ist zu beobachten, wenn elterliche Aufgaben von Kindern erledigt werden. Dabei besteht die Gefahr, dass Eltern zur Bedürfnisbefriedigung ihre Kinder missbrauchen und die Kinder Verantwortung übertragen bekommen, der sie noch gar nicht gewachsen sind. Außerdem muss das Kind seine eigenen Bedürfnisse unterordnen und seine Leistungen werden von den Eltern zumeist nicht ausreichend anerkannt (vgl. Plass/Wiegand-Grefe 2012, S. 28 ff.). Langfristig kann das Kind ein „instabile[s] Selbstwertgefühl und Ablösungs-/Identitätsprobleme[ ] bis hin zu starken Depressionen oder suizidalem Verhalten“ (Castro u. a. 2004, zit. nach Plass/Wiegand-Grefe 2012, S. 31) entwickeln.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Prävalenz psychischer Störungen bei Eltern in Deutschland und die daraus resultierende Relevanz für die kindliche Entwicklung.
2 Zentrale Begriffe: Dieses Kapitel definiert klinische Zustandsbilder psychischer Störungen und erläutert Depressionen als affektive Störungen mit ihren typischen Merkmalen.
3 Methoden der Literaturrecherche: Hier wird der systematische Ansatz zur Stand-der-Forschung-Analyse über diverse Datenbanken und Suchoperatoren beschrieben.
4 Belastungen für die Kinder: Das Kapitel analysiert die subjektive Erlebenswelt der Kinder, insbesondere durch Rollenverschiebungen und Parentifizierung im familiären Alltag.
5 Risiken für die Kinder: Es werden genetische Vorbelastungen, das Alter des Kindes sowie elterliche Verhaltensweisen als kritische Einflussfaktoren auf das Entwicklungsrisiko dargestellt.
6 Spezifisches Risiko durch die Depression: Dieses Kapitel vertieft die direkten Auswirkungen mütterlicher Depressionen, postnataler Phasen und das statistische Erkrankungsrisiko der Kinder.
7 Diskussion der Ergebnisse: Die Kapitelinhalte werden unter Einbezug der Resilienzforschung reflektiert, um die Entwicklungschancen trotz Belastung aufzuzeigen.
8 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Bewertung der Relevanz elterlicher Erkrankungen als Hochrisikofaktor und fordert mehr Unterstützung für betroffene Familien.
Schlüsselwörter
Depression, psychische Störungen, Kindesentwicklung, Parentifizierung, elterliche Verantwortung, Bindung, Resilienz, genetische Risiken, affektive Störungen, kindliche Entwicklung, Risikoforschung, postnatale Depression, Erziehungskompetenz, Entwicklungsrisiken, Familienbund.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen elterlichen Depressionen und der psychischen sowie physischen Entwicklung des Nachwuchses.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf familiären Belastungsfaktoren, Erziehungskompetenzen, genetischen Aspekten und den spezifischen Gefahren durch depressive Episoden bei Eltern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den aktuellen Forschungsstand dazu aufzuarbeiten, wie stark sich das Krankheitsbild der Eltern negativ auf die Kindesentwicklung auswirken kann.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturrecherche. Dabei wurden fachspezifische Datenbanken wie WISO und PsyJournal genutzt, um Erkenntnisse zu systematisieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Belastungen, eine Darstellung der Risikofaktoren und eine spezifische Betrachtung der Auswirkungen von Depressionen auf das Kindeswohl.
Welche Schlüsselbegriffe sind charakteristisch?
Besonders relevant sind die Begriffe Depression, Bindung, Erziehungskompetenz und Resilienz.
Was bedeutet der Begriff Parentifizierung in diesem Zusammenhang?
Parentifizierung bezeichnet eine Rollenumkehr, bei der Kinder die Verantwortung für ihre kranken Eltern übernehmen müssen, obwohl dies ihre psychischen Kapazitäten übersteigt.
Warum ist das Alter des Kindes ein bedeutender Risikofaktor?
Besonders in frühen Lebensjahren sind Kinder auf eine stabile Bindung angewiesen; Defizite der Eltern wirken sich hier gravierender auf die Emotionsregulation aus als in späteren Lebensphasen.
Welchen Einfluss hat die Resilienzforschung auf die Schlussfolgerung?
Die Resilienzforschung relativiert die Annahme einer rein negativen Prognose und weist darauf hin, dass die Widerstandskraft des Kindes eine gesunde Entwicklung trotz Belastung ermöglichen kann.
- Citation du texte
- Francesca Akermann (Auteur), 2018, Elterliche Depression und die Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung. Risiken und Einflussfaktoren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1275281