Das Konzept der Global Commodity Chains (nach Gereffi et al.): Grundkonzeption und Bedeutung für die Wirtschaftsgeographie


Hausarbeit, 2008

31 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkurzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 Global Commodity Chains
2.1 Historisch-wissenschaftliche Einbettung und Vorlaufer des Konzepts
2.1.1 Relationale Geographie und Neue Wirtschaftsgeographie
2.1.2 Globalisierung
2.2 Definition einer Global Commodity Chain
2.3 Das Konzept der Global Commodity Chains nach Gereffi et al. (Konzept I)
2.3.1 Producer-driven versus buyer-driven Commodity Chains
2.3.2 Die Rolle des Staates in Global Commodity Chains
2.3.3 Fallbeispiel: Strategic Reorientations of U.S. Apparel Firms (TAPLIN 1994)
2.5 Alternativkonzepte und Kritik am ersten Konzept der GCC
2.5.1 Das Filiere-Konzept als Vorlaufer des Global Commodity Chains-Konzepts
2.5.2 Das Konzept der Global Production Networks nach Henderson et al
2.6 Das Konzept der Global Value Chains nach Gereffi et al. (Konzept II)

3 Ausblick

Literaturverzeichnis

Abkurzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Basismodell einer Wertschopfungskette (Quelle: Gereffi ET AL. 1994)

Abbildung 2: Organisation der producer-driven CC (Quelle: Gereffi etal. 1994)

Abbildung 3: Organisation der buyer-driven CC (Quelle: Gereffi etal. 1994)

Abbildung 4: CC der Bekleidungsindustrie (Quelle: Taplin 1994)

Abbildung 5: Die Filiere am Beispiel der Brotherstellung (Quelle: Schamp 1997: 2)

Abbildung 6: Das Konzept der Global Production Networks (Quelle: Henderson et AL. 2002)

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Kostenvergleich bei T-Shirts in $/Dutzend (Quelle: Taplin 1994)

Tabelle 2: Schlusseldeterminanten der Global Chain Governance (Quelle: Verandert nach Gereffi et al. 2003)

1 Einleitung

Die Anschlage des 11. Septembers 2001 auf das World Trade Center in den Vereinigten Staaten hatten zur Folge, dass seitens der US-Regierung der „Krieg gegen den Terror“ aus- gerufen wurde. Da die Mehrzahl der Attentater in Terrorcamps unter Fuhrung von Osama Bin Laden in Afghanistan ausgebildet wurden, entschlossen sich die USA unmittelbar im Anschluss an die Anschlage zum Angriffskrieg auf Afghanistan. Der Krieg in Allianz mit der NATO, der ISAF und anderen Nationen erfahrt bis heute eine hohe Prasenz in den in- ternationalen Medien.

Als ein Koalitionspartner befindet sich auch das osterreichische Bundesheer „Austrian Con- tingent“ (AUCON) mit der UN-Schutztruppe ISAF in Afghanistan, uber dessen Einsatz in den wichtigsten osterreichischen Tageszeitungen berichtet wird. Entscheidend ist hierbei, dass die Bevolkerung eines Landes im Bereich der AuBenpolitik hochgradig von Informa- tionen der Medienlandschaft abhangig ist - Offentliche Meinungsbildung erfolgt entspre- chend der Art und Weise, wie Medien uber ein auBenpolitisches Ereignis berichten.

Um den Afghanistaneinsatz des osterreichischen Bundesheeres in Medien und offentlicher Meinung umfassend zu analysieren, werden zunachst theoretische Ansatze des meth- odischen Vorgehens dargelegt und erlautert. Danach erfolgt die Uberleitung zu der Empirie, die sich aus der Analyse ausgewahlter osterreichischer Tageszeitungen zu zwei vorde- finierten Zeitraumen zusammensetzt: Erstens der durch die verschiedenen Lander- Forschungsgruppen gemeinsam festgelegte Zeitraum unmittelbar nach den Anschlagen des 11. September 2001; der zweite Zeitraum XXX

Mit dieser Analyse wird versucht, die an alle Seminarteilnehmer gestellten Forschungs- fragen hinsichtlich des Afghanistan-Einsatzes zu beantworten:

1) Welche Ziele des Einsatzes werden vermittelt bzw. wahrgenommen?
2) Wie werden die Erfolgsaussichten eingeschatzt?
3) Wird der Afghanistaneinsatz der Bundeswehr abgelehnt oder befurwortet?

