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Das Germanenbild Gustaf Kossinnas

Und dessen Wirkung auf die deutsche Bevölkerung

Titre: Das Germanenbild Gustaf Kossinnas

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2006 , 18 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Matthias Toplak (Auteur)

Histoire de l'Allemagne - Première Guerre mondiale, République de Weimar
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem von Gustav Kossinna zu Beginn des 20. Jahrhunderts entworfenen Bild der germanischen Abstammung der Deutschen und dessen Wirkung auf die deutsche Bevölkerung. Dabei wird besonders auf Kossinnas Werke „Die deutsche Vorgeschichte, eine hervorragend nationale Wissenschaft“ , „Altgermanische Kulturhöhe“ und „Ursprung und Verbreitung der Germanen in vor- und frühgeschichtlicher Zeit“ eingegangen. Kossinnas Bemühungen und seine Ergebnisse sollen in dem zeitgeschichtlichen Kontext der politischen Nationalisierung dargestellt und die Auswirkungen auf das Germanenbild der Deutschen untersucht werden.
Kossinna und seine Arbeit sind besonders für die Vor- und Frühgeschichte von politischer Brisanz, da er zu dem kleinen Kreis der führenden Prähistoriker zu Beginn des 20. Jh. gehörte, diese noch junge Wissenschaft jedoch durch seine Werke und diverse Vorträge besonders im Laufe des 1. Weltkrieges instrumentalisierte und politisierte. Obwohl seine Verbindungen zu den entstehenden antisemitisch und völkisch ausgerichteten Verbänden häufig nur schwer zu rekonstruieren sind, wurden seine, sich immer mehr auf die Überlegenheit der nordischen Rasse beziehenden Theorien von den nationalorientierten Gesellschaften der Zwischenweltkriegszeit übernommen und bildeten mit einen Grundstein für die Rassenideologie der Nationalsozialisten. Obwohl Kossinna die Machtergreifung der Nationalsozialisten nicht mehr erlebte, hatte er die gesamte vor- und frühgeschichtliche Archäologie in Verruf gebracht, welche bis heute dieses Thema noch nicht vollkommen aufgearbeitet hat. Die Analyse seiner, vordergründig durch wissenschaftliche Arbeit gesicherten Erkenntnisse über die germanischen Wurzeln der Deutschen und deren „heldenhaftes“ Wesen ist daher eine interessante Fragestellung, der diese Arbeit nachgehen soll.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Kapitel 1 – Hintergründe

1.1 Politischer Kontext

1.2 Kossinnas Hintergrund und Bewertung durch die gegenwärtigen Forschungslage

Kapitel 2 – Kossinnas Germanenbild

2.1 Abstammung und Darstellung der Germanen

2.2 Germanisches Wesen

2.3 Kossinnas ‚Manifest’

Kapitel 3 – Auswirkungen

3.1 Wirkung auf die nationalsozialistische Rassenlehre

3.2 Kossinnas heutige Bewertung

Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das von Gustaf Kossinna Anfang des 20. Jahrhunderts entworfene Bild der germanischen Abstammung der Deutschen und dessen weitreichende Auswirkungen auf die deutsche Gesellschaft. Ziel ist es, Kossinnas Thesen im Kontext der politischen Nationalisierung zu verorten und ihren Einfluss auf die spätere rassistische Ideologie des Nationalsozialismus kritisch zu analysieren.

  • Gustaf Kossinna als Prähistoriker und Wegbereiter nationalsozialistischer Ideologie
  • Die Instrumentalisierung der Vor- und Frühgeschichte für politische Zwecke
  • Konstruktion des "germanischen Wesens" und der nordischen Rasse
  • Politische Vereinnahmung der Archäologie im 20. Jahrhundert
  • Die kritische wissenschaftliche Aufarbeitung des "Kossinna-Traumas" nach 1945

Auszug aus dem Buch

2.1 Abstammung und Darstellung der Germanen

Kossinnas wichtigste Fragestellung in seiner Forschung war die Germanen-, später auch die Indogermanenfrage. Er versuchte, mit wissenschaftlich heute höchst zweifelhaften Mitteln, die germanische Besiedelung des Deutschen Reiches so weit wie möglich in der Vergangenheit nachzuweisen. Mit seinen Methoden gelangte er bis in die jüngere Steinzeit, wo er eine germanische Urbevölkerung und damit auch eine indogermanische Besiedelung im Gebiet des heutigen Norddeutschlands und Südskandinavien um die Ostsee herum auszumachen glaubte.

