Schon die Unterlassungssünde mit den Aprilthesen gibt einen ersten Hinweis auf die Tendenz des Buches, die Oktoberrevolution positivistisch zu nivellieren, ihren Glanz eines weltgeschichtlichen Ereignisses zu vernebeln, ihre Einzigartigkeit bezüglich der Konstituierung von Anarchie zu schleifen, nachdem die Hoheit des Begriffes der Demokratie sich inflationär verbraucht hat. Die Oktoberrevolution gebar nur am Anfang eine Sternstunde der Demokratie, ihrem Gehalt nach war sie primär auf Anarchie mit sowjet-diktatorischer Demokratie als Zwischenstufe angelegt.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Sowjetunion von der Oktoberrevolution bis zum Untergang – Dialektik versus Metaphysik
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit dem Geschichtsbild von Susanne Schattenberg auseinander und untersucht die sowjetische Historie unter dem Aspekt des dialektischen Materialismus gegenüber einer vermeintlich positivistisch-metaphysischen Betrachtungsweise.
- Kritische Analyse der Rolle der Oktoberrevolution als weltgeschichtliches Ereignis.
- Untersuchung der ökonomischen und sozialen Entwicklung sowie deren Fehlinterpretation.
- Bewertung des Marxismus-Leninismus als wissenschaftlicher Kompass gegenüber bürgerlicher Ideologie.
- Kritik an der Darstellung historischer Persönlichkeiten und politischer Prozesse (z.B. Chruschtschow, Breschnew).
Auszug aus dem Buch
Die Oktoberrevolution war eine weltgeschichtliche und blieb eine weltgeschichtliche ohne entscheidenden überspringenden Funken
Die Oktoberrevolution war eine weltgeschichtliche und blieb eine weltgeschichtliche ohne entscheidenden überspringenden Funken, sie steigerte sich nicht, wie allseits erwartet, in eine weltrevolutionäre. Alle Bolschewiki waren im Revolutionsjahr 1917 uroptimistisch, sahen die ganze Welt in Flammen, der deutsche Marxist Mehring hatte im Ausklang des 19. Jahrhunderts bereits geschrieben, dass das 20. Jahrhundert ein Jahrhundert der Erfüllung für das klassenbewusste Proletariat werden würde. In diesem Ende 1899 von Franz Mehring ausgesprochenen Wort ‘Erfüllung‘ liegen mehrere weltgeschichtliche Dimensionen. Es fällt an der Schwelle des Übergangs vom klassischen Konkurrenzkapitalismus zum imperialistischen Monopolkapitalismus. Lenin wird diesen 1916 als bereits sterbenden Kapitalismus charakterisieren, die Weltkatastrophe des ersten Weltkrieges führte zu seinem Ende die Revolutionäre zu dem verzeihbaren Kurzschluss, dass die Zeit bereits auch weltweit gekommen sein müsse. Aber statt der Schlag auf Schlag zündenden Kettenreaktion kam es zu einem langen und qualvollen Prozess, den Marx im ‘Achtzehnten Brumaire‘ als Grundzug der proletarischen Revolution prognostiziert hatte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Sowjetunion von der Oktoberrevolution bis zum Untergang – Dialektik versus Metaphysik: Der Autor kritisiert die historische Aufarbeitung von Susanne Schattenberg und stellt ihr eine materialistisch-dialektische Interpretation der Sowjetgeschichte gegenüber.
Schlüsselwörter
Oktoberrevolution, Sowjetunion, Marxismus-Leninismus, Dialektik, Klassenkampf, Geschichtskritik, Chruschtschow, Breschnew, Imperialismus, Kapitalismus, Anarchie, Proletariat, Konterrevolution, Historischer Materialismus, Sowjetgeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit primär?
Die Arbeit ist eine kritische Auseinandersetzung mit dem Buch "Geschichte der Sowjetunion" von Susanne Schattenberg und hinterfragt deren methodischen Ansatz.
Welche zentralen Themenfelder behandelt der Autor?
Im Zentrum stehen die Bewertung der Oktoberrevolution, die ökonomische Entwicklung der UdSSR, die Rolle der Akteure des Sozialismus und die Ideologiekritik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die aus Sicht des Autors "positivistische" und "unwissenschaftliche" Sichtweise Schattenbergs mittels der materialistischen Dialektik zu entkräften.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt die materialistische Dialektik und stützt sich dabei intensiv auf die Schriften klassischer Denker wie Marx, Engels und Lenin.
Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?
Der Hauptteil analysiert spezifische historische Ereignisse wie die Periode der Doppelherrschaft, die Auflösung der MTS, die Ära Chruschtschows und Breschnews sowie die Konterrevolution.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Argumentation?
Wesentliche Begriffe sind Dialektik, Klassenkampf, Imperialismus, Revisionismus und das Prinzip der immanenten Kritik.
Warum wird die Rolle der Pariser Kommune hervorgehoben?
Der Autor sieht in der Pariser Kommune den "Urknall" der modernen Geschichte, dessen Nicht-Erwähnung er als Zeichen für das mangelnde Verständnis der Autorin kritisiert.
Welche Rolle spielt die Person Stalins in diesem Text?
Stalin wird vom Autor als Schüler Lenins verteidigt und dessen ökonomische Schriften werden als Fundament zur Analyse der sowjetischen Probleme angeführt.
Wie bewertet der Autor die Perestroika?
Die Perestroika wird als ein Prozess der Zerstörung der sozialistischen Ordnung angesehen, der den Weg für kapitalistische Interessen ebnete.
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- Heinz Ahlreip (Autor), Susanne Schattenberg. Geschichte der Sowjetunion, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1280656