Einsatz von SAP in einem regionalen Versorgungsunternehmen unter den Gesichtspunkten Regulierung und Unbundling


Seminararbeit, 2009

25 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkurzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einfuhrung in das Thema
1.1 Motivation
1.2 Aufgabenstellung
1.3 Vorgehensweise

2. Enterprise Resource Planning (ERP)
2.1 Definition
2.2 Entstehung

3. Die SAP AG
3.1 Produkte der SAP AG
3.2 SAP fur die Versorgungswirtschaft

4. Einsatz von SAP bei der XXX
4.1 Die XXX als regionaler Versorger
4.2 Regulierung
4.3 Unbundling
4.3 Auswirkungen auf das IT-System der XXX
4.3.1 Das „Ein-VertragsmodeH“
4.3.2 Das „Zwei-Vertragsmodell“
4.3.3 Das ,,Zwei-Vertragskontenmodell“
4.3.4 Das „Zwei-Mandanten-/ Systemmodell“
4.3.5 Die Umsetzung in der XXX
4.4 SAP auf dem Prufstand

5. Fazit

Anhang und Anlagen

Literaturverzeichnis

Abkurzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1:Produktportfolio der SAP

Abbildung 2:Architekturskizze

Abbildung 3:Netzgebiet der XXX Fehler! Textmarke nicht definiert

Abbildung 4:Begriffsbestimmung „vertikal integrierte EVU“

Abbildung 5:„Ein-Vertragsmodell“

Abbildung 6:„Zwei-Vertragsmodell“

Abbildung 7:,,Zwei-Mandanten- / Systemmodell“

Abbildung 8:„Wilken ENER:GY“

1. Einfuhrung in das Thema

In der heutigen Zeit ist es fur Unternehmen, die sich in einer immer starker werden- den Wettbewerbssituation befinden, wichtiger denn je, zuverlassige betriebliche Informationssysteme (ERP-Systeme) zu nutzen. Die Vielzahl an Geschaftsprozes- sen und -ablaufen in einem Unternehmen, erfordert intern wie extern eine optimale Verbindung aller Organisationseinheiten. Die betrieblichen Informationssysteme haben sich, mit zunehmender Globalisierung, zum Herzstuck der IT-Landschaft in diesen Firmen entwickelt.

Die im novellierten Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) geforderte Entflechtung von Netzbetrieb und Vertrieb (Unbundling), wird zusammen, mit der Einfuhrung der Regulierung, in den kommenden Jahren die Energiemarkte verandern.[1] Die Bundesnetzagentur (BNetzA) fordert die Trennung von Netz und Vertrieb zur Schaffung eines diskriminierungsfreien Umgangs im Energiemarkt und zur Forde- rung des Wettbewerbs.

Auf diese Herausforderung bereitet sich die xxx GmbH vor. Durch Optimierung der Geschaftsprozesse, gezielter Entwicklung und Weiterbildung der Mitarbeiter sowie der richtigen IT-Landschaft, wird die XXX auch in den kommenden Jahren Ertrage aus dem eigenen Netzbetrieb erwirtschaften.

1.1 Motivation

Regulierung und Unbundling gehoren seit dem in Kraft treten der zweiten Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG), am 13.07.2005, zu den Topthemen in Energieversorgungsunternehmen (nachfolgend mit „EVU“ abgekurzt). ,,Im Fruhjahr 2005 waren 95 % von 102 befragten Geschaftsfuhrern und Vorstanden von Stadt- werken und regionalen Energieversorgungsunternehmen der Meinung, dass sie sich stark oder sehr stark mit ,,Unbundling“ auseinandersetzen werden.“[2] Mit Regulierung werden sich 94 % stark oder sehr stark auseinandersetzen.[3] Regulie­rung und Unbundling werden heute und in der Zukunft uber den wirtschaftlichen Erfolg von Stadtwerken und regionalen Energieversorgungsunternehmen ent- scheiden. IT-Systeme spielen bei der Umsetzung des neuen Energiewirtschafts- rechts eine entscheidende Rolle. Die XXX gehort zu den betroffenen EVU und setzt SAP ein. Aus diesem Grund wird der Einsatz von SAP in einem regionalen Versorgungsunternehmen unter den Gesichtspunkten Regulierung und Unbundling in dieser Seminararbeit thematisiert.

