Beinahe täglich wird der Betrachter der Medien mit den Bildern über tote oder verletzte amerikanische Soldaten im Irak konfrontiert. Auch nach der Beendigung des Krieges sehen
sich die Vereinigten Staaten einem nahezu unsichtbaren Gegner gegenübergestellt, dem Terrorismus.
Diese Art der Konfliktaustragung ist auch in Israel zu erkennen.
Bombenanschläge und Raketenangriffe scheinen den Friedensprozess in dieser Region zu einer Art Sysyphus- Aufgabe zu machen.
Trotz zahlreicher Menschenopfer, einem enormen finanziellen Aufwands, trotz vergangener und aktueller Kritik seitens anderer Staaten engagieren sich die USA seit Jahrzehnten in der
Region des Nahen Ostens.
Diese Ausarbeitung beschäftigt sich mit der Frage nach Gründen und der Art des dortigen Auftretens der USA. Dazu sollen zunächst die Bedingungen betrachtet werden, die den Vereinigten Staaten ermöglichen, in diesem Handlungsrahmen zu agieren.
Das regionale Sicherheitssystem des Nahen Ostens bildet zum einen den Grund für das Engagement der Amerikaner, zum anderen liegen hier auch die Gründe für bestimmte Handlungsspielräume, die den USA vorgegeben sind.
Der nächste Abschnitt der Arbeit befasst sich mit dem Begriff der Pax Americana, welche für die Vereinigten Staaten als leitendes Ziel für den Nahen Osten betrachtet werden kann.
Schwerpunkte sollen hier auf die ökonomischen und demokratischen Wandlungen in den Strukturen der Region gesetzt werden.
Dass sich das amerikanische Engagement bzw. die Rolle der USA im Nahen Osten nicht auf einen Typus des Akteurs beschränkt, soll im fünften Abschnitt verdeutlicht werden.Ein abschließender Ausblick auf mögliche Wandlungen in der Nahost- Politik der Vereinigten
Staaten soll das Ende dieser Ausarbeitung begleiten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Bedingungen für die Außenpolitik der USA
2.1 Die geographische Lage der USA
2.2 Die leitenden außenpolitischen Ideen der USA
2.3 Die Ressourcen der USA
2.3.1 Die militärischen und wirtschaftlichen Ressourcen
2.3.2 Die „soft Power“ der USA
3 Das regionale Sicherheitssystem des Nahen Ostens
4 Pax Americana
4.1 Die Voraussetzungen einer Pax Americana im Nahen Osten
4.2 Die Zielvorstellungen der Pax Americana
4.2.1 Die ökonomische Dimension der Pax Americana
4.2.2 Die Demokratisierung der politischen Systeme im Nahen Osten
5 Die verschiedenen Rollen der USA im Nahen Osten
5.1 Die USA als Facilitator
5.2 Die USA als Broker
5.3 Die USA als Stabilizer
5.4 Die USA als Security Guard
6 Ein Ausblick in die Zukunft der amerikanischen Nahost-Politik
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die außenpolitische Rolle der Vereinigten Staaten im Nahen Osten und analysiert, unter welchen Bedingungen und mit welchen Zielen die USA in dieser Region agieren. Im Zentrum steht dabei die Frage nach der Umsetzung einer "Pax Americana" sowie die verschiedenen Akteurstypen, die die USA bei ihrem Engagement einnehmen.
- Bedingungsfaktoren amerikanischer Außenpolitik (Geographie, Ideologie, Ressourcen)
- Konzept der Pax Americana und ihre Zielsetzungen
- Ökonomische Dimensionen und Demokratisierungsbemühungen im Nahen Osten
- Typologie der US-Rollen (Facilitator, Broker, Stabilizer, Security Guard)
- Zukunftsperspektiven der transatlantischen Nahost-Politik
Auszug aus dem Buch
5.2 Die USA als Broker
Können die Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien nicht fortgeführt werden oder kommen sie zum erliegen, wechseln die Amerikaner von der passiven Haltung des Facilitators in die Rolle des Brokers ( Makler ). Diese Rolle ist um einiges aktiver, denn die USA greifen in dieser Position in die Verhandlungen ein, indem sie auf verschiedene Arten Druck ausüben. Dieser Druck kann politischer Natur sein, jedoch auch in Form wirtschaftlicher Anreize unterbreitet werden und so die Parteien zum Wiederaufnehmen der Verhandlungen bewegen.
