Zwischen Projektion und Massaker. Koloniale Begegnungen bei Alexander von Humboldt, Alejo Carpentier und Ruggero Deodato

Zu „Ansichten der Natur", „Los pasos perdidos" und „Cannibal Holocaust"


Hausarbeit (Hauptseminar), 2008

30 Seiten


Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Alexander von Humboldt und seine Ansichten der Natur
1.1. An Ideological Reinvention of América ? Die Kritik Mary Louise Pratts
1.2. Die Polyphonie des Urwalds

2. Das Schweigen der Urwaldbewohner in Alejo Carpentiers: Los pasos perdidos

3. Cannibals of the Space Age – oder: Die Hölle sind wir: Ruggero Deodatos Cannibal Holocaust
3.1. Zivilisierte vs. Kannibalen?
3.2. Opfergesellschaft vs. Massakergesellschaft?
3.3. Auflösung: Das kannibalische Begehren des zivilisierten Menschen – oder: Wie sich
der Kamera-Phallus der Kastration entzieht

Schluss: Neulich im Urwald

Literaturverzeichnis

Einleitung

Die Küsten verhalten sich, von ferne gesehen, wie Wolken, in denen jeder Beobachter die Form der Gegenstände erblickt, die seine Einbildungskraft beschäftigen. [...] Die eine hielten Sandhaufen für indianische Hütten [...]; andere sahen die Herden von Ziegen, die in dem dürren Tal von Santiago so häufig sind: Sie bezeichneten die hohen Berge von Macanao, die ihnen zum Teil durch Wolken verborgen schienen.[1]

[Auf den] Hieroglyphen-Gemälden, die [von den Ureinwohnern Mexikos] nach der Eroberung angefertigt wurden [...] sieht man an Bäumen aufgehängte Eingeborene, die Kreuze in der Hand halten; Cortés Soldaten zu Pferde, die ein Dorf in Brand setzen; Mönche die unglückliche Indianer in dem Augenblick taufen, da man sie ins Wasser wirft, um sie zu töten. An diesen Zeichen erkennt man die Ankunft der Europäer in der neuen Welt.[2]

Zu keiner anderen Zeit [...] ist [wie im fünfzehnten Jahrhundert] einem Theile des Menschengeschlechts ein größerer Reichthum von Tatsachen, ein größeres Material zur Begründung der vergleichenden physischen Erdbeschreibung dargeboten worden. Niemals haben aber auch Entdeckungen im Raume, in der materiellen Welt, durch Erweiterung des Gesichtskreises, durch Vervielfältigung der Erzeugnisse und Tauschmittel, durch Colonien von einem Umfange, wie man sie nie gekannt, außerordentlichere Veränderungen in den Sitten, in den Zuständen langer Knechtschaft eines Theiles der Menschheit und ihres späten Erwachens zu politischer Freiheit hervorgerufen.[3]

In dem ersten der drei Zitate, die ich meiner Arbeit als Mottos voranstelle, beschreibt Alexander von Humboldt (1769-1859) den Anblick der Küste der Insel Margarita, auf seiner ersten Reise in die ‚Neue Welt’. Die Länder, die er nun erstmals aus der Ferne betrachtet, erscheinen ihm am Morgen des fünfzehnten Juli 1799, mit äußerst ungenauem Kartenmaterial ausgestattet, beinahe so fremd, wie drei Jahrhunderte zuvor, den Entdeckern und Eroberern, auf deren Spuren er wandelt[4]. So lange das Fremde verschwommen am Horizont liegt, bleibt es reine Projektionsfläche, sieht jeder dort, was er eben sehen möchte. Der wissenschaftliche Blick will Klarheit schaffen. Das Fremde soll untersucht, vermessen, aufgezeichnet werden.

Scheint dieses Zitat hier zunächst relativ willkürlich neben einem anderen zu stehen, in dem Humboldt, der koloniale Herrschaft und Sklaverei stets verurteilte, einen sarkastischen Kommentar zu dem ‚Eindruck’, den die Konquistadoren bei den Ureinwohnern Mexikos und somit in deren Kunstschaffen hinterlassen haben, abgibt, so scheint das dritte Zitat gewissermaßen eine Synthese zu schaffen. Im Kosmos, seinem unvollendeten Alterswerk, stellt Humboldt (selbst-)kritisch die Frage nach der Verantwortung der Wissenschaft.