1.2 Aufgabenstellung

Im Rahmen dieser Seminararbeit ist vorgesehen, das vorhandene SAP-System der XXX aus der Perspektive Regulierung und Unbundling zu untersuchen.

Neben der Definition und der Entstehung eines ERP-Systems soll kurz auf die SAP AG und deren Produkte eingegangen werden. Im Anschluss folgt ein kurzer Uber- blick zum SAP-Modul fur Versorgungswirtschaft sowie die Vorstellung der XXX als regionalen Versorger.

Der derzeitige Einsatz von SAP bei der XXX soll analysiert und gepruft werden. So werden die Auswirkungen auf das IT-System der XXX sichtbar. Ziel der Seminar­arbeit ist es, festzustellen, ob das derzeit eingesetzte SAP-Modul fur Versorgungs­wirtschaft die optimale Systemlosung fur die XXX darstellt, oder ob ein Produkt- wechsel auf ein anderes ERP-System in Betracht gezogen werden muss, um auch weiterhin erfolgreich am Energiemarkt positioniert zu sein.

1.3 Vorgehensweise

Die vorliegende Arbeit gibt zunachst im Kapitel 2 einen kurzen Einblick in das Thema Enterprise Resource Planning (ERP). Im Kapitel 3 wird die SAP AG als ein Hersteller eines ERP-Systems vorgestellt und es wird speziell auf die Losung fur Versorgungsunternehmen eingegangen. Das darauf folgende Kapitel dient der Vorstellung der XXX als regionales Versorgungsunternehmen und dem Einsatz von SAP in diesem Unternehmen. Als nachstes wird untersucht, wie sich der Einsatz von SAP in der Zukunft bei der XXX entwickeln wird. Im Anschluss wird gepruft, was dies fur Auswirkungen auf das IT-System der XXX hat. Die Gesamtbewertung und ein Ausblick auf das zukunftige System schlieBen die Arbeit ab.

2. Enterprise Resource Planning (ERP)

2.1 Definition

ERP steht fur Enterprise Resource Planning. Diese Bezeichnung verwendet man fur die unternehmerische Aufgabe, alle im Unternehmen befindlichen Ressourcen so effizient und effektiv wie moglich einzusetzen, um die eigentlichen Geschafts- prozesse optimal zu gestalten. Unter Ressourcen im unternehmerischen Sinn ver- steht man alle Betriebsmittel wie Personal, Kapital und Produktion bzw. Vertrieb. 2005 haben Hans Robert Hansen und Gustaf Neumann ein ERP-System wie folgt definiert: „Unter ERP ... versteht man ein aus mehreren Komponenten bestehendes integriertes Anwendungspaket, das die operativen Prozesse in alien wesentlichen betrieblichen Funktionsbereichen unterstutzt (Finanz- und Rechnungswesen, Personalwirtschaft, Materialwirtschaft, Produktion, Vertrieb). Die Integration wird dabei von einer zentralen Datenbank getragen, wodurch Datenredundanzen vermieden und integrierte Geschaftsprozesse ermoglicht werden.“ [4]

Unternehmen setzen ERP-Systeme also im alltaglichen Geschaftsbetrieb ein, um die vorhanden Ressourcen optimal planen, verwalten und delegieren zu konnen.[5] ERP-Systeme haben das Ziel, die innerbetrieblichen Geschaftsprozesse darzu- stellen und zu optimieren. Die Implementierung webbasierender Produkte, mit de- nen man die Vorteile des World Wide Webs und des Internets nutzen kann, wird in der Zukunft eine groBe Rolle spielen.

