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Auflösung von Ambiguität bei Determinativkomposita

Title: Auflösung von Ambiguität bei Determinativkomposita

Seminar Paper , 2021 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anonym (Author)

German Studies - Linguistics
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Woher weiß ich, ob es sich bei der Grasmaus um eine Maus handelt, die im Gras lebt, ob eine Maus mit grasgrünem Fell damit bezeichnet wird oder doch eine Maus mit einer Vorliebe für Gras gemeint ist?
Viele zweigliedrige Determinativkomposita wie dieses besitzen einen großen Bedeutungsumfang, der mehrere mögliche semantische Relationen zwischen den Bestandteilen der Zusammensetzung erlaubt und daher diese Komposita als mehrdeutig charakterisiert. Diese Ambiguität von Determinativkomposita soll in der folgenden Seminararbeit behandelt werden. Schwerpunkt ist dabei die Frage, inwiefern jene Mehrdeutigkeit von Determinativkomposita aufgelöst werden kann, um Missverständnisse und dergleichen zu vermeiden.

In der Literatur ist der semantische Aspekt der Kompositaforschung erst in den 1970er Jahren in den Fokus gerückt worden. Eine Reihe von Sprachwissenschaftlern haben immer wieder versucht, das Determinationsverhältnis auf eine überschaubare Zahl von Grundrelationen zurückzuführen bzw. anderweitig zu klassifizieren (z. B. Motsch 1970; Thiel 1973; Kürschner 1974; Ortner/Ortner 1984). Häufig wird das Problem der Ambiguität von Komposita aber nur am Rande von Werken aufgegriffen, welche die Wortbildung im Allgemeinen behandeln (z.B. Eichinger 2000; Fleischer/Barz 2012; Eisenberg 2020). Erst in den letzten Jahren ist die Thematik im Sinne der Kompositionalität und dessen Einflussfaktoren stärker in den Vordergrund und damit ins Zentrum der Forschung verschoben worden (z.B. Klos 2011; Olsen 2012).

Um die Bedeutungsbeziehungen zwischen den Gliedern eines Kompositums und damit deren Ambiguität im Rahmen dieser Seminararbeit untersuchen zu können, muss zunächst die Wortbildungsart der Komposition definiert und deren weites Feld auf die für diese Arbeit im Vordergrund stehenden Aspekte eingegrenzt werden. Anschließend werden die wichtigsten Grundtypen der Komposition behandelt, wobei das Determinativkompositum und dessen Struktur im Vordergrund steht. Kapitel 4 bildet den Kern der Untersuchung, in dem als Grundlage zunächst die Ambiguität von Determinativkomposita explizit beleuchtet wird. Darauf aufbauend wird untersucht, inwiefern ausgewählte Ordnungsmodelle und Klassifizierungsversuche zur Bedeutungsverengung der Komposita beitragen. Zuletzt soll untersucht werden, wie die Mehrdeutigkeit der Zusammenbildungen in der alltäglichen Kommunikation bewältigt wird. Die gesammelten Ergebnisse und weitere Forschungsmöglichkeiten werden im Fazit zusammengefasst.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition des Kompositums

3. Semantische Grundtypen der Nominalkomposita

3.1 Determinativkomposita

3.2 Kopulativkomposita und exozentrische Formen

4. Ambiguität und Auflösung der Mehrdeutigkeit

4.1 Die Ambiguität von Determinativkomposita

4.2 Ausgewählte Ordnungsmodelle

4.3 Auflösung der Ambiguität von Determinativkomposita im Alltag

5. Fazit und Ausblick

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die semantische Ambiguität von substantivischen Determinativkomposita im Deutschen und analysiert, welche sprachlichen sowie kognitiven Faktoren dazu beitragen, diese Mehrdeutigkeit in der alltäglichen Kommunikation erfolgreich aufzulösen.

  • Strukturelle Analyse von Determinativkomposita als primärem Wortbildungstyp.
  • Kritische Bewertung bestehender klassifikatorischer Ordnungsmodelle für Komposita.
  • Untersuchung der Rolle von Kontext, Weltwissen und individueller Erfahrung bei der Dekodierung.
  • Identifikation von mentalen Prozessen zur Reduktion von Polysemie bei Kompositionen.

Auszug aus dem Buch

4.1 Die Ambiguität von Determinativkomposita

In der Einleitung wurde bereits an den unterschiedlich motivierten Tierbezeichnungen gezeigt, dass Determinativkomposita keineswegs einem festgelegten semantischen Grundschema folgen und scheinbar willkürlich eine semantische Verknüpfung zwischen Erst- und Zweitglied gewählt wird. Dem zugrunde liegt, dass bei Determinativkomposita das Subordinationsverhältnis zwischen den Konstituenten in einer bestimmten semantischen Struktur vorliegt, die an die kognitive Konzeption des Sachverhalts gebunden ist. Eisenberg vergleicht die Interpretierbarkeit des Determinativkompositums mit der eines deutschen Genitivattributes, da auch dieses verschiedene semantische Typen besitzt, die zunächst erschlossen werden müsse, dabei allerdings nicht die semantische Reichweite der Determinativkomposita erreiche. Einerseits ist ein derartiger Umfang an semantischen Verbindungsmöglichkeiten als äußerst nützlich hervorzuheben, da somit äußerst produktiv und gezielt Wortbildung betrieben werden kann, andererseits können durch die große Ambiguität Missverständnisse und Fehlinterpretationen entstehen, wie sie beispielsweise bei einem nicht muttersprachlichen Anwender im Zusammenhang mit exozentrischen Komposita häufig auftreten.

