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Goethes Faust in der Oper

Am Beispiel von Charles Gounods Faust

Title: Goethes Faust in der Oper

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: M.A. Anne Oppermann (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Die Tragödie Faust I von Johann Wolfgang von Goethe regte wie kaum ein anderer Stoff die Komponisten zu Vertonungen in verschiedensten Gattungen an. Als besonders beliebt erwiesen sich hier die Gattung des Liedes und der Oper. In den Liedern wird der Text meist originalgetreu übernommen, lediglich die Ausführung variiert. Sie reicht – der historischen Entwicklung entsprechend – von der (von Goethe bevorzugten) strophischen bis zur durchkomponierten Form. Die Opernkomponisten bzw. ihre Librettisten gingen wesentlich freier mit Goethes Vorlage um. Offiziell orientieren sich die meisten an Goethes Tragödie – nur wenige folgen wie Ferruccio Busoni dem Puppenspiel oder wie Albert Lortzing Grabbes Text – doch wurde der Schwerpunkt des jeweiligen Werkes meist neu festgelegt und Goethes Faust dazu passend gekürzt, ummodelliert und neu gedeutet. Es läßt sich in den Faust-Opern die Tendenz beobachten, daß nur eine der der drei Figuren – Faust, Mephistopheles oder Gretchen – als Hauptfigur betrachtet wird. Verständlicherweise wird oft die Titelfigur Faust, sein Wissensdrang, seine faustische Suche als zentrales Motiv gedeutet. „Ich, Faust, ein ewiger Wille“ wie es so passend bei Busoni heißt. So geschehen zum Beispiel bei Ludwig Spohr und Hector Berlioz. Andere wie z.B. Arrigo Boito und Carlo Conit sahen in Mephistopheles die treibende Kraft und somit die Hauptfigur. Charles Gounod hingegen entschied sich für Gretchen als Zentralfigur.
Diese Arbeit befaßt sich mit Charles Gounods Oper Faust, die sich als die erfolgreichste Faust-Vertonung auf der Bühne behauptet hat. Im ersten Teil werde ich darstellen, welche musikalischen Vorraussetzungen bereits in Goethes Faust I angelegt sind, welche Vorstellungen Goethe von einer dem Faust angemessenen Musik hatte und wie seine Reaktion auf entstehende Faust-Musiken war. Der zweite Teil der Arbeit wird der Frage nachgehen, welche Änderungen Gounod und seine Librettisten Jules Barbier und Michel Carré an Faust vornahmen, um ihn opernbühnentauglich zu machen und welche Auswirkungen dies auf die Charakterdarstellungen hat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Goethe, Faust und die Musik

2.1. Musik im Faust

2.2. Goethe und Faust-Vertonungen

3. Charles Gounod: Faust

3.1. Historischer Abriß

3.2. Michel Carrés Faust et Marguerite

3.3. Vergleich von Gounods und Goethes Faust

3.3.1. Erster Akt

3.3.2. Zweiter Akt

3.3.3. Dritter Akt

3.3.4. Vierter Akt

3.3.5. Fünfter Akt

4. Resümee

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die musikalische Adaption von Johann Wolfgang von Goethes Tragödie "Faust I" durch Charles Gounod. Das primäre Ziel ist es, die spezifischen Änderungen und Umgestaltungen aufzuzeigen, die Gounod und seine Librettisten vornahmen, um den Stoff opernbühnentauglich zu machen, und dabei die Auswirkungen dieser Anpassungen auf die Charakterdarstellungen und die dramaturgische Struktur der Oper zu analysieren.

  • Die Rolle der Musik in Goethes ursprünglicher Faust-Dichtung.
  • Goethes Verhältnis zu Faust-Vertonungen und verschiedenen Komponisten.
  • Die Rezeptionsgeschichte und der historische Kontext von Charles Gounods Faust-Oper.
  • Vergleichende Analyse der Opernhandlung mit der literarischen Vorlage Goethes.
  • Die inhaltliche und charakterliche Verschiebung des Fokus auf die Gretchen-Tragödie.

