Ziel dieser Arbeit ist es, die Effizienz der Lenkungsfunktion von Ökosteuern in Bundesrepublik Deutschland näher zu analysieren. Im Rahmen der Arbeit soll untersucht werden, ob und inwieweit sich die Ökosteuer auf das Verhalten der Individuen auswirkt und somit die Verbesserung der Umweltlage positiv beeinflusst.
Im Kapitel 2 werden allgemeine Grundlagen der Ökosteuer angeführt. Dabei wird auf die Definition des Begriffs „Ökosteuern“ und auf die Beweggründe, welche die Ökosteuern rechtfertigen, eingegangen. Anschließend folgt ein Überblick über die historische Entwicklung einer Umweltsteuer. Das dritte Kapitel wendet sich den Elementen der Ökosteuern zu.
Das im Kapitel 4 näher zu betrachtende Einflusse von Ökosteuer betriebswirtschaftlicher und volkswirtschaftlicher Art werden Hauptgegenstand der Betrachtung. Im Rahmen der Arbeit soll der Versuch unternommen werden, die erhoffte Lenkungsfunktion auf ihr tatsächliches Eintreten hin zu überprüfen. Mit dem Verbrauch der meisten Energieträger gehen Emissionen von Kohlendioxyd einher, welche zu schwerwiegenden Veränderungen der Klima führen können. Das umweltpolitische Lenkungsziel der Ökosteuer besteht darin, u.a. durch die steuerliche Belastung von Energieträgern diese Umweltbeeinträchtigungen zu reduzieren. Um Umweltveränderungen bewerten zu können, wird der Frage nachgegangen, ob die beobachtbaren Entwicklungen auch als ökologisch effektiv charakterisiert werden können. Im Folgenden soll gelten, dass eine Steuer ökologisch effektiv wirkt, wenn sie auf jene Wirtschaftsbereiche ausgerichtet ist, in denen die Umweltschäden besonders groß sind bzw. eine zunehmende Gefährdung der Umwelt besteht. Der Abschnitt 4.4 gibt einen historischen Rückblick über die Entwicklung des Energieverbrauchs und der mit ihm verbundenen CO2-Emissionen in der Bundesrepublik Deutschland. Die Methodik baut diesbezüglich überwiegend auf der Analyse grafischer Darstellungen auf. Um Veränderungen in der betrachteten Höhe des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen erklären zu können, wird der Abschnitt 4.4.6 die Wirkung allgemeiner Einflussfaktoren auf diese Größen behandeln. Im Abschnitt 4.5 erfolgt eine Untersuchung der Wirkungen der ökologischen Steuerreform auf die Unternehmen. Das fünfte Kapitel gibt abschließend eine Zusammenfassung der Lenkungswirkungen, welche von den Ökosteuern ausgehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Konzeptionelle Grundlagen
2.1 Ökosteuern als umweltpolitisches Instrument
2.1.1 Die Definition des Begriffs „ Ökosteuern“
2.1.2 Gründe für Einsatz von Ökosteuern
2.1.2.1 Eine Sicherung der Staatseinnahmen
2.1.2.2 Tatsächliche Eignung für wirksamen Umweltschutz sicherstellen
2.1.2.3 Zielkonflikt zwischen der Lenkungs- und Finanzierungsfunktion
2.2 Historische Aspekte der Ökosteuern
2.2.1 Pigou – Steuer als „Mutter aller Ökosteuern“
2.2.2 Ökologische Steuerreform im Überblick
3. Elemente der Ökosteuern als Verbrauchsteuern
3.1 Die Stromsteuer
3.2 Energiesteuer
3.3 Spezielle Energiesteuern im Verkehrssektor
3.3.1 Die Mineralölsteuer
3.3.2 Die Kfz-Steuer
4. Volkswirtschaftliche und betriebswirtschaftliche Auswirkungen von Ökosteuern
4.1 Theorie der doppelten Dividenden
4.1.1 Die erste Dividende: Steigerung der Umweltqualität
4.1.2 Die zweite Dividende: Steigerung der Wohlfahrt
4.2 Das Steueraufkommen von umweltbezogenen Steuern
4.2.1 Verwendungsalternativen
