Betrachtet man diese Ausführungen so kann nur ausgedrückt werden, dass „das Größere staunenswerte Gestalt gewinnt.“ In interessanten Worten drückt die Vulgata die Worte Haggais aus wenn sie sagt, dass der „Schatz aller Völker der ersehnte Messias ist, der kommen wird; Er ist der Kostbare.“ Meiner Meinung nach drückt folgende Strophe eines bekannten Adventsliedes diese Aus-sage am besten aus: „Komm der Heiden Heiland du, Sohn der Jungfrau eil herzu. Darob staune, was da ist! So nun will Gott werden Menschen.“ In diesem Sinne dürfen wir diesen Text verstehen, der unseren „Glauben über die Verwandlung der Verheißung in der Erfüllung staunen lässt.“
Inhaltsverzeichnis
1. ZU PERSON, BUCH, SPRACHE UND BOTSCHAFT DES PROPHETEN HAGGAIS
1.1 ZUR PERSON HAGGAIS
1.2 ZUM BUCH HAGGAI
1.3 ZUR SPRACHE HAGGAIS
1.4 ZUR BOTSCHAFT HAGGAIS
2. EXEGETISCHE UNTERSUCHUNG
2.1 DER TEXT
2.1.1 Aufbau
2.1.2 Die Überschrift 2,1-2
2.1.3 Die Verheißung der Gegenwart des Herrn als Ermutigung zum Bau des Tempels 2,3-5
2.1.4 Die Verkündigung der zukünftigen Herrlichkeit des Tempels 2,6-9
2.1.5 Zum Ort der gesprochenen Worte
2.2 FORMALE UNTERSUCHUNGEN
3. WÜRDIGUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, den biblischen Text Haggai 1,15b – 2,9 einer fundierten exegetischen Untersuchung zu unterziehen, um die theologische Botschaft, den Aufbau und die redaktionelle Entstehung des Abschnitts im Kontext des nachexilischen Tempelbaus zu erschließen.
- Historische Einordnung des Propheten Haggai und des Buches Haggai
- Strukturanalyse und formgeschichtliche Einordnung des Textabschnitts 1,15b – 2,9
- Untersuchung der Verheißung Gottes zur zukünftigen Herrlichkeit des Tempels
- Analyse der Rolle von Tempelbau und Gottesgegenwart für die Gemeinde
- Unterscheidung zwischen ursprünglichen Prophetenworten und redaktionellen Ergänzungen
Auszug aus dem Buch
2.1.3 Die Verheißung der Gegenwart des Herrn als Ermutigung zum Bau des Tempels 2,3-5
In V. 3 fordert JHWH die Bauarbeiter dazu auf, den zerstörten Tempel mit dem zu bauenden zu vergleichen, was jedoch zum großen Nachteil des jetzigen Bauwerkes beiträgt und sich daraus schließen lässt, dass die Menschen in der Anfangsphase ziemlich hämische Vergleiche zwischen der Herrlichkeit des salomonischen Tempels und dem im Bau befindlichen Tempel anstellten. Bevor Haggai das Volk zu trösten beginnt wird er von JHWH dazu aufgefordert, dem Volk drei Fragen zu stellen um ihnen ihren unvorteilhaften Vergleich erkennbar werden zu lassen: „Wer ist unter euch noch übrig, der dieses Haus in seiner früheren Herrlichkeit gesehen hat? Und wie seht ihr es jetzt? Ist das nicht gleich Nichts in euren Augen?“ Als rhetorische Fragen sind diese Sätze in heutiger Zeit zu bezeichnen, da der Tempel niemals mehr so herrlich werden kann, wie der Salomons. Durch die Intention, die diese drei Fragen in sich bergen lässt sich erkennen, dass einige Beteiligte, vielleicht auch der Prophet selbst, den früheren Tempel vor seiner Zerstörung im Jahr 586 v. Chr. noch gesehen hatten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. ZU PERSON, BUCH, SPRACHE UND BOTSCHAFT DES PROPHETEN HAGGAIS: Dieses Kapitel liefert eine biografische Einführung in das Leben Haggais, beschreibt den Aufbau und die Entstehung des Buches sowie die besonderen Sprachstile und die zentrale prophetische Botschaft.
2. EXEGETISCHE UNTERSUCHUNG: Hier erfolgt die detaillierte inhaltliche und formale Analyse des Textabschnitts Haggai 1,15b – 2,9, wobei sowohl die einzelnen Verse ausgelegt als auch die redaktionellen Schichten kritisch beleuchtet werden.
3. WÜRDIGUNG: Das abschließende Kapitel fasst die Bedeutung des Textes zusammen und stellt einen Bezug zur christlichen Heilsgeschichte sowie zu existierenden Adventsliedern her.
Schlüsselwörter
Haggai, Altes Testament, Exegese, Tempelbau, JHWH, Nachexilische Zeit, Prophetie, Tempelherrlichkeit, Messianische Verheißung, Gottesgegenwart, Haggai-Chronist, Serubbabel, Jeschua, Biblische Hermeneutik, Kultgeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Hausarbeit?
Die Arbeit behandelt eine exegetische Untersuchung des alttestamentlichen Abschnitts Haggai 1,15b – 2,9 im Kontext des nachexilischen Tempelbaus.
Welche zentralen Themen werden in der Arbeit bearbeitet?
Die zentralen Themen sind die Rolle der Prophetie bei der Ermutigung zur Tempelwiedererrichtung, die theologische Bedeutung der Gottesgegenwart und die literarische Analyse des Textaufbaus.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Erschließung der exegetischen Tiefe des Abschnitts Haggai 1,15b – 2,9 sowie die Klärung, wie das Volk durch die prophetische Botschaft zum Weiterbau motiviert wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine exegetische Analyse, die formgeschichtliche Aspekte sowie die redaktionsgeschichtliche Unterscheidung zwischen dem Propheten Haggai und dem sogenannten Haggai-Chronisten anwendet.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Textanalyse (Aufbau, Überschrift, Verheißungen) sowie formale Untersuchungen zur literarischen Entstehung und Redaktion des Textes.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Tempelbau, JHWH, Prophetie, Herrlichkeit, Exegese und Nachexilische Gemeinde.
Welche Bedeutung kommt der Datierung in Haggai 2,1-2 zu?
Die Datierung am 21. Tischri verweist auf den jüdischen Festkalender und das Laubhüttenfest, was einen direkten historischen Bezug zwischen der Botschaft Haggais und der konkreten Zeit des Tempelbaus herstellt.
Wie unterscheidet der Autor zwischen dem „Überrest des Volkes“ und dem „gesamten Volk des Landes“?
Der Autor arbeitet heraus, dass diese Differenzierung auf unterschiedliche redaktionelle Schichten hinweist, wobei der Haggai-Chronist das Volk stärker einschränkt, während die Haggai-Worte ein breiteres Verständnis der Bauleute und der Gemeinde anstreben.
- Quote paper
- Martin Baier (Author), 2008, Haggai 1,15b - 2,9 - Eine exegetische Untersuchung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128094