Mit der Einführung des SGB II (Sozialgesetzbuch II- Grundsicherung für Arbeitssuchende) am 1. Januar 2005, war auch das letzte der vier „Hartz-Gesetze“ zur Neuausrichtung der Arbeitsmarktpolitik des Bundes in Kraft getreten, mit denen die damalige Bundesregierung unter Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) im Rahmen der Agenda 2010 die Empfehlungen der Hartz-Kommission „Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“ umsetzen wollte. Diese Gesetze hatten die Reform des deutschen Arbeitsmarktes zum Ziel und fällten somit eine Richtungsentscheidung für die künftige soziale Absicherung von Arbeitsmarktrisiken im deutschen Sozialstaat.
Den mit dem Konjunkturzyklus in die Höhe gegangenen Arbeitslosenzahlen, die hartnäckigen Strukturprobleme und die tiefe Beschäftigungsquote sollten mithilfe der Hartz-Gesetze entgegengewirkt werden.
Angesichts der sich veränderten Arbeitsmarktpolitik, respektive der Einführung der vier Hartz-Gesetze, fragt sich nun, ob Deutschland immer noch als konservativ-korporatistischer Wohlfahrtsstaat -nach der Typologie von Gøsta Esping-Andersen in The Three Worlds of Welfare Capitalism - bezeichnet werden kann. Somit lautet die Fragestellung dieser Arbeit:
„Entsprechen die Hartz-Reformen dem konservativ-korporatistischen Wohlfahrtsstaaten-Modell?“
Anhand des theoretischen Ansatzes von Gøsta Esping-Andersen werde ich die Frage theoretisch aufgreifen und diskutieren, um anschliessend eine These zu finden.
Inhaltsverzeichnis
Die Hartz-Reformen im konservativ-korporatistischen Wohlfahrtsstaat Deutschland
„Entsprechen die Hartz-Reformen dem konservativ-korporatistischen Wohlfahrtsstaaten-Modell?“
Definition
Der konservativ-korporatistische Wohlfahrtsstaat Deutschland nach Gøsta Esping-Andersen
Ein Vergleich der Hartz-Reformen mit dem konservativ-korporatistischen Wohlfahrtsstaaten-Modell
Fazit und These
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht, inwieweit die unter der Regierung von Gerhard Schröder eingeführten Hartz-Reformen die Einordnung Deutschlands als konservativ-korporatistischer Wohlfahrtsstaat gemäß der Typologie von Gøsta Esping-Andersen in Frage stellen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf den Wandel hin zu einem aktivierenden Sozialstaat.
- Analyse des konservativ-korporatistischen Wohlfahrtsstaatsmodells nach Esping-Andersen
- Detaillierte Definition und Einordnung der vier Hartz-Gesetze
- Untersuchung der strukturellen Brüche mit dem Bismarckschen Sozialmodell
- Diskussion über das Prinzip „Fördern und Fordern“ und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsmarktpolitik
- Evaluation des Paradigmenwechsels vom Wohlfahrtsstaat zum aktivierenden Sozialstaat
Auszug aus dem Buch
Die Hartz-Reformen im konservativ-korporatistischen Wohlfahrtsstaat Deutschland
Mit der Einführung des SGB II (Sozialgesetzbuch II- Grundsicherung für Arbeitssuchende) am 1. Januar 2005, war auch das letzte der vier „Hartz-Gesetze“ zur Neuausrichtung der Arbeitsmarktpolitik des Bundes in Kraft getreten, mit denen die damalige Bundesregierung unter Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) im Rahmen der Agenda 2010 die Empfehlungen der Hartz-Kommission „Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“ umsetzen wollte. Diese Gesetze hatten die Reform des deutschen Arbeitsmarktes zum Ziel und fällten somit eine Richtungsentscheidung für die künftige soziale Absicherung von Arbeitsmarktrisiken im deutschen Sozialstaat.
