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Aspekte der Identifikation mit dem Aggressor in Thomas Hobbes "Leviathan"

Título: Aspekte der Identifikation mit dem Aggressor in Thomas Hobbes "Leviathan"

Trabajo de Seminario , 2021 , 14 Páginas

Autor:in: Lukas Unger (Autor)

Filosofía - Filosofía moderna (entre 1350-1600)
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Zunächst sollen in der Arbeit die relevanten Begriffe und Konzepte für die Analyse von Hobbes Leviathan in Bezug auf die Identifikation mit dem Aggressor etabliert werden, und hierzu für die Arbeit anwendbare Definitionen und Konkretisierungen dieser erstellt werden. Im folgenden Abschnitt werden themenrelevante Stellen aus Hobbes Leviathan näher herausgearbeitet, und im Kontext des Werks selbst dargestellt. Ergänzend wird hierbei Carl Schmitts Analyse des Fehlschlagens des Leviathans auf der Ebene der Identifikation angewandt. Abschließend soll die Relevanz einer Identifikation mit dem Aggressor für das zuvor bearbeitete Material betrachtet werden, und sich näher mit der Notwendigkeit dieser Art der Identifikation für die Funktion von Hobbes politischer Theorie befasst werden.

Thomas Hobbes verlangt in seinem Hauptwerk, dem Leviathan, dass die Menschen sich zur Sicherung ihrer eigenen Interessen und Sicherheitsbedürfnisse der absoluten Herrschaft eines Menschen, oder auch einer Gruppe von Menschen, unterwerfen. Nur so kann das elende und kurze Leben, das nach Hobbes außerhalb der stabilen Staatlichkeit im Naturzustand herrscht, abgewendet werden. Es handelt sich also um eine Abgabe von Freiheiten im Austausch für Sicherheit. Diese Arbeit soll sich mit der Frage befassen, inwiefern diese Konstruktion, vom psychologischen Konzept bzw. Mechanismus der Identifikation mit dem Aggressor abhängig ist, wobei Hobbes Leviathan die Rolle des Aggressors einnimmt. Zur weiteren Erläuterung der Kernfrage werden andere integrale Konzepte der hobbesschen Konstruktion, wie zum Beispiel die Rolle des Vertrauens, der Angst, und der allgemeinen Identifikation mit dem Leviathan, in dieser Arbeit ausgeführt. Insbesondere die Frage der Beziehung zwischen dem Leviathan und den Menschen unter seiner Herrschaft steht im Zentrum der Arbeit.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Fragestellung

1.2 Methodik

2. Die Identifikation mit dem Aggressor in der Psychologie

2.1 Anna Freud über die Identifikation mit dem Aggressor

2.2 Sandor Ferenczi über Trauma und Introjektion des Aggressors

2.3 Arno Gruen und der Verrat am Selbst

3. Angst, Vertrauen und Identifikation in Thomas Hobbes Leviathan

3.1 Zwei Arten der Angst im Leviathan

3.2 Vertikales Vertrauen im Gesellschaftszustand

3.3 Carl Schmitt über fehlende Identifikation mit dem Leviathan

4. Identifikation mit dem Aggressor anstatt Zwang zur Identifikation

4.1 Von der Angst zur Identifikation mit dem Leviathan

4.2 Introjektion des Leviathans und Aufgabe der Autonomie

5. Fazit und Einordung der Ergebnisse

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit verfolgt das Ziel zu untersuchen, inwiefern die Konstruktion der Herrschaft im Leviathan von Thomas Hobbes auf dem psychologischen Mechanismus der „Identifikation mit dem Aggressor“ basiert, um die Stabilität des Staates jenseits bloßem äußeren Zwangs zu erklären.

  • Analyse psychologischer Konzepte der Identifikation (Anna Freud, Sandor Ferenczi, Arno Gruen)
  • Untersuchung der Rollen von Angst und Vertrauen im hobbesschen Staatsgefüge
  • Kritische Auseinandersetzung mit Carl Schmitts Theorie zum Fehlschlag der Identifikation
  • Verbindung von politischer Vertragstheorie mit psychoanalytischen Abwehrmechanismen

Auszug aus dem Buch

2.1 Anna Freud über die Identifikation mit dem Aggressor

Anna Freud betrachtet die Identifikation mit dem Aggressor, bzw. die Identifikation im Allgemeinen, als einen besonderen Typus in der Kategorie der Abwehrmechanismen. Spezifisch handelt es sich dabei um eine Methode sich vor der Angst vor äußeren Einflüssen zu schützen. Sie bildet dabei einen Teil des Über-Ichs, also den übergeordneten Wert- und Normvorstellungen der menschlichen Psyche. Ein grundsätzlicher Aspekt dieser Art der Identifikation ist die schlichte Imitation des Objekts oder der Person, die dem jeweiligen Menschen in Angst versetzt.