2.2 Entstehung

Die Integration von Informationssystemen erfolgte in mehreren Phasen. 1960 bis Ende 1970 wurden zuerst einzelne Funktionen wie Lagerbestandsfuhrung und Fakturierung automatisiert. 1980 erfolgte eine Ausdehnung auf die gesamten be- triebswirtschaftlichen Hauptgebiete wie Einkauf und Produktion. In den Jahren ab 1990 vollzog sich schlieBlich ein Wandel von der funktionsorientierten zur ablauf- orientierten Betrachtung. Nicht mehr die Funktionsbereiche standen im Mittelpunkt sondern funktionsbereichsubergreifende Geschaftsprozesse. Die Anwendungenwurden entlang innerbetrieblicher Geschaftsprozesse integriert, was durch daten- bankbasierte ERP-Standardsoftware ermoglicht wurde. Seit 2000 gewinnen die Vernetzung von Betrieben und die Automatisierung von betriebsubergreifenden Prozessen an Bedeutung, welche u.a. durch die Nutzung des Internets (bspw. Internet-Portale) unterstutzt werden (E-Business-Losungen). Der nachste groBe Integrationsschritt wird die Vernetzung der gesamten Wirtschaft sein.[6]

3. Die SAP AG

,,Von Walldorf an die Wallstreet."[7] SAP wurde 1972 von funf IBM-Mitarbeitern in Walldorf, nahe Heidelberg, gegrundet. In den darauf folgenden Jahren entwickelte sich der regionale Softwarehersteller zum weltweit fuhrenden Anbieter von Unter- nehmenssoftware. Im Jahr 1988 ging SAP erfolgreich an die Borse und zahlt seit- dem Dividenden an seine Aktionare. Die Mitarbeiterzahl liegt aktuell bei 51.400. Der Jahresumsatz der SAP AG lag 2007 bei 10,24 Milliarden Euro. Derzeit nutzen mehr als 75.000 Kunden in mehr als 120 Landern Produkte von SAP. Zu den Kunden zahlen u.a. Daimler, The Coca-Cola Company, eBay, Postbank, Dell, Deutsche Lufthansa, Adobe Systems und viele weitere bekannte Unternehmen. Der Marktanteil von SAP unter den „Core Enterprise Applications" Anbietern befin- det sich im Moment bei etwa 33,7 %. SAP hat sich zum Ziel gesetzt, seine Um- satze mit Software und softwarebezogenen Services weiter zu steigern und den Marktanteil auszubauen.[8]

3.1 Produkte der SAP AG

Die SAP AG bietet nahezu fur jede UnternehmensgroBe die passende Softwarelo- sung an. Mit SAP-Software sollen Unternehmen ihr Innovationstempo und die Pro- duktivitat steigern, um ihre Wettbewerbsposition dauerhaft zu verbessern. SAP entwickelt und optimiert sein Produktportfolio mit Blick auf die Kunden stetig wei- ter.[9]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Entnommen aus: SAP Geschaftsbericht 2007.pdf, Stand 27.10.2008, S. 17.

Abbildung 1: Produktportfolio der SAP

SAP ERP ist aktuell das Hauptprodukt der SAP AG und wird seit 1993 vertrieben. Bis Dezember 2003 hieB es SAP R/3 und bis 2007 mySAP ERP. SAP R/3 ist ein Client-Server-System. Das „R“ steht fur realtime („Echtzeit“) und die „3“ fur die An- zahl der Schichten (Ebenen), aus denen das System besteht. Der groBte Unter- schied zwischen SAP ERP und SAP R/3 besteht im Aufbau des Systems. SAP ERP baut auf SAP NetWeaver auf. Integrale Bestandteile des Systems konnen nun in ABAP und JAVA implementiert werden und sind nicht mehr direkt miteinander verknupft. Sie sind eigenstandige Komponenten bzw. Systeme.