Sogar als Garantiemacht oder Schlichter können die Amerikaner auftreten. Diese Rolle, die als Vorbedingung für den Status des Facilitators anzusehen ist, bedeutet jedoch auch eine Steigerung der „politischen Kosten“ für die USA. Der Grund hierfür liegt unter anderem in der Tatsache, dass die Amerikaner ihre pro-israelische Haltung zwangsläufig stärker betonen müssen, wenn sie Druck auf die arabischen Verhandlungspartner ausüben oder andersherum bei erhöhtem Druck auf die israelische Seite mit negativen Reaktionen seitens der israelischen Regierung und der israelischen Lobby der Vereinigten Staaten rechnen können.
Zudem stellen die in Aussicht gestellten Anreize für eine amerika- bzw. israelfreundliche Politik der Nahost- Staaten eine Zwickmühle für die Amerikaner dar. Denn diese können auch Forderungen nach entsprechender „Vergütung“ für ihr Verhalten im Friedensprozess stellen und somit die USA selbst wieder in Bedrängnis bezüglich des Aufwands für eine Pax Americana im Nahen Osten bringen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die anhaltende Präsenz der USA im Nahen Osten ein und umreißt die zentrale Fragestellung nach den Gründen und der Art dieses Engagements.
2 Die Bedingungen für die Außenpolitik der USA: Dieses Kapitel analysiert fundamentale Einflussfaktoren wie Geographie, innenpolitische Leitideen sowie wirtschaftliche und militärische Ressourcen als Basis für das globale Handeln der USA.
3 Das regionale Sicherheitssystem des Nahen Ostens: Hier wird das Konzept des "Regional Security Complex" angewandt, um die regionalspezifischen Freund-Feind-Muster und die Sonderrolle des Staates Israel zu definieren.
4 Pax Americana: Das Kapitel erläutert das Konzept der Pax Americana als ordnungspolitisches Ziel der USA, basierend auf freiem Handel und westlichen Werten, und untersucht dessen ökonomische und demokratisierende Dimensionen.
5 Die verschiedenen Rollen der USA im Nahen Osten: Anhand eines Schichtenmodells werden die vier Ausprägungen des US-Engagements von der moderierenden Funktion bis hin zum sicherheitspolitischen Schutzschild detailliert dargestellt.
6 Ein Ausblick in die Zukunft der amerikanischen Nahost-Politik: Der Abschluss vergleicht die US-amerikanische Strategie mit europäischen Ansätzen, reflektiert vergangene Fehleinschätzungen und betont die Notwendigkeit internationaler Kooperation.
Schlüsselwörter
USA, Naher Osten, Pax Americana, Außenpolitik, Sicherheitssystem, Demokratisierung, Friedensprozess, Israel, Broker, Facilitator, Security Guard, Stabilizer, Ressourcen, Globale Macht, Geopolitik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Ausarbeitung analysiert das außenpolitische Handeln der Vereinigten Staaten in der Region des Nahen Ostens und untersucht, wie die USA ihre Interessen dort verfolgen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen, das Konzept der "Pax Americana" sowie die spezifischen Rollen, die die USA im Kontext des arabisch-israelischen Friedensprozesses einnehmen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Es wird untersucht, inwiefern die USA die regionale Politik im Nahen Osten beeinflussen konnten und in welcher Hinsicht dies unter Berücksichtigung amerikanischer Ziele geschah.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer politikwissenschaftlichen Analyse, die unter anderem auf Ansätzen wie dem "Regional Security Complex" von Buzan und dem Konzept der "weichen Macht" (Soft Power) aufbaut.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beleuchtet die Bedingungen der US-Außenpolitik, definiert das Modell der Pax Americana und analysiert die vier Rollen der USA (Facilitator, Broker, Stabilizer, Security Guard).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Pax Americana, Nahostkonflikt, Sicherheitsarchitektur und das amerikanische Rollenverständnis als Ordnungsmacht.
Was ist mit dem "Paradox der amerikanischen Macht" gemeint?
Der Begriff bezieht sich auf die Diskrepanz, dass die USA trotz modernster militärischer Schlagkraft bei der Lösung regionaler Sicherheitsprobleme häufig auf internationale Unterstützung angewiesen sind.
Warum stellt die Demokratisierung für die USA eine Zwickmühle dar?
Eine Demokratisierung könnte im Nahen Osten durch freie Wahlen Kräfte an die Macht bringen, die der amerikanischen Politik oder dem Frieden mit Israel ablehnend gegenüberstehen.
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- Daniel Fedders (Author), 2005, Die Rolle der USA im Nahost-Konflikt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127685