Den mit dem Konjunkturzyklus in die Höhe gegangenen Arbeitslosenzahlen, die hartnäckigen Strukturprobleme und die tiefe Beschäftigungsquote sollten mithilfe der Hartz-Gesetze entgegengewirkt werden. Angesichts der sich veränderten Arbeitsmarktpolitik, respektive der Einführung der vier Hartz-Gesetze, fragt sich nun, ob Deutschland immer noch als konservativ-korporatistischer Wohlfahrtsstaat -nach der Typologie von Gøsta Esping-Andersen in The Three Worlds of Welfare Capitalism- bezeichnet werden kann. Somit lautet die Fragestellung dieser Arbeit: „Entsprechen die Hartz-Reformen dem konservativ-korporatistischen Wohlfahrtsstaaten-Modell?“
Zusammenfassung der Kapitel
Die Hartz-Reformen im konservativ-korporatistischen Wohlfahrtsstaat Deutschland: Dieses Kapitel führt in den Kontext der Agenda 2010 ein und leitet die zentrale Forschungsfrage zur Kompatibilität der Hartz-Reformen mit der Esping-Andersen-Typologie ab.
Definition: Hier werden die Inhalte der Hartz-Reformen I-IV detailliert beschrieben, insbesondere die Einführung von Instrumenten wie Job-Centern, Bildungsgutscheinen und das Prinzip „Fördern und Fordern“.
Der konservativ-korporatistische Wohlfahrtsstaat Deutschland nach Gøsta Esping-Andersen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen zur Typologisierung von Wohlfahrtsstaaten anhand der Kriterien Verhältnis von Staat/Markt/Familie, Dekommodifizierung und Stratifikation.
Ein Vergleich der Hartz-Reformen mit dem konservativ-korporatistischen Wohlfahrtsstaaten-Modell: Es wird analysiert, wie die Hartz-Reformen einen Bruch mit dem Bismarckschen Sozialmodell darstellen und zu einer neuen, aktivierenden Form der Arbeitsmarktpolitik führen.
Fazit und These: Das Fazit stellt die These auf, dass die Hartz-Reformen ein neues Paradigma des „aktivierenden Wohlfahrtsstaates“ begründet haben, das den klassischen konservativ-korporatistischen Staat ablöst.
Schlüsselwörter
Hartz-Reformen, Wohlfahrtsstaat, Agenda 2010, Gøsta Esping-Andersen, Arbeitsmarktpolitik, Sozialstaat, Dekommodifizierung, Fördern und Fordern, Bismarcksches Modell, Aktivierung, Sozialgesetzbuch, Arbeitslosigkeit, Arbeitsmarkt, Strukturwandel, Paradigmenwechsel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der Hartz-Reformen auf das deutsche Sozialstaatsmodell und prüft, ob die klassische Kategorisierung nach Gøsta Esping-Andersen weiterhin Bestand hat.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Arbeitsmarktpolitik, der Theorie der Wohlfahrtsstaatstypen sowie den spezifischen Auswirkungen der Hartz-Gesetze I bis IV.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob die Hartz-Reformen noch dem konservativ-korporatistischen Modell entsprechen oder einen Wandel hin zu einem neuen Paradigma markieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine theoretische Auseinandersetzung und Diskussion auf Basis der Typologie von Esping-Andersen geführt, um das deutsche Modell historisch und aktuell einzuordnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Definition der Reformen, die theoretische Herleitung der Wohlfahrtsstaatstypen und einen direkten Vergleich der Reformmaßnahmen mit diesen theoretischen Kriterien.
Welche Begriffe beschreiben die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit den Begriffen Hartz-Reformen, aktivierender Wohlfahrtsstaat, Arbeitsmarktpolitik und Dekommodifizierung charakterisieren.
Inwiefern haben die Hartz-Reformen das Bismarcksche Sozialmodell verändert?
Sie brachen mit der Kontinuität statuserhaltender Transferleistungen und ersetzten bedürftigkeitsgeprüfte, einkommensbezogene Hilfen durch ein einheitliches Leistungsniveau, was einen Bruch mit der Tradition darstellt.
Welche Rolle spielt die „Entkommodifizierung“ in der Argumentation der Autorin?
Die Autorin argumentiert, dass der „mittlere Grad“ der Dekommodifizierung in Deutschland durch den Druck zur Arbeitsaufnahme unter dem „Fördern und Fordern“-Prinzip zugunsten einer stärkeren Marktorientierung und Entkommodifizierung abgelöst wurde.
- Citation du texte
- BA Sarah Baumgartner (Auteur), 2007, Die Hartz-Reformen im konservativ-korporatistischen Wohlfahrtsstaat Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127891