Dies muss sich jedoch nicht auf direkte Nachahmung beschränken, sondern kann sich auch durch die unbewusste Aufnahme bestimmter Emotionen, Charaktereigenschaften oder sogar mit dem Aggressor assoziierten Attributen, wie zum Beispiel der Stärke, wiedergeben. Bestimmte Eigenschaften des Aggressors werden also in das Über-Ich aufgenommen, um das aus der Aggression resultierende Trauma zu verarbeiten. Besonders relevant für die spätere Analyse des Leviathans ist hierbei, dass diese Identifikation auch stattfinden kann, wenn nur die Erwartung von zukünftiger Aggression besteht. Die Identifikation muss also nicht durch einen Akt der Aggression ausgelöst werden, sondern kann sogar durch die nur indirekte Androhung der Aggression bei späteren Fehlern entstehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Herrschaft bei Hobbes und die Forschungsfrage zur Bedeutung der Identifikation mit dem Aggressor.

2. Die Identifikation mit dem Aggressor in der Psychologie: Theoretische Fundierung durch verschiedene psychoanalytische Perspektiven, um die Identifikation und Introjektion des Aggressors zu definieren.

3. Angst, Vertrauen und Identifikation in Thomas Hobbes Leviathan: Analyse der Rolle von Angst und Vertrauen innerhalb der hobbesschen Staatskonstruktion sowie der Kritik von Carl Schmitt.

4. Identifikation mit dem Aggressor anstatt Zwang zur Identifikation: Zusammenführung der psychologischen Erkenntnisse mit Hobbes' Modell, um die Stabilisierung des Leviathans durch Identifikationsmechanismen zu deuten.

5. Fazit und Einordung der Ergebnisse: Zusammenfassende Betrachtung der Relevanz psychologischer Analysen für das Verständnis politischer Vertragstheorien.

Schlüsselwörter

Thomas Hobbes, Leviathan, Identifikation mit dem Aggressor, Psychoanalyse, Anna Freud, Sandor Ferenczi, Arno Gruen, Angst, Staatsautorität, Introjektion, Vertrauen, Politische Philosophie, Gesellschaftszustand, Autonomie, Über-Ich

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie psychologische Mechanismen der „Identifikation mit dem Aggressor“ dazu beitragen können, die Stabilität und den Gehorsam gegenüber dem Leviathan in Thomas Hobbes' Staatsphilosophie zu erklären.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind psychoanalytische Konzepte der Abwehrmechanismen, die Theorie des Gesellschaftsvertrags bei Hobbes, das Konzept der Staatsautorität und die Dynamik von Angst und Vertrauen in politischen Ordnungen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu hinterfragen, ob die Identifikation mit dem Aggressor eine psychologische Stütze für das hobbessche Staatswesen darstellt, um den notwendigen Gehorsam der Untertanen zu begründen.

Welche wissenschaftlichen Perspektiven und Methoden werden verwendet?

Es wird eine interdisziplinäre Methode angewandt, die klassische politische Theorie (Hobbes, Schmitt) mit psychoanalytischen Theorien (Freud, Ferenczi) und sozialpsychologischen Ansätzen (Gruen) verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die psychologische Identifikation, eine Analyse der hobbesschen Begriffe von Angst und Vertrauen sowie eine Synthese beider Bereiche auf das Staatsmodell des Leviathans.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Identifikation mit dem Aggressor, Introjektion, Leviathan, Angst, Gehorsamszwang, Autonomie, Traumata und das Über-Ich.

Wie bewertet der Autor die Kritik von Carl Schmitt?

Der Autor hinterfragt Schmitts These, dass die Identifikation mit dem Leviathan zwangsläufig fehlschlagen muss, und schlägt vor, Identifikation als natürlichere psychologische Nebenwirkung von Gewalt und Autorität zu betrachten.

Warum ist die Introjektion für das Verständnis von Hobbes wichtig?

Die Introjektion bietet die Möglichkeit zu erklären, wie Staatsbürger die Vorstellungen eines mächtigen Herrschers in ihr eigenes Wertesystem aufnehmen, was eine Stabilisierung des Staates ohne ständige Anwendung physischer Gewalt ermöglicht.

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Detalles

Título
Aspekte der Identifikation mit dem Aggressor in Thomas Hobbes "Leviathan"
Universidad
LMU Munich
Autor
Lukas Unger (Autor)
Año de publicación
2021
Páginas
14
No. de catálogo
V1280228
ISBN (Ebook)
9783346732224
ISBN (Libro)
9783346732231
Idioma
Alemán
Etiqueta
aspekte identifikation aggressor thomas hobbes leviathan
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Lukas Unger (Autor), 2021, Aspekte der Identifikation mit dem Aggressor in Thomas Hobbes "Leviathan", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1280228
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