Ziel dieser Arbeit ist es, zunächst einzelne Herausforderungen, mit denen das SCC konfrontiert ist, auszuarbeiten. Auf Grundlage dieser Anforderungen werden Instrumente, Methoden und Verfahren beschrieben, die den Herausforderungen gewachsen sind und zur Sicherung der Rationalität beitragen. Außerdem stellt sich die Frage, ob traditionelle Controlling-Instrumente, wie die Balanced Scorecard (BS) oder die Prozesskostenrechnung (PZKR) übernommen werden können oder an die Eigenschaften eines SCCs angepasst werden müssen. Instrumente die rein unternehmensintern eingesetzt werden, finden in den folgenden Ausführungen keine Berücksichtigung. Grund hierfür ist, dass eine SC unternehmensübergreifend agiert und unternehmensinterne Instrumente vielseitig beschrieben sind.
Die Arbeit gliedert sich in fünf Kapitel. Den Ausgangspunkt nach der Einleitung bildet das zweite Kapitel mit den Grundlagen und Begriffsbestimmungen. Hier werden zunächst die begrifflichen Grundlagen beschrieben, wobei auf verschiedene Definitionen der Begriffe „SC“ und „SCM“ hingewiesen wird. Des Weiteren wird der Begriff „Controlling“ (CO) definiert und dessen verschiedene Funktionen beschrieben. Darauf aufbauend werden die Grundlagen des SCCs sowie die Aufgaben und Ziele erläutert. Kapitel drei beschreibt die einzelnen Herausforderungen mit denen das SCC konfrontiert ist. Viele davon haben Auswirkungen auf alle Funktionen des COs. Andere betreffen vor allem die Informationsversorgung oder die Steuerung. Im Anschluss werden ausgewählte Instrumente und Verfahren vorgestellt und erläutert.
Diese sollen die beschriebenen Herausforderungen stemmen. Die Lösungsansätze sind nach organisatorischen, methodischen und zukunftsorientierten Aspekten gegliedert. Zu den organisatorischen Aspekten zählen die Gründung einer SC Gesellschaft und die Implementierung eines Vorlieferanten-Managements (VLM). Die methodischen Aspekte umfassen konkrete Instrumente, wie das Beziehungscontrolling, die PZKR, sowie die Performance Messung inklusive der SC Scorecard. Die dritte Gruppe legt den Fokus auf zukunftsorientierte Möglichkeiten. Darunter fallen die Neuausrichtung der Ziele einer SC und die Implementierung digitaler Lösungen. Abschließend erfolgt in Kapitel fünf eine zusammenfassende Schlussbetrachtung des Themas inklusive Fazit.
Inhaltsverzeichnis der Arbeit
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Zielsetzung
1.3. Methodisches Vorgehen
2. Grundlagen und Begriffsbestimmungen
2.1. Supply Chain Management
2.1.1. Definition „Supply Chain“
2.1.2. Definition „Supply Chain Management“
2.1.3. Aufgaben und Ziele des Supply Chain Managements
2.1.3.1. Aufgaben des Supply Chain Managements
2.1.3.2. Ziele des Supply Chain Managements
2.2. Supply Chain Controlling
2.2.1. Definition „Controlling“
2.2.2. Funktionen des Controllings
2.2.2.1. Informationsversorgung
2.2.2.2. Steuerung
2.2.2.3. Koordination
2.2.3. Grundlagen des Supply Chain Controllings
2.2.4. Aufgaben und Ziele des Supply Chain Controllings
2.2.4.1. Aufgaben des Supply Chain Controllings
2.2.4.2. Ziele des Supply Chain Controllings
3. Herausforderungen für das Supply Chain Controlling
3.1. Konzeptionsübergreifende Herausforderungen
3.2. Herausforderungen für die Informationsversorgung
3.3. Herausforderungen für die Steuerung
4. Instrumente und Verfahren zur Lösung der Herausforderungen des Supply Chain Controllings
4.1. Organisatorische Aspekte
