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Frauen auf Kreuzzügen

Rolle, Funktionen, Gefahren

Title: Frauen auf Kreuzzügen

Term Paper , 2007 , 21 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Sonja Kaupp (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Wenn man an die Kreuzzüge denkt, so stellt man sich große Heere von Rittern vor, die sich durch Wüsten kämpfen und sich mutig dem Feind entgegenstellen, während ihre Frauen zu Hause um ihr Überleben bangen. Nur selten werden Frauen als Teilnehmerinnen in den Chroniken erwähnt.
Tatsächlich zogen jedoch auch einige Frauen mit. So erwähnt Fulcher zum Beispiel, dass bei einem Schiffbruch 400 Menschen beiderlei Geschlechts ertranken. Nun stellt sich die Frage – wenn tatsächlich Frauen teilnahmen, was taten sie dann auf einer Reise, die eigentlich eine Unternehmung der Männer war? Gab es Aufgaben, die sie erledigen konnten, ohne sich in Gefahr zu bringen? Oder brachten sie sich vielleicht absichtlich in Gefahr, um zu helfen? Wurden sie vielleicht sogar dringend gebraucht und nahmen deswegen teil? Und was geschah, wenn sie wirklich in Gefahr schwebten, indem sie vom Feind gefangen genommen wurden?
Die Quellenlage ist sehr dürftig und es ist schwierig, auf diese Fragen eine Antwort zu finden. Es haben sich jedoch mittlerweile einige Historiker mit dem Thema auseinandergesetzt. Ich werde mich größtenteils auf zwei Monographien und eine Essaysammlung beziehen. Sie gehen das Thema alle sehr unterschiedlich an. Während Sabine Geldsetzer (Frauen auf Kreuzzügen, wie Anm. 16) versucht, möglichst alle Schichten von Frauen zu berücksichtigen und sehr kritisch an die Quellen herangeht, hat sich Régine Pernoud (Frauen zur Zeit der Kreuzzüge, wie Anm. 1) darauf spezialisiert, die Lebensgeschichten der Hochadligen und der Königinnen sehr plastisch darzustellen. Die Schönheit der Regentinnen, die romantische Liebe und ihre Begleiterscheinungen wie z.B. Eifersucht sind häufig auftretende Motive. Dabei wahrt die Autorin selten die nötige Distanz zu den Quellen. Gendering the crusades (herausgegeben von Susan B. Edington und Sarah Lambert) zeichnet sich dadurch aus, dass die Autoren häufig längere Quellenzitate verwenden und versuchen, diese so gewissenhaft wie möglich zu interpretieren. Die Themen sind sehr breit gestreut und beziehen sich nicht auf eine bestimmte Schicht.
Ich werde in dieser Arbeit zunächst erläutern, was Chronisten dazu bewogen hat, Frauen zu erwähnen. Im zweiten Teil werde ich dann die einzelnen Funktionen darstellen, die Frauen inne hatten. Was geschah, wenn sie durch eine Gefangennahme aus diesen Funktionen herausgerissen wurden, beschreibe ich im dritten Teil.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Hinführung zum Thema/Vorstellung der Forschungsliteratur

1.2 Frauen in den Quellen

2. Funktionen

2.1 Frauen im Kampfgeschehen

2.2 Unterstützung der Kämpfenden

2.3 Dienst im Gefolge adliger Frauen

2.4 Sexuelle Dienste

2.5 Wäscherinnen

2.6 Hochadlige/Königinnen

3. Frauen in Gefangenschaft

4. Fazit

5. Literatur

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die vielfältigen Rollen, Funktionen und Gefahren, denen Frauen während der Kreuzzüge ausgesetzt waren, und beleuchtet dabei kritisch die Verzerrungen in den historischen Quellen durch zeitgenössische Chronisten.

  • Militärische und unterstützende Rollen von Frauen in Belagerungssituationen
  • Der Dienst adliger Frauen und deren politische sowie diplomatische Handlungsspielräume
  • Die soziale Einordnung und Wahrnehmung von Prostituierten und Wäscherinnen im Kreuzzugsheer
  • Die spezifische Gefährdungslage von Frauen in Kriegsgefangenschaft
  • Methodische Herausforderungen bei der Interpretation mittelalterlicher Chroniken

Auszug aus dem Buch

1.2 Frauen in den Quellen

Sarah Lambert hat das Erscheinen von Frauen in den Quellen im Hinblick auf dessen Funktion untersucht. Dass wir Stellen, die von Frauen berichten, immer im Hinblick auf die Intention des Chronisten und symbolische Bedeutungen hin betrachten, ist von größter Wichtigkeit, wenn wir ihren Wahrheitsgehalt überprüfen wollen.

Das weibliche Geschlecht musste zwangsläufig in den Quellen erscheinen, denn wenn dies nicht der Fall wäre, dann würden die „symbolischen und sozialen Bedeutungen der Männlichkeit“ neutralisiert werden. Damit dies nicht der Fall ist, wurden Texte wie dieser verfasst, der aus dem Itinerarium Peregrinorum stammt:

„A great many men sent each other wool and distaff, hinting that if anyone failed to join this military undertaking, they were fit only for women’s work. Brides urged their husbands and mothers incited their sons to go; their only sorrow being that they were not able to set out with them, because of the fragility of their sex.”