4.2.1.1 Das Ökobonusprinzip
4.2.1.2 Unterstützung der 3. Welt bei deren Umweltsanierung
4.2.1.3 Staatliche Investitionen zur Einsparbeschleunigung
4.2.2 Tatsächliche Verwendung des Steueraufkommens
4.3 Volkswirtschaftliche Wirkungen von ökologischen Steuern
4.3.1 Beschäftigungseffekte
4.3.2 Auswirkungen auf die Verteilung der Einkommen
4.3.3 Auswirkung auf die wirtschaftliche Entwicklung
4.4 Energieverbrauch in Deutschland
4.4.1 Primär- und Endenergieverbrauch seit 1990
4.4.2 Energieerzeugung in Deutschland seit 1990
4.4.3 Stromverbrauch in Deutschland seit 1990
4.4.4 Mineralöl- und Erdgasverbrauch in Deutschland seit 1990
4.4.5 Endenergieverbrauch nach Wirtschaftssektoren seit 1990
4.4.5.1 Endenergieverbrauch im Verkehrssektor
4.4.5.2 Endenergieverbrauch im Haushaltssektor
4.4.5.3 Endenergieverbrauch in den übrigen Sektoren
4.4.5.4 CO2-Emissionen seit 1990
4.4.6 Einflussfaktoren auf die Höhe des Energieverbrauchs
4.4.6.1 Einfluss des Wirtschaftswachstums und der demographischen Entwicklung
4.4.6.2 Einfluss von Witterungsbedingungen und Energiepreisen
4.5 Wirkungen von Ökosteuern auf ausgewählte Unternehmen
4.5.1 Anforderungen an Ökosteuer aus betriebswirtschaftlicher Sicht
4.5.2 Empirische Untersuchung vor Einführung einer Ökosteuer
4.5.2.1 Trockenfutterhersteller
4.5.2.2 Bäckereien
4.5.2.3 Computerhersteller
4.5.3 Auswirkungen auf Unternehmen nach Einführung einer Ökosteuer
4.5.3.1 Deutsche Bahn AG
4.5.3.2 GASAG Berliner Gaswerke AG
4.5.3.3 Fazit
5. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Diplomarbeit besteht in der Analyse der Effizienz der Lenkungsfunktion von Ökosteuern in der Bundesrepublik Deutschland. Dabei wird untersucht, inwieweit ökologische Steuern das Verhalten von Individuen beeinflussen, die Umweltqualität verbessern und welche gesamtwirtschaftlichen sowie betriebswirtschaftlichen Auswirkungen daraus resultieren.
- Grundlagen und historische Konzepte der Ökosteuer
- Die fiskalische und ökologische Lenkungsfunktion der Strom- und Energiesteuer
- Theorie der doppelten Dividende
- Empirische Analyse der Belastungswirkungen auf ausgewählte Unternehmen
- Einflussfaktoren auf den Energieverbrauch und CO2-Emissionen
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Die Definition des Begriffs „ Ökosteuern“
Es gibt keine allgemein gültige Definition des Begriffs der Ökosteuer bzw. Umweltsteuer. Zu allererst soll definiert werden was eine Steuer ist. Steuer ist eine bestimmte Zahlung an den Sektor Staat ohne direkte Gegenleistung. In der Regel entsprechen die vom Staat den Steuerzahlern gebotenen Leistungen nicht dem Umfang der Steuerzahlungen. Eine Steuer gehört zur Kategorie der Ökosteuer, wenn die Bemessungsgrundlage auf einer Sache bzw. Aktivität beruht, die bei Benutzung oder Freisetzung einen spezifisch negativen Einfluss auf die Umwelt ausübt. Das ist eine Steuer mit der Absicht einer ganz bestimmten Lenkungswirkung. Und zwar verteuern die Ökosteuern umweltschädliches Verhalten, indem die Prozesse, die zur Schädigung der Umwelt führen, mit Kosten belegt werden. Das sollte zu einem umweltfreundlichen Verhalten führen. Unter der Ökosteuer versteht man auch das umweltpolitische Instrument. Mit Hilfe der Erhebung von Abgaben und Steuern sollen die Anreize und/ oder Finanzierungsmöglichkeiten geschaffen oder verbessert werden, um bestimmte, von den umweltpolitischen Instanzen angestrebte Ziele zu verwirklichen.
