Ökonomiegeschichte am Beispiel der Situation der Berliner Opernhäuser in den Jahren 2000 - 2003


Seminararbeit, 2003
17 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

GLIEDERUNG

1. Einleitung

2. Über die einzelnen Ansätze der Ökonomiegeschichte
2.1 Great Man Theory:
2.2 The Marxist Analysis
2.3 Industrial Analysis

3. Ökonomiegeschichte am Beispiel der Situation der Berliner Opernhäuser in den Jahren 2000 bis 2003
3.1 Allgemeine Betrachtungen und Einführung in die Situation
3.2 Modelle zur Lösung der Strukturprobleme
3.2.1 Konzept zur Neuordnung der Berliner Opernbühnen
3.2.2 Kulturforum Mitte
3.2.3 Stiftung – Oper in Berlin

4. Persönliche Stellungnahme

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Kein Film, kein Theaterstück wurde je außerhalb eines ökonomischen Kontextes produziert. Obwohl für jeden Film, für jedes Theaterstück andere Voraussetzungen gelten, bleibt doch die Konstante, dass eine bestimmte Menge an Kapital im voraus für die Produktion zu Verfügung stehen muss und dass dieses Kapital möglichst wieder eingespielt werden sollte. Deshalb unterliegen alle diese Produktionsvorgänge ökonomischen Zwängen und Gesetzen, ganz gleich ob die Filme in freier Marktwirtschaft wie im Hollywood-System hergestellt werden oder ob, wie in der ehemaligen UDSSR, die Regierung Filmproduktion, -verleih und -vorführung kontrolliert, ob die Theater vom Staat subventioniert werden, der freien Marktwirtschaft unterworfen oder von privaten Sponsoren abhängig sind.

Diese Produktionsvorgänge gilt es für den Historiker zu untersuchen.

Ökonomiegeschichte als Wissenschaft ist eine relativ junge Disziplin.

Lange Zeit wurde nur der ästhetische Wert eines Werks beachtet, der ökonomische Aspekt außen vorgelassen oder heruntergespielt. Gerade die Filmindustrie versuchte auf diese Art und Weise, den Film zu einer anerkannten Kunstform zu machen.[1] Ein weiterer Grund für die lange Vernachlässigung der Ökonomiegeschichte ist, dass es wenig verwertbare Daten gibt. Sehr lange bestand kein Interesse daran, Bilanzen auszuwerten oder über einen längeren Zeitraum zu archivieren. Aufgrund dieses Datenmangels ist gerade die weiter zurückliegende Geschichte kaum rekonstruierbar.

2. Über die einzelnen Ansätze der Ökonomiegeschichte

2.1 Great Man Theory:

Die Great Man Theory ist ein unsystematischer Analyseansatz, den man nicht nur in der Ökonomiegeschichte, sondern unter anderem auch in der Technik- oder Ästhetikgeschichte häufig antrifft. Die Theorie besagt, dass alle Entscheidungsgewalt in der Hand einer einzigen oder einiger weniger weitblickenden Personen – zumeist handelt es sich hierbei um Männer – liegt, welche sich auch über äußere Zwänge hinwegsetzen[2].

Diese Art des Ansatzes vereinfacht das Zusammenspiel ökonomischer Kräfte, und wird der Komplexität des Themas nicht gerecht. Sie verführt dazu, Ökonomiegeschichte im Nachhinein auf eine Person ausgerichtet zu interpretieren, also in eine Form der biographisch ausgerichteten Geschichtsschreibung zu verfallen.

2.2 The Marxist Analysis

Die Marxist Analysis stützt sich auf soziale Theorien von Karl Marx.

Laut Marx entsteht durch die Gesamtheit der Produktionsverhältnisse die „Basis“ (ökonomische Verhältnisse, Produktionsweisen, Eigentumsverhältnisse). Auf diese Basis baut sich in jeder Epoche ein „Überbau“ auf. Das sind die in den Epochen herrschenden Ideen, die jeweiligen politischen Institutionen usw. Die herrschenden Klassen erschaffen den Überbau, um ihre Herrschaft über die unterdrückten Klassen leichter aufrechterhalten zu können. Film und Theater sind ebenfalls Teile des Überbaus, sie dienen also dazu, die vorherrschenden Ideen zu bestärken und so die herrschende Klasse zu legitimieren[3].