Meine Arbeit soll ‚koloniale Begegnungen’ zwischen Massakern und Projektionen an Hand von verschiedenen Texten untersuchen, in deren Mittelpunkt Reisen von Europäern oder US-Amerikanern nach Südamerika stehen[5]. Neben Alexander von Humboldts Ansichten der Natur, sollen dabei Alejo Carpentiers Roman Los pasos perdidos (1953) und Rugero Deodatos Film Cannibal Holocaust (1980) behandelt werden. Gerade bei letzteren beiden wird dabei auch die Frage aufgeworfen, inwieweit und wiefern der Fortschritt der okzidentalen Gesellschaft die Wahrnehmung des Anderen prägt.

Im ersten Teil der Arbeit, der sich mit Humboldt beschäftigt, werde ich die Kritik der Literaturwissenschaftlerin Mary Louise Pratt zum Ausgangspunkt nehmen, um zunächst zu zeigen, inwieweit Humboldts Blick auf die Ureinwohner Amerikas demjenigen Kolumbus’ ähnelt, aber auch in wie fern Humboldt sich, entgegen der Auffassung Pratts, kritisch mit dem Blick der Imperial Eyes und der mit Kolumbus beginnenden Kolonialgeschichte Amerikas auseinandersetzt. Wo Humboldt den Urwaldbewohnern eine Stimme verleiht und bei ihnen Formen der Weisheit und der Wahrnehmung voraussetzt, die der Europäer nicht kennt, sind sie für den Erzähler der pasos perdidos reine Projektionsfläche für eine Unschuld, die dem Großstadtbewohner des 20. Jahrhunderts verloren gegangen ist und die er nun im Urwald wiederzufinden trachtet.

In Deodatos berühmt-berüchtigtem b-movie schließlich ist, wie für Humboldt der Fortschritt immer schon ein koloniales Projekt, bei dem „[h]inter dem Voranschreiten der Forscher [...] die Schritte der Soldaten hörbar“ werden[6]. Und dies in einem Maße, dass es scheint als könne etwa von der durch den Fortschritt möglich gewordenen Erforschung des Weltraums gar nicht anders gesprochen werden als in Termini der Eroberung. Wobei nicht die imperialen Ansprüche an sich, sondern nur deren spezielles timing verwerflich zu sein scheinen, greift man doch nach den Sternen, ehe noch der eigene Hinterhof gründlich gekehrt ist, in dem es immer noch Gegenden gibt, die von wilden Menschenfressern beherrscht werden. Wie der ‚Zivilisierte’ sich den ‚Wilden’ vielmehr schafft als entdeckt und warum, sind die Fragen, die in der Auseinandersetzung mit Cannibal Holocaust geklärt werden sollen.

Diese Arbeit beschäftigt sich ausdrücklich nicht mit den Ureinwohnern des amerikanischen Kontinents, es geht nicht darum, die (kolonialen) Visionen Humboldt’s oder Kolumbus’, Carpentier’s oder Deodatos’s zu korrigieren, sondern eben die Blicke der Autoren auf diese Menschen zu untersuchen und die Konsequenzen, die sich aus dieser Art des Blickes ergeben.

1. Alexander von Humboldt und seine Ansichten der Natur

1.1. An Ideological Reinvention of América ? Die Kritik Mary Louise Pratts

Mary Louise Pratt schreibt in ihrem Essay über Alexander von Humboldt and the reinvention of América Humboldt und Bonpland haben mit ihrer Reise durch „what they liked to call the new continent […] laid the lines for the ideological reinvention of South America that took place on both sides of the Atlantic during the momentous first decades of the nineteenth century.”[7] Humboldts Erfolg gehe, so Pratt, auf den europäischen Heißhunger nach Informationen über Südamerika zurück, dessen Geschichte und Geographie damals weitest gehend unbekannt war. “Spanish America, in Northern Europe, was a virtual carte blanche which Humboldt seemed determined to fill completely with his writings, drawings and maps.“[8] Den Fokus ihrer Arbeit legt die Autorin auf zwei Texte Humboldts: Die Ansichten der Natur und die Vues des cordillères. Die Autorin bezeichnet diese Texte als „bold discursive experiments, in wich [...] Humboldt sought to reinvent popular imaginations of América, and through América, of the planet itself.”[9] Wodurch er „to Europeans a new kind of planetary conciousness”[10] vermittle. Dieses Amerikabild, das Humboldt in seinen Schriften schaffe, sei zunächst das Bild einer ‚Neuen Welt’ voll unberührter Natur. Sie setzt die prognostizierte „reinvention of America“ durch Humboldt und seine Zeitgenossen in eine Tradition mit den Entdeckern und Eroberern des sechzehnten und siebzehnten Jahrhunderts.

