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Die Darstellung des Jenseits am Westportal der Kathedrale Saint Lazare in Autun

Title: Die Darstellung des Jenseits am Westportal der Kathedrale Saint Lazare in Autun

Term Paper , 2022 , 14 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Anonym (Author)

Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
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Die Kathedrale von Saint-Lazare in Autun ist ein außergewöhnliches Beispiel für die Glaubensüberzeugungen der Menschen des Mittelalters. Sie wurde etwa ab 1120 n. Chr. errichtet und bereits nach 1130 geweiht. Die Bauarbeiten wurden vermutlich um das Jahr 1146 weitestgehend abgeschlossen, wie aus Augenzeugenberichten hervorgeht, die die Übersetzung der Reliquien des hl. Lazarus in die Kirche beschreiben, welchem die Kathedrale auch geweiht ist.

Während der Zeit um das zwölfte Jahrhundert ist der Bau einer großen, prachtvollen Kathedrale trotz einer bereits vorhandenen Kirche in der Umgebung nicht unüblich. Tatsächlich entsteht eine Art Wettstreit um den prunkvollsten Bau, in dessen Kontext auch die Kathedrale von Saint-Lazare betrachtet werden muss. Diese sollte nicht, wie zunächst angenommen, für Menschen mit Lepra errichtet werden, sondern als eine der Totenliturgie Rechnung tragende Wallfahrtsstätte für Büßer dienen.

Gerade in diesem Zusammenhang ist die Betrachtung des Westportals der Kathedrale in Autun, welches der Gegenstand der nachfolgenden Untersuchung darstellt, von besonderer Bedeutung. Das Tympanon des Portals zeigt in Verbindung mit dem Türsturz die Darstellung des Weltgerichts am Jüngsten Tag. Ebenso fällt in die Zeit des frühen 12. Jahrhunderts eine religiöse Strömung, die sich vermehrt mit dem Jenseits, der Furcht vor dem Tod und damit verbunden mit dem Gericht durch den Allmächtigen auseinandersetzt.

Besonders der plötzliche Tod und die damit verbundene Sorge, nicht vorbereitet in das Jenseits treten zu können, beschäftigt die Menschen des Mittelalters. Nachfolgend soll demnach untersucht werden, in welcher Art und Weise das Weltgericht am Westportal von Saint-Lazare dargestellt wird und inwieweit diese künstlerische Interpretation sich in das Glaubensbild der Menschen des Mittelalters integrieren lässt.

Schlussendlich soll die Frage beantwortet werden, ob das Westportal sich als eine Einladung für Sünder und Bußtuende interpretieren lassen kann. Begonnen wird diese wissenschaftliche Untersuchung mit einer Beschreibung des Westportals.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DAS WESTPORTAL VON SAINT-LAZARE IN AUTUN

3. DER TOD IM MITTELALTER

4. DAS GERICHT IN DER CHRISTLICHEN THEOLOGIE DES MITTELALTERS

4.1 DAS PARTIKULARGERICHT

4.2 DAS WELTGERICHT AM JÜNGSTEN TAG

5. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Westportal der Kathedrale von Saint-Lazare in Autun im Kontext mittelalterlicher Jenseits- und Gerichts vorstellungen, um aufzuzeigen, wie diese künstlerische Darstellung als Mahnung und Einladung zur Selbstreflexion für die Gläubigen diente.

  • Die Ikonographie des Tympanons von Saint-Lazare
  • Mittelalterliche Konzepte von Tod und Jenseits
  • Die Theologie des Partikulargerichts und des Weltgerichts
  • Die Funktion bildender Kunst als Spiegel religiöser Überzeugungen
  • Das Spannungsfeld zwischen göttlicher Gnade und menschlicher Verantwortung

Auszug aus dem Buch

2. Das Westportal von Saint-Lazare in Autun

Das Westportal der Kathedrale Saint-Lazare in Autun, Frankreich, zeigt in der Mitte des Tympanon Christus, der, umgeben von einer Mandorla, seine Arme einladend in Richtung des Betrachters ausstreckt. Zu Christus rechten Seite sind Figuren zu erkennen, die an der Himmelspforte bei Petrus auf Einlass warten. Zur linken Seite Christi stehen weitere Figuren, die durch den Erzengel Michael mit einer Waagschale gerichtet werden, während ein Teufel die Schale zu beeinflussen versucht. Zudem ist die Hölle zu erkennen, die durch einen kleinen Schacht an der unteren rechten Seite des Tympanons dargestellt ist und welcher ein weiterer Teufel versucht, die Figuren in die Hölle zu zerren. Das Tympanon ist also in zwei Bereiche aufgeteilt, Christus ist dabei ein verbindendes Element. Oberhalb von Christus sind Maria, Elias und Henoch in einem Register abgebildet und befinden sich bereits im Himmel. Unterhalb des Tympanons befindet sich der Türsturz, der die Zweiteilung oberhalb fortsetzt. Während die Figuren der rechten Seite, von Christus Sicht aus, zum Leben aufstehen, werden die Figuren der linken Seite mit ängstlicher und besorgter Mimik zum Gericht erweckt. Dabei werden sie auch durch einen Engel, der die Teilung von Gut und Böse des Tympanons fortsetzt, davon abgehalten, die Seite der Erlösten zu betreten. Zusätzlich zur bildlichen Darstellung sind Inschriften enthalten. Auf der Seite der Erlösten ist zu lesen: „So wird jeder auferstehen, der nicht ein unfrommes Leben führt. Und für ihn wird auf ewig das Licht des Tages leuchten.“ Die Inschrift der Richtenden lautet: „Daß (sic!) hier der Schrecken jene schrecke, die der irdische Irrtum fesselt, denn der Schrecken dieser Bilder bedeutet, daß (sic!) dies ihr Schicksal sein wird.“ Die Mandorla, welche Christus umgibt, enthält ebenso weitere Inschrift: „Ich allein ordne alles, ich allein kröne das Verdienst, die das Verbrechen ergriff, die richte und strafe ich.“ Zusammengefasst zeigt das Portal von Saint-Lazare in Autun also eine Darstellung des Weltgerichts am Jüngsten Tag.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die historische Bedeutung der Kathedrale von Saint-Lazare ein und formuliert die Fragestellung zur Funktion des Westportals für die mittelalterliche Glaubenswelt.

