Durch die GmbH-Reform wurde die Attraktivität der GmbH erheblich erhöht. Ermöglicht ist die Gründung einer Ein-Euro-Gesellschaft als Unternehmergesellschaft(haftungsbeschränkt). Der gutgläubige Erwerb von Geschäftsanteilen ist möglich. Verwaltungssitz und Satzungssitz müssen nicht mehr übereinstimmen
Es ist wieder interessant, sich mit der GmbH zu befassen.
Das Skript soll mit wenig Zeitaufwand einen Überblick über den aktuellen Stand geben. Das Skript wurde im Mai 2009 abgeschlossen.
Der Autor ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht
Inhaltsverzeichnis
I. Überblick
II. Erscheinungsformen der GmbH
III. Entstehung der GmbH
1. Allgemeines
a. GmbH
b. Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)
2. Inhalt des Gesellschaftsvertrages
3. Firma
a. Allgemeines
b. GmbH
c. Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)
4. Sitz der Gesellschaft
5. Gegenstand des Unternehmens
6. Stammkapital - Stammeinlage
a. GmbH
(1) Bareinlage
(2) Sacheinlagen
(3) Verbot verdeckter Sacheinlagen
(4) Nach dem MoMiG gilt folgende Regelung:
(aa) Verrechnungsfälle
(bb) Hin- und Herzahlung
(cc) Vermutung verdeckter Sacheinlage
b. Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)
c. Verjährung der Einlageverpflichtung
7. Geschäftsjahr
8. Geschäftsführung und Vertretung
a. GmbH
b. Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)
9. Gesellschafterversammlung
10. Ergebnisverwendung
11. Verdeckte Gewinnausschüttung, Steuerklauseln
12. Wettbewerbsverbote
13. Ausschließung eines Gesellschafters
14. Einziehung
15. Abfindung
IV. Veräußerung des Geschäftsanteils
1. Kauf und Abtretung
2. Abtretungsbeschränkungen
3. Haftung des Erwerbers für rückständige Einlagen
4. Gutgläubiger Erwerb
5. Gesellschafterliste
V. Vorratsgesellschaften und Mantelkauf
VI. Der Geschäftsführervertrag
1. Allgemeines
2. Inhalt - Überlegungen zur Gestaltung des GF-Vertrages
a. Keine Zuständigkeit der Arbeitsgerichte
b. Kündigungsschutz
c. Kündigungsfristen
d. Urlaub
e. Arbeitszeitrecht
f. Arbeitnehmerabfindung
g. Entgeltfortzahlungsgesetz
h. Schwerbehindertengesetz
i. Mutterschutzgesetz/Bundeserziehungsgesetz/Elterngeldgesetz
j. Beschäftigungsanspruch
k. Betriebliche Altersversorgung
l. Teilzeit-/ und Befristungsgesetz
m. § 613 a BGB
n. Wettbewerbsverbot im Sinne handelsrechtlicher Vorschriften
o. Arbeitnehmerhaftung
p. Unwirksamer Geschäftsführervertrag
q. Schiedsvereinbarung
3. Sozialversicherungspflicht des Geschäftsführers
VII. Haftung des Geschäftsführers
1. Haftung gegenüber der Gesellschaft - § 43 GmbHG
2. Haftung gegenüber den Gesellschaftern
3. Haftung gegenüber Dritten
VIII. Eigene Bewertung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, einen strukturierten und zeitsparenden Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen der GmbH nach der Reform durch das MoMiG zu geben. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie die neuen Regelungen – insbesondere hinsichtlich Gründung, Stammkapital und Geschäftsführerpflichten – die Attraktivität der GmbH als Rechtsform für den Mittelstand und Existenzgründer beeinflussen.
- Grundlagen der Entstehung und Erscheinungsformen der GmbH
- Stammkapitalregelungen und die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)
- Struktur und Inhalt des Gesellschaftsvertrages
- Rechte, Pflichten und Haftungsrisiken des Geschäftsführers
- Steuerrechtliche Aspekte und verdeckte Gewinnausschüttung
Auszug aus dem Buch
1. Allgemeines
Der Gesellschaftsvertrag bedarf der notariellen Form. Der Gesellschaftsvertrag ist von sämtlichen Gesellschaftern zu unterzeichnen. Die Unterzeichnung durch Bevollmächtigte ist nur aufgrund einer notariell errichteten oder beglaubigten Vollmacht zulässig.
Der klassische Gründungsvorgang der GmbH verlangt: - notarielle Gründungsurkunde - Satzungsfeststellung, - Ernennung des Geschäftsführers, - Errichtung einer Gesellschafterliste und - Handelsregisteranmeldung
Der Gesetzgeber ermöglicht bei der Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) die Gründung mit einem Musterprotokoll. Das Musterprotokoll enthält - Gründungsurkunde, - Satzung, - Liste der Gesellschafter sowie - Bestellung des Geschäftsführers.
