Diese Arbeit befasst sich mit Menschenrechtsverstößen im Hinblick auf Migration. Dabei wird das Konzept der Menschenrechte erklärt, Probleme dargelegt und Handlungsforderungen gestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Definitionsversuch des Begriffs Menschenrechte
2. Aufbau der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte
3. Problemaufriss einer garantierten Einhaltung von Menschenrechten
4. Schwierigkeiten bei der Sicherstellung von Menschenrechten für geflüchtete Menschen
5. Forderung einer grenzübergreifenden Freizügigkeit zur Wahrung der Menschenrechte
6. Literatur
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist es, die Diskrepanz zwischen dem theoretischen Anspruch der Menschenrechte und deren praktischer Umsetzung für geflüchtete Menschen zu untersuchen und Hindernisse in der Wahrung dieser Rechte aufzuzeigen.
- Grundlegende Begriffsbestimmung von Menschenrechten
- Struktureller Aufbau und Bedeutung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte
- Theoretische Auseinandersetzung mit der Durchsetzung von Menschenrechten
- Analyse der spezifischen Gefährdungslage geflüchteter Menschen
- Diskussion über das Recht auf grenzübergreifende Freizügigkeit
Auszug aus dem Buch
4. Schwierigkeiten bei der Sicherstellung von Menschenrechten für geflüchtete Menschen
Die konkrete Festlegung von Menschenrechten auf staatlicher Ebene kann zu einer Schwierigkeit für geflüchtete Menschen werden. Mit den damit einhergehenden Konflikten beschäftigt sich Arendt in Es gibt nur ein einziges Menschenrecht. Sie spricht, wie auch Bielefeldt, der hervorhebt, dass menschenrechtliches Denken nicht im Menschen verankert ist oder sich gar aus der westlichen Kultur heraus entwickelt hat (vgl. Bielefeldt 2007, S. 41ff.), davon, dass Menschenrechte erst durch Verletzungen dieser durch Erfahrungen strukturellen Unrechts thematisiert wurden (vgl. Arendt 1949, S. 754ff.).
Das erstmalig im 19 Jahrhundert in der Geschichte auftauchende, fehlende Aufenthaltsrecht führte diese Menschen in den Status der Illegalität. Durch die Absenz eines Asylrechts, welches nur politisch und nicht aus anderen Gründen verfolgte Menschen erhalten, wurden Geflüchtete zu Staatenlosen und wurden somit auf den Zustand ihrer ursprünglichen Existenz zurückgeworfen, der keine Rechte beinhaltet und somit prädestiniert für Menschenrechtsverletzungen ist. Arendt spricht in dem Zusammenhang von „Aporien moderner Erfahrungen“ und beschreibt damit den Tatbestand, dass unschuldigen Geflüchteten im Gegensatz zu Schuldigen, die innerhalb eines Rechtsystems geahndet werden, keinerlei Rechte mehr zustehen (ebd., S. 757).
Um die Zugehörigkeit eines Menschen zu einem Staat zu gewährleisten, damit dieser sich innerhalb eines Rechtssystems bewegt und seine Menschenrechte einfordern kann, plädiert Arendt dafür, dass es als wichtigstes Menschenrecht anerkannt werden soll, dass ein Mensch nie seiner Staatsbürger beraubt werden darf. Als Voraussetzung der Wahrung dieses Rechts betont sie, dass eine eindeutige Vereinbarkeit zwischen den Nationen hergestellt werden muss (vgl. ebd., S. 768f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Definitionsversuch des Begriffs Menschenrechte: Dieses Kapitel erläutert die drei zentralen Ansprüche an Menschenrechte nach Bielefeldt: normativer Universalismus, emanzipatorischer Gehalt und politisch-rechtliche Durchsetzungsintention.
2. Aufbau der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte: Hier wird die Struktur der 1948 verabschiedeten Erklärung skizziert, von der Präambel und Würde des Menschen bis hin zu den verschiedenen Kategorien bürgerlicher, politischer, sozialer und kultureller Rechte.
3. Problemaufriss einer garantierten Einhaltung von Menschenrechten: Das Kapitel thematisiert die Herausforderung, dass Staaten bei der Umsetzung von Menschenrechten einen Spielraum für unterschiedliche kulturelle und politische Auslegungen nutzen, was die einheitliche Wahrung erschwert.
4. Schwierigkeiten bei der Sicherstellung von Menschenrechten für geflüchtete Menschen: Dieser Abschnitt analysiert die gefährdete Rechtsposition von Geflüchteten sowie die durch moderne Lagerstrukturen und gesellschaftliche Diskursmechanismen entstehende moralische Distanzierung.
5. Forderung einer grenzübergreifenden Freizügigkeit zur Wahrung der Menschenrechte: Das Kapitel diskutiert das Plädoyer für ein Recht auf grenzübergreifende Freizügigkeit, um Menschen die Möglichkeit zu geben, Staaten aufzusuchen, in denen ihre Rechte tatsächlich geschützt werden.
6. Literatur: In diesem Teil werden die im Text verwendeten Quellen und weiterführende wissenschaftliche Literatur aufgeführt.
Schlüsselwörter
Menschenrechte, Migration, Geflüchtete, Universalismus, Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Staatsbürgerschaft, Staatenlosigkeit, Lagerdenken, Adiaphorisierung, Freizügigkeit, Diskriminierung, Moderne, Politische Diskurse, Menschenwürde, Asylrecht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Konzeption von Menschenrechten und der Problematik ihrer praktischen Durchsetzung, insbesondere für Menschen, die sich auf der Flucht befinden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf dem normativen Begriff der Menschenrechte, der Struktur der UN-Menschenrechtserklärung sowie den Hindernissen, die Geflüchtete im Hinblick auf staatliche Rechts- und Lagersysteme erfahren.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum die universelle Geltung von Menschenrechten bei Geflüchteten auf staatliche und strukturelle Barrieren stößt und welche theoretischen Ansätze (wie grenzübergreifende Freizügigkeit) hier Abhilfe schaffen könnten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse und Auseinandersetzung mit philosophischen Ansätzen, unter anderem von Hannah Arendt, Heiner Bielefeldt und Joseph Carens.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Ansprüche an Menschenrechte, die Schwierigkeiten durch mangelnde staatliche Zugehörigkeit, die dehumanisierenden Wirkungen von Lagern („moralische Adiaphorisierung“) sowie die Rolle diskursiver Dämonisierungsprozesse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Menschenrechte, Migration, Staatenlosigkeit, Lagerdenken, Universaler Anspruch und Freizügigkeit.
Was besagt die „moralische Adiaphorisierung“ nach Baumann?
Baumann beschreibt damit einen Prozess, bei dem durch räumliche und zeitliche Distanz sowie technische Verwaltung der Bezug zum Individuum verloren geht, was dazu führt, dass Menschen nicht mehr als solche behandelt werden.
Welche Rolle spielt die Staatsangehörigkeit laut Arendt?
Arendt argumentiert, dass das Fehlen einer Staatsangehörigkeit den Menschen seiner Rechte beraubt, da das Recht, Rechte zu haben, eng mit der Zugehörigkeit zu einem rechtlich gesicherten politischen System verknüpft ist.
- Arbeit zitieren
- Bianca Butterweck (Autor:in), 2018, Hindernisse bei der Wahrung von Menschenrechten für geflüchtete Menschen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1281559