Hierbei liegt insbesondere auch ein kommunikativer Aspekt zugrunde. Eine notwendige Bedingung für den Erfolg von Kommunikation ist, dass »eine Benennungseinheit eine mehr oder weniger stabile, interpersonal verfügbare Bedeutung hat, die den Kommunikationsteilnehmern bekannt ist oder aber mit einfachen Mitteln dekodiert werden kann.« Ist nun aber einem Teilnehmer ein im Gespräch verwendetes Kompositum wie Marmorkuchen nicht bekannt, dafür aber die Bedeutung strukturähnlicher Zusammensetzungen wie Marmorboden oder Marmorskulptur, wendet er höchstwahrscheinlich die bei letzteren erkannte Verknüpfungsrelation Zweitglied besteht aus Erstglied an und meint damit erkannt zu haben, dass ein Marmorkuchen ein Kuchen aus Marmor sei. Trifft diese Fehlinterpretation auf mehrere Wörter im Gespräch zu oder ist sie gar der Kern des Austauschs, wird die Kommunikation wahrscheinlich misslingen, da die gewünschten Intensionen und Erwartungen nicht erreicht werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Häufigkeit von Wortbildungen durch Komposition im Deutschen ein und definiert die zentrale Forschungsfrage hinsichtlich der Ambiguität von Determinativkomposita.

2. Definition des Kompositums: Dieses Kapitel erläutert die morphologischen Grundlagen und die notwendige Eingrenzung der Arbeit auf substantivische Determinativkomposita.

3. Semantische Grundtypen der Nominalkomposita: Hier werden die protypischen Determinativkomposita von Kopulativkomposita und exozentrischen Formen theoretisch unterschieden.

4. Ambiguität und Auflösung der Mehrdeutigkeit: Dieses Kapitel bildet den Kern der Arbeit und untersucht sowohl die theoretischen Interpretationsprobleme als auch die praktischen Faktoren, die zur Auflösung von Mehrdeutigkeiten beitragen.

5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen, dass Komposita trotz ihrer Ambiguität im Kontext meist erfolgreich dekodiert werden können, und schlägt weitere Forschungsfelder vor.

6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten linguistischen Fachliteratur und Quellen zur Wortbildung.

Schlüsselwörter

Komposition, Determinativkompositum, Ambiguität, Semantik, Subordinationsverhältnis, Wortbildung, Motivationsgrad, Dekodierung, Sprachwissenschaft, Kontext, Konstituenten, Bedeutungserfassung, Polysemie, Mentaler Lexikon, Nominalkomposita.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Analyse der Wortbildung durch Komposition im Deutschen, insbesondere mit den semantischen Mehrdeutigkeiten, die bei der Zusammenfügung von Wörtern entstehen können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die morphologische Struktur von Komposita, die semantische Klassifizierung von Wortbildungsarten und die kognitiven sowie kontextuellen Bedingungen der Bedeutungserschließung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Sprecher die Ambiguität von Determinativkomposita im Alltag erfolgreich bewältigen und Missverständnisse trotz der theoretisch gegebenen Mehrdeutigkeit vermeiden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine theoretische Analyse auf Basis linguistischer Fachliteratur durchgeführt, wobei verschiedene Motivationsgrade und Relationsmodelle (etwa nach Ortner oder Zhu) kritisch diskutiert werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Komposita, die Kategorisierung in verschiedene Grundtypen und eine detaillierte Untersuchung der Ambiguitätsauflösung mittels Kontextwissen und individueller kognitiver Prozesse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Komposition, Determinativkompositum, Ambiguität, Semantik, Konstituenten und die Dekodierung im mentalen Lexikon.

Warum sind Ordnungsmodelle für Komposita laut Autor oft unzureichend?

Die Modelle setzen meist voraus, dass der Anwender die Bedeutung schon kennt, bevor er das Modell anwendet, was in der realen Sprachsituation bei unbekannten Begriffen das Problem der Mehrdeutigkeit nicht löst.

Welche Rolle spielt der Kontext bei der Auflösung von Mehrdeutigkeit?

Der Kontext, inklusive der Gesprächssituation und des Weltwissens, dient als Filter, der unwahrscheinliche semantische Relationen ausschließt und somit die korrekte Bedeutung eines Kompositums eingrenzt.

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Details

Title
Auflösung von Ambiguität bei Determinativkomposita
College
Dresden Technical University
Grade
1,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2021
Pages
17
Catalog Number
V1275516
ISBN (PDF)
9783346716019
ISBN (Book)
9783346716026
Language
German
Tags
auflösung ambiguität determinativkomposita
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2021, Auflösung von Ambiguität bei Determinativkomposita, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1275516
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