Überblickt man die Jahrhundertwende des ausgehenden 15. hin zum 16.Jahrhundert in Europa, lässt sich eine Neuorientierung und Neuordnung der staatlich-politischen Strukturen erkennen. 1 Die Zeitenwende erscheint janusköpfig einerseits die mittelalterlichen Weltvorstellungen zu verabschieden und andererseits den Beginn der Moderne den Weg zu bahnen. Es beginnt eine Zeit der Nationen in Europa, welche durch gestärkte nationale Königtümer, Souveränität im Prozess der Nationalstaatenbildung erlangen.
Durch die Expansion der Geldwirtschaft sowie dem Aufstieg des Bürgertums wurde der alte Feudaladel geschwächt und verlor seine militärische Unabhängigkeit. Begünstigt durch diese Entwicklungen konnten monarchische Kräfte ihr Gewaltmonopol gegen den Adel durchsetzen und an i hrem Hof konzentrieren. Innenpolitisch trat bei der gefestigten, frühabsolutistischen Machtpolitik die Sicherung des inneren Friedens, die Einigung der Länder unter
der Krone und das Erwecken eines nationalen Gemeinschaftsgefühls in den Vordergrund. 2 So stimmten in Spanien und Frankreich die Vorstellungen von Nationalidee und Staat am Ende
des 15. Jahrhunderts weitgehend überein. 3 Die Situation im Heiligen Reich Römischer Nationen entwickelte sich zu dieser Zeit jedoch keinesfalls schon in Richtung frühneuzeitlicher Territorialstaat. Vielmehr verschob sich die Macht zunehmend auf Seiten der Aristokratie, welche bestrebt war die kaiserliche Kompetenz zu
1 Vgl. F. Merzbacher: Europa im 15. Jahrhundert in : G. Mann /A. Nitschke (Hg.): Propyläen Weltgeschichte Bd.6,
Frankfurt a. Main 1986, S.373-428. Im Folgenden: Vgl. F. Merzbacher: Europa um 15. Jahrhundert
2 D. Schwanitz: Bildung. Frankfurt a. Main 1999
3 Vgl.: F. Merzbacher: Europa im 15. Jahrhundert
beschränken. So konnten trotz der Tradition des Kaisertums oder gar durch die vom Islam ausgehende Bedrohung, vor allem nach dem Fall von Konstantinopel 1453 und dem damit verbundenen Ende
des oströmischen Reiches, die nationalen und staatlichen Ideen in Deutschland, wie auch in Italien, noch nicht in Einklang gebracht werden.
Inhaltsverzeichnis
- Einführung
- Die Entstehung des frühneuzeitlichen Territorialstaates in Spanien
- 2.1. Die Entstehung des frühneuzeitlichen Territorialstaates in Spanien
- 2.2. Die Kirchenpolitik um 1500
- Die Expansionspolitik um 1500
- 3.1. Die Expansionspolitik um 1500
- 3.2. Das Erbe der Katholischen Könige
- Resümee
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit befasst sich mit der besonderen Rolle Spaniens in Europa um 1500. Sie analysiert die Faktoren, die zum Aufstieg Spaniens als europäische Großmacht führten, insbesondere die nationale Einigung unter den Katholischen Königen und die Expansionspolitik im 15. Jahrhundert.
- Die Entstehung des frühneuzeitlichen Territorialstaates in Spanien
- Die Rolle der Katholischen Könige in der nationalen Einigung
- Die Expansionspolitik Spaniens um 1500
- Das Erbe der Katholischen Könige für die spanische Großmachtstellung
- Der Vergleich Spaniens mit anderen europäischen Großmächten
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung
Das Kapitel gibt einen Überblick über die politische und gesellschaftliche Entwicklung Europas im Übergang vom 15. zum 16. Jahrhundert. Es beleuchtet die Entstehung der Nationalstaaten und die Stärkung der Monarchien. Spanien wird als Sonderfall vorgestellt, der sich bereits zu dieser Zeit zu einer Großmacht entwickelte.
Die Entstehung des frühneuzeitlichen Territorialstaates in Spanien
Dieses Kapitel analysiert die entscheidende Rolle der Hochzeit Ferdinands von Aragon und Isabella von Kastilien im Jahr 1469 für die nationale Einigung Spaniens. Die Katholischen Könige vereinigten die beiden größten christlichen Königreiche der Iberischen Halbinsel in einer Personalunion und legten damit den Grundstein für den späteren Aufstieg Spaniens zur Großmacht.
Die Expansionspolitik um 1500
Das Kapitel beschreibt die Ausdehnung der spanischen Macht im 15. Jahrhundert, die sich sowohl auf die Iberische Halbinsel als auch auf Übersee erstreckte. Die Eroberung Granadas im Jahr 1492 markierte einen wichtigen Meilenstein in der spanischen Expansionspolitik, die später zur kolonialen Vorherrschaft Spaniens in Amerika führte.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter dieser Hausarbeit sind: Spanien, frühneuzeitlicher Territorialstaat, Katholische Könige, Expansionspolitik, nationale Einigung, Großmacht, Europa, 15. Jahrhundert.
Häufig gestellte Fragen
Was kennzeichnet die Situation Spaniens um 1500?
Spanien entwickelte sich durch die nationale Einigung unter den Katholischen Königen zu einem frühneuzeitlichen Territorialstaat und einer europäischen Großmacht.
Wer waren die "Katholischen Könige"?
Ferdinand von Aragon und Isabella von Kastilien, deren Hochzeit 1469 den Grundstein für die Einigung Spaniens legte.
Welche Bedeutung hatte das Jahr 1492 für Spanien?
Es markierte die Eroberung Granadas und den Beginn der überseeischen Expansion, die zur kolonialen Vorherrschaft führte.
Wie unterschied sich Spanien vom Heiligen Römischen Reich?
Während Spanien sich zentralisierte, verschob sich im Heiligen Römischen Reich die Macht eher zur Aristokratie, was eine nationale Einigung erschwerte.
Welche Rolle spielte die Geldwirtschaft beim Aufstieg der Monarchie?
Die Expansion der Geldwirtschaft schwächte den alten Feudaladel, wodurch monarchische Kräfte ihr Gewaltmonopol durchsetzen konnten.
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- Eva Schneider (Autor), 2002, Die Sonderrolle Spaniens in Europa um 1500, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12804