4.1.1. Gründung einer Supply Chain Gesellschaft am Beispiel von Henkel
4.1.1.1. Supply Chain Controlling bei Henkel
4.1.1.2. Neue Aufgaben für das Supply Chain Controlling
4.1.2. Implementierung eines Vorlieferanten-Management und Folgen für das Supply Chain Controlling
4.1.2.1. Grundlagen Vorlieferanten-Management
4.1.2.2. Vorlieferanten-Management und Supply Chain Controlling
4.2. Methodische Aspekte
4.2.1. Methoden des Beziehungscontrolling
4.2.1.1. Unternehmensübergreifender Controlling-Zyklus
4.2.1.2. Vertrauenscontrolling
4.2.1.2.1. Vertrauensbefragung
4.2.1.2.2. Vertrauenswürdigkeit bewerten
4.2.2. Unternehmensübergreifende Prozesskostenrechnung
4.2.2.1. Kostenoptimierung über Kostentreiber
4.2.2.2. Fallweise Prozesskostenrechnung für die Supply Chain
4.2.2.3. Voll ausgebaute unternehmensübergreifene Prozesskostenrechnung
4.2.3. Supply Chain Performance
4.2.3.1. Anforderungen an das Performance Measurement
4.2.3.2. Erfolgsmaßstab
4.2.3.3. Werttreiber und Beispiele für Kennzahlen
4.2.3.4. Supply Chain Scorecard
4.2.3.4.1. Supply Chain Scorecard nach Werner
4.2.3.4.2. Supply Chain Scorecard nach Brewer/ Speh
4.3. Zukunftsorientierte Aspekte
4.3.1. Neuausrichtung der Ziele
4.3.1.1. Resilienz
4.3.1.2. Resilientes Supply Chain Controlling
4.3.1.2.1. Prognostik
4.3.1.2.2. Real-Time-Planning
4.3.1.2.3. Granularität
4.3.1.2.4. Genauigkeit
4.3.1.2.5. Automatisierung
4.3.2. Digitale Lösungen im Supply Chain Controlling
4.3.2.1. Internet of Things (IoT) und Digital Twins
4.3.2.2. Blockchain-Technologie
4.3.2.3. Machine Learning
4.3.2.4. Supply-Chain-Execution-System
5. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Forschungsthemen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen, mit denen das Supply Chain Controlling konfrontiert ist, und erarbeitet adäquate Lösungsansätze. Das primäre Ziel besteht darin, Methoden und Instrumente zu identifizieren, die zur Sicherung der Rationalität in komplexen, unternehmensübergreifenden Wertschöpfungsketten beitragen und traditionelle Ansätze sinnvoll ergänzen.
- Analyse konzeptionsübergreifender Herausforderungen im Supply Chain Controlling.
- Untersuchung von Instrumenten zur Steuerung unternehmensübergreifender Kooperationen.
- Erforschung von Performance-Measurement-Konzepten wie der Supply Chain Scorecard.
- Bewertung zukunftsorientierter Ansätze inklusive Digitalisierung und Resilienz.
Auszug aus der Arbeit
3.1. Konzeptionsübergreifende Herausforderungen
Die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit von vielen rechtlich unabhängigen Unternehmen ist die Wurzel der meisten Herausforderungen und birgt Schwierigkeiten für alle CO-Konzeptionen. Da die Unternehmen auf Akteursebene eigene Ziele verfolgen, sind Misstrauen und Zielkonflikte Faktoren, die sich auf das SCC auswirken.
Informationsübermittlung, Steuerung und Koordination sind über die erste Stufe der SC hinaus erforderlich. Daher reicht ein unternehmensinternes SCC nicht aus. Es muss zusätzlich unternehmensextern agieren, mit dem Ziel, eine end-to-end Betrachtung zu erreichen.
Der Idealfall ist eine vollkommen transparente SC. Geringe Transparenz beeinflusst z.B. die Genauigkeit von Forecasts negativ, verhindert die Auswertung unternehmensübergreifender Kennzahlen, verschlechtert den Kapitaleinsatz und erschwert die Kostenzurechnung. Es ist nötig, nicht nur mit direkten Lieferanten und Kunden Informationen auszutauschen, sondern den Blickwinkel nach vorne und nach hinten zu erweitern.