Zur Beantwortung der drei vorliegenden Fragen wurden die drei Ziele von allen Semi- narteilnehmern gemeinsam operationalisiert, um eine Vergleichbarkeit der spater erwor- benen Erkenntnisse zu gewahrleisten.

2. Global Commodity Chains

2.1 Historisch-wissenschaftliche Einbettung und Vorlaufer des Kon- zepts

2.1.1 Relationale Geographie und Neue Wirtschaftsgeographie

In der Wirtschaftsgeographie haben sich im 21. Jahrhundert neue Betrachtungsweisen ergeben, die beide den Begriff der „Neuen Wirtschaftsgeographie“ fur sich bean- spruchen (Kulke 2006: 16 f.). Hierbei werden vor allem gesellschaftliche, soziale und kulturelle Rahmenbedingungen wie auch die Einbindung der verschiedenen Akteure in ihr Umfeld erklart.

Das Konzept der „relationalen Wirtschaftsgeographie nach Bathelt/Gluckler (2002) besteht demnach aus Organisation, Evolution, Innovation und Interaktion. Ein anderes Konzept, welches in den Bereich der Wirtschaftswissenschaften fallt, wird von den Autoren als ,,Geographical Economics“ bezeichnet. Im Wesentlichen wird hier dargelegt, dass Volkswirtschaft eine raumliche Auspragung besitzt, die sich in region- alen Unterschieden und raumlichen Konzentrationsprozessen widerspiegelt.

Relationale Wirtschaftsgeographie zeichnet sich nach Bathelt/Gluckler (2002) in- nerhalb der Akteursebene der Unternehmen durch eine arbeitsteilige Verflechtung und soziale Interaktionen aus, die den Bestandteil von Produktions- bzw. Wertschop- fungsketten bilden.

2.1.2 Globalisierung

Globalisierung kann als „Zunahme der internationalen Verflechtungen von Gesellschaft, Kultur, Politik und Wirtschaft“ bezeichnet werden. (Kulke 2002: 195) Im Bereich der Weltwirtschaft kann die zunehmende internationale Arbeitsteilung als eine wichtige Auswirkung bezeichnet werden. Arbeitsintensive Guter werden nicht mehr in Indus- trienationen gefertigt deren Arbeitskosten auf einem deutlich hoheren Niveau liegen als die Arbeitskosten in einem Entwicklungs- oder Schwellenland. Dementsprechend kommt es zur Auslagerung („Outsourcing“) von Produktionsstatten. Die zunehmenden internationalen Verflechtungen spiegeln sich auch in der Organisation von Unterneh- men innerhalb ihrer Wertschopfungskette wider, was im Konzept der GCC behandelt wird.

2.2 Definition einer Global Commodity Chain

Da es seit einigen Jahrzehnten in verschiedenen Sprachraumen (Englisch, Deutsch, Franzosisch) systemische Ansatze gibt, die die vertikale Integration und Desintegration von Produktions- und Distributionsprozessen analysieren, bildeten sich eine Vielzahl von Begriffen heraus. Sie haben teilweise einen identischen, teilweise einen abwei- chenden Bedeutungsinhalt (Kaplinsky/Morris 2001: 6-8). So wurden neben dem Be- griff „Commodity Chain“ die Begriffe „Value Chain“, „Filiere“, und „Global Produc­tion Networks“ gebildet. Teilweise bilden diese Begriffe den Ausgangspunkt fur andere Konzepte, worauf in Abschnitt 2.5 noch naher eingegangen wird.

Die Idee und Konzeption der Wertschopfungskette wurde erstmals vom Wirt- schaftswissenschaftler Porter im Jahr 1985 vorgestellt. Hierbei handelt es sich um eine lineare Abbildung der verschiedenen Arbeitsschritte, die fur die Produktion, das Mar­keting und die Distribution eines Gutes oder einer Dienstleistung erforderlich sind.