Nineteenth-century Europeans re invented America as Nature in part because that is how sixteenth- and seventeenth-century Europeans had invented America for themselves in the first place, and for many of the same resaons. […] Humboldt’s seeing-man is also a self-conscious double of the first European inventors of America, Columbus, Vespucci, Raleigh, and the others. They, too, wrote America as a primal world of nature, an unclaimed and timeless space occupied of plants and creatures (some of them human), but not organized by societys and economies: a world whose only history was the one about to begin.[11]

Es sollen nun zunächst Elemente in Humboldts Schreiben untersucht werden, die Pratts Kritik stützen könnten, allerdings mit dem Ziel zu zeigen, dass diese Kritik letztendlich zu kurz greift. Ausdrücklich bezieht sich Pratt auf den ersten Essay der Ansichten der Natur: Über die Steppen und Wüsten. In der Tat bieten sich in Humboldts Beschreibungen der Bewohner der südamerikanischen Steppen Vergleiche zu Kolumbus’ Beschreibungen von seiner ersten Reise an. Humboldt schreibt über die „mannigfachen Geschlechter der Menschen“, die in der „großen und wilden Natur“[12] der Steppen leben:

Durch wunderbare Verschiedenheit der Sprachen gesondert, sind einige nomadisch, dem Ackerbau fremd, Ameisen, Gummi und Erde genießend, ein Auswurf der Menschheit (wie die Otomaken und Jaruren); andere angesiedelt, von selbsterzielten Früchten genährt (wie die Maquiritarer und Macos). [...] Wenn aber in der Steppe Tiger und Crocodile mit Pferden und Rindern kämpfen; so sehen wir an ihrem waldigen Ufer, in den Wildnissen der Guyana, ewig den Menschen gegen den Menschen gerüstet. Mit unnatürlicher Begier trinken hier einzelne Völkerstämme das ausgesogene Blut ihrer Feinde; andere würgen, scheinbar waffenlos und doch zum Morde vorbereitet, mit vergiftetem Daum-Nagel. Die schwächeren Horden, wenn sie das sandige Ufer betreten, vertilgen sorgsam mit ihren Händen die Spur ihrer schüchternen Tritte. (AdN36f.)

Wo Humboldt vordergründig die kulturelle und sprachliche Diversität der Ureinwohner anerkennt, läuft die Unterscheidung letztendlich auf zwei Gruppen heraus: ‚Gute’ und ‚Böse’.

Zwischen ähnlichen Extremen wandelt auch die Beschreibung der Ureinwohner durch Kolumbus in seinem Ersten Brief aus der Neuen Welt, der in seiner endgültigen Form am 15. Februar 1493 auf Spanisch verfasst und an den königlichen Schatzmeister Luis de Santángel adressiert wurde[13]. Kolumbus liefert zunächst ein positives Bild von der friedfertigen Natur der Ureinwohner, sie seien „temerosos sin remedio“[14], „sin engaño y [...] liberales de lo que tienen“[15] und „no conocían ninguna seta ni idolatría“[16]. Als Ausnahme bezeichnet er die Einwohner der Insel Quaris, „que tienen en todas las islas por muy feroces, los cuales comen carne humana.