Auszug aus dem Buch

3.3. Vergleich von Gounods und Goethes Faust

Gounods Faust hat eine bewegte Geschichte hinter sich. So wie Gounod und Barbier die Oper ursprünglich konzipierten, existiert sie leider nicht mehr. Massenet berichtet, daß Gounod unter Tränen den vielen Forderungen nach Strichen und Änderungen des damaligen Direktors des Théâtre Lyrique, Léon Carvalho, nachgab, für die Aufführung an der Opéra wurde das Stück in eine Grand Opéra verwandelt und auch Änderungswünsche der Sänger erfüllte Gounod gutwillig. Fritz Oeser, der Editor der kritischen Faust-Neuausgabe, stellt fest, daß zwischen der ersten Idee über verschiedene Fassungen bis zu national differenzierten Editionen ca. 30 Jahre vergangen sind. Da sich Oesers kritische Neuausgabe auf der Opernbühne (noch) nicht behaupten konnte, wird sich der Vergleich zwischen Gounods und Goethes Faust auf die auf der deutschen Opernbühne überwiegende Fassung beziehen. Es handelt sich hierbei um die durchgehend gesungene Fassung für die Grand Opéra von 1869 ohne die Ballette.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Faust-Vertonungen und Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich Gounods Oper.

2. Goethe, Faust und die Musik: Untersuchung der musikalischen Elemente in Goethes Werk sowie dessen ambivalentes Verhältnis zu Komponisten und Faust-Musiken.

3. Charles Gounod: Faust: Analyse des historischen Hintergrunds, der Entstehungsgeschichte des Librettos und detaillierter Vergleich der fünf Akte zwischen Oper und literarischer Vorlage.

4. Resümee: Kritische Würdigung der operngerechten Transformation des Stoffes und Reflexion über die Verschiebung des dramaturgischen Fokus auf die Gretchen-Figur.

Schlüsselwörter

Goethe, Faust, Gounod, Oper, Gretchen, Mephistopheles, Adaption, Libretto, Musiktheater, Vertonung, Charakterdarstellung, Tragödie, Dramaturgie, Musikgeschichte, Rezeption

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der erfolgreichen Faust-Oper von Charles Gounod und deren Abhängigkeit sowie künstlerischer Distanz zur literarischen Vorlage von Johann Wolfgang von Goethe.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Adaptionsstrategien vom Schauspiel zur Oper, das Verhältnis Goethes zur Musik, die Rolle der Gretchen-Tragödie und die dramaturgische Straffung des Stoffes.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Analyse der vorgenommenen Änderungen durch Gounod und seine Librettisten, um Faust opernbühnentauglich zu machen, und deren Auswirkungen auf die Charakterisierung.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse, bei der Textstellen und Szenenfolgen der Oper direkt mit Goethes Faust-Dichtung verglichen werden, ergänzt durch historische Quellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine musikgeschichtliche Einordnung und eine aktspezifische Untersuchung der Oper, die Unterschiede in der Handlung und Rollengestaltung gegenüber Goethe aufdeckt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentral sind Begriffe wie Faust, Gounod, Goethe, Oper, Gretchen-Tragödie, Adaption und Musiktheater.

Warum wurde in der Oper der Fokus so stark auf Gretchen verlagert?

Dies diente einer dramaturgischen Fokussierung. Da die philosophische Tiefe des Faust schwer darstellbar ist, bietet die tragische Geschichte Gretchens eine effektivere Basis für das Musiktheater.

Welche Rolle spielt Mephistopheles in Gounods Fassung im Vergleich zu Goethe?

Er verliert durch die operntypischen Kürzungen seine metaphysische Dimension und wird teilweise als manipulierende, aber in seiner Wirkung begrenzte Figur dargestellt.

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Details

Title
Goethes Faust in der Oper
Subtitle
Am Beispiel von Charles Gounods Faust
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg
Grade
1,3
Author
M.A. Anne Oppermann (Author)
Publication Year
2005
Pages
20
Catalog Number
V127841
ISBN (eBook)
9783640341054
Language
German
Tags
Goethes Faust Oper Beispiel Charles Gounods Faust
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Anne Oppermann (Author), 2005, Goethes Faust in der Oper , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127841
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