Die Männer schickten sich also gegenseitig Spinnrocken, um ihr Benehmen als weiblich und den Kreuzzug hingegen als typisch männlich darzustellen. Die Frauen hatten sich ihrer Unterlegenheit bewusst zu sein und ihre einzige Möglichkeit, etwas beizutragen, ohne die Grenzen ihres Geschlechts zu überschreiten, war das Ermutigen ihrer Männer. Auffällig ist: Selbst die Frauen, die an den Kreuzzügen teilnahmen, blieben meist innerhalb ihrer Grenzen und kümmerten sich um typisch weibliche Aufgaben. Auch das Ermutigen der Männer während eines Kampfes gehörte dazu.

Dass der Autor des Itinerarium Peregrinorum wirklich speziell Frauen und nicht nur Personen aller Art ohne militärische Fertigkeiten ausschließen wollte, zeigt die folgende Passage: „A great number [of men] went from cloister to camp, threw off their cowls, donned mail shirts and became knights of Christ in a new service, replacing alms with arms.“ Die Teilname an den Kreuzzügen war aufseiten der Kirche wegen dem monastischen Prinzip der Sesshaftigkeit (stabilitas loci) zwar nicht erwünscht, aber in diesem Falle wollte der Autor damit nochmals unterstreichen, dass ein Kreuzzug eine männliche Angelegenheit war.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der weiblichen Teilhabe an den Kreuzzügen ein und erläutert die methodische Herangehensweise bei der Analyse der teils dürftigen Quellenlage.

2. Funktionen: Dieses Hauptkapitel analysiert das breite Spektrum weiblicher Aufgaben, das von der Unterstützung im Kampf und bei Belagerungen bis hin zu Versorgungsdiensten und dem Leben adliger Frauen reicht.

3. Frauen in Gefangenschaft: Das Kapitel beleuchtet das Schicksal von Frauen, die in Feindeshand gerieten, und analysiert die Abhängigkeit ihres Überlebens von ihrem sozialen Status und den Zielen ihrer Entführer.

4. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung, die dazu aufruft, bei der Quelleninterpretation einen Mittelweg zwischen der Über- und Unterbewertung der Rolle von Frauen einzunehmen.

5. Literatur: Das Literaturverzeichnis listet die verwendeten Monographien und Essaysammlungen zur historischen Untersuchung der Thematik auf.

Schlüsselwörter

Kreuzzüge, Frauengeschichte, Chronisten, Belagerung, Prostitution, Wäscherinnen, Hochadel, Kriegsgefangenschaft, Geschlechterrolle, Quellenkritik, Mittelalter, Religion, Soziale Ordnung, Sexualmoral, Militärische Funktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht die tatsächliche sowie die in Chroniken beschriebene Rolle von Frauen während der Kreuzzüge im Mittelalter.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen die verschiedenen Funktionen von Frauen (kämpfend, unterstützend, repräsentativ) sowie deren prekäre Lage in Gefangenschaft.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Anteil von Frauen an den Kreuzzügen zu beleuchten und dabei kritisch zu hinterfragen, inwiefern die zeitgenössische Literatur Frauen lediglich als Mittel zum Zweck einsetzte.

Welche methodische Vorgehensweise wendet die Autorin an?

Die Arbeit basiert auf einer vergleichenden Quellenanalyse von Monographien und historischen Chroniken, wobei besonderer Wert auf die Intention der jeweiligen Verfasser gelegt wird.

Was umfasst der inhaltliche Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Funktionsbereiche von Frauen – von der aktiven Teilnahme an Belagerungen bis hin zu den diplomatischen Aufgaben hochadliger Frauen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Geschlechterrolle, Quellenkritik, Gefangenschaft, Kreuzzugsbegeisterung und die soziale Hierarchie der Teilnehmer.

Welchen Stellenwert nimmt die Kritik an den Chronisten in der Arbeit ein?

Die Kritik an den Chronisten ist zentral, da die Autorin aufzeigt, dass Frauen in Quellen häufig nur instrumentalisiert wurden, um männliche Tugenden oder göttliches Wirken hervorzuheben.

Wie unterschied sich die Situation von adligen Frauen von der der restlichen Teilnehmerinnen?

Adlige Frauen reisten meist komfortabler, waren durch ihren Status bei Gefangenschaft besser geschützt und hatten zudem bedeutende diplomatische Mitspracherechte.

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Details

Title
Frauen auf Kreuzzügen
Subtitle
Rolle, Funktionen, Gefahren
College
University of Freiburg
Course
Die Kreuzzüge
Grade
2,3
Author
Sonja Kaupp (Author)
Publication Year
2007
Pages
21
Catalog Number
V127742
ISBN (eBook)
9783640340774
ISBN (Book)
9783640337705
Language
German
Tags
Frauen Rolle Funktionen Gefahren Kreuzzüge
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sonja Kaupp (Author), 2007, Frauen auf Kreuzzügen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127742
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