Estos tienen muchas canoas, con las cuales corren todas las islas de India, y roban y toman cuanto pueden; ellos no son más diformes que los otros, salvo que tienen costumbre de traer los cabellos largos como mujeres, y usan arcos y flechas de las mismas armas de cañas, con un palillo al cabo, por defecto de hierro que no tienen. Son feroces entre estos otros pueblos que son en demasiado grado cobardes [...]. Estos son aquellos que tratan con las mujeres de Mantinio, que es la primera isla, partiendo de España para las Indias, que se halla ; en la cual no hay hombre ninguno. Ellas no usan ejercicio feminil, salvo arco y flecha como los sobredichos, de cañas, y se arman y cobijan con launes de arambre, de que tienen mucho.[17]

Wo die anderen Völker durch ihre Aufrichtigkeit und Gutgläubigkeit ideale Handelspartner sind, wegen ihre Friedfertigkeit keine große Gegenwehr bei der Besetzung ihrer Länder zu erwarten ist und sie ferner nicht über einen eigenen Glauben verfügen, der bei ihrer Bekehrung zum Christentum hinderlich sein könnten, also in allen Punkten prädestiniert erscheinen für das koloniale Projekt der Spanier, werden die Kariben, von denen sich das Wort Kannibale herleitet, als ‚subversives Element’ charakterisiert. Ihr Umgang mit den Bewohnerrinnen der Insel Matinino bringt diese „mostruos“[18], von deren Existenz Kolumbus ja ausdrücklich nur vom Hörensagen weiß, einerseits durch die Anspielung auf die Amazonen in die Nähe der Mythologie, andererseits wird ihr subversiver Charakter unterstrichen. Nicht nur verzehren sie nach ‚barbarischem’ Brauch Menschenfleisch, auch entsprechen diese Männer, die lange Haare wie Frauen tragen und Umgang mit Frauen pflegen, die sich wie Männer verhalten, nicht den klassischen Geschlechterrollen. Anzumerken bleibt, dass, wie an vielen Stellen des Briefes, Kolumbus Ausführungen äußerst fragwürdig im Bezug auf seine ‚Quellen’ sind, da ja sprachliche Verständigung mit den Inselbewohnern zu diesem Zeitpunkt weitestgehend unmöglich war[19]. Wo Kolumbus also die ‚guten’ Menschen, die er sah, aber nicht verstand, wohl äußerst großzügig mit den Eigenschaften ausstattete, die sie im Interesse der Spanier haben sollten, erscheinen die ‚bösen’ Menschen, von deren Existenz ihm eben die ‚Guten’ erzählten, die ihm eigentlich gar nichts erzählen konnten, als Produkt seiner eigenen, an der Mythologie der europäischen Antike geschulten Phantasie. Warum aber, so soll vorweggreifend auf das Kapitel meiner Arbeit, das sich mit Cannibal Holocaust beschäftigen wird, bereits hier gefragt werden, brauchte Kolumbus die bösen Kannibalen so sehr, dass er sie (er)finden musste ?

Auch bei Humboldt gibt es, wie oben gesehen, gutmütige, aber dabei schwache und feige Indianer auf der einen, grausame Kannibalen auf der anderen Seite. (Und die Vorstellung vom Verzehr des menschlichen Fleisches, respektive: Blutes, wird auch dann evoziert, wenn man Humboldts Formulierung nur als Metapher auf die Grausamkeit bestimmter Stämme lesen möchte.) Wo Kolumbus, wie oben erwähnt, die Kariben als Monster bezeichnet und auch die Großzügigkeit, bzw. Dummheit, der friedfertigen Inselbewohner ebenfalls den Tieren vergleicht („y daban lo que tenían como bestias“[20] ), beschreibt auch Humboldt die Ureinwohner als „Mensch[en] auf der untersten Stufe thierischer Rohheit“ (AdN37). Zwar setzt Humboldt das Verhalten der Menschen nicht in eine direkte metaphorische Beziehung zu dem der Tiere, seine Formulierungen führen dennoch zu einer assoziativen Verbindung. Wie die Tiere in ihrem Lebensraum fressen oder gefressen werden, so auch der Mensch im seinen, wenn er dabei auch mit „unnatürlicher Begier“ zu Werke geht. Bezeichnend sind dabei auch die Tiere die Humboldt wählt, sind sie doch nicht nur in ‚starke’ und ‚schwache’ (etwa Fleisch- und Pflanzenfresser) unterteilt, sondern es handelt sich ausdrücklich um wilde, dem Menschen gefährliche Tiere auf der einen, domestizierte, dem Menschen nützliche Tiere auf der anderen Seite. Wenn Humboldt so zunächst eine assoziative Linie schafft, die vom Fressen und Gefressenwerden im Tierreich zu der Grausamkeit der ‚Primitiven’ führt, so setzt er diese allerdings sogleich fort zu dem Menschen „im Scheinglanze seiner höheren Bildung“. (AdN37) Aus seinem romantischen „Naturgemälde[...] der Steppe“ (AdN35) verdrängt er das grausame Treiben der spanischen Kolonialherren (an dieser Stelle!) ganz bewusst und mit diesem die Erkenntnis, dass die Gier des Menschen nach Blut (und Reichtümern), die für Humboldt ja ausdrücklich keine ‚natürliche’ ist, durch seine vermeintliche Zivilisierung eher zu- als abnimmt. Ein anderer Essay aus den Ansichten der Natur, der dem Hochland von Caxamarca, der alten Residenzstadt des Inca Athauallpa gewidmet ist (AdN437-483), beschäftigt sich hingegen ausdrücklich mit der Geschichte Südamerikas und der Rolle, die die spanischen Konquistadoren in ihr spielen, im Gegensatz zur Ansicht Pratts, die behauptet Humboldt beschreibe Amerika, “as if three centuries of European colonization had never happened or made no difference.”[21]