Nach Porter ,,gliedert die Wertkette ein Unternehmen in strategisch relevante Tatigkeiten, um dadurch Kostenverhalten sowie vorhandene und potentielle Differen- zierungsquellen zu verstehen. Wenn ein Unternehmen diese strategisch wichtigen Ak- tivitaten billiger oder besser als seine Konkurrenten erledigt, verschafft es sich einen Wettbewerbsvorteil“. (Porter 1989: 59). Er beschrankt sich auf die Ebene der Unternehmen und ihre Netzwerke. Ausgeblendet werden Aspekte der Unterneh- mensmacht, der wechselseitigen Beeinflussung von Unternehmen, des institutionellen Kontexts sowie die raumliche Ebene der Einbettung von Wertketten, was fur die Wirtschaftsgeographie ein entscheidender Aspekt ist.

Nach Bathelt/Gluckler (2002: 30) wird unter einer Wertschopfungskette eine Abfolge von Funktionen verstanden, die dem Produkt auf jeder Stufe einen Mehrwert hinzufugen (Bathelt/Gluckler 2002: 30). Hopkins/Wallerstein betonen aus einer historischen Perspektive den Netzwerkcharakter der globalen Wertschopfungskette: ,,The term global GCC refers to the network of labour and production processes whose end result is a finished commodity” (Hopkins/Wallerstein 1986: 159).

Schamp definiert den Begriff der Wertschopfungskette umfassender:

,,Eine Wertschopfungskette bezeichnet den Pfad eines zu konsumierenden Produktes von seiner Rohstoffquelle bis zum Verbrauch, eigentlich auch daruber hinaus bis zur Entsorgung dessen, was ubrig geblieben ist. Der Pfad wird als Kette verstanden, weil in einer klaren Ordnung von Produktionsschritten dem Vorprodukt jeweils mehr Wert zu- gefugt wird. Dabei gelten auch Dienstleistungen wie z.B. der Handel, die Beratung und Entsorgung als Produktionsschritte“ (SCHAMP 2007: 149).

Abbildung 1 stellt das Grundmodell einer Wertschopfungskette dar:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Basismodell einer Wertschopfungskette (Quelle: Gereffi et al. 1994).

2.3 Das Konzept der Global Commodity Chains nach Gereffi et al. (Konzept I)

2.3.1 Producer-driven versus buyer-driven Commodity Chains

Der Grund fur ein Forschungsinteresse in GCC kann mit ihrer Verwurzelung in die Pro- duktionssysteme begrundet werden die zur Folge haben, dass sich bestimmte Muster in der Koordinierung des Handels ergeben (Gereffi et al. 1994: 96 ff.). Die GCC beste- hen aus Serien von organisationsubergreifenden Netzwerken, die sich um eine Ware oder ein Produkt herum gruppieren. Sie vernetzen Haushalte, Unternehmen und Staaten innerhalb der Weltwirtschaft. Diese Netzwerke sind situationsspezifische, soziale und imjeweiligen lokalen Kontext verankerte Konstrukte (Gereffi et al. 1994: 2).

Zunachst identifiziert Gereffi drei Dimensionen von GCCs (Gereffi 1994: 96-97):

- eine Input-Output-Struktur, die sowohl aus tangiblen (Erzeugnisse und Waren) und intangiblen (Wissen, Serviceleistungen) Stromen besteht und die im Prozess der Wertschopfung miteinander verbunden sind;
- ein Raummuster, welches als raumliche Streuung oder Konzentration von Produk- tions- und Verteilungsnetzen verstanden wird, die wiederum aus verschiedenen Unternehmen bestehen sowie eine
- eine Governance-Struktur, die als verstandene Herrschafts- und Machtbeziehungen die Verteilung von Finanz-, Material- und Personalflussen innerhalb einer Kette be- stimmt.

Im Rahmen der Governance, also der Machtstruktur, unterscheidet Gereffi zwei For- men der Commodity Chains (CC), die vereinfacht als die „producer-driven CC“ und die „buyer-driven CC“ bezeichnet werden.

