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Individualisierung und Depression

Individualisierung und Abhängigkeit bei der kultursoziologischen Überlegung zur Identitätsnorm der Individualität

Title: Individualisierung und Depression

Seminar Paper , 2008 , 38 Pages

Autor:in: Andrea Roy (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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Summary Excerpt Details

In der vorliegenden Hausarbeit wird der Frage nachgegangen, ob durch den vielfältigen
Prozess der Individualisierung im Zeitalter der Moderne eine Freisetzung des Individuums
aus den Zwängen der Gesellschaft erfolgt und Freiheit des Handelns besteht oder ob sich
soziale Ungleichheit und soziale wie psychologische Abhängigkeiten dadurch verstärken.
In den westlichen Industrieländern, sehr deutlich in der Bundesrepublik Deutschland erfolgte
in der wohlfahrtsstaatlichen Modernisierung nach dem Zweiten Weltkrieg ein gesellschaftlicher
Individualisierungsschub bei weitestgehend konstant bestehenden Ungleichheitsverhältnissen
(Beck 1986:116).
In diesem Kapitel erfolgt eingangs eine Beschreibung des Begriffs der Individualisierung
und es werden die klassischen Thesen der Theoriegeschichte angeführt, ohne jedoch vertiefend
auf diese einzugehen.
Im weiteren Verlauf erfolgt eine Beschreibung, wie in einer modernen Gesellschaft die Individuen
bereits frühzeitig auf die Anforderungen der individualisierten Lebensweise vorbereitet
werden und welche in der Adoleszens wie auch als erwachsene Person bestehen
und welche staatlichen, institutionellen Organisationen eine Orientierungshilfe und Rahmenplan
zu der Konstruktion der eigenen Wirklichkeit existieren. Es entsteht die Tendenz
nach individualisierten Existenzformen und Existenzlagen, die die Menschen dazu zwingen,
sich selbst zum Zentrum der eigenen Lebensplanung und Lebensführung zu machen
(Beck 1986:116).
Da die Werke von Ulrich Beck und Elisabeth Beck-Gernsheim auf die Thematik der Individualisierung
eingehen, werden in diesem Abschnitt einige ihrer Annahmen zur Individualisierung
fragestellungsbezogen beschrieben. Individualisierungsprozesse bedeuten für das Individuum eine Herausforderung der eigenen
Identitätsbildung in der Gesellschaft. Identitätsbildung ist wichtig, da das Individuum
stetig die Aufgabe zukommt sich selbst in jeder Situation selbst zu entwerfen und um sich
seine eigene Wirklichkeit zu schaffen. Die Identitätenbildung steht im Zusammenhang mit
der Motivation und Zielrealisierung, was in einem späteren Kapitel dargestellt wird. Demzufolge
liegt es nahe, dass im weiteren Verlauf der Arbeit auf die Identitätsentwicklung der
Individuen eingegangen wird. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Individualisierung

2.1 Individualisierung – Ergebnis der Modernisierung

2.2 Die Produktion des individualisierten Individuums in modernen Gesellschaften

2.3 Einflüsse auf das Individuum in der Adoleszens

2.4 Das Individuum als erwachsener Mensch

2.5 Individualisierung nach Ulrich Beck und Elisabeth Beck-Gernsheim

2.6 Identitätsentwicklung in der modernen Gesellschaft

2.7 Individualisierung und Kollektivisierung nach Karl Otto Hondrich

2.7.1 Der gehobene Konsens

2.7.2 Die Rückwendung zu traditionalen Mustern

2.7.3 Die Vergemeinschaftung und Verdrängung

2.7.4 Verbleib traditionaler Bindungen und Zwänge

2.7.5 Verwandlung traditionaler Bindungen

2.7.6 Verbleib der sich auflösenden Beziehungen

2.8 Zusammenfassende Darstellung

3 Depression

3.1 Depression in der Gesellschaft – Eine allgemeine Betrachtung

3.2 Depression und Geschlecht

3.3 Depression und Gesellschaft nach Alain Ehrenberg

3.4 Motivation und Ziele

3.5 Der Suizid

3.6 Suizid und Arbeitslosigkeit

3.7 Zusammenfassende Darstellung

4 Abschließende Betrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen dem modernen Prozess der Individualisierung und der daraus resultierenden sozialen sowie psychologischen Abhängigkeit. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob Individualisierung tatsächlich Freiheit schafft oder ob sie zu einer neuen Form des gesellschaftlichen Drucks und psychischer Belastungen, insbesondere Depressionen, führt.

  • Der Einfluss des Individualisierungsprozesses auf die moderne Identitätsbildung.
  • Die dialektische Beziehung zwischen Individualisierung und Kollektivisierung nach Karl Otto Hondrich.
  • Depression als Krankheitsbild im Kontext gesellschaftlicher Leistungsanforderungen und Verantwortung.
  • Die Rolle von Motivation, Zielen und gesellschaftlicher Hilfe bei der Bewältigung moderner Lebensanforderungen.
  • Die soziologische Betrachtung von Suizid und Arbeitslosigkeit als Indikatoren für gesellschaftliche Dysfunktionalitäten.