Despite the emphasis on primal nature, in all their explorations, Humboldt and Bonpland never once stepped beyond the boundaries of the Spanish colonial infrastructure – they couldn’t, for they relied entirely on the networks of villages, missions, outposts, haciendas, roadways and colonial labor systems to sustain themselves and their project, for food, shelter, and the labor pool to guide them and transport their immense equipage. Even the canonical images of interior plains, snow-capped mountains, and dense jungles did not lie outside the history of humankind, or even the history of Euroimperialism.[22]

Um dies zu erhärten, kontrastiert die Autorin „Humboldts ecological depiction of Mount Chimborazo [...] with indigenious Andean representations of another peak, the Cerro de Potosí, where the Virgin of Copacabana presided over the biggest silver mine in the world“.[23] Pratt weist hier selbst darauf hin, warum Andengipfel nicht gleich Andengipfel ist und übersieht äußerst prätentiös, inwieweit beide Darstellungen ihrem Objekt gerecht werden.

Humboldts Text Über einen Versuch den Gipfel des Chimborazo zu ersteigen beginnt mit folgendem Satz:

[...]


[1] Vgl.: Alexander von Humboldt: Studienausgabe Band II; Die Forschungsreise in den Tropen Amerikas; Teilband 1, Darmstadt 1997, S. 165.

[2] Vgl.: Alexander von Humboldt: Ansichten der Kordilleren und Monumente der eingeborenen Völker Amerikas; Aus dem Französischen von Claudia Kalscheuer Ediert und mit einem Nachwort versehen von Oliver Lubrich und Ottmar Ette, Frankfurt am Main 2004, S. 252.

[3] Vgl.: Alexander von Humboldt: Kosmos; Entwurf einer physischen Weltbeschreibung; Ediert und mit einem Nachwort versehen von Oliver Lubrich und Ottmar Ette, Frankfurt am Main 2004, S. 312f.

[4] Vgl.: Alexander von Humboldt: Forschungsreise, S. 160. Das Schiff auf dem Humboldt reiste trägt den Namen eines Eroberers: ‚Pizarro’ es passiert u. a. das „Cabo de Tres Puntas, dem Columbus selbst diesen Namen gegeben hat“. Vgl. auch: Hans-Otto Dill: Von Alexander bis Alejo: Intertextuelle Begegnungen zwischen Humboldt und Carpentier; in: Derselbe: Zwischen Humboldt und Carpentier; Essays zur kubanischen Literatur, Berlin 2005, S. 101. „Dieses Werkes wegen [des Essais politique sur l’ile de Cuba ] nannte ihn [Humboldt] der kubanische Literat Luz y Caballero den „zweiten Entdecker Kubas“. Erster war bekanntlich Kolumbus.“