In der producer-driven CC erfolgt die Steuerung durch groBe, meist transnational pro- duzierende Unternehmen vor allem in kapital- und technologieintensiven Industrien wie der Automobilindustrie, Computer, Luftfahrt und Maschinenbau. Die raumliche Ver- breitung dieser Industrien ist grenzuberschreitend, allerdings variiert die Anzahl der verschiedenen Lander in der CC und ihrem Entwicklungsstand variierend. Kennzeich- nend fur die Organisationsform der Zusammenarbeit ist das Subcontracting, die Dele- gierung von Zulieferaktivitaten an Partnerunternehmen sowie die Lieferung in Kompo- nenten. Dies trifft insbesondere fur arbeitsintensive Produktionsprozesse zu. Neben dem Subcontracting sind Strategische Allianzen, also die Entwicklung einer gemeinsamen Strategie in bestimmten Geschaftsfeldern zweier wirtschaftlich selbstandiger Unternehmen, typisch. In ,,producer-driven CC“ beeinflussen die fuhrenden Unterneh­men sowohl ihre Zulieferer als auch ihre Abnehmer (STAMM 2004: 22). Die Marktein- trittsbarrieren liegen im Wesentlichen in technologie- und damit kapitalintensiven In- vestitionen in der Produktionssphare. Daher konnen die Unternehmen der Industrie- branche als Kernakteure herausgestellt werden. Vgl. hierzu Abbildung 2:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Organisation der producer-driven CC (Quelle: Gereffietal. 1994).

In „buyer-driven CC“ hingegen spielen Kauferunternehmen wie groBe Handel- sunternehmen und Markenproduzenten die entscheidende Rolle fur das Gefuge dezen- traler Produktionsnetzwerke in Exportnationen, die ublicherweise in den Landern der dritten Welt lokalisiert sind. Diese Form der Wertschopfungskette ist typisch fur die arbeitsintensive Konsumguterindustrie (Bekleidung, Schuhe, Spielzeug, Unterhal- tungselektronik, Haushaltswaren) und fur viele handgefertigte Guter wie Mobel und Schmuckwaren. Die Auftragsfertigung dominiert, allerdings wird der Produktionspro- zess durch unabhangige Fabriken in den Entwicklungslandern durchgefuhrt. Im Gegen- satz zur „producer-driven CC“ werden hier Fertigerzeugnisse hergestellt und keine Module oder Komponenten. Die Erzeugnisse werden nach ,,original equipment manu­factured (OEM)-Vereinbarungen hergestellt - das bedeutet die Erzeugnisse werden zwar in den Fabriken den Entwicklungslandern gefertigt, jedoch von den Kauf­erunternehmen in den Handel gebracht. Dabei werden die Produktspezifikationen von den Kaufern bereitgestellt die die Guter oder Produkte entwickeln.

Die Hauptaufgabe der Schlusselunternehmen in der buyer-driven CC liegt in der Steue- rung der Produktions- und Handelsnetzwerke und sicherzustellen, dass alle Teile des Wertschopfungsprozesses spater als ein Ganzes herauskommen. Folglich werden Profite nicht durch Vorteile in der Massenproduktion (economies of scale) und Vorteile in der Technologie generiert, wie dies bei der producer-driven CC der Fall ist. Vielmehr wer­den Gewinne durch die Kombination hochwertiger Forschung, Design, Umsatzerlose, Marketing und Finanzdienstleistungen erreicht. Diese Kombinationen erlauben es den Kauferunternehmen, durch die Vernetzung von „Ubersee-Fabriken“ und Handlern (mit entstandenen Produktnischen) als strategische Vermittler in ihrem Konsumgutermarkt aufzutreten. Die Eintrittsbarrieren in die Produktion sind in der Regel gering. Abbildung 3 zeigt das Modell fur eine buyer-driven CC:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Organisation der buyer-driven CC (Quelle: Gereffietal. 1994).

Die Unterscheidung zwischen producer-driven und buyer-driven CC nach Gereffi et al. (1994) fuBt auf der Debatte um Massenproduktion und flexible Spezialisierung der Organisation von Industrien. Wahrend Piore/Sabel (1984) einen Ansatz vertreten, sich in raumlicher Dimension auf Binnenmarkte und lokale Industrieregionen beschrankt, hat nach Gereffi (1994) der Ansatz der producer-driven und buyer-driven CC eine globale Dimension, da er auf organisatorische Eigenschaften von globalen Industrien ausgerichtet ist

(Gereffi et al. 1994: 99 f.). Daruber hinaus erklart sich durch den buyer-driven CC- Ansatz das Phanomen von flexiblen, spezialisierten Produktionsformen hinsichtlich des Wechsels in der Struktur des Einzelhandels, der wiederum demographische Veranderungen und neue organisatorische Notwendigkeiten widerspiegelt. Im Gegen- satz zu der Annahme, dass das eine Produktionssystem normativ besser sei als das an- dere, werden die producer- und buyer-driven CC als gegensatzliche Pole in einem Spek- trum industrieller Organisationsmoglichkeiten angesehen. Jedoch schlieBen sie sich nicht gegenseitig aus.