Systeme, die auf Profit und Wohlstandsvermehrung aufgebaut sind, werden von Vertretern der marxistischen Analyse sehr kritisch gesehen, da diese sich ihrer Meinung nach auf die Ausbeutung der vielen Arbeiter durch die wenigen Angehörigen der herrschenden Klasse stützen[4].

Der Vorteil der marxistischen Analyse ist, dass sie Verbindungen zwischen verschiedenen Industrien und Ländern, sowie Industrie und Regierung etc. untersucht. So wären typische Ansichten und Fragestellungen einer marxistischen Analyse:

- Die US Ökonomie des 20 Jahrhunderts ist nur eine Epoche, in der sich der Kapitalismus selbst zerstören wird und vielleicht zu einer von Arbeitern kontrollierten Ökonomie führen wird.
- Beutet eine starke Wirtschaft die schwächere aus?
- Werden schwache Länder von starken ideologisch beeinflusst?

Der Nachteil der marxistischen Analyse liegt in ihrer teilweise sehr radikalen, ideologischen Ausrichtung. Auch wenn sich die Methoden der marxistischen Analyse noch stark verändern, so wird doch häufig noch das „klassische“ Analyse-Modell eingesetzt[5]. So beinhalten viele marxistische Analysen eine subjektive Wertung der analysierten Situation.

2.3 Industrial Analysis

Die Industrial Analysis untersucht Gruppen von Unternehmen, beziehungsweise Industrien, die den Profit maximieren wollen. Der Historiker versucht hierbei lediglich, ökonomische Variablen zu verstehen. Ideologische, ästhetische und soziologische Fragen werden nicht berücksichtigt.

Der Vorteil dieser Art der Fragestellung ist, dass das Verhalten von Unternehmen und Körperschaften gut analysiert werden kann. Der Historiker hat exaktes Zahlen- und Datenmaterial, auf das er sich beziehen kann; Ursachen für nichtkünstlerische Entscheidungen werden so deutlich.

Der Nachteil der Industrial Analysis ist, dass sie auf ökonomische Untersuchungen beschränkt ist und Fragen, die gerade in der Theater- und Medienwissenschaft wichtig erscheinen, wie z.B. die der Ästhetik, vernachlässigt werden.

3. Ökonomiegeschichte am Beispiel der Situation der Berliner Opernhäuser in den Jahren 2000 bis 2003

3.1 Allgemeine Betrachtungen und Einführung in die Situation

Mit seinen drei Opernhäusern, der Staatsoper Unter den Linden, der Deutschen Oper und der Komischen Oper, verfügt Berlin über ein weltweit einzigartiges kulturelles Potential. Doch aufgrund der desolaten Berliner Haushaltslage stellt die Erhaltung der Opernhäuser seit Jahren ein großes Problem dar. Die Theater in Deutschland werden im wesentlichen von den Ländern und Kommunen getragen, der Bund beteiligt sich nur in einem vergleichsweise geringen Umfang[6].

[...]


[1] Allen, Robert C.; Gomery, Douglas: Film History. Theory and Practice. New York et al.: McGraw Hill. 1993. S.133

[2] vgl. Allen, Robert C.; Gomery, Douglas: Film History. Theory and Practice. New York et al.: McGraw Hill. 1993. S.134.

[3] vgl. Wetter, Gustav A.: Sowjetideologie Heute I. Dialektischer und historischer Materialismus. Frankfurt am Main. Fischer Bücherei KG. 1962 . S.172 ff.

[4] vgl. Allen, Robert C.; Gomery, Douglas: Film History. Theory and Practice. New York et al.: McGraw Hill. 1993. S. 134 ff.

[5] vgl. Allen, Robert C.; Gomery, Douglas: Film History. Theory and Practice. New York et al.: McGraw Hill. 1993. S.150.

[6] vgl. www.buehnenverein.de/th_id/th_id_0.htm 16.02.2003

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Ökonomiegeschichte am Beispiel der Situation der Berliner Opernhäuser in den Jahren 2000 - 2003
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
1,3
Autor
Jahr
2003
Seiten
17
Katalognummer
V127721
ISBN (eBook)
9783640340668
Dateigröße
456 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Beispiel, Situation, Berliner, Opernhäuser, Jahren
Arbeit zitieren
M.A. Anne Oppermann (Autor), 2003, Ökonomiegeschichte am Beispiel der Situation der Berliner Opernhäuser in den Jahren 2000 - 2003, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127721

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