[5] Der Erzähler in Alejo Carpentiers Roman Los pasos perdidios ist eigentlich, wie der Autor, in Kuba geboren, allerdings zu Beginn der Handlung seiner Herkunft vollständig entfremdet und entwickelt eben auf seiner Reise erst eine Beziehung zu dieser. Vgl. Alejo Carpentier: Los pasos perdidos, Buenos Aires 2004, S. 102. Alle Zitate beziehen sich auf dieses Ausgabe und werden im folgenden mit Klammern im laufenden Text vermerkt (pp). „Hasta ahora, el tránsito de la capital a Los Altos había sido, para mi, una suerte de retroceso del tiempo a los años de mi infancia – un remontarme a la adolescencía y a sus albores – por el reencuentro con modos de vivir, sabores, palabras, cosas que me tenían más hondamente marcado de lo que yo mismo creyera.” In Humboldts Ansichten der Natur, dem Text der mich hier hauptsächlich beschäftigen wird, steht das Motiv der Reise eher im Hintergrund, seine Reflexion über die südamerikanischen Tropen und deren Einwohner

[6] Vgl. das Nachwort von Oliver Lubrich und Ottmar Ette zu: Humboldt: Kosmos, S. 910.

[7] Vgl. Mary Lousie Pratt : Alexander von Humboldt and the reinvention of América; in: Dieselbe: Imperial Eyes; Travel Writing and Transculturation, London und New York 1992, S. 112.

[8] Vgl. Ebd. S. 117ff.

[9] Vgl. Ebd. S. 119. Kursivstellungen, ob zur Markierung von Titeln, wie hier, oder zur Hervorhebung, stammen, so fern nicht ausdrücklich anders, vermerkt aus den zitierten Texten.

[10] Vgl. Ebd. S. 120.

[11] Vgl. Ebd. S. 126.

[12] Vgl. Alexander von Humboldt: Ansichten der Natur mit wissenschaftlichen Erläuterungen, Frankfurt am Main 2004, S. 36. Alle Zitate beziehen sich auf diese Ausgabe und werden im Folgenden in Klammern im laufenden Text wiedergegeben (AdN).

[13] Die größte Verbreitung fand der Brief damals in der lateinischen Übertragung, die bereits Anfang Mai 1493 in Rom erstmals publiziert wurde. Die im Jahre 2000 im „Reclam“-Verlag erschiene Ausgabe beinhaltet eine überarbeitete lateinische Version, sowie eine Übertragung ins Deutsche und den spanischen Originaltext von Kolumbus im Anhang, auf den ich mich im weiteren ausschließlich beziehen werde. Vgl. Kolumbus: Der erste Brief aus der Neuen Welt, Stuttgart 2000, S. 44-50.

[14] Vgl. Ebd. S. 45.

[15] Vgl. Ebd.

[16] Vgl. Ebd. S. 46.

[17] Vgl. Ebd. S. 48f.

[18] Vgl. Ebd. S. 48.

[19] Kolumbus Beteuerung, „así fue que luego entendieron, y nos a ellos, cuando por lengua o señas“ (Ebd. S. 46) sollte das Misstrauen des Lesers wohl eher schüren, als beseitigen. Eine bruchstückhafte Verständigung durch Gesten oder einzelne Wörter erscheint als Quelle von Kolumbus detailliertem Brief sehr unwahrscheinlich.

[20] Vgl. Ebd. S. 46.

[21] Vgl. Pratt: Imperial Eyes S. 126f.

[22] Vgl. Ebd. S. 127.

[23] Vgl. Ebd. S. 127.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Zwischen Projektion und Massaker. Koloniale Begegnungen bei Alexander von Humboldt, Alejo Carpentier und Ruggero Deodato
Untertitel
Zu „Ansichten der Natur", „Los pasos perdidos" und „Cannibal Holocaust"
Hochschule
Freie Universität Berlin
Autor
Jahr
2008
Seiten
30
Katalognummer
V128186
ISBN (eBook)
9783640350360
ISBN (Buch)
9783640350087
Dateigröße
620 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Böser, Blick, Biss, Koloniale, Begegnungen, Projektion, Massaker, Alexander, Humboldts, Ansichten, Natur, Alejo, Carpentiers, Ruggero, Deodatos, Cannibal, Holocaust
Arbeit zitieren
Nicolai Bühnemann (Autor), 2008, Zwischen Projektion und Massaker. Koloniale Begegnungen bei Alexander von Humboldt, Alejo Carpentier und Ruggero Deodato, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128186

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