Diesen Indogermanen wies er gegen Ende der jüngeren Steinzeit über ein Dutzend großer Wanderzüge durch ganz Europa zu, die er anhand von typologischer Formengleichheit bestimmter Funde festlegte. Ähnlichkeiten in der Ornamentik und dem Kunststil zwischen nordischen Artefakten und solchen aus mediterranen Gegenden sah er als sicheren Beweis für die indogermanisch-nordische Abstammung z.B. der Urzelle des Griechenvolkes oder zumindest für einen nordischen Einfluss wie in den mykenischen Schachtgräbern. Bis hin zur Bronzezeit proklamierte Kossinna "gewaltige[n] und anhaltende[n] sich erneuernde[n] Ausbreitungswellen nordischer Bevölkerungsmengen, [...] über ganz Mitteleuropa [...] bis hin nach Griechenland, Oberitalien und Südengland", welche die dort lebenden, ihnen kulturell unterlegenen Völker unter ihre naturlegitimierte Herrschaft zwangen und ihnen nordische Kultur brachten.

Zusammenfassung der Kapitel

Kapitel 1 – Hintergründe: Dieses Kapitel erläutert den politischen Kontext des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, in dem die Suche nach einer germanischen Identität zur Abgrenzung gegenüber dem keltisch geprägten Frankreich an Bedeutung gewann.

Kapitel 2 – Kossinnas Germanenbild: Der Autor analysiert Kossinnas rassentheoretische Konstruktionen, die Darstellung der Germanen als "Heldenvolk" und den Versuch, die Weltgeschichte als Produkt nordischer Kulturleistungen umzudeuten.

Kapitel 3 – Auswirkungen: Dieses Kapitel untersucht, wie Kossinnas Lehre von den Nationalsozialisten als wissenschaftliche Legitimation ihrer Rassenideologie instrumentalisiert wurde und diskutiert die schwierige wissenschaftliche Aufarbeitung seines Erbes nach 1945.

Schlüsselwörter

Gustaf Kossinna, Germanenbild, Archäologie, Nationalsozialismus, Rassenlehre, Nordische Rasse, Indogermanen, Ethnoarchäologie, Identitätsstiftung, politische Instrumentalisierung, Vor- und Frühgeschichte, Germanozentrik, Nationalismus, Wissensgeschichte, Weltanschauung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Person des Prähistorikers Gustaf Kossinna und seinem maßgeblichen Einfluss auf das Germanenbild im Deutschland des frühen 20. Jahrhunderts.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Verknüpfung von Archäologie mit nationalistischer Ideologie, die Konstruktion eines germanischen Überlegenheitsmythos und die spätere Adaption dieser Thesen durch die nationalsozialistische Führung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, zu zeigen, wie Kossinna wissenschaftliche Arbeit politisierte, um ein glorifiziertes Bild germanischer Abstammung zu schaffen, und wie dies als Wegbereiter für die Rassenideologie des Nationalsozialismus fungierte.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor führt eine historische Analyse der Schriften Kossinnas und der zeitgenössischen Rezeptionsgeschichte durch und beleuchtet diese kritisch vor dem Hintergrund der aktuellen Forschungsdiskussion.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des politischen Hintergrunds, die Dekonstruktion von Kossinnas Germanenbild sowie die Analyse der Auswirkungen seiner Lehre auf die NS-Rassenideologie und seine Bewertung in der Nachkriegszeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind Gustaf Kossinna, Nationalsozialismus, Germanenbild, Rassenideologie, Prähistorische Archäologie und politische Instrumentalisierung.

Wie bewertet der Autor Kossinnas Rolle als "Wissenschaftler"?

Der Autor erkennt zwar an, dass Kossinna ein zentraler Akteur seiner Disziplin war, betont jedoch, dass er seine Forschung zunehmend politisierte und seine Methoden nach heutigen wissenschaftlichen Maßstäben als unwissenschaftlich und ideologisch verblendet einzustufen sind.

Inwieweit stand Kossinna in direktem Kontakt mit der NSDAP?

Obwohl Kossinna kein offizielles Parteimitglied war, engagierte er sich in völkisch-rassistischen Vereinen und trat Organisationen wie dem "Kampfbund für deutsche Kultur" bei, die dem nationalsozialistischen Umfeld nahestanden.

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Résumé des informations

Titre
Das Germanenbild Gustaf Kossinnas
Sous-titre
Und dessen Wirkung auf die deutsche Bevölkerung
Université
University of Cologne  (Historisches Seminar der Universität zu Köln)
Note
2,0
Auteur
Matthias Toplak (Auteur)
Année de publication
2006
Pages
18
N° de catalogue
V127538
ISBN (ebook)
9783640340170
ISBN (Livre)
9783640338740
Langue
allemand
mots-clé
Germanenbild Gustaf Kossinnas Wirkung Bevölkerung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Matthias Toplak (Auteur), 2006, Das Germanenbild Gustaf Kossinnas, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127538
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Extrait de  18  pages
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