2.3.2 Die Rolle des Staates in Global Commodity Chains

Dritte Welt-Lander sind bisher einer von zwei altemativen Entwicklungsstrategien ge- folgt: (Gereffietal. 1994: 100 f.)

1) „Import-substituting industrialization44 (ISI),
2) „Export-oriented industrialization44 (EOI).

Der ISI-Ansatz umfasst die industrielle Produktion, die auf den Bedarf der groBen Bin- nenmarkte ausgerichtet ist. Diese Strategie haben vor allem groBe, ressourcenreiche Oko- nomien in Lateinamerika (Brasilien, Mexiko, Argentinien), Sudasien (Indien, Bangladesch) und Teile Osteuropas verfolgt.

Die EOI-Strategie wurde vor allem in kleineren, ressourcenarmeren Landern wie in den New Industrialized Countries (NIC’s) in Ostasien ausgeubt. Durch exporthabhangige Ferti- gung ist sie vor allem von globalen Markten abhangig.

Auch wenn diese Entwicklungsstrategien als sehr stark vereinfacht bezeichnet werden kon- nen, so bilden sie doch im Wesentlichen die Realitat ab: Die meisten Okonomien haben in der Vergangenheit die EOI-Strategie gewahlt um benotigte Devisenzuflusse zu erhalten und den lokalen Lebensstandard zu erhohen.

Zwischen den beiden Strategien der nationalen Entwicklung und der Struktur von CC be- steht indes ein wichtiger Zusammenhang. Die Substitution des Imports (ISI) hat die glei- chartigen Auspragungen wie kapital- und technologieintensive Industrien (Stahl, Alumin­ium, Petrochemie, Maschinenbau, Auto und Computer). Daruber hinaus sind in beiden Fallen die zentralen Vermittler TNC’s und staatliche Unternehmen. Dagegen wird die ex- portorientierte Industrialisierung durch buyer-driven CC induziert, indem die Produktion in arbeitsintensiven Industrien in kleine bis mittlere private inlandische Unternehmen der Drit- ten Welt verlagert wird.

Wirtschaftspolitik spielt eine Hauptrolle in GCC. Der Staat vor allem in EOI ubernimmt die Funktion eines Unterstutzers. Regierungen schaffen Rahmenbedingungen, sindjedoch nicht direkt in den Produktionszprozess involviert. Hierbei versuchen sie, Infrastruktur aufzubauen die eine exportorientierte Industrie benotigt: moderne Transportfazilitaten und Kommunikationsnetzwerke; Freihandelszonen im Sinne von exportverarbeitenden Zonen (z. B. okonomische Zonen in China); Subventionen fur Rohstoffe, Zollruckvergutungen fur importierte Materialien die fur die Exportproduktion verwendet werden; anpassungsfahige okonomische Institutionen und Krediterleichterungen; etc. Im Gegensatz dazu spielen Re­gierungen in ISI-Landern eine viel interventionistischere Rolle.

[...]

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Das Konzept der Global Commodity Chains (nach Gereffi et al.): Grundkonzeption und Bedeutung für die Wirtschaftsgeographie
Hochschule
Universität zu Köln  (Geographisches Institut der Universität zu Köln)
Veranstaltung
Neue Themen und Konzepte der Wirtschaftsgeographie
Note
1,7
Autor
Jahr
2008
Seiten
31
Katalognummer
V127717
ISBN (eBook)
9783640342716
ISBN (Buch)
9783640342525
Dateigröße
645 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konzept, Global, Commodity, Chains, Gereffi, Grundkonzeption, Bedeutung, Wirtschaftsgeographie
Arbeit zitieren
Michael Meurer (Autor), 2008, Das Konzept der Global Commodity Chains (nach Gereffi et al.): Grundkonzeption und Bedeutung für die Wirtschaftsgeographie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127717

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