Die Verwendung des Musterprotokolls bringt etwas geringere Kosten, die durch erhebliche Nachteile erkauft werden: - Das Musterprotokoll lässt nur einen einzigen Geschäftsführer zu. - Die Gründung kann erfolgen durch höchstens drei Gesellschafter. - Der Geschäftsführer muss immer vom Verbot des § 181 BGB befreit sein, also dem Verbot, mit sich selbst Geschäfte abzuschließen. - Das Muster enthält keine Regelung zur Gesellschafterversammlung, Wettbewerbsklauseln, Todesfall, Einziehung und Kündigung.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Überblick: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der Haftungsbeschränkung der GmbH sowie die damit einhergehende Verpflichtung zur Erhaltung des Stammkapitals.
II. Erscheinungsformen der GmbH: Hier werden verschiedene Varianten der GmbH vorgestellt, darunter die ein-Personen-GmbH, Konzern-GmbH und die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt).
III. Entstehung der GmbH: Dieses Kapitel behandelt den Gründungsprozess, den Gesellschaftsvertrag, Fragen zur Firma, zum Sitz, Gegenstand und Stammkapital sowie die Besonderheiten des Musterprotokolls.
IV. Veräußerung des Geschäftsanteils: Der Abschnitt fokussiert sich auf die rechtlichen Anforderungen bei Kauf und Abtretung von Geschäftsanteilen sowie die Haftung des Erwerbers.
V. Vorratsgesellschaften und Mantelkauf: Hier wird die rechtliche Behandlung von Vorratsgesellschaften und Mantelgesellschaften als wirtschaftliche Neugründung dargelegt.
VI. Der Geschäftsführervertrag: Dieses Kapitel analysiert die Gestaltung des Dienstvertrages, arbeitsrechtliche Abgrenzungen und die Anforderungen an den Geschäftsführer.
VII. Haftung des Geschäftsführers: Der Fokus liegt auf der Haftung gegenüber der Gesellschaft, den Gesellschaftern und Dritten sowie den spezifischen Sorgfaltspflichten.
VIII. Eigene Bewertung: Eine kritische Würdigung der GmbH-Reform und ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung europäischer Rechtsformen wie die Societas Privata Europaea.
Schlüsselwörter
GmbH, MoMiG, Unternehmergesellschaft, Stammkapital, Gesellschaftsvertrag, Geschäftsführer, Haftung, Gesellschafterversammlung, Sacheinlage, verdeckte Gewinnausschüttung, Wettbewerbsverbot, Handelsregister, Gründungsurkunde, Dienstvertrag, Unternehmensgegenstand
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Leitfaden grundsätzlich?
Der Leitfaden bietet eine praxisnahe Übersicht über die rechtlichen Rahmenbedingungen der Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) unter Berücksichtigung der Modernisierung des GmbH-Rechts durch das MoMiG.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Gründung einer GmbH, die Gestaltung von Gesellschaftsverträgen, das Stammkapital, die Geschäftsführer-Verträge und die Haftungsrisiken der Organmitglieder.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Das Ziel ist es, dem Leser mit wenig Zeitaufwand einen fundierten Überblick über die wichtigsten Regelungen des GmbH-Rechts zu verschaffen, um die Attraktivität der Rechtsform besser einschätzen zu können.
Welche wissenschaftliche oder juristische Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine rechtliche Darstellung auf Basis von Gesetzen (GmbHG, BGB, AktG) sowie der aktuellen Rechtsprechung und Literatur zum Gesellschaftsrecht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Entstehung der GmbH, die verschiedenen Erscheinungsformen, die Veräußerung von Anteilen, die Gestaltung von Geschäftsführerverträgen und die spezifischen Haftungsszenarien.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie GmbH-Recht, MoMiG, Unternehmergesellschaft, Stammkapital, Geschäftsführerhaftung und Gesellschaftsvertrag beschreiben.
Welche besonderen Nachteile bringt das Musterprotokoll für eine UG mit sich?
Das Musterprotokoll bietet zwar Kostenvorteile, schränkt aber die Flexibilität stark ein, da nur ein Geschäftsführer möglich ist, keine individuellen Regelungen (z.B. Wettbewerbsklauseln) enthalten sind und keine Sacheinlagen geleistet werden können.
Was ist bei einer verdeckten Gewinnausschüttung zu beachten?
Eine verdeckte Gewinnausschüttung liegt vor, wenn die Gesellschaft dem Gesellschafter Leistungen gewährt, die nicht durch den Fremdvergleich gedeckt sind. Dies ist steuerrechtlich problematisch und kann zu hohen Haftungsrisiken führen.
Wie ist die Haftungssituation eines Geschäftsführers gegenüber der Gesellschaft?
Der Geschäftsführer muss die Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmannes anwenden. Bei Verletzung dieser Pflichten, insbesondere bei der Erhaltung des Stammkapitals, haftet er der Gesellschaft gegenüber solidarisch für den entstandenen Schaden.
- Citation du texte
- Dr. Hans-Jürgen Kleinert (Auteur), 2009, Die GmbH - Ein Leitfaden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128125