Die Umweltsteuer darf keine strangulierende Wirkung entfalten. Deshalb bleibt dem Steuerpflichtigen die Entscheidung überlassen, ob er sich ökologisch sinnvoll verhält. Umweltbewusstsein wird besser durch freiwillige Einsichten und Auffassungen als durch staatlichen Zwang vermittelt. Folglich arbeitet das Instrument der Umweltsteuer nicht zielgenau. Es bleibt fraglich, ob der Betroffene durch die Steuerbelastung tatsächlich umweltfreundlich handelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Zielsetzung ein, die Lenkungswirkung von Ökosteuern in Deutschland zu analysieren und den theoretischen sowie empirischen Aufbau der Untersuchung darzulegen.
2. Konzeptionelle Grundlagen: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Ökosteuer, erläutert die fiskalische und Lenkungsfunktion sowie die historische Genese des Konzepts anhand der Pigou-Steuer.
3. Elemente der Ökosteuern als Verbrauchsteuern: Hier werden die konkreten Instrumente, namentlich Stromsteuer, Energiesteuer sowie spezielle Steuern im Verkehrssektor wie Mineralöl- und Kfz-Steuer, detailliert beschrieben.
4. Volkswirtschaftliche und betriebswirtschaftliche Auswirkungen von Ökosteuern: Der Hauptteil analysiert die Theorie der doppelten Dividende, die Verwendung des Steueraufkommens sowie die tatsächlichen Auswirkungen auf Beschäftigung, Einkommensverteilung, Energieverbrauch und ausgewählte Unternehmen.
5. Schlussfolgerung: Das Fazit fasst zusammen, dass Ökosteuern tendenziell positive Umwelteffekte erzielen können, betont jedoch die Komplexität durch überlagernde Einflussfaktoren und empfiehlt eine Fortführung der Reformen.
Schlüsselwörter
Ökosteuer, Umweltsteuer, Lenkungsfunktion, fiskalische Funktion, doppelte Dividende, Energieverbrauch, CO2-Emissionen, Stromsteuer, Mineralölsteuer, Kfz-Steuer, Arbeitsmarkt, Lohnnebenkosten, ökologische Steuerreform, Umweltschutz, Energieeffizienz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Effizienz der Lenkungsfunktion von Ökosteuern in Deutschland und untersucht, ob diese Steuern tatsächlich zu umweltfreundlichem Verhalten und einer Verbesserung der Umweltlage führen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die theoretischen Grundlagen der Umweltsteuern, die praktische Umsetzung der ökologischen Steuerreform, die Analyse des Energieverbrauchs sowie die ökonomischen Auswirkungen auf Beschäftigung, Unternehmen und private Haushalte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Überprüfung der erhofften Lenkungswirkung von Ökosteuern, also inwieweit sie Anreize für umweltschonendes Handeln schaffen und die volkswirtschaftliche Gesamteffizienz beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?
Die Methodik basiert maßgeblich auf der theoretischen Analyse sowie der Auswertung grafischer Darstellungen und empirischer Daten zur Entwicklung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen.
Was wird im umfangreichen Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Theorie der doppelten Dividenden, der Verwendung des Steueraufkommens, der detaillierten Betrachtung von Verbrauchs- und Energiesteuern sowie empirischen Analysen zur Betroffenheit spezifischer Unternehmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Ökosteuer, Lenkungsfunktion, ökologische Steuerreform, Energieverbrauch, CO2-Emissionen und doppelte Dividende charakterisieren.
Warum wird die Deutsche Bahn AG im Kapitel 4.5.3.1 hervorgehoben?
Das Unternehmen dient als Fallbeispiel, da es trotz einer Ermäßigung beim Stromsteuersatz stark von der Steuerreform betroffen war und dies intern detailliert ausgewertet hat.
Welche Rolle spielt die Kfz-Steuer in der ökologischen Steuerreform?
Sie fungiert als ökologisches Lenkungsinstrument, das durch Differenzierungen bei den Schadstoffemissionen Anreize für emissionsarme Fahrzeuge schaffen soll, wobei jedoch die Fahrleistung primär durch die Mineralölsteuer reguliert wird.
Wie wirkt sich das Ökobonusprinzip auf die Haushalte aus?
Es dient der Rückverteilung von Steueraufkommen an die privaten Haushalte und soll dazu beitragen, die regressive Wirkung von Ökosteuern auf einkommensschwache Schichten zu kompensieren.
- Citation du texte
- Sofia Viatkov (Auteur), 2007, Die Effizienz der Lenkungsfunktion von Ökosteuern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128082