Transparenz herzustellen ist schwierig, da die dafür benötigten Informationen ein hohes Maß an Vertrauen und digitaler Infrastruktur voraussetzen. Die Beteiligten der SC kooperieren wirtschaftlich miteinander, sind aber selbstständige Unternehmen mit eigenen Interessen und hierarchisch auf Augenhöhe. In einer SC existiert keine übergeordnete, leitende Instanz. Gegenseitiges Vertrauen muss aufgebaut und überwacht werden und ist ein unverzichtbarer Faktor.
Ein einheitlicher Erfolgsmaßstab über die komplette SC hinweg existiert nicht. Die Frage, wann eine SC erfolgreich ist, ist schwer zu beantworten. Addiert man die Periodenerfolge aller Beteiligten, führt das zu keinem verwendbaren Ergebnis, da keine Konsolidierung zwischen den Partnern erfolgt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Stellt die Problemstellung der Supply Chain durch erhöhte Komplexität vor und definiert das methodische Ziel der Arbeit.
2. Grundlagen und Begriffsbestimmungen: Definiert die zentralen Begriffe Supply Chain Management und Supply Chain Controlling mitsamt deren Funktionen und Aufgaben.
3. Herausforderungen für das Supply Chain Controlling: Analysiert die vielschichtigen Anforderungen durch unternehmensübergreifende Zusammenarbeit, mangelnde Transparenz und die VUCA-Welt.
4. Instrumente und Verfahren zur Lösung der Herausforderungen des Supply Chain Controllings: Stellt konkrete organisatorische, methodische und zukunftsorientierte Instrumente wie Prozesskostenrechnung und Digitalisierung vor.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Komprimiert die Ergebnisse und betont die Notwendigkeit eines kulturellen Umbruchs im Management.
Schlüsselwörter
Supply Chain Controlling, Supply Chain Management, Unternehmensübergreifende Kooperation, Performance Measurement, Prozesskostenrechnung, Resilienz, Digitalisierung, Blockchain, Internet of Things, VUCA, Transparenz, Controlling-Zyklus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Controlling in Supply Chains (SC), welches aufgrund steigender Komplexität und unternehmensübergreifender Abläufe vor besonderen Herausforderungen bei der Steuerung und Informationsversorgung steht.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Die zentralen Felder sind die Definition von SCM und SCC, die Identifikation von Herausforderungen bei der unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit sowie die Vorstellung geeigneter Instrumente zur Steuerung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Erarbeitung von Methoden und Instrumenten, die den Herausforderungen im Supply Chain Controlling gewachsen sind und dazu beitragen, die Rationalität über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg zu sichern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die bestehende Konzepte, Definitionen und Instrumente systematisiert und auf ihre Anwendung im Supply Chain Controlling prüft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Herausforderungen wie mangelnde Transparenz und Volatilität und stellt Lösungsansätze vor, darunter organisatorische Änderungen, vertrauensbasierte Steuerung und digitale Technologien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Supply Chain Controlling, unternehmensübergreifende Kooperation, Prozesskostenrechnung, Performance Measurement, Resilienz und digitale Transformation.
Welche Rolle spielt die Vertrauensbasis in einer Supply Chain?
Vertrauen ist laut Arbeit der wichtigste Erfolgsfaktor; es ermöglicht erst den notwendigen Datenaustausch und reduziert Reibungsverluste in informellen oder komplexen Partnerschaften.
Wie verändert die Digitalisierung das Supply Chain Controlling?
Digitale Lösungen wie IoT, Digital Twins und Blockchain erhöhen die Datentransparenz, ermöglichen Echtzeit-Forecasts und unterstützen dabei, Komplexität durch Automatisierung besser zu beherrschen.
- Arbeit zitieren
- Katrin Forster (Autor:in), 2022, Supply Chain Controlling. Herausforderungen und Lösungsansätze, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1278416