3.2 SAP fur die Versorgungswirtschaft

SAP R/3 und SAP ERP ist in Module gegliedert, die wiederum dem Aufbau und der Organisation vieler Unternehmen entsprechen. Alle Module sind eng miteinander verbunden, so dass eine Anderung an einem Modul Auswirkungen auf ein oder mehrere andere Module haben kann. Man unterscheidet in der Regel zwischen dem Modul Finanzwesen, Personalwirtschaft, Logistik und Corporate Services. Zum Finanzwesen zahlen bspw. die Module FI (Finanzwesen), CO (Controlling) und IM (Investitionsmanagement). Personalwirtschaft beinhaltet die Module PA (Personalmanagement), PT (Personalzeitwirtschaft), PY (Personalabrechnung) und

PE (Veranstaltungsmanagement). Zu Logistik zahlen u.a. die Module MM (Materi- alwirtschaft), PM (Instandhaltung) und SD (Vertrieb). Corporate Services ist ein Modul fur die Themen Umwelt-, Gesundheits- und Arbeitsschutz sowie Immobilien- und Reisemanagement. Neben den vier Gruppen bietet SAP sogenannte anwen- dungsubergreifende Komponenten an. Hierzu zahlt das Modul IS (Branchenlosun- gen). IS steht fur Industry Solution, was wortlich ubersetzt Industrielosung bedeu- tet. Die Branchenlosung SAP IS-U (SAP for Utilities) ist eine spezielle Losung von SAP fur die Versorgungswirtschaft, die auf die Anforderungen von Elektrizitats-, Gas- und Wasserversorgungsunternehmen zugeschnitten ist.

4. Einsatz von SAP bei der XXX

4.1 Die XXX als regionaler Versorger

Die xxx GmbH ist ein erfolgreiches. Zu den Hauptaufgaben der xxx gehoren die Versorgung der Haushalte in der Region mit Strom, Gas, Wasser und Warme. Daruber hinaus sorgt das Unternehmen uber die Verkehrsbetriebe und Parkhauser fur Mobilitat und bietet zudem eine Reihe von technischen und kaufmannischen Dienstleistungen an. Derzeit erzielt die xxx mit 208 Mitarbeitern ein Jahresumsatz von ca. 110 Mio. Euro.[10]

Die xxx deckt die Bereiche Erzeugung, Ubertragung, Verteilung und Kundenservice der energiewirtschaftlichen Wertschopfungskette ab. Hierfur nutzt das Unter­nehmen u.a. das Produkt SAP R/3 mit folgenden Modulen: SD-Vertrieb, FI- Finanzen, CO-Controlling, HR-Personal, PM-Instandhaltung (uber technische Platze) und MM-Materialwirtschaft. Die Branchenlosung, kurz SAP IS-U genannt, kommt fur die Abrechnung sowie fur das Gerate- und Forderungsmanagement (Inkasso und Mahnwesen) zum Einsatz.

[...]


[1] Vgl. Beisheim, C.-E., Edelmann, H. (2006), S. 206.

[2] Edelmann, H. (2006), S. 12.

[3] Vgl. Edelmann, H. (2006), S. 12.

[4] Hansen, H.-R., Neumann, G. (2005), S. 528.

[5] Vgl. Abts, D., Mulder, W. (2002), o.S.

[6] Vgl. http://einkauf.oesterreich.com/ERP Workshop 20070307/workshop/20.htm, Stand 08.10.2008.

[7] http://www1.sap.com/germany/about/index.epx, Stand 08.10.2008.

[8] Vgl. SAP auf einen Blick.pdf, Stand 20.12.2008, S. 1.

[9] Vgl. SAP Geschaftsbericht 2007.pdf, Stand 27.10.2008, S. 16.

[10] Vgl. http://www.twf-fn.de/, Stand 08.10.2008.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Einsatz von SAP in einem regionalen Versorgungsunternehmen unter den Gesichtspunkten Regulierung und Unbundling
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Veranstaltung
Betriebsinformatik I – Integrierte Anwendungssysteme
Note
1,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
25
Katalognummer
V127993
ISBN (eBook)
9783640344345
ISBN (Buch)
9783640344192
Dateigröße
1160 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einsatz, Versorgungsunternehmen, Gesichtspunkten, Regulierung, Unbundling
Arbeit zitieren
Manuel Reinhardt (Autor), 2009, Einsatz von SAP in einem regionalen Versorgungsunternehmen unter den Gesichtspunkten Regulierung und Unbundling, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127993

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