2. DAS WESTPORTAL VON SAINT-LAZARE IN AUTUN: Dieses Kapitel beschreibt detailliert die bildliche Darstellung des Tympanons und analysiert die enthaltenen Inschriften sowie die symbolische Bedeutung der Architektur.

3. DER TOD IM MITTELALTER: Hier wird der allgegenwärtige Aspekt des Todes im Mittelalter beleuchtet, geprägt durch eine geringe Lebenserwartung und das Bestreben, durch ein gottgefälliges Leben das Jenseits positiv zu beeinflussen.

4. DAS GERICHT IN DER CHRISTLICHEN THEOLOGIE DES MITTELALTERS: Dieses Kapitel erörtert die theologische Grundlage von Partikular- und Weltgericht und deren Bedeutung für die moralische Ausrichtung des Individuums.

4.1 DAS PARTIKULARGERICHT: Fokus auf die Vorstellung einer unmittelbaren Seelenbeurteilung direkt nach dem Tod des Gläubigen.

4.2 DAS WELTGERICHT AM JÜNGSTEN TAG: Erläutert das göttliche Endgericht, welches in der mittelalterlichen Vorstellung als das abschließende Ereignis der Weltgeschichte fungierte.

5. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Funktion des Westportals als Einladung zur Selbstreflexion und als Ausdruck der christlichen Hoffnung trotz der Furcht vor dem Gericht.

Schlüsselwörter

Westportal, Kathedrale von Saint-Lazare, Autun, Mittelalter, Tod, Jenseitsvorstellung, Partikulargericht, Weltgericht, Ikonographie, Tympanon, christliche Theologie, Erlöste, göttliche Gnade, Selbstreflexion, Heilsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die künstlerische Gestaltung und theologische Bedeutung des Westportals der Kathedrale Saint-Lazare in Autun im Kontext mittelalterlicher Jenseitsbilder.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den zentralen Feldern gehören die mittelalterliche Kunstgeschichte, die christliche Eschatologie, die Totenliturgie und die Entwicklung individueller Frömmigkeit im 12. Jahrhundert.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist zu untersuchen, inwieweit das Westportal als Instrument der Buße und als Einladung zur Selbstreflexion für die mittelalterlichen Gläubigen fungierte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine kunsthistorische und theologische Analyse, die auf der Auswertung primärer Quellen, zeitgenössischer theologischer Lehren und relevanter Forschungsliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung des Portals, die Verortung des Themas "Tod im Mittelalter" und eine fundierte Analyse der Konzepte von Partikular- und Weltgericht.

Welche Schlüsselbegriffe sind für das Verständnis essenziell?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Tympanon, Mandorla, Partikulargericht, Jüngstes Gericht, Prädestinationslehre, Bußpraxis und die irdische Irrtumsfesselung.

Welche Rolle spielt die Inschrift der Mandorla im Verständnis des Werkes?

Die Inschrift in der Mandorla betont die absolute richterliche Gewalt Christi und unterstreicht die Rolle Christi als ordnende und richtende Instanz, die sowohl Verdienst belohnt als auch Verbrechen bestraft.

Warum war die Angst vor dem Tod im Mittelalter so prägend, wie im Buch beschrieben?

Aufgrund der niedrigen Lebenserwartung, hoher Kindersterblichkeit und häufiger Seuchen war der Tod ein ständiger Begleiter, der als Strafe Gottes interpretiert wurde und somit den Wunsch nach Erlösung und das Bedürfnis nach einem gottgefälligen Lebenswandel massiv verstärkte.

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Details

Title
Die Darstellung des Jenseits am Westportal der Kathedrale Saint Lazare in Autun
College
Catholic University Eichstätt-Ingolstadt
Grade
2,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2022
Pages
14
Catalog Number
V1281872
ISBN (PDF)
9783346737885
ISBN (Book)
9783346737892
Language
German
Tags
Kirchengeschichte Kunstgeschichte Theologie Jenseits
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2022, Die Darstellung des Jenseits am Westportal der Kathedrale Saint Lazare in Autun, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1281872
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