Auszug aus dem Buch

2.2 Die Produktion des individualisierten Individuums in modernen Gesellschaften

In den hochindustrialisierten Staaten beginnt der Individualisierungsprozess bereits von Geburt an. Beispielsweise schlafen Babys nicht mehr im Ehebett der Eltern sondern haben ihr eigenes Bett. Innerhalb kurzer Zeit lernt das Baby seine Macht über die Mutter kennen, die alles für ihr Kind tut. Anders formuliert bedeutet es, dass der Säugling innerhalb kürzester Zeit lernt, dass die Mutter seine Bedürfnisse befriedigt und er Aufmerksamkeit erhält, sobald er schreit. In einer großen Zahl der Familien ist das Kind ein Einzelkind oder es sind zwei Kinder, die jedoch mehr oder weniger wie Einzelkinder aufwachsen. Von den Eltern werden die Wünsche jedes Kindes berücksichtigt, gefördert und befriedigt. Es erhält frühzeitig Eigentum, ein eigenes Zimmer und viele eigene Spielsachen.

Mit dem Eintritt in den Kindergarten oder in die Schule verändert sich die Position des Kindes nach außen. Es beginnt der Kampf, sich gegen andere Kinder durchsetzen und behaupten zu müssen, um den eigenen Weg zu gehen oder um die erwarteten Ziele zu erreichen. Spätesten in der Schule erfährt das Kind, dass nur die eigene Leistung zählt und nicht die Kooperation mit den anderen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Freiheit des Individuums im Individualisierungsprozess sowie den damit verbundenen sozialen und psychologischen Abhängigkeiten vor.

2 Individualisierung: Dieses Kapitel erläutert den soziologischen Begriff der Individualisierung als Teil des Modernisierungsprozesses und analysiert die Herausforderungen der Identitätsbildung in einer Gesellschaft, die das Individuum zunehmend zur Eigenleistung zwingt.

3 Depression: Das Kapitel befasst sich mit der Zunahme depressiver Störungen als Ausdruck gesellschaftlicher Überforderung, betrachtet dabei geschlechtsspezifische Unterschiede und den Einfluss sozioökonomischer Faktoren wie Arbeitslosigkeit.

4 Abschließende Betrachtung: Die abschließende Betrachtung fasst den wechselseitigen Zusammenhang von Individualisierung und Abhängigkeit zusammen und verdeutlicht das dynamische Schwingen zwischen Freiheit und kollektiven Zwängen.

Schlüsselwörter

Individualisierung, Modernisierung, Identitätsbildung, Gesellschaft, Depression, Kollektivisierung, Leistungsgesellschaft, Eigenverantwortung, soziale Abhängigkeit, Motivation, Arbeitslosigkeit, Suizid, psychische Störung, Selbstinszenierung, Identitätsstress.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Prozess der Individualisierung im Zeitalter der Moderne und dessen Auswirkungen auf das Individuum hinsichtlich Freiheit, Identität und psychischer Gesundheit.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themenfelder sind die Theoriegeschichte der Individualisierung, die Identitätsentwicklung, die Rolle von Motivation und Zielen sowie der Zusammenhang zwischen gesellschaftlichem Druck und der Entstehung von Depressionen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob der Individualisierungsprozess tatsächlich zu einer Freisetzung des Individuums führt oder ob soziale Ungleichheit sowie soziale und psychologische Abhängigkeiten dadurch verstärkt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung auf Basis soziologischer und sozialpsychologischer Fachliteratur (u.a. von Ulrich Beck, Alain Ehrenberg und Karl Otto Hondrich).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Individualisierungsprozesse von der Kindheit bis zum Erwachsenenalter sowie eine detaillierte Betrachtung der Depression als „Krankheit der Verantwortlichkeit“ und deren soziologische Hintergründe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlüsselwörter umfassen Individualisierung, Identität, Depression, Kollektivisierung, Leistungsdruck, soziale Abhängigkeit und gesellschaftliche Modernisierung.

Welche Rolle spielt die Kollektivisierung nach Karl Otto Hondrich?

Hondrich argumentiert, dass Individualisierung und Kollektivisierung gegenläufige, ineinandergreifende Prozesse sind; die vermeintliche Individualisierung dient oft nur als Durchgangsstation zur Wiederentstehung neuer kollektiver Zwänge.

Warum spielt das Thema Depression bei Männern eine besondere Rolle in der Analyse?

Die Arbeit beleuchtet, dass männliche Depressionen oft aufgrund traditioneller Maskulinitätsnormen unerkannt bleiben und sich eher in untypischen Symptomen wie Aggressivität oder durch Flucht in Arbeit äußern, was das Suizidrisiko erhöht.

Wie verändert sich die Ehe durch den Individualisierungsprozess?

Die Ehe entwickelt sich von einer festen, traditionellen Institution zur Sicherung der Erbfolge hin zu einem Konstrukt der individuellen Lebensgestaltung, das jedoch zunehmend instabiler wird und an institutionelle Vorgaben gebunden bleibt.

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Details

Title
Individualisierung und Depression
Subtitle
Individualisierung und Abhängigkeit bei der kultursoziologischen Überlegung zur Identitätsnorm der Individualität
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Sozialwissenschaften)
Course
Lektüreseminar: Einführung in die Modernisierungstheorien
Author
Andrea Roy (Author)
Publication Year
2008
Pages
38
Catalog Number
V127945
ISBN (eBook)
9783640350353
ISBN (Book)
9783640350056
Language
German
Tags
Individualisierung Depression Individualisierung Abhängigkeit Identitätsnorm Individualität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Roy (Author), 2008, Individualisierung und Depression, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127945
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